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Forum Haustechnik: SHK

Thema: Einzelraumregelung bei Fußbodenheizung

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goetzschaefer

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Hallo

zwei Fragen zum Thema ERR bei Fußbodenheizung

i) macht eine Einzelraumregelung bei einer Fußbodenheizung Sinn oder kann man darauf verzichten.

b) Kann man wenn man auf eine Einzelraumregelung verzichtet, dennoch die Temperaturen in den unterschiedlichen Bereichen (-> Bad / Wohnen / Schlafen) unterschiedlich "warm" gestalten? (Wenn ja wie?)

Allerbesten Dank


PS: Heizung über Wärmepumpe

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roro

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ad 1) ja man kann verzichten. (bei niedrieger VL-Temperatur und gut abgeglichener FBH).

ad 2.) In einem gut gedämmten Haus, ist es an sich immer schwer große Temperaturdifferenzen zu bekommen. (18 Grad im Schlafzimmer und 26 Grad im Bad sind schwer möglich, vor allem wenn diese Räume noch nahe bei einander liegen). Ansonst erfolgt die Einstellung der unterschiedlichen Temperaturen durcj Verlegeabstand und Durchfluss.
Achtung!!!
Einiges muss bereits beim Verlegen der FBH berüksichtig werden, sonst steigt die VL-Temperatur unnötig.

BTW: Ich habe eine WP und FBH (max VL < 35) und komme auf ca. 5 Grad Differenz zwischen wärmsten und kältesten Raum. (WP und keine ERR).
Und nach der ERR verzichte auch gleich auf den Pufferspeicher, falls Dir dieser eingeredet wurde.

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Ber13127

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Hallo,

ich habe zur Zeit geleiche Frage bzw. Problem.

Ich habe WP von Waterkotte, 120 qm Fussbodenheizung und 8 Räume die man über Heizkreisverteiler regeln kann/könnte.

ENEV(ab 2004) gibt nach §14 Abs.2 aber vor, dass jedes Raum eine Einzelraumregelung(Thermostat) besitzen muss.

Heizungsfirma meint, die haben schon über 1000 WP eingebaut und sie bauen grundsetzlich keine Einzelraumregelung(Thermostat) ein, da die WP nicht richtig und effizient arbeiten würde. Kann das überhaupt stimmen?

Und wenn das stimmt, darf man einfach entgegen ENEV, einfach Einzelraumregelung weglassen?

Vielen Dank und viele Grüße
Can.

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Thomas Heufers

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Eine Einzelraumtemperaturregelung ist nach EnEV, KfW-Förderung und sicherlich auch nach der Heizungsanlagenverordnung vorgeschrieben. Nur über die Einzelraumtemperaturregelung kann man die Räume individuell einstellen. Dies gilt für langfristig feste Temperatureinstellungen und für kurzfristig verschiedene Temperatureinstellungen in den einzelnen Räumen.
Beispiel: Von Montag bis Freitag ist der Raum nicht beheizt, für Samstag und Sonntag möchte man den Raum beheizen. Ohne Einzelraumregelung würde dieser Raum beispielsweise kontuirlich beheizt oder nicht beheizt, ein Absenkbetrieb ist nicht möglich.


Wer an einer Einzelraumtemperaturregelung spart, verzichtet auf Komfort. Eine Einzelraumregelung in Kombination mit einer Wärmepumpe sollte grundsätzlich kein Problem darstellen.

Ich vermute in diesem Fall, das man über diesen Weg das Angebot verbilligen will.

Gruß

Thomas Heufers

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Zuletzt bearbeitet von Thomas Heufers am 30.05.2009 12:38, insgesamt einmal bearbeitet

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Oswald

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hallo...

ich pflichte roro teilweise uneingeschränkt bei.
In einem gut gedämmten Haus ist es nach meinen bisherigen Erkenntnissen wirklich "schwer" unterschiedliche Temperaturen hinzubekommen.

Wenn man vom Beginn der Heizperiode an z.B. ein Gästezimmer auf 18° einstellt und die Türen oft geschlossen hält, wird es sicherlich einen signifikanten Temperaturunterschiedgeben.
"Schwieriger" wirds, wenn der Raum schon mal so "warm" geworden ist wie alle anderen, da die Wärmeverluste im Haus SO gering sind, dass es echt kalt werden muss, dmit der Raum überhaupt eine Chance hat auszukühlen.

Ich bestätige allerdings noch mal die Aussage von Thomas Heuffers: ERR ist ZWINGEND für die Förderfähigkeit!

Ich persönlich würde aber nicht mit unterschiedlichen Abständen bei der Verlegung der FBH planen. Grössere Abstände erhöhen die Trägheit der Temperaturregulierung nämlich erheblich!
Ausnahme bildet da meiner Meinung nach das Bad, da man dort "eng" legen sollte weil a) immer deutlich wärmer als der Rest und b) die Heizung dort soll "schnell" reagieren.

Wenn man die ERR noch zusätzlich mit der Steuerung der Heizungsumwälzpumpe koppelt kann man nicht unerhebliche Mengen an Pumpenstrom sparen.
Sind alle Raumventile geschlossen und die Steuerung schaltet die Zirkulationspumpe ab spart das je nach Pumpe einiges in der Heizperiode an Strom und zusätzlich noch an "Tot-Energie-Verlusten" in den Hauptzirkulationskreisen.

Die ERR verringert (bei 1-x geschlossenen Heizkreisen) auch die Menge des umgewälzten Wassers um beträchtliche Anteile.
Das kann im Einzelfall zur Konsequenz haben, dass die Heizung tendenziell zu einer höhren Taktung kommt als wenn alle Heizkreise offen sind.
Wenn das passiert, kann ein "kleiner" Puffer einen Grossteil dieser Taktungsvarianzen "abfedern". Sprich: Die Taktung wird durch unterschiedlich geschlossene Heizkreise wesentlich geringer beeinflusst als ohne.
Das ist meiner Meinung nach der wichtigste Grund, der für einen "kleinen" Puffer bei einer FBH spricht.
Ansonsten ist die Hysterese der Taktung bei einer FBH schon rein physikalisch viel "breiter" ausgeprägt als bei Heizkörpern, weil die Speichermasse des Estrich eine ordentliche Trägheit ins System mit einbringt.

Fazit: In einem gut gedämmten Haus, wird es schwer grosse Temperaturunterschiede in den einzelnen Räumen zu erzielen, wenn man zum einen oft offen stehende Türen hat und nicht grad mit gekippten Fenstern agiert.

Grüsse Oswald

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roro

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Man muss unterscheiden:
1.) ERR zur grundsätzlichen Regelung der Temperatur bei FBH und WP. => Falscher Ansatz und führt immer zu mehr Takten und höherer VL-Temperatur => Mehr Verbrauch
Die Grundregelung soll immer durch die VL-Temperatur und den hydraulischen Abgleich durchgeführt werden.

2.) ERR um bestimmte Räume kurzeitig abregeln zu können bzw. um schnell auf zus. Wärmequellen (Sonne, viele Personen, Kamin, ...) reagieren zu können. => Hier macht eine ERR Sinn und kann auch zu einem geringeren Verbrauch führen.

Beim Puffer muss ich widersprechen, denn damit der Puffer das Mindestumlaufvolumen absichern soll muss er parallel und nicht in Serie eingebunden sein. Dazu ist aber eine zus. UWP notwendig, was wiederum zu einem höheren Verbrauch führt.

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Oswald

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haeh?????

Wieso muss ein Puffer parallel zum Heizkreis sein um die Mindest-Umlaufmenge abzusichern?!?!?!?

Warum überhaupt die Mindestumlaufmenge absichern?

Ich meinte doch etwas völlig anderes:

Da muss ich wohl mal ein Beispiel aufzeigen.
FBH mit 10 Heizkreisen (der Einfachheit alle gleich gross) mit je 10l Heizwasser im Umlauf.
Dann nehmen wir mal noch einen 10l Ausgleichsbehälter hinzu.
Dann sind im Heizkreis 110l Wasser.

Sind alle Ventile der ERR offen zirkulieren 100l Wasser immer reium und werden erhitzt.... kühlen ab werden erhitzt.
Je nach Heizenergiebedarf kühlt diese Menge mal schneller und mal weniger schnell ab.
Im gleichen Massstab muss auch die Heizanlage diese Wassermenge wieder erwärmen.
Um 100l Wasser auf Niveau zu bringen braucht die Heizanlage eine Zeit von sagen wir 10 min.

So weit sollte das ja alles leichtens verständlich sein.

Wenn nun durch einzelne abgesperrte Ventile die umlaufende Wassermenge (in unserem Fall hier 10l je Heizkreis) verringern wird die Heizanlage je geschlossenen Heizkreis 10% geringere Laufzeit brauchen um das verbliebene umlaufende Wasser auf Niveau zu bringen.

bei 1 geschlossenen Ventil = 90 l => 9 min
2 Ventile = 80l => 8 min.
5 Ventile = 50l => 5 min.

Das zeigt ja anschaulich was ich mit erhöhter Taktung sagen wollte.

Wenn ich aber nun in Serie einen Puffer mit sagen wir mal 400l installiere ändert sich die Dauer von 10 min auf 50 min, da ja die fünffache Menge Wasser zirkuliert und zwischen tiefster Temperatur und höchster Temperatur erhitzt werden muss.
Da die fünfache Menge Wasser auch die fünfache Menge Energie beinhaltet wird die Heizanlage jetzt auch nur alle 50 Min diese komplette Menge auf Niveau bringen müssen.

Schliesse ich nun durch die ERR einen Kreis, dann wird aus 500l zirkulierende Menge 490l. Das entspricht dann 49 Min Taktung
Bei 5 Ventilen sinds 450l und 45 Min Taktung.
Un bei allen bis auf ein Ventil zu bleiben noch 41 Min. Taktung

41 min : 50 min = 0, 82 bei 500l Umlaufmenge
1min : 10 min = 0,1 bei 100öl Umlaufmenge

Ohne Puffer beeinflussen 9 geschlossene Heizkreise die Taktung um 90% und mit Puffer nur zu 8%.

Ich bitte die Spezialisten jetzt mal mir zu belegen, dass ein kleiner Puffer sich bei ERR nicht positiv auf die Taktung auswirkt?
Zusätzlich wüsste ich noch gerne warum dieser Puffer parallel geschaltet werden müsste und nicht seriell wie ich hier beschrieben habe.

Grüsse Oswald

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fox

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Hallo Oswald,

für meinen geplanten Bau habe ich ohne nach irgendwelchen Fördermitteln zu schielen für mich beschlossen eine Fussbodenheizung mit einer eher engen Rohrverlegung für möglichst niedrige Vorlauftemperatur und Einzelraumregelung zu verwenden.

Das Problem, was macht die Wärmepumpe wenn z. B. 80 % aller Heizkreise geschlossen sind, sehe ich natürlich auch. Werden dann die Einschaltzeiten zu gering, liegt es aus meiner Sicht aber nicht ursächlich an der ERR sondern am zu geringen Wärmebedarf des Hauses an diesem Betriebspunkt.

Da ist der Vorschlag mit dem Pufferspeicher in Reihe keine schlechte Idee, zumal eine zusätzliche Pumpe wohl nicht benötigt wird.

Wie wird es aber mit dem Mindestdurchfluss durch die Wärmepumpe? Gibt es einen solchen Wert? Hat es Einfluss auf die Wärmepumpe wenn 9 von 10 Heizkreisen abgestellt sind und somit der Durchfluss an Heizungswasser in der Wärmepumpe auf 1/10 absinkt?


Viele Grüße

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Oswald

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hallo fox...


wir haben hier ja ein paar Kältebauer im Forum, die sicherlich was zum Thema Mindestdurchflussmenge sagen können.
Ich stosse auf diesen Begriff in diesem Zusammenhang auch das erste mal.

Aber aus reiner Logik muss es eine Mindestdurchlussmenge geben, damit die Laufzeit zur Erwärmung nicht ZU kurz wird.

Ich habe leider keine Erfahrungswerte, welchen Einfluss bei so niedrigen Vorlauftemperaturen in einem gut gedämmten Haus überhaupt auf die Einschalt- und Stillstand-zeiten hat, wenn z.B. alle bis auf einen Kreis geschlossen sind.
So abwegig und kurz ist diese Situation sicherlich nicht, da ja typischerweise das Bad deutlich höhere Temperaturen hat als alle anderen Räume. In der ersten und in der späten Übergangszeit ist dieser Zustand also sicherlich sehr häufig.

Vielleicht wird die Einschaltzeit auch gar nicht so gering, dass eine mögliche Mindestdurchflussmenge unterschritten wird?
Da hoffe ich mal auf die Kältebauer hier.

Im besten Fall ist die Zeit nicht zu kurz auch bei ERR und es existiert gar kein Problem mit verringertem Umlaufvolumen?
Dann würde ein zusätzlicher Puffer natürlich auch mit seinen Verlusten das Jahresergebnis schmälern.

Warten wir mal ab was hier noch an Informationen kommt....

Grüsse
Oswald

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roro

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Die meisten WP hat ein Mindestvolumstrom beim Heizwasser, da sonst die Spreizung (und die Heisgaßtemperatur) zu groß wird. Bei meiner WP sind das laut Unterlagen 750l/h. Ich habe das einmal testweise durch starkes Herunterregel der WP unterschritten und prompt einen Fehlermeldung und eine Abschaltung bekommen. Das ganze hat wenig mit dem Takten zu tun, da die Wärmemenge auch bei niedrigeren Umlauf transportiert werden kann, es erhöht sich nur die Spreizung.

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fox

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Hallo Oswald, Hallo roro,

erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Ihr habt schon recht. In einem hoch gedämmten Wohnhaus ist es nicht so einfach große Temperaturunterschiede zwischen den Räumen zu erreichen. Trotzdem werde ich wohl zumindest die elektrischen Leitungen für die Einzelraumregelung mit Sicherheit erst mal vorsehen.

Auch das mit dem Mindestvolumenstrom scheint logisch, denn bei feststehender Mindestwärmeleistung der Wärmepumpe ist eben eine bestimmte Wassermenge nötig, wenn die Temperatur nicht zu hoch werden soll. Gibt es dann für die Arbeit der Wärmepumpe bei Einzelraumregelung technische Vorkehrungen um das Unterschreiten des Mindestvolumenstroms zu verhindern? z. B. eine Art hydraulische Weiche

Ja und dann die Sache mit dem Bad. Es macht zumindest in meinem energetisch mittelprächtigen Haus ( Heizungswärme pro m² und Jahr 65 kW) mit erwärmtem Fußboden im Bad einfach mehr Spaß, wenn in den anderen Räumen längst keine Heizung mehr benötigt wird. Bisher ist das durch einen Pufferspeicher ohne große Taktung des Heizkessels möglich. Im Neubau wollte ich aber eigentlich auf einen Pufferspeicher verzichten, da dessen Verluste im Vergleich zur Jahresheizenergie einfach zu groß werden.

Vielleicht ist ja auch in einem heutigen hochgedämmten Haus diese Art Fußbodentemperierung nicht mehr nötig? Wer hat dazu Erfahrungen?



Viele Grüße

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