Hallo Christian,
die EnEV wurde kürzlich geändert, Hauptpunkt waren die Luftwechselraten von 0,5. Die waren etwas überzogen und bescherten den Häusern tatsächlich einen höheren Energieverbrauch als bei Häusern ohne. Jetzt betragen die Werte zwar nur noch 0,25, aber trotzdem möchte die Branche auch noch gut Geld damit verdienen.
Das mit der KWL ist auch so eine Sache. Beworben werden die Anlagen von der Industrie mit dem Argument der Feuchte und des Schimmels. In fast allen Fällen leiden beheizte Häuser im Winter aber unter zu trockener Raumluft. Nur der 1. Winter mit der Ausheizphase beim Massivbau hat hohe Luftfeuchten zur Folge. Das Problem der Schimmelbildung in kalten Aussenecken ist beim Einsatz einer Fußbodenheizung die im Gegensatz zu Radiatoren auch den letzten Winkel durchwärmt sowieso minimiert. Wenn man den Lüftungsverlust über das öffnen der Fenster mit 1/3 ansetzt ergeben sich bei beispielsweise 450,- Euro Jahresheizkosten etwa 150,- Euro die mehr zu Buche schlagen. Dagegen stehen die Stromkosten der KWL und deren Anschaffung mit etwa 8.000,- Euro, sprich: die KWL rechnet sich nicht. Im Endeffekt ist schlicht das Verhältnis Personen und Rauminhalt des Gebäudes gefragt: je größer das Haus und je weniger Bewohner desto verzichtbarer ist die KWL.
Die Rückgewinnungswerte von 90% und mehr beziehen sich nur auf die Temperatur, nicht auf den Energieinhalt der Luft, der von der Feuchte abhängt. Und die geht verloren, Winterluft ist sehr trocken und müsste sogar extra befeuchtet werden um ein erträgliches Raumklima zu haben. Allein der Angleich der Feuchte der angesogenen Luft von max. 5% auf erträgliche 40% benötigt sehr viel Wasserdampf und damit Energie, sprich Sie müssen zuheizen. Der reale Rückgewinnungsgrad kommt deshalb leider nur auf etwa 25%...
Weniger ist in diesem Fall mehr, etwa eine dezentrale Lüftung. Die Einbindung des Ofens, es geht hier nur um die Wärmeverteilung, macht bei häufigem Gebrauch Sinn, bei Gelegenheitsheizern aber kaum mehr.
Selbstverständlich kannst Du auch bei einem Direktverdampfer sparen, z.B. an der notwendigen Kollektorfläche. Oder Du kannst auch mehr Geld ausgeben, etwa für eine zweite Wärmepumpe für´s Warmwasser. Wie schon die FAWA-Studie zeigt, ist es sinnvoller das WW über die Heizungswärmepumpe gleich mit zu erledigen lassen.
Zu den Preisen gilt ein einfacher Grundsatz: Eine höhere Effizienz bedingt den Einsatz von mehr und hochwertigerer Technik. Das macht den Invest höher, um hinterher mehr sparen zu können. Du hast also die Wahl zwischen Pest und Cholera...