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Forum Bauen: Energiesparendes Bauen

Thema: Passivhaus: funktioniert reine Luftheizung?

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gastherme

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ZWS Zukunftsorientierte Wärme Systeme GmbH
Meine Familie und ich, wir wollen uns den Traum vom eigenen Heim verwirklichen, am liebsten mit einem gut gedämmten, energiesparendem Haus. Deshalb streben wir einen Neubau in Passivstandard an.

Am besten hört sich für mich das Angebot eines lokalen Architekten an:
- tragende Aussenwände aus Kalksandstein
- darauf 40cm WDVS kleben
- Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
- Verzicht auf wassergeführtes Heizsystem
- stattdessen: Luftheizung durch Nachheizregister
- Wärmequelle ist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe.

Die ganze Anlagentechnik soll in einem Kompaktgerät zusammengefasst werden.

Meine Fragen:
- Funktioniert das Heizen allein über die Lüftung?
- Ist eine Fussbodenheizung die bessere Wahl?

Ich habe schon mehrere kritische Stimmen zu den Lüftungsheizung gehört (macht nicht ausreichend warm, erzeugt zu trockene Luft). Aus diesem Grund sollen angeblich zukünftig auch in Passivhäusern immer öfter Fußbodenheizungen zum Einsatz kommen.

Was ist richtig?

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kältebauer

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Hallo

Haben mehrere Kunden die ihr Haus nur über Lüftung Heizen und überhaupt nicht zufrieden sind und uns nach dem der Hersteller nichts mehr machen konnte uns angerufen haben ob wir helfen können ich persönlich würde es nicht machen.

Gruss Dirk

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Ich bin der Rebell gegen die Ölmultis
Ich bin derjenige der versucht Energie zu nutzen die keinen Schaden anrichtet für die Zukunft unserer Kinder

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gastherme

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kältebauer hat Folgendes geschrieben:
ich persönlich würde es nicht machen.

Danke Dirk. Kannst du dir erklären, warum die Heizung per Luft nicht ausreicht. Immerhin ist es das Konzept (und die Definition) eines Passivhauses, dass es keine aktive Heizung gibt. Wenn man nun doch heizt, und sei es nur über die Lüftung, müsste das theoretisch ausreichen.

Was würdest du stattdessen empfehlen, eine Fußbodenheizung vielleicht?

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denkedran

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Eine reine Luftheizung beheizt zwar das Haus, aber ......


Die Luft ist zu trocken und so muss mit einem Dampfbefeuchter die Raumluft auf ein erträgliches Niveau gebracht werden.

Bleibt man da gegen bei einer Fußbodenheizung bringt diese eine erheblich behaglichere Raumklima.

Wie wäre es mal mit lüften ? Einfach die Fenster aufmachen, für einen bestimmten Zeitraum.

Es gibt für den Problemfall ja die Lösungen, mit den Lüftungen für einzellne Räume.

Gruß Denkedran

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Thomas Heufers

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Der Wandaufbau mit dem Wärmedämmverbundsystem stellt schon einen sehr hohen Dämmwert her. Mit ~ 55 cm Wanddicke ist das natürlich ein recht dicker Wandquerschnitt. Im Holzrahmenbau könnte man den gleichem U-Wert mit wesentlich geringerem Wandquerschnitt erreichen.
Ich gehe 'mal bei der beschriebenen Konstruktion von einem U-Wert unter 0,10 W/m²K aus.

SEHR GUT!
Wenn der Baukörper an allen massiven Bauteilen ähnliche U-Werte hat, dann kann man durchaus mit einer Zulufterwärmung die Räume beheizen.

Die Lufterwärmung ist die kostengünstigste Alternative. Das Heizsystem mit der wassergeführten Flächenheizung ist aufwendiger und in der Anschaffung teurer, bietet aber auch den Vorteil, dass man die Räume individuell temperieren kann und man für sämtliche Energieträger (Strom, Biomasse, Holz, Nahwärme etc.) offen ist.


Eine Bauweise mit guter Wasserdampfdurchlässigkeit ist überdies zu empfehlen.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 06.11.2008 11:54, insgesamt 3-mal bearbeitet

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Thomas Heufers

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denkedran hat Folgendes geschrieben:
Wie wäre es mal mit lüften ? Einfach die Fenster aufmachen, für einen bestimmten Zeitraum.
Das geht zwar, aber die in der Luft enthaltene Wärme entflieht sofort, da keine träge Speichermasse wie beispielsweise eine Fußboden-Flächenheizung mit Estrichaufbau vorhanden ist.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 06.11.2008 12:17, insgesamt einmal bearbeitet

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denkedran

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Warum immer dagegen ??????
Ihr Vortrag:
Das geht zwar, aber die in der Luft enthaltene Wärme entflieht sofort, da der keine träge Speichermasse wie eine Fußboden-Flächenheizung mit Estrichaufbau vorhanden ist.

Wenn aber eine Fußbodenheizung vorgeschlagen wird, oder gar eingesetzt wird ?

Ist eine Stoßlüftung möglich? Natürlich geht die in der erwärmten Luft gespeicherte Energie verloren.
Ist deßhalb ein wirklich einen so großer technischer und wirtschaftlicher Aufwand notwendig ?

Gruß Denkedran

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Thomas Heufers

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Der Vorteil bei einer Fußbodenflächenheizung ist, dass man die Räume individuell über Raumthermostate temperieren kann und dass man für sämtliche Energieträger (Strom, Biomasse, Holz, Nahwärme etc.) offen ist. Bei der angebotenen Zuluftvorwärmung wird i.d.R. Elektrizität als Wärmeträger genutzt.

Mir selber sind Beipiele bekannt, bei denen die tecalor THZ 303 Sol oder STIEBEL ELTRON LWZ 303 Sol ohne Fußbodenheizung zum Einsatz gekommen ist. Hierbei ist die Luftvorwärmung über ein wassergeführtes Zuluftregister realisiert worden. Das funktioniert aber nur bei einem extrem gut gedämmten Passivhaus, wo sämtliche Details einwandfrei gelöst sind. Bei den mir bekannten Beispielen gab es aber auf Grund von Planungsmängeln (...zu geringer Wärmeschutz) Probleme mit der Temperierung.

Um ganz sicher zu gehen, setzen wir auf eine wassergeführte Flächenheizung. Der Komfort spielt auch eine Rolle, der Fußboden ist in unserem Fall angenehm temperiert.

Gruß

Thomas Heufers

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Jens der Heizer

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Hallo zusammen,

Definition Passivhaus:

"Ein Passivhaus ist ein Gebäude, in welchem die thermische Behaglichkeit (ISO 7730) allein durch Nachheizen oder Nachkühlen des Frischluftvolumenstroms, der für ausreichende Luftqualität (DIN 1946) erforderlich ist, gewährleistet werden kann - ohne dazu zusätzlich Umluft zu verwenden."

Anhand dieser Disskussion frage ich mich:

Traut sich noch jemand ein echtes Passivhaus für sich zu bauen?

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denkedran

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Eben genau die Behaglichkeit und die richtige Luftfeuchte ist dabei die Krux.

Warum nicht ein Haus mit anderen vernünftigen Voraussetzungen erstellen? Ist denn eine DIN Vorgabe eine heilige Kuh ? Ist das Nachdenken, wegen einer DIN ab sofort zu unterbinden ?

Es gibt auch die Möglichkeit der Direkt Kondensation WP im Fußboden.

Also mal unter www.sofath.com... nachsehen. Die Franzosen sind auch nicht gerade ungeschickt.

Gruß Denkedran

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kältebauer

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Hallo

Die ganzen direkt geschichten haben auch zwei Gesichter, kann mir keiner erzählen das man keine druckverlusste hat oder die strömungsgeschwindigkeit konstant ist allein das oel was man brauch bei einer fläche von 150-200 qm wenn da nicht 100 prozentig gearbeitet wird entstehen bestimmt probleme mit den anlagen nicht umsonst forschen hersteller von verdampfern und verflüssiger jahrelang um eine top strömungsgeschwindigkeit zu gewärleisten und den minimalsten druckverlust

Gruss Dirk

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gastherme

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Hallo Herr Heufers und danke für ihre ausführlichen Informationen. Dass sie auf der ökologischen Seite des Lebens stehen sieht man schon an ihrer Textfarbe Wink
Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben:

Ich gehe 'mal bei der beschriebenen Konstruktion von einem U-Wert unter 0,10 W/m²K aus.
SEHR GUT!
Wenn der Baukörper an allen massiven Bauteilen ähnliche U-Werte hat, dann kann man durchaus mit einer Zulufterwärmung die Räume beheizen.
Ihre Schätzung stimmt. Ich finde dicke Dämmung und vor allem die dicken Wände auch gut.

In einem anderen Forum wurde jedoch dazu gesagt:
Code:
Wand mit ...
U-Wert von 0,078 (völlig überzogen)
U-Wert von 0,102 (immer noch leicht übertrieben)
U-Wert von 0,122 (völlig ausreichend).

Komisch, wie man über niedrige U-Werte solche pauschalen Urteile fällen kann.

Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben:

Eine Bauweise mit guter Wasserdampfdurchlässigkeit ist überdies zu empfehlen.
Das verstehe ich nicht. Ich dachte, heutzutage baut man eher "dampfdicht", damit kein Kondenswasser in der Dämmung anfällt. Den Wasserdampf in der Luft bekommt man doch mit der ohnehin vorhandenen kontrollierten Wohnraumlüftung in den Griff.

Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben:
...Beipiele ... ohne Fußbodenheizung .... Hierbei ist die Luftvorwärmung über ein wassergeführtes Zuluftregister realisiert worden. Das funktioniert aber nur bei einem extrem gut gedämmten Passivhaus, wo sämtliche Details einwandfrei gelöst sind. Bei den mir bekannten Beispielen gab es aber auf Grund von Planungsmängeln (...zu geringer Wärmeschutz) Probleme mit der Temperierung.

Genau das lese ich im Kontext von Passivhäusern immer wieder: "bei korrekter Auslegung" ... "bei genauer Planung" ... "bei geeigneter Ausrichtung" ... "bei sorgfältiger Ausführung" ... "bei Vermeidung von Wärmebrücken" ... "bei wirklich luftdichter Bauweise"... "bei fehlerfreier Gesamtkonzeption" ...

Oh je. Wie kann man bei diesen hohen Anforderungen bzw. geringen Fehlertoleranzen überhaupt bauen? Brauche ich dazu den Super-Passivhauszertifizierten-Architekten?

Wahrscheinlich gibt es genau deswegen in den Passivhäusern, in denen ich war, meist Anschlussmöglichkeiten für einen "Angstheizkörper" oder gar Holzöfen in jedem Stockwerk. Ich tendiere eher zur Fußbodenheizung - auch wenn mit die Luftheizung mit einem Kompaktgerät sympatisch ist - solange sie funktioniert.

Oder der Planer hat sich nicht an die von ihnen genannte Regel gehalten, die ich auch bei hausderzukunft.at...hausderzukunft.at gefunden habe: "Luftheizung sollte - wenn überhaupt - erst bei Passivhäusern mit Heizleistungen deutlich unter 10 Watt/m² Nettofläche bzw. Nutzfläche eingesetzt werden."

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Thomas Heufers

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Ich kann dem allen nur zustimmen.
Der Bau eines Passivhauses ansich ist aber nichts außergewöhnliches.
Von der Planung bis zur Durchführung muss wie in anderen Bauweisen auch alles stimmen.
Bei einer Heizleistung größer 10 W/m² sollte man halt die Beheizung über reine Luftvorwärmung vermeiden.
Ob diffusionsgeschlossen oder -offen? Diffusionsoffen ist meines Erachtens die unkritische Bauweise. Falsches Lüften führt bei der Ausführung mit totaler Dampfsperre zwangsläufig zu Konstruktionsschäden.

Gruß

Thomas Heufers

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Michael R.

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Hallo Gastherme,

ich selbst wohne seit 1 1/4 Jahren in unserem PH. Auf jeden Fall ist deine Entscheidung auch eins zu bauen richtig. Zur Beheizung gibt es oft sehr unterschiedliche "Ideologien".

Wir haben uns damals gegen Wärmepumpen entschieden. Im Endeffekt heizt man doch mit Strom, der zum Großteil durch fossile Verbrennung erzeugt wird, mit allen Verlusten bei Erzeugung und Transport etc.
Bei uns steht ein wasserführender Kaminofen (in Verbindung mit einer Solarthermieanlage) im Wohnzimmer, der abends einen behaglichen Feuerschein "zaubert". Das dabei erwärmte Wasser wird bei Bedarf in die FBH geschickt oder als WW verwendet.
Im ersten Winter haben wir 3,5 rm Holz verbraucht, welches ich selber mache. Ich komme günstig an Holz (zZ 0-5€/rm) und Co2-neutral ist es sowieso.
Der Aufwand den ich damit habe stört mich nicht, bin Bürohengst und spar mir so das Fitnessstudio. Und 5rm Holz im Jahr machen ist nun auch keine Belastung.

Auch wenn du aus Bequemlichkeit eine Wärmepumpe vorsiehst, eine Flächenheizung ist bei den niedrigen VL-Temperaturen gut für den COP.

_________________
Gruß Michael

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Jens der Heizer

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Hallo,

auch ich bin der Meinung das man diffusionsoffen bauen sollte. Es stimmt das dann ein Teil der Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt und damit die Dämmwirkung herabsetzt, aber zum einem kann die Feuchtigkeit in den Sommermonaten wieder austrocknen (bei richtigem Wandaufbau) und zum anderen sollte das meiste von der Lüftungsanlage abgezogen werden.

Noch etwas:

Ich würde einem massiven Passivhaus immer Vorzug geben. Dicke Wände finde ich stabiler, sicherer und fester wie filigrane Bauten. Immerhin sollen auch moderne Häuser alles mit machen können und noch mehrere Generationen genutzt werden.

Zum anderen kommt die thermische Trägheit einem sehr entgegen, gerade wenn man die Sonnenstrahlen einfangen möchte, aber deshalb nicht gleich der Raum überhitzt werden soll.

Zum Thema Qualität am Bau:

Der beste Koch mit seiner modernen Küchenausstattung kann nur so gut kochen wie seine Zutaten sind,
und mit Schei...e kann man nun mal keinen Kuchen backen.

Das proffesionelle Auftreten mancher Hausanbieter und die Besichtigung einer modernen Montagehalle mit neuem Gerät soll wie oben beim Koch von den schlechten Materialien und einer kritischen Konstruktion ablenken... und das klappt leider auch viel zu oft!

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