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Forum Bauen: Energiesparendes Bauen

Thema: - Segen oder Fluch-? Neuplanung KfW 40 o. besser??

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dramme73

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Hallo und ein frohes gesundes Neues Jahr,

Nachdem wir nun in Rente sind möchten wir unseren haustechnisch letzten Abschnitt in Angriff nehmen. (Wärmepumpe in Omas Haus läuft seit einigen Tagen)
Da man hier ja seine Meinung sagen kann, freue ich mich auf viele Anregungen (auch von Th.H., der hoffentlich nicht allzu verschnupft ist).
Folgende Situation ist gegeben:
- bisheriges Haus, Bj. 1975, massiv, Poroton, ÖZH ist mit 294 qm für uns ( 2 Personen) zu groß - Kinder sind nun alle aus dem Hause – soll verkauft werden. Dadurch befinden wir uns in der relativ glücklichen Lage, einen Altersitz zu planen und zu realisieren.
Folg. ist geplant:(auf schon vorhandenem Grdst. v. 530 qm, ländl.,12 km Stadtentfernung)

KfW 40 – Haus oder etwas besser- nicht unbedingt Passivhaus-

Neubau ca. Frühj.2009, ca. 120 – 130 qm Wfl. ( viel Eigenleistung möglich)
- Ebenerdig o. Keller, Barrierefrei,
- Kl. Einliegerwohnung im 1. Stock, Kniestock (Drempel) ca. 1 m,
- Kann, muß aber nicht, Satteldach sein, - Bebauungsplan nicht vorhanden, nur Beachtung ortsüblicher Gestaltung ( Dorf, 500 Einw.)
- Haus Außenmaß: ca. 12 m x 8,40 m Max.,
-
- Folgende Fragen stellen sich mir:
- I . Welcher Wandaufbau ist empfehlenswert:
- a. 1.Außenputz auf Unterputz
- 2. Styropor 120 mm WLG 035
- 3. Gipsfaserplatte 12,5 mm
- 4. Holzriegel (Ständerbauweise) 160 mm
- 5. Mineralwolle 160 mm WLG 035
- 6. Dampfsperre 0,2 mm
- 7. Mineralwolle 50 mm WLG 040
- 8. Luftschicht 10 mm
- 9. Lattung 60 mm
- 10. Gipsfaserplatte 12,5 mm Das soll einen U -Wert : 0,11 W/qmK bei 370 mm Wandstärke bringen

b. Ähnlicher Wandaufbau. Aber Verzicht auf Pos. 7, 8 u. 9
Das soll U = 0,13 bei 310 mm Wandstärke bringen.

c. 1. 115 mm Verblendung m. Klinker (aus optischen Gründen in Erwägung)
- 2. 40 mm Luftschicht
- 3. 120 mm Mineralwolle WLG 035
- 4. 12 mm imprägnierte Weichfaserdämmplatte
- 5. 145 mm Holzständer Fachwerk ausgefacht mit 145mm Mineralwolle
- 6. Dampfbremse
- 7. 2 x 10 o. 12,5 mm Gipsfaserplatte /z.B. Fermacell
Das soll U = 0,15 W/qm K bringen

II Lohnt sich (Kosten-Nutzen Verhältnis – Arbeitsaufwand ist günstig zu erbringen-
Der Schritt von U = 0,15 bis zu 0,11
III. Welche Fenster? U = 0,6 3 – fach ?? Gasfüllung ?

IV. Welche Heizungsanlage ? vielleicht so 6 – 8 kw ??
1. Sole-Wasser Erdwärmepumpe? (es ist kein Wasserschutzgebiet, in 300 m Entfernung ist schon eine WP genehmigt worden)
2. Luft-WP (geringere JAZ aber auch niedrigere Investition) ?
3. Kann in das Konzept auch ein Festbrennstoff Ofen (Kaminofen o.ä.wegen der Behaglichkeit ) integriert werden ?
4. Welcher Abstand und Leitungsquerschnitt bei der FBH ist der beste ?
5. Kann Trockenestrich verlegt werden od. ist herkömmlicher Estrich- wegen möglicherweise besserer Puffereigenschaft- sinnvoller.
6. Soll der vorhandene Brunnen irgendwie sinnvoll - außer Bewässerung – genutzt werden ?

Ich hoffe, dass dies hier nicht zu umfangreich geworden ist und freue mich aber jetzt schon auf zahlreiche Anregungen, Vorschläge und Meinungen.
Vielen herzlichen Dank im voraus von Olli

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RobertB

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Hallo Olli,

wir haben ein Holzständerhaus (165 m², 1 1/2 Geschosse) als KfW40 gebaut mit U=0,12 bei den Wänden. Die Fenster sind "dreifach", U-Werte habe ich aber nicht parat. Dazu eine Aufdachdämmung mit Holzfaserplatte unter den Dachpfannen (Dach U=0,15) und Perimeterdämmung unter der Bodenplatte.

Als Heizung sind wir auf die Kombination Gasbrennwert, Solar heizungsunterstützend, wassergeführter Kaminofen, Lüftungsanlage gegangen.

Die versprochenen Verbrauchswerte wurden bis jetzt (erst die halbe erste Heizperiode um) auch eingehalten. Aber die ca. 40 kWh/m²a Heizenergiebedarf sind nicht "nichts", sondern bedeuten ca. 45 € pro Monat für Gas.

Ein bisschen mehr Dämmung wäre finanziell drin gewesen, so dass wir ein 30 oder 20 kWh/m²a-Haus bekommen hätten.
Wenn ich nochmal zu entscheiden hätte, ich hätte es wohl getan. Angefangen hätte ich natürlich beim Dach. Vor allem, wenn ich mehr Zeit für Eigenleistung gehabt hätte.

Wenn man aber strikt rechnet, sind alle diese Maßnahmen (gegenüber dem "Standard" unseres Anbieters) bei heutigen Preisen erst in Jahrzehnten amortisiert. Dann muss zumindest die Heiztechnik schon ersetzt werden. Wenn man mit jährlichen Preiststeigerungen im Bereich 15 % für die nächsten 15 Jahre rechnet, geht es schneller. Aber werden wir diese Steigerungen wirklich haben? Historisch war der Preisanstieg ja viel moderater....

Was bliebe ist der Komfort einer gut regelbaren Heizung und verschiedener anderer Features, halt "Mercedes" statt "VW".

Grüße
Robert

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Thomas Heufers

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Hallo Olli,

vollkommen unverschnupft möchte ich Dir folgenden Wandaufbau vorschlagen, der U-Wert liegt bei ca. 0,13 W/m²K.

Von innen nach außen:

- Gipskartonplatte oder Lehmbauplatte
- OSB
- Installationsebene 60 mm gedämmt mit Mineralwolle (Wärmeleitgruppe WLG 035)
- OSB
- Ständerebene 260 mm, gedämmt mit Mineralwolle (WLG 035) oder Zellulose-Dämmstoff
- DWD-Platte 16 mm (aussteifend)
-hinterlüftete Fassade mit Klinker, Holzverkleidung, Holzwerkstoffplatte oder Putzträgerplatte

ALTERNATIV UND INVESTITIONSGÜNSTIGER

- Gipskartonplatte oder Lehmbauplatte
- OSB
- Installationsebene 60 mm gedämmt mit Mineralwolle (Wärmeleitgruppe WLG 035)
- OSB
- Ständerebene 200 mm, gedämmt mit Mineralwolle (WLG 035) oder Zellulose-Dämmstoff
- diffusionsoffene Holzfaserdämmplatte 60 mm stark

Detailszeichnung unter folgendem Link.
http://ecotec-energiesparhaus....ussenwand-Aufbau-diffusion.gif

Bei 130 m² Wohnfläche, dieser Baukörper mit guter 3-fach-Wärmeisolierverglasung, ähnlich guter U-Wert gegen Erdreich/Keller und Dach gibt es eigentlich in unseren Breiten nur eine Alternative - eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe. Alles andere rechnet sich nicht.

Die Verbrauchsdaten für die beschrieben Ausgangssituation haben in folgender Rubrik veröffentlicht.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/referenzen.html...
Bei einzelnen Referenzen Energiesparhaus KfW 40 oder Passivhaus nach KfW sind die aktuellen Stromverbrauchsdaten hinterlegt.

Gruß

Thomas Heufers

_________________
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Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
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http://ecotec-energiespartechnik.de/...
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dramme73

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Hallo,

erstmal Danke für die schnellen Antworten.

Robert: leider gibt es bei uns kein Erdgas, einige haben hier allerdings Propan Gas im Erdtank, ob es dabei kostengünstig Brennwerttechnik gibt weiß ich nicht.
Wandaufbau mit U = 0,12 finde ich gut; wie habt Ihr das erreicht? Heizkosten von ca. 600,-€ p.a.finde ich ganz brauchbar.
Dachauf bau soll, wenn möglich ähnlich werden.
Ansonsten sehe ich es bezüglich der Amortisation ähnlich, Jahrzehnte werde ich nicht mehr erleben- bin schon über 60.

Thomas: den Wandaufbau 1 (allerdings wird in dem angezeigten Link sogar ein U-Wert von bis zu 0,10 gesprochen) finde ich sehr überzeugend, allein schon deshalb, weil ich mich mit den Folien nicht so recht anfreunden will. Außerdem scheint mir der Arbeits – und Materialaufwand günstiger zu sein, als bei den von mir angedachten Vorschlägen.
Gleichwohl erlaube mir noch einige kleine Nachfragen:

Gipskarton (ist es egal ob Rigips oder Fermacell, ich dachte immer , dass Fermacell hochwertiger sei) und auch OSB Platten sollen wie stark werden?
Soll die Ständerebene wirklich aus 260 mm Ständern bestehen ( das sind ja Riesenbalken) ?
Hat das einen bestimmten Grund ? Die Kosten dafür sind auch nicht zu verachten. Fast alle bisher von mir gefundenen Wandaufbauten kommen mit 14 er od. 16 er Hölzern aus.

LWP steht auch bei mir ganz oben auf der Liste. Solar brauche ich dann wohl nicht ( so meinte ich aus einigen Beiträgen hier zu entnehmen).
Brauche ich dann noch eine kontrollierte Be – und Entlüftung? Im Prinzip würden wir ganz gerne auch mal Fenster öffnen.
Nochmals danke und Grüße von Olli

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RobertB

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Hallo Olli,

Wandaufbau ist:
- Gipskarton 12,5 mm
- OSB 12 mm
- Mineralwolle 60 mm ("Installationsebene")
- OSB 12 mm
- Ständerwerk mit Mineralwolle 160 mm
- OSB 12 mm
- Holzfaserplatte 80 mm als Putzträger
- Unter/Oberputz ca. 20 mm bzw. hinterlüftete Holzverschalung
Das soll also "diffusionsoffen" sein. Angegeben war das Ganze mit U=0,12 (Putz) bzw. 0,15 (Holzverschalung), ob es das auch ist, konnte ich nicht nachgemessen.

Dachaufbau:
- Gipskarton 12,5 mm
- Lattung ohne Dämmung ca. 20 mm
- OSB 12 mm
- Sparren mit Mineralwolle 220 mm
- Unterspannbahn
- Holzdämmplatte 35 mm
Ebenfalls "diffusionsoffen", angegeben war mit U=0,15 im Feld

Kontrollierte Wohnungslüftung:
Aus technischer Sicht ist das wohl angesagt, weil das dichte Haus (gemäß Blower-Door-Test) ansonsten Schimmel ansetzt. Schäden gibt es bisher (6 Monate) auch noch keine. Wir haben auch noch einen Erdwärmetauscher eingebaut.

Besonders jetzt im Winter bleiben die Fenster durchweg geschlossen. Man verspürt auch nicht den Wunsch danach, zu Lüften, weil die Luft immer angenehm ist. Einzig wenn der Kaminofen stinkt, ist fensterlüften notwendig, denn das packt die Anlage alleine nicht in vertretbarer Zeit. Wichtig ist uns aber, dass das berühmte Fenster auf "Dauer-Kipp" nicht mehr auftritt (auch schon wegen Einbruchsgefahr). Meine Frau vermisst das Vogelzwitschern, weil das Haus auch noch sehr gut schallisoliert ist.

Amortisierung: Lüftung braucht ca. 60 W Leistung (Pluggit Avent p300) in Stufe 2, tagsüber reduzieren wir auf Stufe 1 (ca. 30 W), wenn wir nicht da sind. Pro Jahr sind das also runde 500 kWh (~100 €) nur für die Lüftung! Rechnerisch spart die Lüftung pro Jahr aber 1700 kWh Heizenergie (wären ~141 €). Ob das wirklich so ist, kann ich nicht genau sagen. Insgesamt spart die Anlage also pro Jahr 41 €, Filterwechsel und Wartung noch nicht gerechnet. Damit kann sie sich aber nicht mehr amortisieren (ca. 7000 € Invest plus EWT). Ist also auch der Mercedes, nicht der VW.

Grüße
Robert

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RobertB

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Noch ein Zusatz zur Holzdämmplatte 35 mm im Dach:

Sehr gute Sache, kann ich unabhängig vom Dämmwert jedem empfehlen, weil damit die Sonneneinstrahlung im Sommer nicht mehr auf die Dachräume durchschlägt. Im Dach war es im Sommer durchweg kühl auch in den Schlafräumen.

Bis dahin kannte ich nur "im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt" bei den von uns bewohnten Dachgeschossen.

mfg
Robert

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Thomas Heufers

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dramme73 hat Folgendes geschrieben:
Gipskarton (ist es egal ob Rigips oder Fermacell, ich dachte immer , dass Fermacell hochwertiger sei) und auch OSB Platten sollen wie stark werden?
Wenn man Fermacell einsetzt, kann man die OSB-Platte wegfallen lassen. Jedoch bietet die Fermacell nicht die gleiche Steifigkeit und Lastaufnahme wie die Kombination aus Gipskarton (Rigips) und OSB. Bei der Fermacell benötigt man bei Gewichtsaufnahme Hohlraumdübel. Bei der OSB-/Gipskarton-Kombination sind einfache, gut schneidene Holzschrauben für die Aufhängung ausreichend, bis zu 75 kg pro Befestigungspunkt, Küchenoberschränke mit entsprechender Beladung sind da kein Problem, es sind bei OSB mit GK perse keine Dübel erforderlich.
dramme73 hat Folgendes geschrieben:
Soll die Ständerebene wirklich aus 260 mm Ständern bestehen ( das sind ja Riesenbalken) ?
Hat das einen bestimmten Grund ? Die Kosten dafür sind auch nicht zu verachten. Fast alle bisher von mir gefundenen Wandaufbauten kommen mit 14 er od. 16 er Hölzern aus.

Es ist ein gewünschter Vorteil, dass man mit einem stärkeren Wandaufbau (260 mm statt 140 mm) wesentlich bessere Dämmwerte erreicht. Die Kosten für diesen stärkeren Wandaufbau sind unterproportional, da es sich im wesentlichen nur um Materialkosten handelt. Also konkret nachfragen und anbieten lassen. Vorteile sind ein sehr guter winterlicher Kälteschutz, sommerlicher Hitzeschutz, hoher Schallschutz. Die Schallübertragung geht quasi nur noch über die Fensterflächen, was aber bei 3-fach Wärmeisolierverglasung entsprechend gedämpft ist.
dramme73 hat Folgendes geschrieben:
LWP steht auch bei mir ganz oben auf der Liste. Solar brauche ich dann wohl nicht ( so meinte ich aus einigen Beiträgen hier zu entnehmen).
Brauche ich dann noch eine kontrollierte Be – und Entlüftung? Im Prinzip würden wir ganz gerne auch mal Fenster öffnen.
Nochmals danke und Grüße von Olli
Ohne Solar wird es nach dem EEWärmeG - Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz nicht gehen.
Alle Fragen zum EEWärmeG - Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sind im Wesentlichen hier abgehandelt.
http://www.erneuerbare-energie...gien.de/inhalt/40704/41719/#32
Eine Wohnraumlüftung mit kontrollierter Be- und Entlüftung unterstützt aufmerksamkeitsfrei das Lüften, spart Energie und schützt den luftdichten Baukörper vor den Folgen falscher Lüftung. Der Energieverbauch einer effizienten Wohnraumlüftung macht nur ein Bruchteil der Energieeinsparungen aus, positive Bilanz für die kontrollierte Wohnungslüftungsanlage.

Gruß

Thomas Heufers

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