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Forum Bauen: Energiesparendes Bauen

Thema: Passivhaus: funktioniert reine Luftheizung?

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gastherme

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 03.11.2008,
Beiträge: 70
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Danke für eure Antworten. Ich weiss nun dass eine Luftheizung nicht in jedem Fall funktioniert und kenne nun auch ein Kriterium dafür.


@Michael

An einen romantischen, wasserumströmten, raumluftunabhängigen Kaminofen als Zusatzheizquelle hatten wir auch schon gedacht. Wenn das Geld langt. Holz kann man ja auch kaufen. Man muss dafür nicht im Wald stehen und Holz hacken. Der Lärm und Geruch beim Holz sägen ist nämlich weniger romantisch, finde ich. Wink

@Jens der Heizer
Ich will ganz sicher massiv bauen. Wir haben dabei die Wahl zwischen zwei Angeboten: zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung oder einschalig mit WDVS. Aber gerade letzteres ist doch eher weniger wasserdampfdurchlässig, oder?

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Fachplaner Passivhaus

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 18.12.2005, Wohnort: 87480 Weitnau / Oberallgäu
Beiträge: 110
Benutzer-Profile anzeigen http://www.passivhaus-ingenieur.de Antworten mit Zitat
im forum werden viele begriffe verwendet, die mit dem passivhaus selbst wenig zu tun haben.
diffusionsoffen:
im holzbau wird von innen nach aussen diffusionsoffen gebaut.
im massivbau ist es ähnlich. der vollwärmeschutz auf mauerwerk hindert zwar die diffusion, hat aber nicht mit schäden oder unbehaglichkeit zu tun, sondern es verursacht ein langsameres austrocknen der feuchten wand ! wir haben bei massivpassivhäusern einen erhöhten bedarf an trocknungsmaßnahmen festgestellt, bevor die bauherren einziehen.
aussenwand
die aussenwand hat 20 % flächenanteil am gesamten gebäude. hierüber wird intensiv disskutiert im forum, aber was ist mit der qualität der restlichen 80%, der wärmebrückenfreien ausführung, der luftdichtheit des gebäudes und der effizienz der gebäudetechnik ? hier werden dinge, die > 80% einfluß aufs gebäude haben schlichtweg untern tisch gekehrt.
u-wert aussenwand
vorausgesetzt alle anderen einflüsse, wie vorher genannt, sind unter wirtschaftlichen gesichtspunkten und ganzheitlich betrachtet, passivhausgerecht geplant, sind beim einfamilienpassivhaus u-werte < 0,10 w/qm.k erforderlich. wir lassen alle ph zertifizieren
und haben mittlerweile erfahrung bei über 50 efh und über 600 wohneinheiten im geschoßwohnungsbau damit !
wer diese qualität nicht kennt, sollte im internet nicht über u-werte disskutieren. was ich vermisse ist forderung, dass alle einzelmaßnahmen im rahmen eines gesamtkonzeptes betrachtet werden müssen und angaben zu einzelnen bauteilen nicht zielführend sind und schon gar nicht, wenn es um luftheizung geht.
luftheizung
das passivhaus ist so definiert, dass über die sowieso vorhandenen lüftungsanlage, auch die heizwärme eingebracht werden kann. die grenze liegt bei 10 w/qm heizlast (0,3facher luftwechsel, max 52°c zulufttemperatur).
ph-gebäude mit luftheizung gibt es viele und der großteil, hergestellt von qualifizierten ph-planern und deren handwerker, funktionieren auch zur zufriedenheit der bauherren.
wer eine luftheizung einbaut, muss sich an die zertifizierungskriterien halten und nicht so bauen wie bisher üblich, nur mit etwas mehr dämmung und einer lüftung.
beispiel zur qualität des bauens in der brd :
aktuelle statistik verband priv. bauherren (basis enev)
60 % der standardgebäude sind falsch berechnet
60% der gebäude fand zwischen ingenieur und bauherren keine detaillierte abstimmung zum gebäude statt
50% wurden schlechter ausgeführt als berechnet
50% entsprechen den kfw-kriterien nicht
40 % haben nicht mal den enev-mindeststandard
das ist die realität am bau, wenn berechnung, ausführung nicht abgestimmt und qualitfiziert ist.

wenn sie im rahmen solcher bauteams und strukturen arbeiten, sollten sie die finger vom luftbeheizten passivhaus lassen, weils nie zu ihrer zufriedenheit funktionieren wird !
wir haben bereits mehrere gutachten zu solchen passivhäusern gemacht, wobei nicht das passivhaus und dessen funktionsweise schuld waren, sondern allein die bauherren, planer und handwerker durch ihre -blauäugige- handlungweise, ohne wirklich das gesamte system verstehen zu wollen.

passivhäuser bauen ist einfach, wenn man es kann !
aber passivhäuser, also faktor 8-10 besser bauen, als heute üblich, braucht qualifizierte partner und davon gibts schon viele, jedoch nicht alle die behaupten es zu können, sind qualifiziert ,
und schon gar nicht bauherren, die sich ihr passivhaus über infos im internet zusammenbasteln !
insofern kann im forum, mit focussierung auf einzelne bauteile, ohne die qualität des konzeptes und der baupartner zu kennen, keine qualifizierte antwort gegeben werden.
passiv bauen ist eine andere qualität des bauens, die eine ganzheitliche, qualifizierte planung und qualitätssicherung braucht, die heute bei vielen bauten nicht üblich ist, weil sie angeblich mehr geld kostet. im gegenteil spart sich der bauherr erst dann wirklich geld, wenn das konzept nachhaltig die qualität und den geringen
energieverbrauch eines passivhauses hat, die -nur- mit guter planung zu erreichen ist !!
weitere infos unter www.passivhaus-ingenieur.de...

_________________
Bauen ist nicht eine Chance der Gegenwart, sondern im Besonderen eine für die Zukunft !
*Denen gehört die Zukunft, die sich bereits heute darauf vorbereiten* Zitat Martin Luther King

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Thomas Heufers

Erfahrung: *****
Anmeldedatum: 21.07.2006, Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Beiträge: 1982
Benutzer-Profile anzeigen E-Mail senden http://www.energie-effizientes-haus.de Antworten mit Zitat

Richtig, dem kann man sich nur anschließen.

Gruß

Thomas Heufers

_________________
KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/...
http://ecotec-energiespartechnik.de/...
http://energiesparprojekte.info/...

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gastherme

Erfahrung: ****
Anmeldedatum: 03.11.2008,
Beiträge: 70
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Keine Lust mehr auf die Ölpreis-Achterbahn?

KWB - KRAFT UND WÄRME AUS BIOMASSE GMBH
Danke für die ausführliche Antwort.

Fachplaner Passivhaus hat Folgendes geschrieben:

Passivhäuser bauen ist einfach, wenn man es kann !
...
Insofern kann im Forum, mit Fokussierung auf einzelne Bauteile, ohne die Qualität des Konzeptes und der Baupartner zu kennen, keine qualifizierte Antwort gegeben werden.
Passiv Bauen ist eine andere Qualität des Bauens, die eine ganzheitliche, qualifizierte Planung und Qualitätssicherung braucht, die heute bei vielen Bauten nicht üblich ist, weil sie angeblich mehr Geld kostet. Im Gegenteil spart sich der Bauherr erst dann wirklich Geld, wenn das Konzept nachhaltig die Qualität und den geringen Energieverbrauch eines Passivhauses hat, die -nur- mit guter Planung zu erreichen ist !!
Weitere Infos unter www.passivhaus-ingenieur.de...


Ich weiß, es wird davon abgeraten, nur über Detaillösungen zu diskutieren, aber man kann ja nicht immer das große ganzheitliche Bild im Auge haben. Vor allem als Laie muss man sich erst in die Materie einarbeiten. Ich denke dazu hilft es, die Einzelteile zu untersuchen, in der Hoffnung, sie später besser zu einem Gesamtbild zusammensetzen zu können.

Zum Beispiel das Konzept "massives Passivhaus" sollte sich herunterbrechen lassen in einzelne Bestandteile, sagen wir thermische Gebäudehülle, tragende Gebäudeteile, Heizung, Lüftung. Die thermische Gebäudehülle könnte man weiter unterteilen in Sockeldämmung, Wanddämmung, Fenster/Tür, Dachdämmung. Deren Qualität kann man definieren, sowohl die der Einzelteile (geringer U-Wert) als auch die des gesamten Systems (hohe Dichtigkeit, keine Wärmebrücken).

So kann man sich in die Thematik einarbeiten. Die Umweltberatungen bei Städten und der Verbraucherzentrale tun ihr übriges dazu. Allerdings stößt man immer wieder auf (anscheinend) gegensätzliche Meinungen, z.B. der eine Energieberater meint Fußbodenheizung + Passivhaus sei ok, der andere rät davon ab. Und jeder Architekt preist seine Umsetzung als das Non-Plus-Ultra an (Massiv, Holz, usw.). Das verunsichert die Bauherren. Zu Recht, wie ich meine. Diese Verunsicherung weckte bei mir das Bedürfnis nach umfassender Information.

So schließt sich der Kreis.

Um diesen Kreis zu verlassen kommt es auf die oben genannte "Qualität des Konzeptes und der Baupartner" an. Die alles entscheidende Frage ist: Wie findet der Bauherr qualifizierte Planer für seine Unternehmung?

PS: ...natürlich Planer die in der Nähe sind. 400km bis Schongau ist mir zu weit. Rolling Eyes

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