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vlgew
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Beitragvon vlgew » 08.08.2008 15:40 Uhr

Hallo Frage kann mir jemand mal Erklären so das man es auch versteht
warum mir fast jeder Heizungsbauer ein Luftwärmepumpe Verkaufen will und bei der Nachfrage warum nicht mit Erdwärme diese zu Betreiben ich die Aussage bekommen der unterschied in der Wärmeerzeugung wäre nicht so groß das sich die Mehrkosten für Erdwärme sich Rechnen.
Wobei doch bei Erdwärme konstant Temperatur zu Wärmepumpe kommt und bei der Luftwärmepumpe es unterschiedlich sein kann.
Hat da jemand Erfahrung die er weitergeben kann ?
Für Info wäre ich Dankbar.


GMil
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Beitragvon GMil » 08.08.2008 23:03 Uhr

Wenn es ganz einfach sein soll: die Luft-WP ist vom Anschaffungspreis her günstiger, braucht aber mehr Strom als die Erd-WP. Wann und wie sich die eine oder die andere rechnet, muß man genau prüfen.

Außerdem geht die Erd-WP nicht immer und überall, sondern nur dort, wo man entweder tief bohren kann / darf, oder wo man ein ganzes Grundstück umgraben kann, um die Rohre zu verlegen. Das geht i.d.R. nur beim Neubau. Bei Erdverlegung und vor allem bei Tiefbohrungen ist zudem das Ergebnis u.U. risikobehaftet (Bodentyp), und die verwendeten Pumpen brauchen u.U. mal etwas Wartung.

Die Luft-WP kann technisch überall aufgestellt werden und ist die am einfachsten und damit billigsten zu installierende WP. Außerdem ist sie extrem langlebig ohne jede Wartung (siehe Kühlschrank). Allerdings kann ihr Geräusch den Nachbarn stören.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon Thomas Heufers » 09.08.2008 06:37 Uhr

Seriös kann man Luft-/Wasser-Wärmepumpen nur in sehr gut gedämmten Häusern mit einer kleinen Kubatur einsetzen.
Unseriös ist der Einsatz einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe in Altbauten oder leicht gedämmten Gebäuden.
Die scheinbar günstige Anlagetechnik entpuppt sich später als Energieschleuder.

Gruß

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Beitragvon idref2001 » 09.08.2008 08:36 Uhr

vlgew hat geschrieben:Hallo Frage kann mir jemand mal Erklären so das man es auch versteht
warum mir fast jeder Heizungsbauer ein Luftwärmepumpe Verkaufen will und bei der Nachfrage warum nicht mit Erdwärme diese zu Betreiben ich die Aussage bekommen der unterschied in der Wärmeerzeugung wäre nicht so groß das sich die Mehrkosten für Erdwärme sich Rechnen.
Wobei doch bei Erdwärme konstant Temperatur zu Wärmepumpe kommt und bei der Luftwärmepumpe es unterschiedlich sein kann.
Hat da jemand Erfahrung die er weitergeben kann ?
Für Info wäre ich Dankbar.

Hallo vlgew,
vor 1 1/2 Jahren stand ich bei meinem Neubau vor der gleichn Entscheidung wie du jetzt, ich wollte umbedingt eine Erdwärmepumpe. Die sache hatte nur einen Hacken die Bohrung sollte damals ca.10000 € kosten.
Mein Heizungbauer hat mir dann vorgerechnet das der Mehrpreis für die EW mit Bohrung 8000€ währe. Die Jahresmehrkosten der LWP im Raum Köln pro Jahr nur 100€ wären.
8000 durch 100 = 80 Jahre
Da stand meine Entscheidung für die LWP dann fest.
Schau dir mal den Link zu der Googletabelle an.
http://spreadsheets.google.com/pub?key= ... Oqbg&gid=3
Dort siehst du Verbrauchswerte verschiedner WP und wirst feststellen das die Werte von einer Sole WP nicht viel besser sind als einer LWP.
@ alle
Bei der Tabelle kann übrigens eder mitmachen.
Gruß idref2001 8)
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Beitragvon Thomas Heufers » 09.08.2008 10:34 Uhr

Der Feldtest zu Wärmepumpen der lokalen Agenda-Gruppe 21 Umwelt/Energie Lahr/BW hat sich objektiv mit den Einsatzbedingungen verschiedener Wärmepumpensysteme auseinandergesetzt.
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/WP-Bericht-2006-07.pdf
Hierbei hat auch eine Begehung der Wohngebäude vor Ort stattgefunden und das Nutzerverhalten ist auch berücksichtigt worden.


Die lokale Agenda-Gruppe 21 sieht den Einsatz von Luft-/Wasser-Wärmepumpen eher kritisch.

Siehe auch die Anmerkungen von Stiftung Warentest, Ökotest, Bund der Energieverbraucher, etc.......

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon GMil » 09.08.2008 20:12 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:Seriös kann man Luft-/Wasser-Wärmepumpen nur in sehr gut gedämmten Häusern mit einer kleinen Kubatur einsetzen.
Unseriös ist der Einsatz einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe in Altbauten oder leicht gedämmten Gebäuden.
Die scheinbar günstige Anlagetechnik entpuppt sich später als Energieschleuder.

Gruß

Thomas Heufers


Sehr gut gedämmte Häuser sind ausnahmslos Neubauten, und gerade dort ist die Luft-WP weniger effizient als z. B. die Direktverdampfer-WP, Sole-WP etc. Gerade dort würde ich sie also nicht einsetzen, denn wer neu baut, kann auch sein Grundstück umgraben und mit Kollektorröhren oder WT bestücken, Tiefbohrungen anbringen lassen usw. usw.! Warum sollte man da eine Luft-WP nutzen?

Aber in ungedämmten Altbauten mit hohen Vorlauf-Temperaturen ist die Luft-WP oft die einzige Wärmepumpe, die überhaupt verwendbar ist. Wer würde schon sein fertiges Grundstück umwühlen lassen oder sich Tiefbohr-Spezialfahrzeuge in den Garten stellen?

Wer also von fossilen Brennstoffen weg will und nicht genug Platz für Pellets etc. hat, bekommt gerade in der Luft-WP eine preiswerte und einfach zu verwirklichende Lösung, die deutlich günstiger heizt als Fossilbrennstoffe. Sie ist damit der Allrounder unter den Ersatzlösungen für alte Öl- oder Gasheizungen, und es gibt so gut wie kein Altbau-Haus, für das sie nicht anwendbar wäre, auch wenn es 100 oder 200 kW Heizleistung benötigt.

Wer dagegen Energiesparrekorde anstrebt und die Ökonomie seiner Lösung erst an 2. Stelle sieht, der sollte am besten ein Plusenergiehaus bauen und auf jegliche Heizung ganz verzichten. Leider hat kaum jemand dazu die finanziellen Möglichkeiten, und es ist auch lang nicht jedermanns Geschmack.

Gruß

Gerhard
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Beitragvon machtnix » 09.08.2008 20:38 Uhr

Wärmepumpen hin oder her,ob Sole oer Direktverdampfer,oder Wasser oder Luft,man sollte immer jeden einzelnen Anwendungsfall für sich betrachten.

Wenn jemand sowieso schon einen bescheidenen Garten hat,der kann ja wohl gut mit den Umgrabungsarbeiten leben.

Bei den Luft-WP sind die Maschinen meist um einiges teurer was somit fast die Gartenarbeiten wieder aufhebt.Nicht ganz aber wenn man die Förderungen mit berücksichtigt,kommt man ganz gut hin.

Auch bei Luft Außenaufstellung muß ich meine Leitungen ins Erdreich vergraben,ist zwar nicht ganz so aufwendig,aber graben muß ich.
Einen weiteren nachteil sehe ich in der eventuellen Lärmbelästigung in der Nachbarschaft.
Dies muß zwar nicht immer und überall zutreffen,aber gerade in Reihenhaussiedlungen wäre ich damit verdammt vorsichtig.

Also bitte immer schön jeden Einzelfall und Anwendungsfall für sich betrachten.

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