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sbpro
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Beitragvon sbpro » 10.02.2009 21:50 Uhr

Hallo zusammen,
wir wollen ein Passivhaus in Holzständerbauweise bauen.
Mit 140 m2 Wohnfläche, nur Bodenplatte ohne Keller.
Wir haben ein Angebot eines lokalen Holzhausbauers.
Dieser baut in alle seine Häuser normalerweise ein Kombigeräte Tecalor THZ 303 sol ein (Kombigerät mit Lüftungsanlage, Wärmerückgewinnung, 200Liter Speicher, Luft-Wasser-Kleinstwärmepumpe und Anschlußmöglichkeit einer Solaranlage.
An diese Anlage wird eine Fußbodenheizung angeschlossen.
Er hat bisher größtenteils Niedrigenergiehäuser gebaut. Die habe ja eine andere Heizenergiebedarf als ein Passivhaus.

Wir sind nun auf der Suche nach einer anderen Heizungslösung.

Vorstellen könnten wir uns einen Pelletsprimärofen mit Wassertasche Schichtenspeicher und Solaranlage. Das Passivhaus benötigt auf jedem Fall eine Lüftungsanlage mit WRG. Reicht diese Lüftungsanlage mit normaler Luftwechselrate aus, um die Wärme, die ich im EG Wohnzimmer erzeuge, im ganzen Haus zu verteilen?

Wenn nicht, wie kann ich die Wärme verteilen?

Fußbodenheizung ? Ist dann jeder Fußbodenbelag möglich?
Wir wollen Parkett.

Ich habe auch schon von Lösungen mit PTC Element am Luftauslass pro Zimmer gehört. Ist das eine sinnvollen Kostengünstige Lösung?
Wie wird dann das Warmwasser erzeugt?
Ist dann die Luft nicht sehr trocken?



Danke und Gruß Stefan Bischoff

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 11.02.2009 07:06 Uhr

sbpro hat geschrieben:Vorstellen könnten wir uns einen Pelletsprimärofen mit Wassertasche Schichtenspeicher und Solaranlage. Das Passivhaus benötigt auf jedem Fall eine Lüftungsanlage mit WRG. Reicht diese Lüftungsanlage mit normaler Luftwechselrate aus, um die Wärme, die ich im EG Wohnzimmer erzeuge, im ganzen Haus zu verteilen?

Der Bürgermeister von Herzogenaurach hat seit ein paar Jahren einen Pelletsofen mit Heizungsanschluß in seinem Passivhaus stehen. Wenn ein Pelletsofen mit genügend Großen Anteil an Wärmeabgabe ans Wasser genommen wird ist das kein Problem.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 11.02.2009 08:15 Uhr

Natürlich kann man die Heizungs-und Warmwasserversorgung in einem Passivhaus ausschließlich über einen Wohnraum-Pelletofen umsetzen.

Von der Kosten (Investment & Betriebskosten) her dürfte die Luft-/Wasser-Wärmepumpe jedoch unter optimalen Bedingungen (niedriger Wärmebedarf, Wärmeübertragung über Flächenheizsysteme) die wirtschaftlich beste Lösung sein.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/energieverbrauch_waermepumpe.html

Ein Beispiel für einen Wohnraum-Pelletofen:
wodtke ivo.tec. BM 01 Waterplus mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung als raumluftunabhängige Feuerstätte, ~ 95 % wasserseitige Leistungsaufnahme, leiser Betrieb und geringe CO-Emissionen
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Informationsbroschueren/Wodtke%20ivo.tec%20Wate rplus.pdf

Nur bei einem recht gut isolierten Baukörper, wie es beim Passivhaus gegeben ist, macht dies nicht unbedingt Sinn, weil der Energiebedarf SO niedrig ist. Ein Pelletofen ist im beschriebenen Fall, mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Die Raumluftfeuchte hinter einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung könnte im Einzelfall ein Problem sein. Zwei Nutzerparameter beeinflussen die Raumluftfeuchte, die Höhe der Raumtemperatur und das Luftwechselvolumen/Stunde. Wird die Raumtemperatur und das Luftwechselvolumen niedriger eingestellt, dann hebt dies die Raumluftfeuchte an. Raumluftfeuchten unter 30 % und über 50 % sind kritisch.
Eine aufmerksamkeitsfreie Anwendung könnte ein Rotationswärmeübertrager mit Feuchteübertrager und variablen Volumenströmen geregelt über eine Feuchtesensor sein.
http://hoval.de/docs/Waermerueck_pdf/wrg_de_4206238.pdf

Bauliche Gegebenheiten, wie Lehmbauelemente können die Feuchteregulierung über die Feuchtespeicherung des Baustoffs Lehm unterstützen und wirken Raumklima regulierend.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon sbpro » 11.02.2009 12:27 Uhr

Hallo Herr Heufers, danke für den Link.
Wir haben auch schon mit ca. 10 Usern telefoniert, die die gleiche Anlage einsetzen - die Liste hatten wir von userem Anbieter erhalten. Diese Häuser sind alles Energiesparhäuser und die kommen mit ca. 40 - 70 € Stromkosten im Monat hin. Da dürften die Stromkosten für ein Passivhaus ja noch günstiger kommen.

Wird das Haus aus dem Link mit Fußbodenheizung geheizt?

Ich habe die Info, dass eine normale Luftwechselrate alle zwei Stunden die Raumluft einmal getauscht hat. Reicht denn diese Luftwechselrate, um per Luft (ist doch ein relativ schlechter Energieträger) die Wärme (z.B. erzeugt durch einen Pelletsofen) vom EG abzusaugen und dann in die anderen Zimmer zu bringen.

Ich habe vom Hausanbieter einen Kontakt zu seinem Heizungsbauer bekommen. Der sagt die Lüftung mit WRG ist nur als Ersatz für die früher undichte Hülle zu sehen.
Eine Wärmetrasport über die Lüftungsanlage ist nur möglich mit einer wesentlich höheren Luftwechselrate. Dies hat dann aber zur Folge, daß die Luftfeuchtigkeit im Winter stark abnimmt.
Der Heizungsbauer schlägt eine Fußbodenheizung vor.

Beim Ofen hatten wir schon an den IVOTEC gedacht.

Beim System mit Feuchterückgewinnung sehe ich das Problem bei den evtl. entstehenden Keimen.

Wir streben eine Luftfeuchtigkeit von 50% an.

In unserem Hausangebot ist die Position THZ 303 sol incl. Fußbodenheizung und komplette Installation der Rohre usw. mit
30 000 € beziffert (ohne Solaranlage).

Dies erscheint mir doch etwas hoch. Für diesen Betrag - so denke ich kann ich auch eine Lüftungsanlage, einen Ivotec und einen Schichtenspeicher bekommen. Jedoch bleibt die Frage nach der Wärmetransportmöglichkeit.
Auch das Thema, komplett vom Strom abhängig zu sein behagt uns nicht besonders.

Gruß Stefan Bischoff
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 11.02.2009 15:17 Uhr

sbpro hat geschrieben:Wird das Haus aus dem Link mit Fußbodenheizung geheizt?
Ja, alles andere wäre nicht optimal.

sbpro hat geschrieben:Reicht denn diese Luftwechselrate, um per Luft (ist doch ein relativ schlechter Energieträger) die Wärme (z.B. erzeugt durch einen Pelletsofen) vom EG abzusaugen und dann in die anderen Zimmer zu bringen.
Nein, es geht beim Luftwärmetauscher in der Lüftungsanlage nur um Wärmerückgewinnung und die automatische Frischluftversorgung, dies ist keine Heizungsunterstützung.

...Lüftungsanlage als Ersatz für die undichte Gebäudehülle...
Das ist grundsätzlich unrichtig.
Bitte lesen! - Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/UBA-Leitfaden-Ursachensuche-und-Sanierung-Schim melpilzwachstum.pdf

Ein Luftfeuchtigkeit von 50 % ist ideal, aber man wird diese in den Wohnräumen nie kontinuirlich gewährleisten können. Bei kalten Minusgraden enthält die Außenluft sehr wenig Feuchtigkeit. Egal ob mit oder ohne Lüftungsanlage, die Luft im Haus ist einfach abhängig von den Wetterlagen trockener oder feuchter.

Die THZ sollte eigentlich mit Solaranlage für den genannten Betrag möglich sein. Man sollte aber das Angebot und die Planungsunterlagen vorliegen haben, um da eine abschließende Beurteilung zur Preiswürdigkeit machen zu können.

Gruß

Thomas Heufers


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