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rrgab
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Beitragvon rrgab » 01.08.2008 20:14 Uhr

Hallo Forum,

ich habe das Thema Heizungserneuerung nun schon lange vor der Brust, bisher aber keine passende Lösung gefunden.

Hier erst mal die Daten:
Massivhaus Baujahr 1985
Klinkerbau
150 m² Wohnfläche
Fußbodenheizung im ganzen Haus + 3 Wandheizkörper (Bad, Keller, Abstellraum)
Gasheizung Baujahr 1985 mit Luftwärempumpe auf dem Warmwasserspeicher
Kamin im Wohnzimmer (ca. 10 - 15 mal im Jahr genutzt)
Energieverbrauch bis 2006 ca. 21000kWh

2006 habe ich die Wärmeschutzverglasung der Fenster gegen neue austauschen lassen.
Dannach sank der Energieverbrauch auf 17000kWh

Ich möchte nun noch die Kellerdecke isolieren - dies schein mir die einzig noch verbleibende sinnvolle (Kosten/Aufwand) bauliche Maßnahme um den Energieverbrauch noch zu senken.

Als nächstes steht jetzt Erneuerung der Heizungsanlage an.
Da das Hausdach nach Süden ausgerichtet ist, dachte ich gleich an ein Gasbrennwertgerät mit Solarmodulen für die Warmwassergewinnung und zur Heizungsunterstützung.
Ich habe auch darüber nachgedacht die notwendige Steuerung der Heizung schon so zu wählen, dass nachträglich noch der Kamin (Wassertasche nachrüsten) angeschlossen werden könnte und einen entsprechend großen Wasserspeicher zu nehmen.

Der Heizungsbauer meines Vertrauens hat mir nun aber eine Geothermieanlage schmackhaft machen wollen.
Mit einer Schüco WP und, was ich noch nicht verstanden habe, mit einer zusätzlichen Solaranlage auf dem Dach. Das Angebot hat er mir noch vor seinem Urlaub in den Briefkasten geworfen - und mich mit vielen Fragen zurück gelassen :?:

Warum noch eine Solaranlage? Die WP erzegt doch auch das Warmwasser?
Ich habe mir von 2 Spezialfirmen ebenfalls Angebote eingeholt und die hatten keine Solaranlage angeboten.
Die wollen mir eine WP mit ca. 9,5 kW und einer Tiefenbohrung von 140m bzw. 2 x 70m verkaufen.

Muss den eine Solaranlage wirklich sein wenn ich eine WP habe?
Kann die Leistungszahl von 3,7 bei meinen Vorraussetzungen realistisch erreicht werden?

Das Angebot der WP incl. der Solaranlage liegt doppelt so hoch wie die beiden anderen Angebote die nur eine WP angeboten haben.
In allen Angeboten sind die Kosten für die Bohrung bereits berücksichtigt.

Für Eure Antworten wäre ich wirklich dankbar.

Gruß
rrgab

machtnix
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Beitragvon machtnix » 01.08.2008 21:02 Uhr

Wärmepumpe und Solar ist Blödsinn.
Nehmen wir mal du hast einen Energieverbauch von 700€ im Jahr mit einer WP.Warum soll man dann noch für mehrer tausend Euro Solar auf's Dach packen um die Energiekosten dann um 50€ zu senken?

Tiefenbohrung?Rausgeschmissenes Geld.
Man nehme Erdkollektoren und suche sich einen Kälteanlagenbauer der sich damit auskennt.
Es soll auch ab und zu einen guten Heizungsbauer geben der sich damit auskennt,deiner gehört jedenfalls nicht dazu.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 02.08.2008 09:49 Uhr

Bei steigenden Energiepreisen macht der Einsatz von Solarthermie sehrwohl Sinn.
Um die Entscheidung leichter zu machen, bietet die BAFA (bafa.de) einen Kombinationsbonus für Wärmepumpe mit Solarthermie an.
Infoblatt der BAFA-Förderung >>
http://energie-effizientes-haus.de/Daten/BAFA-energie_ee_uebersicht_basis_und_bonusfoerd erung.pdf

Folgendes Beispiel:
Einfamilienhaus mit 140 m² Fußbodenheizung
- Förderung mit förderfähiger Luft-Wärmepumpe 700 € bzw. förderfähiger Sole- oder Wasser-Wärmepumpe 1.400 €
- Förderung förderfähiger Brauchwasser-Solarthermie 410 €
- Förderung der Kombination Wärmepumpe mit Solarthermie 750 €

Vorteil ist auch, dass die Lebensdauer der Wärmepumpe durch den Einsatz der Solarthermie verlängert wird.

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon machtnix » 02.08.2008 10:11 Uhr

Wir verkaufen heute anscheinend keine optimalen Heizungsanlagen mehr sondern nur noch optimale Förderungen.
Absoluter Schwachsinn.

Laß die Solaranlage weg und alles wird gut.
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Beitragvon machtnix » 02.08.2008 10:15 Uhr

Vorteil ist auch, dass die Lebensdauer der Wärmepumpe durch den Einsatz der Solarthermie verlängert wird.

So ein dummes Geschwätz habe ich selten gehört.

Bei einem meiner Kunden läuft eine Luft-WP ohne Solar seit 1978.
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Beitragvon rrgab » 02.08.2008 10:21 Uhr

Thomas Heufers hat geschrieben:Bei steigenden Energiepreisen macht der Einsatz von Solarthermie sehrwohl Sinn.

machtnix hat geschrieben:Wärmepumpe und Solar ist Blödsinn.
Nehmen wir mal du hast einen Energieverbauch von 700€ im Jahr mit einer WP.Warum soll man dann noch für mehrer tausend Euro Solar auf's Dach packen um die Energiekosten dann um 50€ zu senken?


Hallo Thomas, hallo machtnix

danke für Eure Antworten.
Das Argument von machtnix ist nicht von der Hand zu weisen.
Wir reden hier von 18.000€ (WP incl. Bohrung) zu 36.000€ (WP, Erdbohrung und Solar). Wobei bei diesem Angebot der Solaranteil bei 8.500€ liegt.
Also selbst wenn ich mich nur auf den Anteil der Solaranlage beziehe, muss ich schon lange heizen um das Geld wieder reinzubekommen.
Das rechnet sich nicht wirklich.

Für mich als Laie ist es halt schwierig die einzelnen Angebote miteinander zu vergleichen.
Aber wenn ich das jetzt richtig einschätze dann gibt es keinen wirklichen Grund (außer vielleicht dem ökologischen) außer einer WP auch noch eine Solaranlage mit einzubauen. D.h. mit der WP kann man auch ökonomisch sinnvoll das Brauchwasser erzeugen, oder?
Ich muss ja die VL-Temperatur von 30-35°C, die für meine FB-Heizung ausreichen, auf 55-60°C für die WW-Bereitung bekommen.
Wenn das die WP ökonomisch hinbekommt, brauche ich mir über eine zusätzliche Solaranlage keine Gedanken machen.

Gruß
rrgab

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Beitragvon Thomas Heufers » 02.08.2008 11:32 Uhr

Ich habe mich auf eine Brauchwasser-Solarthermie bezogen. Eine solche Solaranlage ist komplett installiert für 4. - 5.000 € inkl. Mwst. zu bekommen. Davon kann man ca. 1.200 € an Förderung (inkl. Kombinationsbonus) abziehen. In der Solaranlage ist auch Brauchwasserspeicher integriert, dieser fällt per se für die Warmwasser-Bereitstellung an.

Nutze die Gelegenheit und lass Dich unabhängig bei einer Verbraucherzentrale beraten und zögere bitte nicht dem Forum Dein Beratungsergebnis mitzuteilen.
http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/

Folgender Beitrag geht auf die Wirtschaftlichkeit der Solarwärme ein. >>
http://www.energieverbraucher.de/de/Erneuerbare_Energien/Sonnenwaerme/site__426/

Gruß

Thomas Heufers

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Beitragvon machtnix » 02.08.2008 13:10 Uhr

Zur Brauchwassernutzung ist eine Solaranlage ja noch ein viel größerer Irrsinn.
Habe gestern einem Kunden davon abgeraten,er soll das Geld lieber mit seiner frau im Urlaub verprassen.

In deinem Fall nimmst du am besten eine Brauchwasserwärmepumpe,die heizt immer auch nachts und bei schlechtem Wetter,365 Tage im Jahr.
Ich nehme gerne die Dimplex BWP 30H.Ein Supergerät und auch noch bezahlbar.
So kannst du im Sommer die Heizungswärmepumpe komplett abschalten.
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Beitragvon transformer » 06.08.2008 20:32 Uhr

"Ich muss ja die VL-Temperatur von 30-35°C, die für meine FB-Heizung ausreichen, auf 55-60°C für die WW-Bereitung bekommen."

Hallo rrgab,

musst Du nicht! Mit einem Frischwassersystem, bzw. der WW-Bereitung nach dem Durchlaufprinzip genügen für legionellenfreies Warmwasser etwa 45 °C. Gute WP-Systeme schaffen selbst dass mit Arbeitszahlen von 4. Zum Vergleich: Feldstudien bescheinigen den Sole-Systemen im Schnitt nur eine JAZ von 3,5 für Heizung und WW.

Schüco langt bei dem System ordentlich hin, selbst wenn die WP hier nur ein relativ mittelprächtiger Hersteller zuliefert. Könnte man besser machen, bei Systemen ohne Sole wie der Direktverdampfung werden die "Klimmzüge" mit Solar zur Regenerierung der Wärmequelle schon obsolet.


:idea: An dieser Stelle wieder mal Werbung im weitestgehend uneigennützigen Sinne: http://www.klima-innovativ.de

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