Hallo,
seit etwa eineinhalb Jahren sind wir jetzt stolze Besitzer eines Walmdachbungalows aus dem Jahre 1974. Leider haben die steigenden Energiepreise mittlerweile den Charme dieses großen Hauses ziemlich verblassen lassen. Dass dieses Haus einen höheren Energiebedarf hat als vergleichsweise moderne Häuser war uns beim Kauf schon klar, aber als wir damals die Finanzierung gemacht haben und die monatliche Belastung ausgependelt haben, sind wir beispielweise von einer kontinuierlichen Steigerung des Heizölpreises von ca. 1 € bis zum Jahre 2017 ausgegangen.
Doch schon jetzt hat sich der Heizölpreis verdoppelt und insgesamt sind die Energie- und Lebenshaltungskosten seitdem deutlich gestiegen. Auf den Monat gerechnet bezahlen wir momentan 234 € für Heizöl (ca. 2700 l pro Jahr) und ca. 70 € für Strom. Da mir das mittlerweile eindeutig zuviel wird und die Ölheizung auch schon 22 Jahre alt ist, denke ich bereits schon etwas länger über einen Austausch der Heizung und eine Dämmung des Hauses nach (obwohl es der Geldbeutel eigentlich noch nicht hergibt).
Mein erster Gedanke war, zunächst das veraltete Heizsystem auszutauschen und dann irgendwann später zu dämmen. Da wir einen sehr großen Wintergarten mit Lüftung zum Walmdach haben, kam mir hier eine Luftwärmepumpe in den Sinn, die die Luft dann von außen über einen kurzen Schacht aus dem Wintergarten heraussagen sollte.
Wie es das Schicksal so will, musste gerade heute unsere alte Ölheizung gewartet werden und so habe ich den hier ansässigen Heizungsbauer einfach mal mit dieser Idee konfrontiert. Der alte Herr, der kurz vor seiner Pensionierung steht, konnte sich zwischendurch das Schmunzeln nicht verkneifen....am Ende sagte er dann, dass der Wintergarten trotz seiner Größe wahrscheinlich total auskühlen würde, da die momentane Temperatur keine Auskunft über den Energiegehalt gebe (??). Zudem würde durch den Luftstrom während des Winters immer wieder kalte Außenluft in den Walmdachboden gesaugt, was wegen der schlechten Isolierung wahrscheinlich dazu führe, dass die darunter liegenden Schlafräume schneller auskühlen könnten.
Seiner Meinung nach, sollte die erste Maßnahme eigentlich sein, das Haus erst mal hinreichend zu dämmen und danach über eine passende Heizung nachzudenken. Wenn beides zusammen vom finanziellen Rahmen nicht möglich sein sollte, sollte ich mich schon mal von dem Gedanken Wärmepumpe verabschieden, da sie seiner Meinung nach bei unserem momentanen Wärmedarf nach späterer Dämmung dann total überdimensioniert wäre. Die einzige und relativ günstige Möglichkeit von der Anschaffung wäre zum jetzigen Zeitpunkt eine Gasbrennwerttherme.
Er erklärte mir dann ausführlich, was das Ding alles kann.........und das sie
immer noch wesentlich effezienter arbeiten würde als unsere Ölheizung und zu guter letzt noch modulierbar (7- 23KW) wäre, so dass man dann im Fall der nachträglichen Dämmung die Heizleistung immer noch herunterregeln könne. Ich habe mir dann kurzerhand einfach mal ein Angebot machen lassen und er sagte, dass ich da mit Installation, Entsorgung der Heizung (ohne Tanks), 200 l Speicher und Solarvorrichtung mit ca.
6000 € rechnen müsste. Hinzu kämen dann noch die Kosten für den Gasanschluss, was ich dann mit meinem Energieversorger besprechen müsste.
Da ich mir immer noch nicht sicher bin würde ich gern noch ein paar Meinungen hören:
War die Idee mit dem Wintergarten wirklich so abwägig?
Ist das Angebot unseres ansässigen Heizungsbauers so in Ordnung oder wäre nicht die Installation einer Luftwärmepumpe sogar günstiger?
Wenn man aus Kostengründen nun mal nicht Heizung und Dämmung erneuern kann, die Erneuerung der Heizung aber ansteht, wo liegt die Schwierigkeit der Dimensionierung einer Wärmepumpe bezüglich nachträglicher Dämmung?
Wir könnten momentan 6000 € Eigenanteil aufbringen und würden maximal 10 000 € finanzieren wollen. Was kann man für 16 000 € erwarten?
Noch ein paar Daten zu Haus:
- Walmdachbungalow mit vier Ebenen, Baujahr 1974
- 260 qm Nutzfläche, 160 qm zu beheizende Wohnfläche
- größtenteils Fenster erneuert
- Mauerwerk: Klinker-Kalksandstein (wahrscheinlich ohne Dämmung, max
3 - 4cm Zwischenraum)
- Ölverbrauch momentan 2500 - 2700 l jährl., errechneter Heizernegie-
kennwert ca. 135 kW/m"
- nachträglich aufgesetztes Walmdach ungedämmt, darunterliegendes
Flachdach mit schätzungsweise 6cm Mineralfaser gedämmt
Danke vorab für eure Bemühungen und Kompliment an die Moderatoren dieses fantastischen Forums!
Gruß!
Carstino