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Hallo sehr geehrtes Forum,
habe zwei Angebote von massiv-Bauunternehmen vorliegen. Das geplante Haus soll ca. 140qm Wohnfläche haben, unterkellert sein und nach KFW 40 Standard ausgeführt werden. Ein Anbieter will dies durch dreifach-Verglasung, 36,5cm Y-Tong-Aussenwände, sowie verstärkter Keller- und Dachisolierung erreichen. Als Heizung soll eine Luftwasserpumpe von Dimplex LIK 8TE (7,5kw) mit FBH zum Einsatz kommen. Eine Belüftungsanlage ist bei diesem Angebot nicht vorgesehen.
Der andere Anbieter hat als Unterschied Aussenwände von 20cm Porenbeton mit Wärmedämmungverbundsystem, und als Heizung Pellets mit normalen Heizkörpern vorgeschlagen. Er will eine zentrale Belüftungsanlage einbauen, "da bei immer dichteren Bauvorhaben ein natürlicher Luftaustausch nicht mehr gewährleistet sei, und ohne Belüftungssystem teilweise alle zwei Stunden ein Lüften über offene Fenster erfolgen müsste". Mehrkosten durch zentrales Belüftungssystem ca. 10,000Euro.
Brauch ich jetzt eine Zwangsbelüftung oder nicht? Ist das mit den allen zwei Stunden lüften übertrieben? Würde mir die 10,000Euro mehrausgaben gerne sparen, auf der anderen Seite habe ich natürlich Angst vor möglicher Schimmelbildung durch unzureichendes manuelles Lüften.
Wie ist Ihre Meinung?
Grüsse Black
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Eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit hoher Wärmerückgewinnung senkt den Energiebedarf, obschon diese selbst Energie zum Betrieb benötigt.
Darüber stellt eine automatische Wohnraumlüftung aufmerksamkeitsfrei Frischluft zur Verfügung und dient dem Bauwerksschutz.
Eine kontrollierte Wohnungslüftungsanlage sollte in Deinem Fall nicht über 5.000 € inkl. Mwst. kosten.
Vorsicht vor Angeboten ohne Dämmung oder schlechter energetischer Bauweise beim Energiesparhaus KfW 40!
Statistiken belegen, dass viele Bauten nach KfW 40-Standard nicht den Vorgaben der KfW entsprechen. Folge sind zu hohe Verbrauchswerte und Komfortverluste.
Gruß
Thomas Heufers
_________________ KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 04.12.2008 08:00, insgesamt einmal bearbeitet
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..ich muss also keine Angst haben, dass mir das Haus bei richtigem manuellen Lüften (ohne zentrale Belüftungsanlage) zusammenschimmelt!? Die Zwangsentlüftung ist also eher Komfort und hilft Energiesparen....so hab ich das noch gar nicht gesehen...War für mich eher ein unangenehmer Kostenfaktor. Wobei sich 5000€ schon wesentlich besser als 10,000€ anhören.
Ich denke auch, das sich meine Anbieter (obwohl renomierte unternehmen) seither nicht groß mit dem Thema KFW40 beschäftigt haben. Aber immerhin gehört bei beiden ein "blower door"-Test dazu. Der garantiert mir doch die Einhaltung der KFW-Richtlinie. Der 36,5cm Y-Tong Stein hat angeblich einen U-Wert von 0,2. Deshalb setzt er vieleicht die WP eher zu groß an.
Auch wenn der Heizbedarf bei meiner Hausgrösse eher bei 4KW liegen sollte (korrekte KFW-40 Auslegung des Hauses vorausgestzt) ist es doch besser eine leicht überdimensionierte WP zu haben, ansstatt einer, die nacher immer am Limit herumkratzt?
Grüsse Black
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Hallo black70,
| black70 hat Folgendes geschrieben: | Die Zwangsentlüftung ist also eher Komfort und hilft Energiesparen. Wobei sich 5000€ schon wesentlich besser als 10,000€ anhören.
Aber immerhin gehört bei beiden ein "blower door"-Test dazu. Der garantiert mir doch die Einhaltung der KFW-Richtlinie. |
was die Rolle der Kontrollierten Wohnraumlüftung betrifft, kann ich nur zustimmen. Sie ist ein Komfortmerkmal, das wir nicht mehr missen wollen. Jetzt im Winter bleiben die Fenster nämlich zu und trotzdem ist die Luft im Haus immer angenehm frisch. Toller Nebeneffekt ist die Energieeinsparung. Natürlich darf man die Fenster jederzeit öffnen, wenn man die Vögel zwitschern hören möchte.
Eine zentrale Lüftung kostet weniger als 10 k€, 6 k€ ist richtig denke ich. Das Lüftungsgerät kostet selbst ca. 2,5 k€, die Kanäle werden im Rohbau unter den Estrich gelegt (ca. 3,5 k€).
Wer eine neue Lüftungsanlage baut, sollte sich auch mit dem Thema Erdwärmetauscher für die Ansaugluft beschäftigen (ca. 3 k€). Damit wird im Winter die Ansaugluft durch den Ansaugweg unter der Erde vorgewärmt und das Lüftungsgerät friert nicht ein. Im Sommer hat man einen gewissen Kühleffekt durch den Luftweg im Erdreich.
Man benötigt ein dichtes Haus, um eine zentrale Lüftungsanlage sinnvoll betreiben zu können. Wenn ein Haus keine "Ritzen" mehr hat, durch die der Wind pfeifen kann, geht an solchen Stellen keine Heizungsenergie mehr verloren. Der Blower-Door-Test dient dazu, die Luft- und Winddichtigkeit des Hauses festzustellen.
Wichtig am Blower-Door-Test ist, dass man einigermaßen versteht, was da vor sich geht. Da es absolute Winddichtigkeit in der Regel nicht gibt (irgendwo gibt es halt immer noch ein, ggf. auch notwendiges Loch), ergibt der Test einen Messwert. Dieser ist die (relative) Luftmenge, die trotz "Dichtigkeit" noch aus dem Haus entweicht.
Ein Wert von "1,5" wird für ein Haus mit Lüftungsanlage höchstens toleriert, "2,4" ist der Normalwert für ein neues Haus ohne Lüftung. Passivhäuser sollten "1,2" erreichen. "1,5" bedeutet, dass bei dieser Messung pro Stunde das 1,5-fache des Volumens des Hauses an Luft entwichen bzw. durch Löcher ausgetauscht worden ist. Das ist eigentlich schon eine ganze Menge.
Wenn der Test erst nach Fertigstellung des Hauses gemacht wird, kann es sein, dass übersehene Löcher nicht mehr zu schließen sind, weil sie von innen und außen nicht mehr zugänglich sind. Dann muss man die Baufirma erst einmal dazu bringen, die entsprechenden Nachbesserungen doch noch zu leisten. Daher ist ggf. ein Vortest vor Beginn des Innenausbaus sinnvoll, der die Löcher aufdecken kann, bevor der Baufortschritt Fakten geschaffen hat.
Die KfW fordert übrigens nicht, dass ein Blower-Door-Test gemacht wird. Sie empfiehlt lediglich, dass das Haus winddicht zu bauen ist. Damit garantiert der Test nicht, dass Dein Haus irgendeine Anforderung der KfW einhält.
Die Bestätigung für die KfW stellt der Wärmeberechner (in der Regel Energieberater, Statiker etc.) für dich aus. Wichtig ist hier, dass man mit ihm die möglichen Investitionen in den Energiestandard des Hauses durchgeht und die Auswirkungen auf den Status "KfW x" durchrechnet. Oft macht die Baufirma Marketing, in dem sie dem Kunden Angst einjagt, ein Haus ohne das Feature x,y,z würde das gesteckte Ziel nicht erreichen. Da nur eine Wärmeberechnung mit allen verhandelten Features gerechnet wird, erfährt der Kunde nicht, was er hätte sparen können.
Grüße
Robert
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Und noch mein Senf dazu:
Einen Erdwärmetauscher sollte man unbedingt einsetzen, nicht nur gegen die Vereisung im Winter, sondern auch wegen der kühlung im Sommer. Hier gibt es entweder das Rohr in der Erde, durch das die Luft geht, oder einen Soletauscher mit Soleschlangen und Pumpe. Den Soletauscher kannst du schneller säubern als die Rohre in der Erde, und das Kondenswasser kommt auch definiert raus.
Die Luftkanäle würde ich nicht unter den Estrich legen, sondern in die Betondecke. Da gibt es Kunststoffrohrsysteme verschiedener Anbieter (die sehen aus wie dicke Elektroleerrohre). Die Rohre werden einfach durch die Abstandshalter der Filigrandecke gezogen, dann eine Matte drüber (wichtig, sonst schwimmen die Rohre beim Betonieren auf!) und fertig. Bei einer 20cm-Betondecke wirds hakelig, bei 25cm gar kein Problem. Statisch auch kein Problem, weil die Rohre in der Mitte der Decke liegen.
Ach ja: mein KWL geb ich auch nicht mehr her...
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| klausamsee hat Folgendes geschrieben: | Statisch auch kein Problem, weil die Rohre in der Mitte der Decke liegen.
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VORSICHT!!! Die Rohre und ihre Lage sollten schon vom Statiker freigegeben werden.
_________________ Gruß Michael
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| Michael R. hat Folgendes geschrieben: | | klausamsee hat Folgendes geschrieben: | Statisch auch kein Problem, weil die Rohre in der Mitte der Decke liegen.
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VORSICHT!!! Die Rohre und ihre Lage sollten schon vom Statiker freigegeben werden. |
Ja, entschuldigung das ich mich mißverständlich ausgedrückt habe, natürlich muß der Statiker immer das OK für die Rohre in der Decke geben. Der Statiker wird aber nichts dagegen haben.
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| Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben: |
Vorsicht vor Angeboten ohne Dämmung oder schlechter energetischer Bauweise beim Energiesparhaus KfW 40!
[color=green]Statistiken belegen, dass viele Bauten nach KfW 40-Standard nicht den Vorgaben der KfW entsprechen. Folge sind zu hohe Verbrauchswerte und Komfortverluste.
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Der Hausanbieter muß doch aber einen Wärmeschutznachweis berechnen, und mir einen Antrag bzw. Nachweis für die KFW-Bank ausfüllen, wie kann er da groß tricksen? Er wäre doch bei nicht- einhaltung der Werte in der Haftung!?
Gruß
black70
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Nehmen wir 'mal ein praktisches Beispiel.
Neben einer Wärmepumpe wird ja gerne zur Aufwertung der Energiebilanz ein wassergeführter Holzscheitofen eingeplant. Ziel ist ein besserer Primärenergiefaktor, besser zu erreichen mit einem Holzofen, da Holz ein regenerativer Brennstoffstoff ist.
Setzt man den Holzscheitofen entgegen der späteren Praxis mit 80 % zur Wärmeerzeugung an und nicht mit dem realen Nutzungsverhalten von 10 % an, dann verbessert dies den Wärmeschutznachweis wesentlich und macht ein KfW 60 über diesen Ansatz zu einem KfW 40. Nur hat man dabei überhaupt nicht gewonnen.
Da gibt es noch viele andere Stellschrauben, die die Berechnung des Wärmeschutznachweises verfälschen können.
Leider gibt es immer noch viele Angebote, die den energiesparenden Gedanken nicht konsequent umsetzen.
Besser ist es, von vornherein kompromisslos energiesparend die Planung anzufassen. Informationsdefizite des Bauherrn führen dann zu unerwartet hohen Verbräuchen und entsprechend zu Komfortverlust.
http://energie-effizientes-hau...rhaeuser-und-Passivhaeuser.pdf
Gruß
Thomas Heufers
_________________ KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/...
http://ecotec-energiespartechnik.de/...
http://energiesparprojekte.info/...
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| Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben: | Informationsdefizite des Bauherrn führen dann zu unerwartet hohen Verbräuchen und entsprechend zu Komfortverlust.
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Prüft die KFW-Bank eigentlich das Haus durch einen Sachverständigen? Könnte bei einem "getürkten" schöngerechnetem KFW60-oder 40 Haus womöglich nachträglich der Förderkredit platzen? Das wäre dann wohl das i-Tüpfelchen auf Komfortverlust und erhöhtem Energiebedarf.
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