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Franky71
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Beitragvon Franky71 » 10.08.2008 17:59 Uhr

Hallo,

wie lange kann eigentlich eine Windkraftanlage betrieben werden, wenn die Wartungsarbeiten regelmäßig durchgeführt worden sind.
Sind da mehr als 20 Jahre drin?

Hat jemand bereits Erfahrung mit etwas älteren, aus den 80'ern gesammelt?

Gruss&Danke

Franky
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Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.08.2008 19:51 Uhr

Über die Fachwerkkonstruktionen und Türme würde ich mir keine Gedanken machen. Ermüdung und Verschleiß liegen eher in den beweglichen Bauteilen, Lagern, Generatoren und den Rotoren/Flügeln.

Windkraftanlagen im Küstenbereich haben weniger Wartungsaufwand zum Energieertrag als Windkraftanlagen im Binnenland. Im Küstenbereich sind die Windverhältnisse günstig horizontal. Die Rotoren/Flügel werden ideal angeströmt.
Im Binnenbereich treten eher Düseneffekte und vertikale Luftströmungen durch Landschaftsmerkmale auf, die nachteilig für den Betrieb der Windkraftanlagen sind. Ich kenne persönlich mehrere Teilhaber von Windkraftanlagen, die Ihre Investition bereuen, da die prognostizierten Erträge aus den Langzeit-Windmessungen nicht eingetreten sind.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon Uwe Hallenga » 11.08.2008 18:43 Uhr

Hallo

Franky71 hat geschrieben:wie lange kann eigentlich eine Windkraftanlage betrieben werden, wenn die Wartungsarbeiten regelmäßig durchgeführt worden sind.
Sind da mehr als 20 Jahre drin? ...


Im Prinzip.. na klar! Es gibt allerdings bisher nur sehr wenig größere Anlagen der modernen Bauform zur Stromerzeugung, die tatsächlich schon 20 Jahre arbeiten. Im wesentlichen ging es vor 20 Jahren erst so richtig los mit den 50, 100 und 150kW Anlagen, während Heute eher Anlagen mit 2.000kW oder mehr dem Stand entsprechen.
Viele alte (na ja so eben über 10Jahre alt) und kleinere Anlagen werden heute im Zuge des "Repowering" demontiert und weiterverkauft und so entsteht an einem alten Windpark mit zB. 10 kleinen 250kW Anlagen 3 neue größere mit je 2.000kW.

Obwohl diese Anlagen meist höhere Masten haben und wesentlich größere Rotoren, drehen sie sehr viel langsamer und das vorher durchaus hektische Bild wird sehr viel ruhiger. Ob das dann auch estetischer und eleganter ist und wirkt, weil die Proportionen sich verändert haben, ist eher eine Glaubens- und Geschmacksfrage und läßt sich schwerlich diskutieren.

Die meisten Komponeten sind auf mindestens 20 Jahre ausgelegt, was aber nicht heißt, das die Anlage nach 20Jahren zu 100% Schrott ist. Im Laufe der Wartungen werden sicherlich diverse Komponeten ausgetauscht und ersetzt und das ist sicherlich oft nicht billig zu haben. Aber Grundsätzlich sollte eine Anlage bei vollständiger sach- und fachgerechter Wartung und Pflege mindestens 20Jahre lang umweltfreundlich und risikoarm Strom erzeugen.



Thomas Heufers hat geschrieben: .... Ich kenne persönlich mehrere Teilhaber von Windkraftanlagen, die Ihre Investition bereuen, da die prognostizierten Erträge aus den Langzeit-Windmessungen nicht eingetreten sind.


Das liegt in den meisten Fällen nicht an den Langzeit-Windmessungen selbst, sondern an der grundsätzlichen Fehleinschätzung, wenn aus Langzeitdaten ein 100% Jahr gebildet wird und es dann aber über mehrere Jahre hinweg einfach keine 100Prozent Windjahre sondern nur 90, 95 oder 85%ige waren. Dieses Risiko muss der Investor immer mit eingeplanen und das ist Sache des Käufers, des Betreibers oder des Projektierers. Das soll nicht heißen, das nicht auch Gutachter mehr oder weniger knapp daneben liegen können, aber kein Gutachter macht eine Wind-"VORHERSAGE" und schon gar nicht für die nächsten Jahre, wenn der Wetterdienst schon bei drei Tagen Schwierigkeiten hat. Es handelt sich also immer um eine Abschätzung unter der Prämisse, das die vergangenen Jahre (zB. 20Jahre) in etwa so weiterlaufen würden; also die 100% eben.
Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern und sich die Anteile des Windes verändern, fließen diese in die neue 100% Statistik mit ein und beeinflußen diese, aber eben unter Umständen sehr viel langsamer als die aktuellen Wetterkapriolen es uns vormachen.

In diesem Sinne... weiterhin allen viel Rückenwind
Uwe Hallenga
Besucht doch mal die Internetseite: Kleinwindanlagen (siehe mein Profil)
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Beitragvon Franky71 » 16.08.2008 16:33 Uhr

Also, lange Rede, kurzer Sinn - die können durchaus länger betrieben werden! Vor allem Turm und Fundament sind ja mit Sicherheit langlebig.
So ist auch meine Vermutung.

Ich bin nun seit 9 Jahren an einem Windpark beteiligt, das Windangebot wurde vom Betreiber seinerzeit überschätzt, etwa im Schnitt sind auch nach diesen Jahre nur 70-80% des prospektierten Ertrages erzielt werden - ok, das ist eben das Risiko.

Nicht OK ist, dass der Betreiber nun versucht sich die Mehrheit der Anteil einzukaufen und auf einen Verkauf, wenn's nach ihm geht, vorzeitigen aus ist
:evil:

Aber wie kann man sich dagegen wehren?
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Beitragvon cerco » 19.08.2008 11:31 Uhr

Moin ! Ich kenne da Kleinwindanlagen in Oberfranken , die laufen auch bereits über 10 Jahre. Es sind zwei Anlagen der Firma Geiger .-eine davon voll im Westwind. Auch Harbarth Anlagen mit Ihren Nylon Blättern haben dort schon viele Jahre Energie geliefert. Aus diesem Grund setzen wir bei unseren WSD 1000 auch auf Nylon- allerdings noch mit GFK Faseranteil und UV Schutz. Das große thema ist bei kleinen Windkraftanlagen die perfekte Präzision der Blätter in Gestalt und auch Gewicht. Bei unseren Anlagen gibt es da durch Nylonspritzguss keine Probleme durch absoluten Gleichlauf , das heißt : keine Unwucht.
Lagen auch geringe Unwuchten vor , kann über die Jahre schon mal eine Erneuerung der Lager fällig werden.Guten Wind wünscht cerco ! Ps. auch wenn die Prognose unterschritten wurde - für die ökologische Bilanz sind Windenergieanlagen allermeistens ein Gewinn - energetische Amortisation wesentlich früher als bei den meisten Solaranlagen.
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Beitragvon Silberlocke » 19.08.2008 18:52 Uhr

Wer an Kleinwindanlagen interessiert ist.
www.airmax24.ch


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