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Moselaner
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Beitragvon Moselaner » 14.05.2008 18:00 Uhr

Hallo allerseits,

ich stehe vor der Entscheidung, die Heizungsanlage im Hause meiner Mutter zu erneuern.

Status quo:
Ölkessel Bj. 1978 (völlig überdimensioniert) mit 51 kW Leistung
mit diversen "Tuning-Teilen", z.B. Brennraum mit Schamotte-Ausmauerung verkleinert
Brenner mit Düse Größe 0,7
Jahresverbrauch ca. 4000 bis 5000 Liter Öl je nach Witterung
keine Brauchwasser-Erwärmung (dezentral mit elektron. Durchlauferhitzer)
Beheizt werden:
Ladengeschäft 100 m² mit großen Einfachverglasten Fensterflächen (Doppelverglasung tabu weil Hochwasser-Gebiet)
Raumtemperatur 12 - 15 °C (Blumengeschäft)
Wohnraum 60 m², Temp. 22°C / Nachtabsenkung 16°C
Büroraum 16 m² Temp. 20°C / Nachtabsenkung 16°C
Schlaf- und Nebenräume (wenig beheizt) ca. 60 m²

Benötigte Vorlauftemperatur durch Versuche ermittelt 65°C, vielleicht noch etwas Spielraum nach unten

Da Öl mehr und mehr zum Spekulationsobjekt wird, möchte ich unbedingt von der Ölheizung wegkommen.

Kein Gasanschluss vor Ort

Pellets etc. fällt aus, da mögliche Lagerräume im Keller hochwassergefährdet

Mir schwebt derzeit eine Luft-WP-Lösung vor, da auch eine Erdbohrung oder Flachkollektor nicht möglich sind (Hausmauern = Grundstücksgrenze).

In einem anderen Beitrag las ich vom Golden Energy - Kessel in Verbindung mit Mitsubishi- Außeneinheit. Dieser Kessel scheint mir für meine Anwendung jedoch "oversized", da ich weder Brauchwasser-Erwärmung, noch Solar-Unterstützung (keine geeigneten Dach- / Wandflächen) benötige.

Gibt es diese Anlagen auch in "nur Heizen"-Ausführung? Oder sollte / könnte ich evtl. auf Wärmerückgewinnungs-Anlagen aus der Kältetechnik zurückgreifen?

Derzeit noch Fragen über Fragen. Wie sehen Eure Erfahrungen und Ratschläge aus?
Gruß von der Moselschleife

Jörg

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Beitragvon machtnix » 14.05.2008 18:18 Uhr

Moselschleife?weiß nicht ob das bei dir in der Nähe ist aber in deinem speziellen Fall würde ich mich einmal an den Kollegen Bleser wenden:
http://www.kaelte-bleser.de/
Der kann dir bestimmt weiterhelfen.
GMil
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Beitragvon GMil » 14.05.2008 22:57 Uhr

Hallo Jörg,

zur Golden Energy kann ich Dir Auskunft geben:

Nein, die Anlage wäre nicht oversized, weil der Brauchwasserbereiter als Speicher-im Speicher-System ausgeführt ist. Wer kein Brauchwasser benötigt, füllt und verschließt ihn dann ausgangsseitig, während die Eingangsseite mit dem Heizkreis verbunden wird. Ungefüllt würde er zerquetscht, beim Verschluß beider Öffnungen könnte er wegen Überdrucks beim Heizen platzen. Beim einseitigen Anschluß an die Heizung regelt sich dagegen der Druck über das Ausgleichsgefäß der Heizung. Thermisch wirkt die Sache dann so, als sei der Heizungspuffer einfach um die 150 l des BW-Speichers größer, was absolut kein Nachteil ist, da der BW-Speicher durch seine Einbettung in den Puffer praktisch keine schädliche Wärmeabstrahlung erzeugen kann.

Die 2. Heizschlange im Puffer wird m.E. in 99% aller installierten WPn ungenutzt bleiben, so auch hier. Sie ist somit ebenfalls kein Nachteil.

Theoretisch könnte man natürlich einen anderen Puffer ohne BW-Speicher und Heizschlange verwenden, nur müßte der die speziellen Anschlußabstände des WTs der GE-Anlage haben, da nur kürzeste Direktverbindungen zwischen beiden Geräten die Konvektion garantieren. Sowas wird schlecht zu bekommen sein, und außerdem liefert GE ja den Speicher im Bundle mit. Mir ist nicht bekannt, ob der "abbestellbar" wäre; außerdem bin ich mir ziemlich sicher, daß GE dann keine Gewährleistung für die Gesamtfunktion der Anlage übernehmen würde. Das ist also keine wirkliche Lösung, sondern das Komplettpaket kann und sollte unverändert zum Einsatz kommen.

Das einzige, was mir bei diesem Einsatz Kopfzerbrechen verursachen würde, ist die Aussage "Hauswand = Grundstücksgrenze" Die GE-WPn sind für Außenaufstellung gedacht. Sie sind zwar durch den externen WT relativ klein, aber selbst wenn man sie -wie ich- per Konsole an die Wand hängt, ragen sie in diesem Fall ja bereits ins Nachbargrundstück! Zweites Problem könnte die Geräuschentwicklung sein, wenn der Nachbar damit ein Problem hat. Die Geräte sind zwar lt. Hersteller mit die leisesten am Markt, aber gewiß nicht lautlos.

Eine praktikable Alternative könnte die Montage auf dem Dach sein. Die Pumpe benötigt nur 2 relativ dünne, isolierte CU-Rohre und 2 Stromleitungen sowie eine Ableitung für das Kondenswasser.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon Moselaner » 15.05.2008 08:33 Uhr

Hallo Gerhard,

Danke für Deine Erklärungen zum GE-System. Die Einbindung des internen BW-Kessels in den Heizungskreislauf leuchtet mir ein. Rein gefühlsmäßig ging es mir eher darum, nicht erforderliche Ausrüstung mitkaufen zu müssen.

Die Aufstellung der Außeneinheit ist in der Tat das kniffligste an der Sache. Es bleibt einzig die Aufstellung auf dem Dach, ca. 10 Meter über dem Wärmetauscher. Dazu müssten ein paar Veränderungen an einer ca. 25° geneigten Dachfläche ausgeführt werden. Das Gewicht der Außeneinheit abzufangen wäre das kleinste Problem. Auch die Geräuschentwicklung (Nachbarn) macht mir keine Sorgen. Ich mache mir viel mehr Gedanken um die beim Betrieb des Verdichters entstehenden Vibrationen...

Am sympatischsten wäre mir, eine vergleichbare Anlage einmal zu besichtigen. Ich werde die GE-Leute mal anschreiben und Infos einholen.

Mir kommt gerade der Gedanke, ob es am Markt nicht auch dreiteilige Systeme gibt. Also Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger/Wärmetauscher/Pufferspeicher separat. Den Wärmetauscher/Pufferspeicher im jetzigen Heizungsraum aufgestellt, den Verdichter im gleichen Raum hoch montiert (wegen Hochwassergefahr) und den Verdampfer dann aufs Dach. So würden die Verdichter-Geräusche und -Vibrationen nicht außen, bzw. am Dachgebälk entstehen.

Natürlich lassen sich die einzelnen Komponenten berechnen. Auch die Montage wäre kein Problem für mich als Kältetechniker. Andererseits wäre mir wohler, auf ein komplettes System mit "Funktionsgarantie" zugreifen zu können...
Gruß von der Moselschleife

Jörg
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 15.05.2008 20:26 Uhr

@ moselaner

Bund der Energieverbraucher hat zu diesem Thema eine kritische Betrachtung:
Wärmepumpen - Top oder Flop?
http://www.energieverbraucher.de/de/Zuhause/Heizen/Waermepumpen/site__293/

Es ist verständlich, dass man zuerst einmal nach günstigen Möglichkeiten schaut, Energie einzusparen. Die Investition für die Wärmepumpe ist gegenüber anderen energetischen Sanierungen wesentlich günstiger.
Man glaubt auf diesem Wege eine schnelle und kostengünstige Energiesparalternative aufgetan zu haben.
Richtigerweise ist das aber nicht so. Damit die Wärmepumpe ihr energiesparenden Effekte ausspielen kann, muss zum einen das Gebäude energetisch saniert werden, d.h. Dämmung der Außenhülle (Dach, Wand, Fenster und gegen Erdreich), zum anderen muss idealerweise ein Wärmeübergang mit einer Fußbodenheizung oder Wand-/Flächenheizung (Vorlauf von 28 - 35° Celsius) erfolgen. Nur so kann eine Wärmepumpe ihre gewünschte Effizienz erzielen.


Bei dem genannten Energieverbrauch und den Systemvoraussetzungen sehe ich da keine gute Voraussetzung für eine Wärmepumpe.
Wir können uns gerne in 1 - 2 Jahren nochmal über das Thema und die Erfahrungen mit dem Systemwechsel unterhalten.


In jedem Fall würde ich das Heizkonzept nochmal von objektiver Seite überprüfen lassen.
Die Verbraucherzentralen bieten gegen geringes Geld eine individuelle Energieberatung an.
http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/

Aus der WDR-Redaktion der Verbrauchersendung Markt:
Stromkonzerne und Hersteller versprechen bei Einsatz einer Wärmepumpe eine Heizkostenersparnis von bis zu 50 Prozent. Doch manch ein Betreiber zieht nach einigen Jahren eine ernüchternde Bilanz: Die präsentierten Kostenrechnungen erweisen sich als geschönt.
http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2008/0428/06_waermepumpe.jsp


Gruß

Thomas Heufers


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