Meine (GE-) Hochtemperatur-Mod-L/W-WP kann ich bei den aktuell hier herrschenden Temperaturen (zwischen 0 und 6 °C rund um die Uhr, schon seit 2 Tagen konstant) so beeinflussen, daß sie bei gleichem Wärmebedarf des Hauses entweder taktet oder durchläuft. Dabei läuft sie natürlich mit geringerer Leistungsaufnahme konstant durch, als sie beim Takten benötigt, solange sie läuft.
Dabei hat sich zu meiner Überraschung ergeben, daß die WP über 24 Stunden hinweg beim Takten insgesamt signifikant weniger (!) Leistung verbraucht als beim Durchlaufen!
Beim "Taktungslauf" erreicht die kalte WP nach einer Hochfahrphase von etwa 20 Minuten eine Leistungsaufnahme von ca. 4 kVA (= Nennleistung), die sich im Verlauf einer Stunde auf knapp 3 kVA reduziert und so lange besteht, bis die WP nach etwa 2,5 Std. den Puffer auf seine mittlere Grenztemperatur von 45 °C aufgeheizt hat und abschaltet. Nach etwa 1,5 bis 2 Stunden beginnt das Spiel von neuem, allerdings mit nur 3 kVA Maximum, (Sperrzeiten und Nachtabschaltung (4 Std.)) mal ausgenommen. Der Tagesverbrauch beträgt hier derzeit etwa 27 kWh.
Beim "Durchlauf" erreicht die kalte WP ebenfalls nach 20 Minuten ihre Aufnahme von 4 kVA, allerdings reduziert sich die innerhalb einer Stunde auf etwa 2 kVA, mit der die WP dann durchläuft (wieder gleiche Sperrzeiten und gleiche Nachtabschaltung ausgenommen). Der Tagesverbrauch summiert sich damit auf etwa 33 kWh, liegt also etwa 18 % höher!
Beide Werte sind übrigens signifikant niedriger als bei vergleichbaren Wetterbedingungen im letzten Jahr, wo noch zwischen 40 und 60 kWh benötigt wurden (ich habe seit 11/2007 eigene tägliche Wetter-Aufzeichnungen, die auch Bewölkung sowie Tageshöchst- und Tiefsttemperaturen umfassen, kann mir also einen passenden Tag zum Vergleich aussuchen). Da steckte aber auch noch ein Fehler in der Anlage, und ich habe -nicht zuletzt deswegen- viel experimentiert. Außerdem habe ich mir inzwischen einige Stellrädchen zusätzlich eingebaut.
Zum aktuellen Vergleichsergebnis fällt mir nur ein, daß der Wirkungsgrad der Anlage (Verhältnis Stromverbrauch zu Heizleistung) in der Nähe der Nennlast offenbar noch deutlicher zunimmt, als ich das bisher schon vermutet habe.
Es wäre also wohl keine gute Idee, die Anlage etwa durch Senken der VT von derzeit ca. 60 °C auf einen niedrigeren Wert
zu einem deutlich langsameren Dauerlauf zu bewegen, sondern man müßte sie dahingehend ändern, daß sie weiterhin mit gleicher Leistungsaufnahme heizt, aber dann eben früher abschaltet.
Wie gesagt, für mich war das eine überraschende Erkenntnis, denn nach der Logik sollte man annehmen, daß die Aufheizphasen dem Wirkungsgrad eher schaden, als es der Dauerlauf mit niedrigerer Verdichterleistung tut.