Mit den veröffentlichten Primärenergiefaktoren kann ich mich nicht anfreunden. Holz z. B. muß (z.T. mehrfach) gepflanzt, versetzt, gedüngt, gegen Schädlinge geschützt, geschnitten, transportiert, gespalten und gelagert werden. Das alles verursacht maschinellen Aufwand, der Energie kostet.
Wer sowas
umfassend rechnen wollte, müßte übrigens nicht nur den Verbrauch der dazu verwendeten Maschinen an sich, sondern auch den zu ihrer Herstellung anteilig mit in die Rechnung einbeziehen, das schließt z.B. durchaus die Fertigung des Chemiewerks für den Holzschutz mit ein!
Mich als Endverbraucher interessieren lediglich
meine Aufwände sowie die Kosten der verschiedenen Energieträger ab Grundstück nach innen. Weil ich z. B. nicht beeinflussen kann, wie und womit der Kraftwerksbetreiber seine Rauchgase reinigt, interessiere ich mich auch nicht dafür.
Immerhin nehme ich zur Kenntnis, ob mein Strom vorwiegend aus Kohle / Öl / Gas stammt, oder ob er mit wirtschaftlich weniger wichtigen Rohstoffen wie Uran und Wasser oder sogar mit Sonnen- bzw. Windenergie gewonnen wird, wobei bei den letzten 4 sogar der CO2-Ausstoß kaum oder gar nicht gegeben ist.
Insfern hoffe ich auch darauf, daß Deutschland als mittlerweile weltweit letzte Hochburg der Kernkraft-Verabscheuer auch noch zur Besinnung kommen wird, denn Sonnen- und Windkraft alleine wird auch in einer Million Jahren die Grundlast der Stromgewinnung nicht decken können. Das ginge nur, wenn man die Redundanz der Kraftwerke ins Uferlose treiben würde, damit ein Sonnenstrahl in Bayern und / oder ein Windstoß in Bremen notfalls den gesamtdeutschen Strombedarf decken könnten, wenn der Rest der Republik gerade bewölktes und windstilles Wetter hat. Das kann niemand bezahlen, und geopolitisch wäre es auch nicht durchsetzbar.
Zurück zum Thema Primärenergie: vllt. sollten wir die Energiearten lieber damit bewerten, wie die dazu benötigten Rohstoffe (oder deren Platzbedarf in der Welt!) anderweitig nützlich sind und welche Nachteile ihre Verbrennung hat. Öl z.B. ist praktisch unersetzlicher Rohstoff für zahlreiche Kunststoffe, aus Pflanzen lassen sich Treibstoffe herstellen usw. usw. Uran dagegen erfordert bei der Nutzung zwar etwas Aufmerksamkeit, ist aber sonst zu fast nix zu gebrauchen, wenn man mal von Nuklearmedizin und Kernwaffen absieht. Daß es dafür (bzw. für die Spaltprodukte) angeblich kein Endlager gibt, liegt nur an uns selbst.