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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Berechnungen COP JAZ EWP

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Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
Hallo,

ich benötige Euer Wissen in Bezug auf LW WP und berechnungen zum COP bzw JAZ.

Mir stehen ca. 1-2KW Abwärme in Form von 30-35°C warmer Luft zur verfügung und diese möchte ich gern per Luft-Wasser-WP in meine Heizung einspeisen.

Dazu habe ich mir schon einige Pumpen angesehen und würde diese gern rechnerisch vergleichen.
Das ist aber nicht möglich da die Hersteller mal L15 mal L20 oder aber die einen W50 die anderen W60 angeben.

gibt es ein Programm oder Exel bei dem ich die Daten (Heizleistungen,Anschlusswerte,Temperaturen usw.) für verschiedene WP eingeben kann und hintenraus kommt ein COP bzw. JAZ/EWP??

Mfg

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GMil
*****
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Ein solches Programm kann es m.E. nicht geben.

Der COP ist ein Momentanwert, der unter bestimmten genormten Umgebungsbedingungen gewonnen wird; eine (theoretische, prädiktive) JAZ ein vom Hersteller daraus errechneter Fiktivwert.

Beides hat mit der Realität oft wenig zu tun; das zeigen zahlreiche Zuschriften in div. Foren. Schon gar nicht kann man per Programm von einem bestimmten Wirkungsgrad bei z.B. A2/W35 auf einen solchen bei A-7/W50 schließen; erst recht nicht bei unterschiedlichen WPn! Die Hersteller veröffentlichen in ihren Konfigurationshandbüchern immerhin manchmal Tabellen / Kurven, aus denen die COPs für ihre Geräte für unterschiedliche Betriebsbedingungen entnommen werden können. Damit ließe sich tatsächlich zumindest ein COP-Vergleich bei bestimmten, festgelegten Betriebsbedingungen ermitteln. Die JAZen bekommt man damit immer noch nicht, speziell nicht die tatsächlichen.

Auch meine WP hat z. B. einen COP von 3,72, erreicht bei meinen Betriebsbedingungen aber gerade mal eine reale JAZ von etwa 2,5.

Übrigens: eine Heiz-WP von z. B. 10 kW Abgabeleistung braucht schon mal 4.000 - 5.000 Kubikmeter, also bis 5.000.000 Liter (!) Luft pro Stunde, also knapp 1.400 l Luft pro Sekunde! Diese Luft wird dabei um 2-4 K abgekühlt. Ich kenne keine Situation, unter der eine solche Menge Warmluft in einem Gebäude entstehen würde. Ein leeres Wohnzimmer von 30 qm (ca. 75 cbm Luft) würde damit in gut 6 Minuten von 20 °C auf den Gefrierpunkt abgekühlt!

_________________
Gruß

Gerhard

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Hallo Gerhard, und danke für deine Ausführungen.

Also gibt es keine Möglichkeit zwei WP´s miteinander zu vergleichen?? So eine Arbeitspunktkurve hab ich auch schon gesehen - leider nicht bei nem Hersteller sondern im Lehrbuch.

Wenn der JAZ also nicht berechnet werden kann sind doch die Zahlen in den Anträgen der Bafa alle nur geschätzt.

Ich werde trotzdem mal probieren mittels Exel zwei WP zu vergleichen.

L15 W15 (55) 2,6KW 810Watt = Cop 3,2 (R407c)

L20 W15 (60) 1,83KW 610Watt = COP 3,5 (R134a)

werde mal sehen ob ich die Teile auf L35 W15 (60) gerechnet bekomme.

Kurze Info zu meinem "Wärmespender" - es ist eine Maschine die mir per 200er Flexrohr 35°C warme Luft in die Bude blässt und das zwischen 8 und 15Stunden am Tag.

Wie schaut es mit den Unterschieden zwischen Rollkolben und Hubkolben aus? haben die Vor- und Nachteile? ebenso die Kältemittel 407c und 134a gibts da signifikante für meine Anwendung wichtige Unterschiede?

Mfg



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GMil
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Bosch Thermotechnik GmbH, Junkers Deutschland
WPn vergleichen kann man schon, nur eben nicht per Programm, sondern indem man in den Herstellertabellen (so erreichbar) die Meßpunkte heraussucht, die einen interessieren.

Relevant für mich wären da z.B. die Außentemperaturen -15, -10, -5, 0, +5 °C und die zugehörigen Vorlauftemperaturen, die vom realen Haus abhängen. Die sind natürlich bei -15 °C AT deutlich höher als bei +5 °C, aber wie hoch sie sein müssen, bestimmen Heizung, Haus und Mensch, da hilft kein COP und keine JAZ.

Genau deshalb interessiert sich auch die BAFA nicht für eine real erreichte JAZ, sondern für die theoretischen, prognostizierten Maximalwerte, die der Hersteller nach bestimmten Vorgehensweisen errechnen muß, ähnlich dem Normverbrauch beim Auto. Ist dieser Wert beim Kauf der Pumpe hoch genug, gibt's die Förderung, sonst eben nicht. Welche Werte die WP im tatsächlichen Betrieb erreicht, interessiert die BAFA nicht.

Aus beiden Werten (AT und VT) kann man über die Kurven auch die abgegebene Leistung ermitteln bzw. ablesen, was meistens zu einer großen Ernüchterung führt, wenn die WP nicht modulieren kann. Dann sieht man nämlich z. B. erst, daß eine 10 kW-WP bei A-10/W55 plötzlich nur noch 3 kW abgeben kann, und es wird schnell klar, daß dieser Pumpentyp schon knapp unter Null den Heizstab braucht (oder daß man ihn alternativ kraß überdimensionieren muß).

Modulierende WPn kommen nicht deshalb ohne Heizstab aus, weil deren Hersteller zaubern können, sondern weil diese Pumpen tatsächlich überdimensioniert sind: eine 10 kW - Pumpe könnte da in Wirklichkeit im Frühjahr auch mal 14 kW oder mehr liefern, nur tut sie das nicht, sondern sie nutzt diese Reserven, um bei - 10 °C wenigstens noch 8 kW liefern zu können statt 3 wie ihre Constant-speed-Kollegin.

Wer jetzt die Mod-WP noch so auslegt, daß ihm diese 8 kW bei -10°C ausreichen, hat die richtige, effiziente WP und benötigt nie einen Heizstab. Heizstäbe sind bekanntlich die schlechtesten "WPn" mit COP = 1.

_________________
Gruß

Gerhard

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