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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Wärmepumpe - sinnvoll?

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breeze

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Beiträge: 6
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ANZEIGEWärme fürs Leben
Günstig Heizen mit Erdwärme

Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Hallo,

Ich habe vor unsere Heizung zu erneuern. Erstmal ein paar Infos zu unserem Haus. Es ist 26 Jahre alt (147 qm Wohnfläche).
Soviel vorweg es ist ein Fertighaus. Das Erdgeschoss ist komplett mit Fußbodenheizung ausgestattet. Im Obergeschoss befinden sich 5 Radiatoren. Das ganze wird bisher über eine 27 kW Gasheizung von Buderus beheizt.
Die derzeitige Vorlauftemperatur, wenn alle Heizkörper + Fußbodenheizung in Betrieb sind, ist 50 bis 55 Grad.

So zur Dämmung:

k-Wert für Außenwände: 0,33
k-Wert für Innenwände: 0,51

DIN4160 (ist zwischen U und K-Wert ein Unterschied?)

Wir hätten nun warscheinlich die Möglichkeit eine 100m tiefe Bohrung für die Verwendung einer Sole/Wasser-WP in Gang zu setzen.

Zudem sollten allerdings auch noch einige entsprechende Solarmodule aufs Dach zur HZU.

Ist eine solche Kombination möglich? bzw. würde so etwas funktionieren, habe nun mittlerweile u.A. gelesen, dass eine hohe Vorlauftemperatur die Wärmepumpe bzw. den Verdichter auf Dauer ruiniert.

Vielen Dank für eure Antworten.
Falls ich was vergessen haben sollte, ... kann ich gerne nachreichen Wink

Gruß,
Martin

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denkedran

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Beiträge: 384
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Zunächst wäre dein Gasverbrauch über die letzten vier Jahre, als Durchschnittswert heranzuziehen um eine Wärmepumpengröße zu bestimmen. Die verrecheten kWh Gasverbrauch geteilt durch 2600 ergibt etwa die Wärmepumpenleistung.
Weiter gibt es spezielle Wärmepumpen, welche genau für deinen Anwendungsfall, eine hohe Temperatur für die Heizkörper und die niederige Temperatur für die Fußbodenheizung ohne diese herunter-zu- mischen erbringt. Der Vorteil dabei ist der, die WP läuft mit der Arbeitszahl, als wäre nur Fußbodenheizungsbetrieb.

Es wäre also noch zu überdenken, ob man mit einem horizontal Kollektor im Prinzip der Direktverdampfung arbeiten kann.
Gegenüber einer Erdsonde bringt das Kostenersparnisse und auch bessere Arbeitszahlen, was weniger Ebergieaufwand bedeutet.

Gruß Denkedran

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Thomas Heufers

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In diesem Fall würde ich bei den genannten Ausgangsbedingungen grundsätzlich davon abraten eine Wärmepumpe einzusetzen.

Folgende Quellen erklären ausführlich den Zusammenhang.

Planungshilfe - Wärmepumpen-Checkliste
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/WM-BW-Checkheft-Waermepumpe.p...

Wärmepumpen - Top oder Flop? Die Voraussetzungen müssen stimmen.
http://energienetz.de/de/Zuhause/Heizen/Waermepumpen__293/...

Ich bin von der Technik der Wärmepumpe rundweg begeistert und freue mich über unsere niedrigen Verbrauchswerte.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/energieverbrauch_waermepumpe.htm...
Aber nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. In dem eingangs beschriebenen Fall ist das DEFINITIV nicht so.

Eine Wärmepumpe kann nur dann ihre energiesparende Wirkung entfalten, wenn sie ein Heizsystem (beispielsweise Fußbodenflächenheizung) mit niedriger Vorlauftemperatur eingebunden ist, wenn die Heizlasten (w/m2) niedrig sind.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 31.03.2009 19:55, insgesamt einmal bearbeitet

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breeze

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Hallo,
also das mit den horizontal Kollektoren fällt bei uns wohl leider aus, da wir das schon überdacht haben, allerdings haben wir hier das Problem, dass unser gesamter Boden bis zu einer Tiefe von 10m vermutlich aus Sand besteht, da unser Grundstück am Hang liegt musste es aufgeschüttet werden.

Also man müsste erst mal den Energiebedarf errechnen und dann sehen ob das eine Erdsonde überhaupt liefern kann, verstehe ich das richtig?

Den Gasverbrauch muss ich erstmal nachschauen, werde das heute abend noch nachtragen.

Ok, das mit den speziellen WP wusste ich nicht.

Gruß,
Martin

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denkedran

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Beiträge: 384
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Hallo,
deine Bedenken:
dei allerdings haben wir hier das Problem, dass unser gesamter Boden bis zu einer Tiefe von 10m vermutlich aus Sand besteht, da unser Grundstück am Hang liegt musste es aufgeschüttet werden

Für den Erdkollektor ist der Sandboden ideal. Auch mit den Höhenunerschieden gibt es keine Probleme.

Gruß Denkedran

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Thomas Heufers

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breeze hat Folgendes geschrieben:
Ok, das mit den speziellen WP wusste ich nicht.
Wenn Du Dich umfassend informieren willst, dann vereinbare doch mal eine Termin bei der Verbraucherzentrale, eine sogenannte Gebäudeenergieberatung.

Gruß

Thomas Heufers

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fox

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Hallo denkedran,

bisher habe ich noch bei keiner Wärmepumpe Angaben gefunden, dass sowohl bei hohen Vorlauftemperaturen für Heizkörper als auch bei niedriger Vorlauftemperatur für Fussbodenheizung die gleiche Arbeitszahl erreicht wird. Wo kann ich Deine Aussage nachlesen?

Weiterhin würde mich interessieren, worin der Vorteil der Direktverdampfung liegt?



Mit freundlichen Grüßen

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GMil

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Hallo fox,

bei gemischten Heizungstypen (HK und FBH) und einer geeigneten WP kann man oft so verfahren, daß der RL der HK den VL der FBH darstellt. Damit fließt das Wasser einfach nacheinander durch beide Heizungstypen (natürlich mit dem gleichen COP). Braucht die FBH mehr Massenstrom, wird noch ein bissel Wasser aus der WP beigemischt.

Dazu nötig ist eine Hochtemperatur-WP mit hoher Spreizung; sie ist genau für diesen Anwendungsfall konzipiert.

Direktverdampfungs- und auch Direktkondensations- WPn benutzen das Kältemittel anstelle von Wasser zur Wärmegewinnung bzw. Wärmeabgabe. Das spart den Wärmetransfer von einem Medium auf das andere.

_________________
Gruß

Gerhard

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bernhard geyer

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Alternativ würde ich auch eine bivalenten Betrieb mit Luft-WP überlegen. Für Temperaturen bis ca 0 Grad oder etwas darunter läuft die Luft-WP und darunter wird über die Gasheizung geheizt.

Sole-WP und Solar rechnet sich finanziell praktisch nicht (außer bei sehr hoen Verbrauch auch im Sommer). Luft-WP und Solar ist ein Verbrauchstechnisch ein No-Go. In der Zeit in der eine Solaranlage sehr gut arbeitet hat auch eine Luft-WP einen sehr geringen Stromverbrauch. Und im Winter wenn eine Luft-WP sehr viel Strom (auch gegenüber einer Sole-WP) verbraucht bringt eine Solaranlage auch nicht viel.

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breeze

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So,
dann hier mal der Jahresdurchschnitt über 3 Jahre:

39235 kWh

das 4. Jahr kann ich leider nicht mit einbeziehen.

ach weil es mir grade noch einfällt, es leben 5 Personen im Haus, 2 Jahre allerdings nur 3 davon und in diesen 2 Jahren am Wochenende 4.

Ok, da ich noch richtiger Laie bin und eine Energie bzw. Fachberatung oftmals nicht ganz günstig ist, noch eine Frage:

Da hier gerade eine HL WP genannt wurde, bei der das Wasser zuerst durch sämtliche Heizkörper und der RL durch die FBH läuft; ist es dann nicht so, sollten die Heizkörper nicht entsprechend viel Wärme abgeben, sodass immer noch 40 Grad nach allen Radiatoren herauskommt, läuft das Wasser mit 40 Grad durch die FBH oder wird dann herabgeregelt? Weil das wäre etwas "warm".

Gruß,
Martin

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GMil

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Hallo Martin,

der sog. hydraulische Abgleich, der heute für jede Art von Heizung vorgeschrieben ist, kann so ausgeführt werden, daß die HK z.B. mit 55/35 °C betrieben werden. Über ein 4-Wege-Ventil oder (am komfortabelsten) einen Baunach-Mischer wird dann dafür gesorgt, daß die FBH die richtige VT bekommt, sei es durch Heraufmischen (Zumischen von WP-Heizwasser) oder Herabmischen (Zumischen von FBH-RL-Wasser).

Die FBH braucht i.d.R. einen höheren Massenstrom als die HK, sodaß ein Mischen stets erforderlich ist.

_________________
Gruß

Gerhard

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roro

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39235 kWh für 147 qm lässt darauf schließen, dass Du entweder massiv in die Dämmung investieren musst oder dass Du extreme Verluste bei der Heizung hast.

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denkedran

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Hallo Fox

Deine Frage:
Weiterhin würde mich interessieren, worin der Vorteil der Direktverdampfung liegt?

zunächst benötigt die Direktverdampfung keine weitere Antriebsenergie etwa für Solepumpen. Weiter liegt die Verdampfung um etwa 5k höher, als bei Soleanlagen. Der Verdampfer ist nicht in der WP, sondern liegt direkt im Erdreich.
Dadurch entfällt eine Zwischentauscherstufe.
Sehr gute Ergebnisse liefert die Direktverdampfung und Direktkondensation im Fußboden.
Ist bei www.geothermie.net... gut dargestellt.

Wärmepumpen mit zwei unterschiedlichen Temperaturausgängen, gibt es auch bei unseren Kollegen. es sind Betriebsergebnisse an den bereits zahlreichen Anlagen jederzeit möglich.
Ich darf hier keine Reklame machen.

Gruß Denkedran

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breeze

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roro hat Folgendes geschrieben:
39235 kWh für 147 qm lässt darauf schließen, dass Du entweder massiv in die Dämmung investieren musst oder dass Du extreme Verluste bei der Heizung hast.


Hallo,
ich weiß ja nicht inwiefern die Dämmung des Hauses gut / schlecht ist, da ich mit den 2 o.g. k-Werten nichts anfangen kann. Bei extremen Verlusten bei der Heizung, müsste man mal herausfinden, wo diese entstehen. Möglicher Grund für Verluste sind meiner Meinung nach die Fenster des Hauses, da diese nicht, manche zumindest, mehr ganz dicht schließen.
Außerdem ist unser Dachstuhl nicht gedämmt, allerdings ist vom 1. OG zum Dachboden eine Dämmung vorhanden, geht trotzdem viel Energie über den ungedämmten Dachstuhl verloren?


denkedran:
kannst du mir mal per PN ein Bsp. für eine solche Wärmepumpe geben?


Eins verstehe ich derzeit noch nicht so recht, ich habe ja selbst schon darüber nachgedacht, dass eine WP und Solarthermie im Sommer gut sind und im Winter nicht. Warum wird das bei Vielen für Gut befunden und als das sogenannte "Plus an Energie" angepriesen?
Irgendwo muss das doch auch Vorteile haben?

Gruß,
Martin

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roro

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Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Du hast einen Verbrauch von über 250 kWh /(qm a).
Neubauten erreichen hier einen Wert von kleiner 60 kWh/(qm a). Durch Dämmung sollte man eigentlich auch bei einem Altbau auf unter 100 kWh/(qm a) kommen.

Was bei Dir sinnvoll ist, kann man aus der Ferne recht schwer beurteilen, dass sollte sich ein Energieberater anschauen.
IMHO würde ich aber vorher in die Dämmung investieren bevor ich mich um eine WP umsehe.

Bei diesem Verbrauch (wenn nicht eine schlecht arbeitende Heizung schuld ist), wirst Du auch eine WP mit ca. 20 kW Leistung benötigen.

Da ist eine 100m Bohrung auf keinen Fall ausreichend, von eine LWP würde ich bei dieser Heizlast abraten (vor allem bei der benötigten VL-Temperatur) bei einem Flächenkollektor oder bei einer DV-Lösung wirst Du aich einiges an Fläche benötigen.

IMHO musst Du vorher die Heizlast und die VL-Temperatur senken.

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