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Kompressor schonen, dafür mehr Verbrauch?

Erdwärme, Wärmepumpe, Bohrungen, Sonden...
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Beitragvon Empryse » 22.12.2008 09:19 Uhr

Hallo liebes Forum,

ich versuche schon seit längerem, die Einstellungen meiner Sole/Wasser WP Nibe Fighter 1240-6 so anzupassen, dass ich meine katastrophale JAZ von derzeit knapp 2,5 steigern kann. Ein Anlaufpunkt ist, die Vorlauftemperatur möglichst niedrig zu halten. Da ich keinen Pufferspeicher habe, heizt die WP den Vorlauf momentan auf bis zu 6 Grad über den errechneten Wert, also zum Beispiel bei errechneten 38°C heizt sie auf 44°C. Dabei hat der Kompressor eine Unterbrechungszeit zwischen den Starts von 20 Minuten. Nun habe ich darüber nachgedacht, die 6 Grad auf 3 Grad herunterzustellen, im Gegenzug den Sperrzeit aber auch auf 10 Minuten zu verringern. Damit würde ein niedrigeres VL-Temperaturniveau erreicht werden. Ist das aber nicht zuviel für den Kompressor, alle 10 Minuten zu starten? Nicht, das der Schaden nimmt.
Außerdem fiel mir auf, das die Temperaturen der Sole stark schwankt. Kurz vor dem Kompressorstart hat die Sole einen Vor/Rücklauf von zur Zeit 12/9°C. Am Ende des Kompressorlaufs hat die Sole noch ein Temperaturniveau von 3,3/0,4°C. Ist das normal?
Vielen Dank für Eure Antworten.
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Beitragvon roro » 22.12.2008 09:33 Uhr

AFAIK hast Du ein System mit Radiatoren und keine FBH. Das ist nämlich der einzige Fall, wo ich einen Pufferspeicher empfehlen würde, da sonst zu kurze Laufzeiten erreicht werden.

Nun habe ich darüber nachgedacht, die 6 Grad auf 3 Grad herunterzustellen, im Gegenzug den Sperrzeit aber auch auf 10 Minuten zu verringern.


Kannst Du machen, der Verbrauch wird sich aber nicht wesentlich verringer, da die Durchschnittsvorlauftemperatur gleich bleibt. Dadurch ist nur eine sehr geringe Ersparnis möglich.
Ein Start alle 10 min ist nicht unbedingt das Beste für Deine WP, ich würde den WP-Hersteller kontaktieren, was dieser dazu sagt.

Kurz vor dem Kompressorstart hat die Sole einen Vor/Rücklauf von zur Zeit 12/9°C. Am Ende des Kompressorlaufs hat die Sole noch ein Temperaturniveau von 3,3/0,4°C.


Die 12/9 kommen mir recht hoch vor, kann man aber auf Grudn des Stillstands erklären. Die 3,3/0,4 sind niedrig aber noch im Bereich des Normalen. Du solltest einmal kontrollieren, ob alle Kreise korrekt funktionieren. Welche Bohrungen sind vorhanden und wie war der Bodenaufbau?

dass ich meine katastrophale JAZ von derzeit knapp 2,5

So katastrophal ist die gar nicht. Mehr als 3 wirst Du mit Deiner Konfiguration nicht erreichen.

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Beitragvon Empryse » 22.12.2008 09:43 Uhr

Naja, mit 3,0 wäre ich schon halbwegs zufrieden. Wie kann ich denn selbst kontrollieren, ob alle Kreisläufe funktionieren? Nibe lehnt eine Überprüfung auf deren Kosten ab. Der Boden hat eigentlich eine super Beschaffenheit. Die Heizkreise wurden in 1,50cm Tiefe verlegt (Kompaktabsorber), der Boden ist sehr lehmhaltig und nass (Grundwasserstand sehr hoch).

Zum Radiatorenproblem: Zur Zeit sind die Gegebenheiten so, dass eigentlich eine super JAZ erreicht werden müsste. Laut Hersteller wird bei B0/W35°C ein COP-Wert von 5,0 erreicht. Wir haben momentan wie gesagt beim Boden immer zwischen 3 und 12 Grad und beim Vorlauf max. 45 °C. Also müssten wir zumindest nicht viel schlechtere Zahlen ereichen. Oder habe ich da ein Verständnisproblem?

Gruß Emp
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Beitragvon roro » 22.12.2008 10:57 Uhr

Kompaktabsorber


Die neigen gerne zum Verstopfen. Wie man das selbst überprüft kann ich nicht beurteilen. Welche Fläche wurde verlegt?

Wir haben momentan wie gesagt beim Boden immer zwischen 3 und 12 Grad und beim Vorlauf max. 45 °C.


Ich glaube, dass eher die 3 als die 12 stimmen,bei 3/45 kannst Du von einer COP von 3,5 ausgehen, die JAZ wird noch darunter liegen.
Wie sieht die WW-Bereitung aus? Ist diese in der JAZ-Messung bereits berücksichtig?
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Beitragvon Empryse » 22.12.2008 11:09 Uhr

Ja, die WW-Bereitung ist in der JAZ berücksichtigt. Bei uns wurden Absorbermatten auf einer Fläche von 96 m² verlegt, 80 wären nur notwendig gewesen, aber Leistungsreserven sollten vorhanden sein. Wir beheizen 130 m². Im Moment verbrauchen wir täglich durchschnittlich 12-17 kwh Strom bei einer Raumtemperatur von 22,5 °C (EnEV-Haus).
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Beitragvon Thomas Heufers » 22.12.2008 20:34 Uhr

Wieso sind denn Radiatoren eingeplant worden?
Die Kombination aus großvolumiger Flächenheizung (Fußbodenheizung mit thermisch trägem Estrich) ermöglicht der Wärmepumpe einen niedrigen Vorlauf und eine ausreichende Pufferung, und somit niedrige Taktung.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Empryse » 22.12.2008 21:24 Uhr

Die Radiatoren wurden damals mit einer Brennwerttherme geplant, die Wärmepumpe wurde dieses Jahr dann gegen die Therme getauscht.

Viele Grüße
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Beitragvon transformer » 22.12.2008 21:42 Uhr

@Empryse

Der starke Abfall der Sole-Temp. ist typisch für den viel zu kleinen Absorber. Kardinalfehler.

Die VL der Heizkörper musst Du senken, sprich hoher Volumenstrom, also Ventile auf und Zirkulationspumpe auf Vollgas. Ggf. sind einige der Heizkörper gegen größere zu tauschen.

Heizkörper sind immer zu puffern.

Ein COP bei B0W35 von 5 sinkt bei B0W45 schon auf etwa 3,3.

Von der ganzen Auslegung her sieht das nach einer Großbaustelle aus, zumindest dann, wenn ein passables Ergebnis erreicht werden soll.
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Beitragvon kältebauer » 22.12.2008 21:44 Uhr

Hallo

So ich muss jetzt auch was loswerden :wink: 10 Minuten sind definitiv zu kurz, der verdichter schafft in der zeit keinen Druckausgleich damit wirst du sein leben drastisch verkürzen.
Das erste was du machen musst "unbedingt" einen Puffer dazu bauen sonst ist die Wärmepumpe mit 5 jahren so ausgelutscht als wenn du ein 20 jähriges fbh systhem hättest.

Gruss Dirk
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Beitragvon GMil » 22.12.2008 23:57 Uhr

Da sehe ich genauso. Außerdem benötigt jede WP nach dem Start eine gewisse Zeit, bis sie ihren eingeschwungenen Zustand erreicht hat und Nennleistung bringt. In dieser Zeit ist der Wirkungsgrad recht schlecht.

Diese 20 - oder erst recht 10 - Minuten-Abstände sind nun so kurz, daß die Zeitanteile fürs Hochfahren und für den Nutzbetrieb hoffnungslos ungünstig werden.

Eine WP sollte je nach Auslegung pro Tag vllt. 5 bis 10 mal anlaufen, nicht öfter. Dabei sollte sie jedesmal schon wenigstens eine Stunde am Stück laufen.

Bei Radiatoren ist dies m.E. nur mit einem nennenswerten Puffer zu leisten.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon Empryse » 23.12.2008 09:37 Uhr

Ok, vielen Dank, dann siehts wohl so aus, als wenn wir hoffnungslos besch.... wurden, was die Auslegung der Anlage angeht. Vielleicht hätte ich dem Installateur doch keine obere Deckelung meiner Budgetvorstellungen geben sollen :x
Welche Speichergöße wäre denn sinnvoll und lässt dieser sich im nachhinein problemlos integrieren? Welche Kosten kommen dann ungefähr nochmal uf mich zu? *ächz*

Gruß Emp

Gibts auf einen Puffer sowas wie ne Bafa-Förderung?
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Beitragvon kältebauer » 23.12.2008 09:55 Uhr

Hallo
Umso größer um so besser ich würde dir einen 500l speicher empfehlen schau mal im Netz die bekommst du schon für 600€ und eine Förderrung dafür bekommst du leider nicht.
Schätze mal mit anschließen wenn du jemanden kennst der das kann bist du mit 1000€ dabei.

Gruss Dirk
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Beitragvon fdl1409 » 23.12.2008 12:43 Uhr

Hallo Empryse,

ein Pufferspeicher würde deine Taktzeit verbessern, sonst aber gar nichts ändern.
Man kann sehr wohl eine Wärmepumpe an Radiatoren ohne Puffer betreiben mit guter Arbeitszahl.
Habe selbst eine zweistufige Sole-Wasser-WP in einem 8-Familienhaus. Auslegungstemperatur 45/35° mit Radiatoren, kein Puffer. Meine Soletemperatur lag im Dezember zwischen 2,3 und 3,4°. Die mittlere Taktzeit für Stufe 1 liegt bei 67 Minuten, Stufe 2 27 Minuten. Die Jahresarbeitszahl incl aller Nebenverbräuche liegt bei 4,10.
Bei einem Bekannten läuft seit 2 Jahren eine einstufige Sole-WP im EFH ebenfalls an Radiatoren, Auslegung 50/40, kein Puffer. Jahresverbrauch 2.800 kWh für 140 m² Nutzfläche sanierter Altbau auf 500m Höhenlage. Mittlere Taktzeit 29 Minuten.

Deine Soletemperaturen sind für einen Flachkollektor Ende Dezember völlig normal.

Wir sollten erst mal schauen, ob sich deine Anlage nicht besser einstellen läßt.

Ein paar Fragen:
Welche Leistung hat die WP?
Wieviele Heizkörper hast du?
Wieviele davon sind ständig offen?
Wieviele Stunden pro Tag ist die Heizung in Betrieb?
Auf welcher Stufe läuft die Heizungspumpe?
Wie ist die Spreizung Vorlauf/Rücklauf im Heizkreis?
Wie weit ist die Rücklauftemperatur nach 20 Minuten Sperrzeit abgesunken?

Grüße
Frank
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Beitragvon Empryse » 23.12.2008 12:57 Uhr

Hallo Frank,

vielen Dank für Deine Antwort.

Welche Leistung hat die WP?

Meine WP ist eine Nibe Fighter 1240-6 mit einer Leistung von max. 6,9 kw.

Wieviele Heizkörper hast du?

Insgesamt sind in unserem Haus (130m² EnEV) 9 Heizkörper plus 1 Handtuchtrockner verbaut.


Wieviele davon sind ständig offen?

Alle sind ständig offen, Thermostat auf 5.

Wieviele Stunden pro Tag ist die Heizung in Betrieb?

Insgesamt müssten das so 6-7 Stunden sein. Kann ich aber noch genau nachschauen.

Auf welcher Stufe läuft die Heizungspumpe?

Eckdaten: Außentemperatur/Innentemperatur: 10/32°C, 0/40°C, -10/46°C, -20/51°C. Nibespezifisch: Heizkurve 8, Heizkurvenverschiebung +1. Warmwasserbereitung immer zwischen 38 und 42 °C. Abweichung zur Solltemperatur im Heizkreis 6°C. Temperatursoll Innenraum: 22,5°C.

Wie ist die Spreizung Vorlauf/Rücklauf im Heizkreis?

Keine Ahnung, woran sehe ich das?

Wie weit ist die Rücklauftemperatur nach 20 Minuten Sperrzeit abgesunken?

Ca. 8 °C, also so weit, dass der Kompressor anspringt, wenn die Sperrzeit von 20 Minuten verstrichen ist.

Vielen Dank für die vielen Antworten,

Gruß Emp
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Beitragvon kältebauer » 24.12.2008 13:16 Uhr

Hallo

Wenn du lange was von deiner Wärmepumpe haben möchtest kommst du um einen Speicher nicht herrum, nutzt du auch keinen Wärmepumpentarif von deinem Stromanbieter?
Trotz alle dem ist ein Puffer sinnvoll bei Radiatoren auch wenn manche hier was anderes behaupten, ohne Puffer kürzere lebensdauer gerade bei so einer kleinen Anlage wie du sie hast, wenn es richtig kalt wird läuft sie 24 h am Tag um die Wohnung warm zu bekommen und das ist ja bestimmt nicht in deinem sinn.

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