Hallo, bitte dringend um Feedback zu folgender Situation wegen anstehenden Abnahme:
Für unsere WP im Neubau sollte 2x65m tiefe Bohrungen mit jeweils 2 U-Sonden erstellt werden. Ich war anwesend zum Bohrbeginn. Mir ist aufgefallen, dass der Untergrund komplett aus Ton besteht. Annahme für die BErehcnung der Bohrtiefe war feuchter Sand. Habe meine Bedenken zwecks niedrigerer Entzugsleistung an die Verantwortlichen gegeben. Als Ergebnis wurde (ohne Rücksprache) mit mir die Tiefe der 2. Bohrung auf 100m erweitert.
Nach Inbetriebnahme der WP sind mir vergleichsweise niedrige Soletemp aufgefallen. Habe mich informiert und folgende Einschätzung erhalten: Aufgrund unterschiedlicher Bohrtiefen = unterschiedliche Sondenlängen = Hydraulischer Abgleich notwendig. Anbindung der Sonden erfolgte auch durch Bohrfirma, habe daher dort um Stellungnahme gebeten.
Ergebnis: Die Firma hat mir inhaltlich bestätigt, dass unterschiedliche lange Sonden einen Mangel darstellen, wenn diese nicht strömungstechnisch abgeglichen werden. Ebenfalls bestätigte er mir, dass es besser gewesen wäre, die notwendigen zusätzlichen Meter zur Absicherung der notwendigen Entzugsleistung auf beide Bohrungen gleichmässig zu verteilen, was leider nicht passiert ist.
Er sagte mir dann, dass Sie üblicherweise in solchen Fällen, die Längendifferenz der kurzen Sonden zusätzlich im Anschlussgraben verlegen.
Auf meine Nachfrage, ob das auch bei mir so erfolgt ist, hat er nicht sofort geantwortet, sondern wollte Rücksprache mit dem durchführenden Mitarbeiter halten. Er hat mich dann im Laufe des Tages erneut angerufen und gemeint, der Kollege kann sich aus dem Gedächtnis nicht mehr an das BV erinnern und Sie prüfen das heute abend noch mal gemeinsam. Mir kommt das etwas komisch vor, weil wenn Sie das immer so machen...
Wie auch immer, er will mich morgen wieder anrufen.
Was mache ich nun? Folgende Idee meinerseits:
Sollte die Bohrfirma diese Verlegung im Graben auch bei meinem BV bestätigen, würde ich meinen Vertragspartner um eine schriftliche Bestätigung zur Abnahme auffordern:
Folgende Punkte möchte ich mir bestätigen lassen:
- Längendifferenzen der Sonden wurden vollständig durch Verlegung der entsprechenden Zusatzmeter im Anschlussgraben ausgeglichen
- hierbei wurden ca. 140 m, jedoch mindestens 120m, Mehrlänge im Anschlussgraben verlegt (Gesamtlänge kurze Sonden: 2x2x65m=260m vs. Gesamtlänge tiefe Sonden 2x2x100m=400 m)
- eine Skizze, wo und wie genau die Mehrlänge verlegt wurde
- Bestätigung, dass das Anschlussprinzip gemäss Tichelmann gewährleistet und beide Sonden auch ohne Verteiler und Einstellmöglichkeit gleichmässig durchströmt werden
- Bestätigung, dass die Sondenkonstruktion ausreichend gespült und vor allem vollständig entlüftet wurde
Auf alle Fälle möchte ich den Sachverhalt ebenfalls im Abnahmeprotokoll als Vorbehalt vermerkt haben. Ich behalte mir weiterhin vor, die Art der Ausführung durch einen Gutachter auch rückwirkend beurteilen zu lassen, und zwar inklusive der Frage, ob die Ausgleichsverlegung dem Stand der Technik entspricht (sind 140m Sondenausgleichslänge in einem Anschlussgraben 6m akzeptabel).
Auf alle Fälle werde ich auf meine Kosten in der nächsten Zeit den Anschlussgraben zwischen den Sonden öffnen (nicht so schlimm, Tiefe nur ca. ein Meter) und die Anzahl der dort liegenden Leitungen zur Kontrolle zählen (es müssten mind. 23 sein, Abstand zwischen Bohrungen ca. 6m). Sollte sich dabei eine Abweichung ergeben, sehe ich eine sofortige Mängelbehebungspflicht.
Sorry, aber ich habe ein gewisses Misstrauen gegenüber der Aussage. Und ich bleibe dabei, die Soletemp. ist m.E. zu niedrig. Auch habe ich Schwierigkeiten bei der Vorstellung, wie die 140m Sondenmaterial in einen ca. 0,5m breiten und ca. 6 m langen Anschlussgraben zwischen beiden Sondenbohrungen "positioniert" wurden konnten. Da müssten dann ca. 23 einzelne Leitungen dichtgedrängt liegen inkl. entsprechender Anzahl an 180 Grad Biegungen.
Oder ist die Verlegung von 140m in dem kurzen Graben grundsätzlich "Murks" (Temp.ausgleich zwischen den Leitungen, Gefahr des Einfrierens...).
Was meint Ihr zu meinen Gedanken?
Grüsse
Stephan