Hallo!
Eine elektrische Direktheizung kann bei ideelen Bedingungen 100% Wirkungsgrad erreichen.
Das bedeutet 1 kWh Strom wird eine kWh Wärme.
Leider sind es keine 100% sondern eher im besten Fall 95-98%.
Wenn es sich dann noch um eine Nachtspeichergeschichte handelt kommen noch die Verluste der Speicherung dazu.
Ich würde schätzen, dass der Gesamtwirkungsgrad dann höchstens noch 80% erreichen kann.
Ergo 1 kWh Strom wird zu 0,8 kWh Wärme.
Eine moderene korrekt berrechnete Sole/Wasser Wärmepumpenanlage ereicht eine JAZ von mindestens 3,5 -4,5.... sagen wir der Einfachheit mal 4,0.
Das bedeutet es werden aus 1kWh Strom 4kWh Wärme.
Bei einem Haus mit Jahrewärmebedarf von sagen wir mal 10000 kWh kostet die EWP ohne Wartung und Investitionskosten bei einem Strompreis von 20 Cent /kWh 500,- € Strom im Jahr.
Eine Investition von 20000,- € auf 20 Jahre sind dann der Einfachheit halber 1000,-€/Jahr
Das macht zusammen 1500,-€ / Jahr
Die Direktheizung kostet mal ganz gering geschätzt nur 5000,- €. Das macht in 20 Jahren 250,-€ / Jahr
Der Verbauch liegt bei 10000kWh Energiebedarf aber bei 2500,-€ /Jahr.
Das macht dann zusammen 2750,-€ / Jahr.
Die Differenz bilden kann das wohl auch schon ein Grundschulkind!
Die Stromkosten sind deutlich weniger als 50%. Zusammen mit den Investitionskosten sind etwas mehr als 50%.
Aber 1250,- € im Jahr haben und nicht haben sind schon 2500,-€
Wenn man diese 1250,-€ jetzt in 5 Jahren noch in eine Solar-Unterstützung investiert, spart man vielleicht noch mal geschätzte 100,- -150,- €/ Jahr
Also ich weis nicht was es da noch zu sagen gibt?
Mit Öl-heizung sieht es etwas besser aus. Da kommen aber noch Kosten für Tanks und Lieferung dazu. EInen Schornstein braucht man auch und den will der Schornsteinfeger regelmässig "inspizieren". Der Tankraum braucht Platz, den man im Haus "opfern" muss.
Strom ist eigentlich im Vergleich zu Gas und Öl ein SEHR teurer Energielieferant. Das Verhältnis von eingesetzter Energie zu gewonnener Wärme macht das Ganze allerdings wieder interessant.
Ich habe KEINE Ahnung wie sich der Strompreis in den nächsten 20 Jahren verändern wird. Der Öl und Gaspreis MUSS sich aber nach meiner Meinung gewaltig verändern, da Wissenschaftler den Peak-Oil Punkt für die nächsten 12 Jahre vorhersagen. Das heisst das weltweite Fördermaximum wird bis 2020 erreicht. Danach kann Öl nur noch exorbitant im Preis steigen, da es sicherlich wichtiger wird. Kunsstoffe mit dem Erdöl herzustellen als damit Autos zu betreiben oder Häuser zu heizen.
Man muss sich schon selbst entscheiden aber meiner Meinung nach ist Öl und Gas auf längere Sicht zum scheitern verurteilt.
Grüsse
Oswald