Hallo Wärmepumpenfachleute und -betreiber,
ich habe grundsätzliche Fragen zum Betrieb einer Luft/Wasser WP im Altbau.
Dazu kurz die Rahmenbedingungen:
Haus BJ. 1905, komplett renoviert im Jahre 2007 bis auf die Heizungsanlage ,gemacht wurde folgendes:
-Neue Fenster mit 0,9er Verglasung
-Dachdämmung mit 20er Klemmfilz
-Hohlwanddämmung (5-7 cm) mit Perlite
-Neue Flächen-Heizkörper
In diesem Zusammenhang wurde die Vorlauftemeperatur der Ölheizung auf 45`C reduziert. Der Heizölverbrauch für dieses Haus mit Warmwasserbereitung betrug in den letzten 23 Monaten 5100l, im Jahr davor 3910l.
Die Wohnfläche beträgt 170qm, das Haus ist freistehend in einer windgeschützten Lage, wir wohnen hier mit drei Personen.
Das Haus steht im Großraum Bremen, also eher mildes Klima.
Im vergangen Jahr planten wir nun die Erneuerung unserer Heizungsanlage, entweder ein Gas-Brennwert-Anlage oder eine Luft/Wasser WP sollte es werden.
Mehrere Angebote und Berechnungen wurden eingeholt und wir entschieden uns für eine Luft/Wasser WP der Firma IVT. Nach Berechnungen direkt vom Hersteller und Heizungsbauer wurde es eine Optima 1100 mit entsprechendem Steuermodul und Zuheizer mit 9kW Leistung, die Ölheizung wurde ausgebaut.
Die Anlage wurde Anfang Oktober 2008 aufgestellt und lief auch zuerst zu unserer vollen Zufriedenheit bis ich eines Tages den Stromverbrauch kontrollierte. Vom 09.10. bis 31.12.08 hat die Anlage 3416 kW strom bei einer Wärmeabgabe laut Wärmemengenzähler von 6354 kWh abgegeben, dazurechnen muß man noch den Warmwasserverbrauch, so das sich eine COP von 2,2 ergibt, da wäre ich mit meiner alten Ölheizung wesentlich günstiger gefahren!
IVT verspricht bei W-7/W35 eine COP von 2,71 und bei W2/W35 eine COP von 3,49, das ist doch beschiXX!!!
Das Haus wurde dazu nicht richtig warm, wir haben ständig mit dem Holzkaminofen zugeheizt, die Leistung der WP reichte nicht aus (versprochen war ein Bivalenzpunkt von -5`C, aber ab +4`C heizt bereits der Heizstab mit. Nun wurde der Versuch seitens der Heizungsbaufirma unternommen die Leistungsdaten der Heizung auf das Haus weiter abzustimmen mit der Konsequenz, dass wir einen täglichen Stromverbrauch von 100-130kW haben, die Temperaturen im Haus sind nun "erträglich"(ca. 20`C), wir heizen aber mit dem Kaminofen nach, dann sind im WZ 23`C (50 qm)
Die Vorlauftemperaturen liegen je nach Aussentemp. bei 39,5`C bei 0`C AT; 42`C bei -5`C, für das Haus müsste das fast reichen, eine versprochene VL von 55`C erreicht diese Heizung nicht!
Ich bin nun ziemlich verzweifelt weil ich nicht mehr weiter weiß, auch der deutsche Vertriebspartner weiß nicht ein oder aus, IVT Schweden sagt, man muss das ganze Jahr betrachten, berechnet wurde ein Strombedarf von 10.500kW für ein Jahr, verbraucht wurden nur in ersten Januarwoche über 600kW (Heizstab war zwischendurch aus).
Ich habe schon einen Fachanwalt angesprochen, der wollte natürlich gleich klagen.
Ich bin nach meinen jetzigen Erfahrungen davon überzeugt, dass diese Heizung für unser Haus völlig ungeeignet ist, sie ist einfach zu "schwach", Berechnungen hin oder her. Ich wollte eigentlich effizient heizen und die Umwelt schonen, dabei wie versprochen den einen oder anderen Euro sparen! Die Anlage kostete immerhin das dreifache einer guten Gasbrennwert-Anlage! Mir wurden schriftlich Verbrauchseinsparungen von 50-60% genannt!
Was würdet ihr in meiner Situation unternehmen?
Soll den großen juristischen Hammer herausholen? Habe ich damit überhaupt Chancen? Der Heizungsbauer ist sehr bemüht und nimmt mich auch ernst, weiß aber auch nicht weiter!!!
Ich freue mich über euere Antworten, ist doch ziemlich geschrieben von mir!
Danke und viele Grüße
Falls noch Daten fehlen reiche ich diese gern nach!
Danke!!!