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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Soletemperatur dauerhaft unter 0°C

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lupo123

Erfahrung: *
Anmeldedatum: 13.01.2009,
Beiträge: 6
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Hallo, ich habe eine AI Wärmepumpe. Im Dezember ist der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um 25% angestiegen. Seitdem kontrolliere ich die Soletemperaturen.

Nach ca. 1 Stunde Verdichterlaufzeit
* WQ-Ein = -4°C
* Aus = -6°C, manche Tage auch -7°C.
* Aussentemp. in dem Zeitraum zw. -15°C und -5°C.
* Im Ruhezustand steigt die WQ-Ein auf ca. 2°C.

Wir haben im Dezember für 170 qm Wohnfläche (davon 35 qm im Keller) inkl. Warmwasser 48°C, Raumtemp. 21°, 780 kwh verbraucht, im Vorjahr ca. 625 kwh.

Unsere Anlage:
* 4 Bohrungen a 25m, ca. 4 m Abstand, verfüllt mit Dämmer
* Bohrunternehmen wollte nicht tiefer bohren, da ab dann Sandschicht
* Lage: Rheinland, kein Grundwasser erreicht
* außerdem KWL mit WRG vorhanden, eingeblasene Luft ca. 18° warm bei -4° Aussentemp.
* Betriebsstunden VD ca. 10-12 Std. pro Tag.
* Soledruck ist in 2 Jahren gesunken, jetzt bei 0,7 bar.

Fragen:
* Darf die Sole immer so kalt sein? Auch dauerhaft?
* Kann dies negative Folgen haben?
* Sind die Bohrungen ausreichend?
* Lässt sich die Soletemperatur steigern?
* Am Sole-Ausgleichsbehälter findet sich eine braune zähe Flüssigkeit. Was ist das?
* Ist der Gesamtverbrauch ok (KFW60-Haus, Bj. 2006, Klinker, Südseite)?

Danke für die Hilfe!
Chris aka. lupo123

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Thomas Heufers

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 21.07.2006, Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1982
Benutzer-Profile anzeigen E-Mail senden http://www.energie-effizientes-haus.de Antworten mit Zitat

Bezüglich des Verbrauchs habe ich einen Blick in unsere Tabelle geworfen.
http://ecotec-energiesparhaus....rgieverbrauch_waermepumpe.html
Dort steht unter Dezember 2007 ein Verbrauch von 382 kWh und im Dezember 2008 ein Verbrauch von 361 kWh, also 2008 eher niedriger.
Wenn das Anwenderverhalten unverändert ist, dann müssten die Verbräuche 2007 & 2008 in etwa auf gleichem Niveau liegen.
Die mittlere Lufttemperatur in unseren Breiten im Dezember 2007 liegt bei +2,5° Celius, im Dezember 2008 bei +1,4° Celius.
http://www.klima-owl.de/vergle...www.klima-owl.de/vergleich.zip

Gruß

Thomas Heufers

_________________
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/...
http://ecotec-energiespartechnik.de/...
http://energiesparprojekte.info/...


Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 15.01.2009 07:36, insgesamt einmal bearbeitet

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bernhard geyer

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 22.06.2006,
Beiträge: 1153
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lupo123 hat Folgendes geschrieben:
* Bohrunternehmen wollte nicht tiefer bohren, da ab dann Sandschicht

D.h. die Vorgaben waren 4* (>25m)? Bei 100m hättest du ca. 5 kW Kälteleistung (50W/m) was auf eine Wärmepumpe von ca. 6-6,5 kW Heizleistung schließen lässt. Sollte eine größere WP vorhanden sein (weil die Heizlast des Hauses dies nötig macht) so ist deine Wärmequelle zu klein und die schon sehr niedrigen Temperaturen erklärlich (Habe in 2006 bei permanten Betriebe bei Bautrocknung nur ca. maximal -1 Grad Soleausgang erreicht: 2*60m, 6kW Kälteleistung, ca 7,5 kW Wärmeleistung). Sollte also ein größere WP im Betrieb sein und eigentlich mehr Bohrmeter von Heizungsbauer beauftragt so schultet dir das Bohrunternehmen noch ein paar Meter (Baumangel). Ich finde auch den Abstand von 4 Meter etwas klein. Hier tritt schon gegenseitige Beeinflussung der Bohrlöcher auf (geringere Entzugsleistung). I.d.R. nimmt man 6 oder mehr Meter Abstand

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lupo123

Erfahrung: *
Anmeldedatum: 13.01.2009,
Beiträge: 6
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Danke für die bisherigen Antworten.

Ich habe eine Alpha Innotec SWC-80H. Die Größe brauchen wir lt. Installateur nicht, es gab aber keine Zwischengröße.

Hier weitere Infos:
- Heizleistung: 9,1 kw
- Bohrungen: 4 x 24 m
- HDPE Doppel-U PN 10 25x2,3
- nach Tichelmann angebunden

Erdreich:
- 0-3m Füllsand
- 3-6m Quellton Mikolit 00
- 6-25m Filterquarz 2-3mm

Hier noch die Bohrabstände:
- 1 zu 2: 4,80 m
- 2 zu 3: 4,70 m
- 3 zu 4: 3,50 m / 2 zu 4: 4,50 m

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wiesenthaler

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 11.12.2008,
Beiträge: 73
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Mit der deutlich zu knapp ausgelegten Wärmequelle wirst Du vermutlich keine lange Freude haben. Da Deine WP in etwa die gleiche Größe wie meine hat und auch die beheizte Fläche (188 m²) in etwa identisch ist, hier mal meine Daten zum Vergleich

Heizleistung WP 9,7 kW
Bohrungen 2*80m (oberste 6m sind Auffüllung, Auelehm und Kies, dann Grundwasserleiter stehend und dann 74 m homogener Porphyr)
Doppel U-Rohr (32 mm)
Bohrlochabstand 5,5 m

Wir haben im Dezember 2007 (AT 2,1°C im Monatsmittel) 708 kWh verbraucht und im Dezember 2008 749,4 kWh (AT 2,0°C im Monatsmittel), wobei die Raumtemperatur im WZ seit Januar 2008 auf 23°C erhöht wurde.

Nach den extrem kalten Nächten der letzten Wochen, wo die WP bis auf die Sperrzeiten durchlief, war der niedrigste Solewert am 7. Januar morgens bei 2,6°C im Eingang (in der Nacht waren -28°C min. AT). Inzwischen hat sich der Wert wieder deutlich erhöht. Vorhin nach der EVU-Sperre waren es 6,8°C.

Deine Sonden reichen nicht sehr tief ins Erdreich, sind zu eng zusammen und wahrscheinlich liefert der Boden auch noch weniger als 50 W/m Entzugsleistung.

Selbst wenn Du das WW mit E-Stab-Unterstützung bereiten würdest, ziehst Du mehr Wärme ab, als die Sonden liefern können. Irgendwann wird die Soletemperatur unter den kritischen Punkt sinken, wo die WP sicherheitshalber abschaltet und dann hast Du eine schöne teure E-Heizung.


Zuletzt bearbeitet von wiesenthaler am 15.01.2009 21:41, insgesamt einmal bearbeitet

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lupo123

Erfahrung: *
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Beiträge: 6
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Gibt es denn Richtgrößen, wie tief die Bohrungen bei der Leistung der WP sein sollten?

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wiesenthaler

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Beiträge: 73
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Kommt drauf an, was der Untergrund hergibt. Leider kann man das nur über einen geothermal response test genau bestimmen. Wenn die geologischen Gegebenheiten bekannt sind, kann man die Entzugsleistung in etwa einschätzen und danach die Sondenlänge bemessen. Es gibt dafür genaue Berechnungsverfahren.

Grob gerechnet kann man 15 Bohrmeter für jedes kW Heizleistung nehmen. Wären bei mir mit 10 kw Heizleistung 150 Meter. Ich wollte auf Nr. sicher gehen (obwohl ich wusste, dass wir auf einer mächtigen Porphyrschicht wohnen) und habe 160 Meter bohren lassen. Bisher war die Sole nie unter 0°C. Bei Dir wären nach der Pi mal Daumen - Methode ca. 135 Meter nötig gewesen, da sind die vorhandenen 96 Meter etwas knapp. Schlimmer ist aber der geringe Abstand der Sonden, weil die sich so gegenseitig beeinflussen und damit die Entzugsleistung sinkt. Außerdem sind vier flache Sonden nicht so effektiv, wie zwei tiefere. Am besten wäre nur eine, aber da muss i.d.R. die Bergbaubehörde zustimmen.

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lupo123

Erfahrung: *
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Beiträge: 6
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Habe mittlerweile festgestellt, dass der Temp-Fühler vermutlich 4°C zu niedrig anzeigt. Vergleichsmessung mit externem Fühler (ds1820) an der Soleleitung ergab entsprechend höhere Werte.

Mein Verbrauch ist im Vergleich mit anderen Anlagen auch ganz ok.

Danke für die vielen Tipps.

Hier findet ihr meine Verbrauchsdaten (Bitte Link kopieren):
<code>http://wp-verbrauch.in-tostedt.de/index.php?button=verbrauchanl&showver=231&lang=de</code>

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parcus

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Anmeldedatum: 10.07.2009,
Beiträge: 171
Benutzer-Profile anzeigen E-Mail senden http://www.energieeffizient-sanieren.org Antworten mit Zitat
Hallo,

die Auslegung scheint mir zu knapp zu sein.
Hier mal ein paar Wärmeentzugswerte...Wärmeentzugswerte, je nach Untergrund.

Die Abstände der Sonden...Abstände der Sonden hängt von den Bohrtiefe ab.

lg parcus

_________________
Dipl.-Ing. Arch. | Dipl.-Wirt.-Inf. | BAFA & KfW Sachverständiger

http://www.forum-hausbau.de...
http://www.energieeffizient-bauen.org...
http://www.energieeffizient-sanieren.org...

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