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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Die Wahrheit über KWL mit WRG: Nutzen und Kosten

Gasi
*
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Hallo zusammen,

immer wieder ist das Thema Lüftunganlagen ganz vorn im Forum, deshalb dieser Beitrag.

Natürlich ist eine KWL eine sinnvolle Ergänzung des Hauses, da nicht mehr manuell gelüftet werden muß und auch der komfort gesteigert wird.

Aber hier mal Zahlen, die zum nachdenken anregen sollten:

Die Lüftungsverluste meines 125m² Fertighauses betragen 2502 kWh laut Heizlastberechnung und Energieausweis.

Wenn ich die Vorteile einer KWL mit 90% Wärmerückgewinnung mitberücksichtige, habe ich einen zusätzlicher Energieaufwand von 2252 kWh ohne eine KWL pro Jahr.

Da ich eine Solewärmepumpe habe, die mit einer kWh Strom 4,4 kWh erzeugt, muß ich also 2252 kWh:4,4(JAZ)= 512 kWh zusätzliche Energie (Strom) bezahlen.

Zum Betrieb einer KWL mit WRG benötige ich aber auch Strom, ca. 1kWh am Tag, also 365 kWh pro Jahr.

Zusatzenergie 512 kWh - KWL Betriebsenergie 365 kWh
= 147 kWh Energiemehrkosten ohne KWL mit WRG!

Bei einem Strompreis EnBW WärmePlus
von 0,1512 € (Hochtarif) x 147 kWh = 23 € pro Jahr an Zusatzkosten ohne KWL mit WRG!

Ich habe hier noch keinen Aktivkohlefilter der nötigen Umluftdunstabzugshaube, keinen Staubfilter (u. Pollenfilter) des Systems an Kosten mitgerechnet (,geschweige denn eine Wartung des Rohrsystems).

Also, von wegen Energiesparen, Vorzüge hat eine KWL allemal, aber ich komme bei meiner Rechnung nicht mal auf eine laufende Amortisation der Kosten, geschweige denn auf die der höheren Einmalinvestition bei der zusätzlichen Anschaffung!

Was meint Ihr dazu.

Gruß Gasi

P.S.: Finger weg von Lüftungheizungen, das sind reine Stromdirektheizungen!

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roro
*****
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Behaupte ich schon länger, vor allem da eine 90% Rückgewinnung nur mit einer extrem guten KWL mit Enthalpietauscher überhaupt möglich ist.
Normal kannst Du bei der Wärmerückgewinnung von einem Wirkungsgrad um die 50% ausgehen.

Dennoch würde ich in einem gut gedämmten und dichten Neubau eher einer KWL empfehlen, da es schon ein großer Komfortgewinn darstellt. Energie und Geld ist damit wenig zu sparen.

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@ Gasi - Der Grundgedanke mag ja richtig sein. Den Wärmerückgewinnungsgrad kann man auf einfache Weise selber feststellen. Dazu nimmt man ein Raumthermometer und stellt es in den Zuluftkanal. Wenn dort 17° Celsius angezeigt wird und die Raumluft 21° Celsius ist, dann liegt der Wärmerückgewinnungsgrad bei ca. 80 %. Die Rückgewinnungsquote schwankt natürlich mit der Außentemperatur und der Luftwechselrate. Wichtig ist natürlich auch die Verschmutzung der Filter, wegen des veränderten Strömungswiderstands. Filterwechsel ist Hygiene und Energiesparen zugleich.
Die Frage die sich mir stellt, macht es Sinn für 10 % höhere Wärmerückgewinnung (statischer Wert des Herstellers) 1.000 Euro mehr für einen Lüftungsmodul auszugeben. Ich glaube kaum.
Unsere Luftwechselanlage verbraucht ca. 0,5 - 0,7 kWh pro Tag, das würde das Ergebnis ein wenig anders darstellen.

Ich bin mit Dir konform, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist ein unverzichtbarer Komfortgewinn, ein ordentlicher Luftwechsel würde bei mir an der Nachlässigkeit scheitern. - Die wissenschaftlichen Auswertungen zeigen eine Energieersparnis auf. Wir persönlich betreiben die Wohnungslüftungsanlage nur in der Heizperiode, maximal an 150 Tagen im Jahr, außerhalb der Heizperiode wird das Haus ganz normal über Fenster und Außentüren belüftet.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 09.03.2009 07:18, insgesamt 2-mal bearbeitet

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roro
*****
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Zitat:
Wenn dort 17° Celsius angezeigt wird und die Raumluft 21° Celsius ist, dann liegt der Wärmerückgewinnungsgrad bei ca. 80 %.


Ist "leider" falsch. Denn wenn Du nicht die Luftfeuchtigkeiten berücksichtigst, kannst Du nichts über die Wärmerückgewinnung aussagen. Mehr als die Hälfte der "verlorenen" Energie liegt nämlich in der Luftfeuchte.

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Gasi
*
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So da bin ich wieder.

Nur zur Klarstellung, ich habe keine KWL in meinem Fertighaus. Meine Frau und ich haben uns für die Sole-WP ohne Lüftungsmodul entschieden (dimensionert ohne E-Stab). Wir können gut damit leben Fenster zu Öffnen. Das Lüften in den Kältemonaten ist für uns Gewohnheit und "Frische".

Das mit der KWL sehe ich es wie mit unserem Kaminofen, den haben wir uns wegen der "Lebensqualität" zugelegt. Dabei bezweifle ich das sich dieser jemals rechnet. Unser Schornstein von Schiedel hat dabei einen Thermoluftzug, d.h. ca. 80% der Verbrennungluft holt sich der Kaminofen von außen (extern). Dadurch bleibt der Sauerstoffanteil im Raum höher und sorgt für ein besseres Klima.

Jeder Bauherr der sich mit einer Kontrollierten-Wohnraum-Lüftung beschäftigt muß an folgende Dinge denken:
- Küche Umlufthaube, kein Abluftdunstabzug
- Kaminofen nur Raumluftunabhänigige Betriebsweise
sonst passt das System nicht zusammen.

Gruß Gasi

P.S.: Vorsicht vor Lüftungsheizungen, diese nur im echten Passivhaus einsetzen, egal was der Bauberater sagt, die Folgekosten dieser "billigen" Heizung sind enorm.

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Gasi hat Folgendes geschrieben:
Jeder Bauherr der sich mit einer Kontrollierten-Wohnraum-Lüftung beschäftigt muß an folgende Dinge denken:
- Küche Umlufthaube, kein Abluftdunstabzug
- Kaminofen nur Raumluftunabhänigige Betriebsweise
sonst passt das System nicht zusammen.
Beurteilungskriterien für den gemeinsamen Betrieb von Feuerstätte, Wohnungslüftung und Dunstabzugshaube in luftdichten Gebäuden
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Beurteilungskriterien-gemeinsamer-Betrieb-Feuerstaette-Wohnungslueftung-Dunstabzugshaube.pdf

Gruß

Thomas Heufers

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Oswald
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hallo

Ich zweifle jetzt mal den Energiepass an.

125m² und 2500 kWh jährliche Energieverluste durchs Lüften.

Also ich habe hier eine Wärmebedarfsberechnung für 177 m² beheizte WOhnfläche mit fast 9000 kWh Lüftungsverluste mit einer Angabe von 0,6 Luftwechselrate.

Wenn wir jetzt einfach mal mit den Quadratmetern eine Vergleichsrechnung anstellen, dann komme ich auf knapp 6400 kWh

Die 90% einfach zum weiteren Rechnen zu verwenden stimmt halt einfach auch nicht, weil feuchtere Luft bei gleicher Luftwechselrate wesentlich mehr Energie enthält als trockene.
Ich denke allerdings auch, dass die 90% nicht wirklich stimmen können.

Wenn man wirklich 90% rückgewinnen könnte, müsste im Winter unter bestimmten Umständen die trockene kalte Winterluft wärmer rein kommen als die feuchte warme rausgeht, was aber nicht so ist.

Also weiter mit der Pseudoberechnung knapp 6400 kWh bei 90% sind dann 5720 kWh / 4,4 = 1300 kWh.

1300 kWh - 365 kWh sind dann 935 kWh Mehrenergie für dir WRG

Auf der anderen Seite muss aber im Jahr 5720 kWh weniger Heizenergie zur Verfügung gestellt werden, da diese ja zurückgewonnen wurde. Also 1300 kWh musste die Heizung nicht mehr verbrauchen.

Da bleiben also noch die reinen Kosten der nakten KWL über und die sind dann auch nicht berauschend mehr aber immerhin doch höher als mit WRG.

Die Vorteile der kontrollierten Be- und Entlüftung bleiben beiden ja gleichermassen erhalten.

Wenns da nicht auch KWL mit WRG gäbe, die ENergetisch wesentlich besser dastehen als das hier angeführte Beispiel.
Ich sag nur Inventer.

Grüsse
Oswald

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fox
****
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Hallo,

9000 kWh Lüftungswärmeverluste auf 177 m², das sind 50 kWh pro m². Ist das nicht etwas viel?

Ich bin in der Planung und rechne mit 10 bis 15 kWh pro m² Lüftungsverluste ohne Wärmerückgewinnung.

Ist das verkehrt?

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roro
*****
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Bei mir machen die Lüftungswärmeverluste ca. 33 % des Energiebedrafs aus. Das sind 2685 kWh/a bzw. 14,5 kWh/(qm a).

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Gasi
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So, habe nochmal nachgeschaut, der Wert mit 2502 kWh Lüftungsverlusten stimmt bei unserem Neubau. Vielleicht bezieht sich Dein (Oswald) höherer Wert auf einen Altbau.

Trotz allem, die Lüftungsanlagen-Frage wird sich jedem der Neubauen will stellen.

Fakt ist aber: Ein Muß ist es nicht, mehr ein sollte.
(Die Frau sollte auch mitspielen bei einer Umluftdunstabzugshaube!)

Gruß Gasi

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Oswald
*****
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fox hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

9000 kWh Lüftungswärmeverluste auf 177 m², das sind 50 kWh pro m². Ist das nicht etwas viel?

Ich bin in der Planung und rechne mit 10 bis 15 kWh pro m² Lüftungsverluste ohne Wärmerückgewinnung.

Ist das verkehrt?


Ja! Klingt viel.... habe ich aber auch nur der Berechnung entnommen.
Ich denke das liegt an der konstanten Luftwechselrate von 0,6, die ja auch recht ordentlich ist.

Das heisst in meinem Fall ja auch ca 400m³-450m³ Luft in der Stunde.
Die Verluste wurden in der Berechnung OHNE WRG eingetragen... also manuelle Lüftung.

Trotzdem liegt der Energieverbrauch des Hauses deutlich unter 50 kWh/m²a...... also von Altbau keine Spur.

Grüsse
Oswald

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Ich kann die Erfahrungen aus dem folgenden Beitrag bestätigen.
http://www.energieverbraucher.de/de/Zuhause/Lueften__159/

Wenn man also hingeht und die Luftwechselarte auf ~ 0,3 absenkt, und die Raumluftqualität weiterhin als angenehm (Raumluftfeuchte/-frische) empfunden wird, würde dies einen wesentlichen energetischen Vorteil mit sich bringen. Geringerer Luftwechsel bedeutet in jedem Fall noch niedrigere Lüftungsverluste.

Wir haben in unserem Haushalt (seit Februar 2009) auch festgestellt, dass die Raumluftfeuchte nach Absenkung der Lüfterdrehzahl besser d.h. feuchter geworden ist.

Gruß

Thomas Heufers

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fox
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Hallo,

warum muss eigentlich immer die gesamte Wohnung oder Haus lüftungsmäßig gleich behandelt werden? Wäre es nicht viel wirtschaftlicher nur dort zu lüften, wo es nötig ist und dann auch nur so viel wie nötig? Sensoren dafür gibt es doch längst, auch kenne ich schon einen Hersteller, welcher von bedarfsabhängiger Lüftung spricht. Leider aber auch nur die ganze Wohnung.

Oder gibt es diese Einzelraumregelung aber mit zentraler Ansaugung schon?

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klausamsee
****
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Es wäre doch Unsinn, die Räume einzeln zu betrachten, denn irgendwo muß die Luft rein ("Zulufträume"), und irgendwo raus ("Ablufträume"). Dann gibt es auch Bereiche die nur durchströmt werden.
Ich halte es für sinnvoller, ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Durchströmung aufzustellen und die Luftmengen dem durchschnittlichen Bedarf anzupassen. Ob ich mich nun im Wohnzimmer, Eßzimmer oder der Küche aufhalte ist egal, schließlich strömt ja die Luft vom Wohnzimmer durch das Esszimmer in die Küche.
Eine variable Regelung/Steuerung wäre sicher viel zu aufwändig.
Ich möchte auf mein KWL übrigens nicht mehr verzichten und bin froh, es eingebaut zu haben.

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Oswald
*****
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hallo

Ich möchte mal behaupten, dass sich zentrale KWL und Einzelraumsteuerung in finanziell vertretbarem Aufwand gegenseitig ausschliessen.

Massgeblich wird ja die Luftqualität von nur wenigen Faktoren beeinflusst.
Ergänzt mich, wenn ich was vergesse.

a) Luftfeuchtigkeit
b) Temperatur
c) CO2-Gehalt
d) Partikelbelastung (organisch sowie anorganisch)

Von diesen Faktoren kann eine KWL alle beeinflussen aber nicht immer verbessern.
a) wird im Winter gern mal zu gering aber dafür nie zu hoch
b) kann im Winter ein bisschen kälter werden aber immer noch höher als mit Stosslüftung
c) wird definitiv geringer und somit besser
d) bei geeigneten Filtern deutlich geringer und damit besser.


CO2-Sonden bräuchte man für jeden Raum und das geht nicht unerheblich ins Geld. Feuchtesensoren sind wiederum recht preisgünstig und ermöglichen einen wichtigen Unwohlfühlfaktor zu regulieren.
Richtig gut wäre eine Rückbefeuchtung der frischen Luft im Winter.
Filter sind der preiswerte Anteil am Ganzen.

Wer einzeln regeln will wird vermutlich bei einer dezentralen Anlage landen.
Ich verweise wieder mal auf den Inventer, der zusätzlich zu den obigen Kriterien auch noch eine teilweise Rückbefeuchtung erzielen kann.
Der einzige Nachteil, den ich bei diesem Gerät sehe ist die schlechtere akustische Abkopplung der Aussenwelt. Da Punkten zentrale Anlagen so richtig.

Grüsse
Oswald

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