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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
Dani241281
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Beitragvon Dani241281 » 24.11.2008 20:53 Uhr

Hallo!

Ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Heizung für ein im Sommer geplantes Haus.
Hab auch schon einen Favoriten: Sole/Wasser.
Was haltet ihr von den Gegebenheiten im Zusammenhang mit der Heizung?

Es soll ein Bungalow mit 130 m² sein. Dieser Bungalow steht dann auf einem 940m² Grundstück. Der Boden ist laut Gutachten sandiger Lehm und der Grundwasserstand bei -2 Meter. Tiefenbohrungen sind in diesem Gebiet riskant. Die hälfte der Bohrungen gehen schief da dieses Gebiet auf einer Endmoräne liegt. Bei der Fläche des Grundstückes würde ein anderes System auch gut zu realisieren sein.

Was haltet ihr von Erdwärmekörbe?
Ist der Boden eher von Vorteil oder Nachteil für eine Sole/Wasser oder Erdwärmekörbe?
Hat jemand einen Link um die Arbeitsschritte zur Verlegung der Schleifen genau nachvollziehen zu können?

Noch was: Wie erfolgt am besten die Warmwassererzeugung? Soll die Wärmepumpe das mit erledigen und für den Moment der Wassererwärmung total ineffizient arbeiten? Macht es preislich einen Sinn mit Sonnenkollektoren im Sommer sein Wasser zu erwärmen?
Oder lieber die Wassertemperatur nur bis auf Vorlauftemperatur aufheizen und den Rest mit einem Durchlauferhitzer?

Ihr seht, viele Fragen. Aber ich hoffe ich bekomme ein paar nützliche Antworten und somit eine Sparsame und effektive Heizung. Die Hausbeschaffenheiten ( Isolierung usw.)sollen im Moment erstmal nicht betrachtet werden.

Danke

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 25.11.2008 07:29 Uhr

Drei alternativen (wenn man WP's betrachtet):

1, Luft-WP wenn du in einem günstigen Bereich der BRD liegst (z.B. Reingraben, Norddeutschland) in der die mittlerwe Wintertemperatur nicht zu niedrig ist

2, Sole-WP mit WW-Erzeugung über Sole-WP

3, Direktverdampfer-WP mit WW-Erzeugung über Durchlauferhitzer


Ein WW-Erwärmung lohnt sich bei einer WP praktisch nicht (kann bei 40-50Cent/kWh anders aussehen). Lieber das Geld in bessere Dämmung oder Haustechnik (z.B. Zwangsbelüftung) stecken.
roro
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Beitragvon roro » 25.11.2008 08:12 Uhr

Die Hausbeschaffenheiten ( Isolierung usw.)sollen im Moment erstmal nicht betrachtet werden.


Und das ist IMHO ein Fehler. Die beste und günstigste Heizung ist immer die, die man nicht benötigt.
Daher würde ich zuerst immer auf ein sparsames Haus achten, bevor ich die Planung der Heizung angehe.
Ein niedrige Heizlast (< 30W/qm inkl. WW) ist, vor allem wenn man noch in der Planung ist, das wichtigste Ziel. Danach ist die Art der Heizung schon zweitrangig.
Ob Du bei einem 130 qm Haus 2300 kWh bei einer LWP oder 1750 kWh mit einer Sole-WP benötigst ist fast zu vernachlässigen (und mehr sollte Dein Haus nicht benötigen).

1.) Gute Planung (Ausrichtung und Position der Fenster bringt sehr viel)
2.) Dämmen und auf die Vermeidung von Kältebrücken achten.
3.) Jetzt erst kommt die Heizung
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 25.11.2008 08:59 Uhr

Wie wahr, wie wahr.
Diesen Zusammenhang haben wir in einem Pressetext auf den Punkt gebracht.
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/Energiesparhaeuser-und-Passivhaeuser.pdf
Man kann es aber auch in einem Satz auf den Punkt bringen. Richtig und gut gedämmt, ist die Frage der Heizungstechnik redundant, die Investitionskosten für die Heizungstechnik und die Höhe der Heizkosten werden dann letzlich so oder so niedrig sein.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon bob » 25.11.2008 13:26 Uhr

Dani241281 hat geschrieben:Hallo!

Ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Heizung für ein im Sommer geplantes Haus.
Hab auch schon einen Favoriten: Sole/Wasser.
Was haltet ihr von den Gegebenheiten im Zusammenhang mit der Heizung?

Es soll ein Bungalow mit 130 m² sein. Dieser Bungalow steht dann auf einem 940m² Grundstück. Der Boden ist laut Gutachten sandiger Lehm und der Grundwasserstand bei -2 Meter. Tiefenbohrungen sind in diesem Gebiet riskant. Die hälfte der Bohrungen gehen schief da dieses Gebiet auf einer Endmoräne liegt. Bei der Fläche des Grundstückes würde ein anderes System auch gut zu realisieren sein.

Was haltet ihr von Erdwärmekörbe?
Ist der Boden eher von Vorteil oder Nachteil für eine Sole/Wasser oder Erdwärmekörbe?
Hat jemand einen Link um die Arbeitsschritte zur Verlegung der Schleifen genau nachvollziehen zu können?

Noch was: Wie erfolgt am besten die Warmwassererzeugung? Soll die Wärmepumpe das mit erledigen und für den Moment der Wassererwärmung total ineffizient arbeiten? Macht es preislich einen Sinn mit Sonnenkollektoren im Sommer sein Wasser zu erwärmen?
Oder lieber die Wassertemperatur nur bis auf Vorlauftemperatur aufheizen und den Rest mit einem Durchlauferhitzer?

Ihr seht, viele Fragen. Aber ich hoffe ich bekomme ein paar nützliche Antworten und somit eine Sparsame und effektive Heizung. Die Hausbeschaffenheiten ( Isolierung usw.)sollen im Moment erstmal nicht betrachtet werden.

Danke



Hallo, habt Ihr schon mal an eine Pelletsheizung gedacht??? Da Öl und Gas endlich sind, werden die Preise in Zukunft immer spekulativer. Außerdem gilt bundesweit die erhöhte Förderung aus dem Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien: Die Förderung von Pelletsheizungen beträgt jetzt 36 Euro (vorher 24 Euro) je Kilowatt Nennwärmeleistung, mindestens jedoch 1.500 Euro (vorher 1.000 Euro). Man muss einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einreichen. Die Fördermittel gleichen einen Teil der noch hohen Anschaffungskosten eines Pellet-Kessels aus. Informationen und Produkte (Pelletspeicher) findet man hier: http://www.mall.info/produkte/pelletspeicher.html
Dani241281
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Beitragvon Dani241281 » 25.11.2008 18:58 Uhr

Danke für die vielen Antworten.

Es ist aber noch nicht alles klar.

bernhard geyer schrieb:

- Sole-WP mit WW-Erzeugung über Sole-WP

- Direktverdampfer-WP mit WW-Erzeugung über Durchlauferhitzer


Was ist eine Direktverdampfer-WP?

Ist es unrentabel Sole Wasser WP mit WW-Erzeugung über Durchlauferhitzer? Der Durchlauferhitzer würde dann den Temperaturunterschied von der Vorlauftemperatur bis zur
gewünschten Temperatur des Wasser erzeugen ( zb.38°C).

Eignet sich der Boden für Sole/Wasser-WP oder Erdkörbe?

Pellets kommt für mich nicht in Frage da ich keinen Lagerort für das Pellets bauen will.

Asoe
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Beitragvon Asoe » 25.11.2008 21:37 Uhr

Hallo Leute.
Bin auch am überlegen ,was für ein heizsystem wir bei uns einbauen sollen.
(geplant ist massiv kfw 40 haus mit ca. 140 qm wohnfläche,kein keller)
Bis jetzt war es eigentlich klar ,dass es eine wärmepumpe sein soll.
Doch gestern hatte ich ein gespräch mit jemandem, der vor 1 jahr gebaut hat.
Er hat eine gasheizung eingebaut und meint ,dass sich eine wärmepumpe bei ihm nicht lohnen würde.
Seine jahreskosten für die heizung liegen bei ca.500€ .Es handelt sich um ein KfW40 haus.
Auch wenn der gaspreis steigt,ist es immer noch günstiger mit der gasheizung zu heizen. So waren seine argumente.
Habe mich durch den forum durchgelesen ,hab festgestellt ,dass der "roro" ,Thomas Heufers und paar andere user gut ahnung davon haben.
Habe mich auch schon für nächste woche bei der energieberatung angemeldet.Wie der "roro" in den anderen traed empfohlen hat ;)

Was meint ihr ,hat der typ recht?
Heizt mann momentan günstiger mit der gasheizung?
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Beitragvon transformer » 25.11.2008 22:51 Uhr

Tja Freunde,

bei der Achterbahnfahrt der Energiekosten wird niemand mehr eine seriöse Prognose wagen können.

Dämmung ist der erste Schritt, sie kann aber nicht alles erledigen. Aber wie lange glaubt ihr werden die fossilen Energieträger und zu welchem Preis verfügbar sein?

Die billigste Heizung ist elektrisch direkt. Lust drauf?
Die nächst günstige ist Gas. Immer noch Lust?

Es kommt auf den Zeithorizont und der Einschätzung der Preisentwicklung an. Wenn ihr auf der sicheren Seite sein wollt, geht es weniger um den Amortisationszeitraum und Zinsrechnungen. Macht das beste draus!

Bei den Wärmepumpen ist von der Effizienz und dem Preis-Leistungsverhältnis der Direktverdampfer der König, allerdings wird eine entsprechende Fläche im Garten dafür benötigt. Wie es geht findet sich anschaulich erklärt bei http://www.pro-dx.de. Energetisch sind gute Anlagen allen anderen Heizsystemen überlegen.

Warmwasser würde ich nur bei sehr geringem Verbrauch über Durchlauferhitzer machen, bei 3 und mehr Personen im Haus ist ein Frischwassersystem, dass von der Heizungswärmepumpe versorgt wird, die beste Lösung.
bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 25.11.2008 22:51 Uhr

Dani241281 hat geschrieben:Ist es unrentabel Sole Wasser WP mit WW-Erzeugung über Durchlauferhitzer? Der Durchlauferhitzer würde dann den Temperaturunterschied von der Vorlauftemperatur bis zur
gewünschten Temperatur des Wasser erzeugen ( zb.38°C).

Entweder WW über WP mit WW-Puffer oder kaltwasser per Durchlauferhitzer. Dein Heizkreis wird sich nicht freuen wenn permanent frischwasser zugeführt wird bzw. ist nicht üblich. Und da eine WP nicht für jedes Aufdrehen des WW anspringt wird übers Jahr betrachtet zu 95% der WW-Bereitstellung nur über Durchlauferhitzer erfolgen. Und für die restlichen 5% wird sich keine verrohrung mit WW-Rohren lohnen.

Bei Direktverdamper-WP ist prinzipbedingt keine WW-Erwärmung möglich.

Dani241281 hat geschrieben:Eignet sich der Boden für Sole/Wasser-WP oder Erdkörbe?
Wenn er nicht ist wird der Boden z.B. durch Vermischung mit Sand passend gemacht.
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Beitragvon bernhard geyer » 25.11.2008 22:57 Uhr

Asoe hat geschrieben:Seine jahreskosten für die heizung liegen bei ca.500€ .Es handelt sich um ein KfW40 haus.
Auch wenn der gaspreis steigt,ist es immer noch günstiger mit der gasheizung zu heizen. So waren seine argumente.

Je besser die Dämmung desto "schlechter" kann die Haustechnik sein. Bei einem guten Passivhaus ist sogar eine Stromdirektheizung Verbrauchsgünstiger bei geringen Investitionskosten. Und eine gute WP-Dimensionierung ist nicht viel teurer als eine Gasheizung:

Mehrkosten:
- WP an sich gegenüber Gastherme
- Wärmequelle

Kostenersparnis:
- Kein Kamin (Damit auch keine Schwächung der Gebäudehülle wenn Kamin mittem im Haus liegt)
- Kein Gastank bzw. Gasanschluß
- Kein Kaminkehrer

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