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trebor
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Beitragvon trebor » 12.05.2008 09:07 Uhr

Hallo,
bin neu im Forum. Wir bauen ein KfW40 Holzhaus (DHH) und überlegen welche Heizung für uns die Richtige ist.
Von der Sole-Wasser Wärmepumpe sind wir fast weg, da die Kosten zu hoch sind oder wie sehen das die Forum Teilnehmer?

Hier meine Überlegung:
Derzeit haben wir ein KfW60 Haus (DHH) mit Gastherme ohne Solaranlage (monatl. Gasabschlag 60,--€+Kaminkehrer alle 2 Jahre 35,--€+ Wartungsvertrag 155,--€/Jahr) was wir im Zuge des Neubaus verkaufen werden.
Wärmepumpe Sole/Wasser kostet etwa genausoviel wie Gastherme plus 10qm Solarpannels. Aber bei der Wärmepumpe kommt die Bohrung hinzu ca. 9.000,--€ bei 2x75m.
Gehe ich davon aus, dass durch die Solaranlage und besserer Dämmung und nun kompletter Süd-Westausrichtung die monatl. Gasabschläge etwas zurückgehen so auf 45,-€ und die Stromkosten für die Wärmepumpe bei ca. 35,--€/Monat liegen, habe ich pro Jahr eine Ersparnis von 120,--€.
9.000,--/120,-- entsprechen 75 Jahre für eine Armortisation der Wärmepumpe gegenüber Gas/Solar.
Wartungskosten habe ich bei beiden Anlagen und erneuern muß ich alles nach 20-30 Jahren genauso.
Wo ist der Vorteil einer Wärmepumpe?
Strom und Gaskosten steigen derzeit im gleichen Verhältnis.
Eine Luft/Wasserwärmepumpe hat eine geringe Effizienz spart aber die Bohrung bei gleichzeitig größeren Kosten gegenüber Gas/Solar.

Wer kann mir weiterhelfen oder hat Infos bzw. Erfahrungen.

Grüsse

Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 12.05.2008 11:04 Uhr

Welches Heizsystem auf lange Sicht das Richtige ist, muss jeder für sich selbst herausfinden. Je nach Argumenten und Rechenwegen stellt sich das eine oder das andere System als das subjektiv bessere heraus.

Wir haben diese Frage bei unserem eigenen privaten Bauvorhaben im Jahr 2004 nach allen Seiten abgewogen. Unsere Ausgangssituation hat uns da einfacher gemacht. - Energiesparhaus KfW 40 mit Passivhaus-Standard -
Die Verbrauchsstatistik ist unter folgendem Link veröffentlicht. >>
http://energie-effizientes-haus.de/html/energieverbrauch_waermepumpe.html
Mit einem gesamten Energiebedarf von unter 2.500 kWh pro Jahr (Strom) für Warmwasser und Heizung sind wir durchweg zufrieden, unsere Energiekosten betragen in 2007 unter 30 € pro Monat inkl. Zählerkosten und Mwst..


Wir haben seinerzeit auch eine gemeinsame Wärmeversorgung für beide Doppelhaushälften angestrebt, das hat leider nicht geklappt. In dem Fall hätten wir eine Sole/Wasser-Wärmepumpe mit einem gemeinsamen Heizung- und Technikraum geplant und die Verbräuche über Wärmemengenzähler, Stromzähler und Wasserzähler selektiv erfasst.
Folgende Argumente sprechen für diese Lösung:
- geringere Investitionskosten
- nur ein gemeinsamer Hausanschluss für Strom und Wasser
- nur eine Heizungsanlage, Einsparung der zweiten Heizungsanlage
- geringerer Wartungsaufwand
- Raumgewinn durch Wegfall der zusätzlichen Komponenten
- nur eine Solarstrang zur Dachhaut
- keine zweite Solarsteuerung
- etc.


Wenn man das gemeinsame Energiekonzept konsequent umsetzt, sind bei der Investition der Wärmetechnik Einsparungen von bis zu 10.000 bis 15.000 € möglich. Die Einsparungen gegenüber separaten Wärmesystemen über die Nutzungsdauer sind ein weiterer Bonus.

Gruß

Thomas Heufers

Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 20.06.2008 13:26, insgesamt 5-mal geändert.
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Beitragvon machtnix » 12.05.2008 16:27 Uhr

Hier gibt's nur eins:Direktverdampferwärmepumpe

Die Gasanschlußkosten von ca.2500-3000€ sind wohl auch noch nicht berücksichtigt?Die Solaranlage zur Heizungsunterstützung kostet wohl auch nochmal ca. 6000-7000€.

Also wenn der Bagger sowieso schon da ist,Direktverdampfer-Erdkollektoren rein und gut is.Mehr dazu findest du hier: http://www.geothermie.net/
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Beitragvon GMil » 12.05.2008 21:37 Uhr

Hier wird sozusagen die Crux der Niedrigenergiehäuser richtig deutlich: bei jeder "Heizung", egal ob Ölbrenner, Gastherme, Wärmepumpe usw., erst recht mit Solarunterstützung, ist der Anschaffungspreis nicht so deutlich von ihrer Leistung abhängig, wie man das eigentlich gerne hätte!

Zu deutsch: eine Heizung mit 1 kW Leistungsabgabe kostet in der Anschaffung eben nicht nur 1/10 einer Heizung mit 10 kW Leistung. Somit verschlechtert sich die Amortisationszeit JEDER Heizung in einem Niedrigenergiehaus deutlich gegenüber einem Altbau, weil den immer noch hohen Anschaffungskosten hier ein kleinerer heizungsspezifischer Spareffekt bei den Verbrauchskosten gegenübersteht.

Wenn also eine 20 kW-L/W-Wärmepumpe im Altbau bei um 12.000 € höheren Anschaffungskosten gegenüber einem Ölbrenner jährlich 800 € (bei immer noch 1200 € verbleibenden Heizkosten!) hereinspart, rentiert sie sich "schon" in 15 Jahren. Braucht das Haus nur 5 kW, kostet die passende WP immer noch 6.000 € mehr als der kleinere Ölbrenner, spart im Jahr aber nur 250 € an laufenden Kosten herein. Somit amortisiert sie sich erst in 24 Jahren. Ob sie so lange hält, ist nicht sicher.

Fazit: je sparsamer das Haus, desto geringer die Heizkosten und damit auch die Kostenunterschiede der div. Heizungsvarianten. Umso schwieriger ist damit auch die Wahl einer effizienten Heizung! Ob sich da überhaupt eine WP rechnet, wäre genau zu überprüfen. Bei schlecht gedämmten Häusern werden die Vorteile der Wärmepumpe dagegen viel deutlicher.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon trebor » 14.05.2008 08:49 Uhr

Also das Fazit ist, die günstigste Heizungsanlage einbauen?

Kosten für die Gastherme inkl. 4 x 2,6qm Solarpannels liegen 1.000,--€ unter Wärmepumpe Sole/Wasser Anlage. Der Gasanschluß liegt bei 2.650,--€ brutto. Die Bohrung bei 9.200,--brutto.
Preisvorteil 7.550,-- spricht für Gas/Solar.

Erdkollektoren sind wegen zu geringer Grundstücksfläche nicht möglich ausserdem ist der Hausbau im südl. Bayern. Die Vegetation wäre dann nochmals um ca. 2-3 Wochen später dran.

Luft/Wasser scheint in Kombi mit Solaranlage auch etwas teurer und die Planung bzgl. Zu und Abluft müsste neu überdacht werden.

Hat jemand Erfahrung mit Wassergeführtem Raumpelletofen als Heizungsanlageinkl. Solarunterstützung. Oder ist das zuviel Stress und Dreck? Wie hoch ist hier der Verbrauch in tonnen ca. pro Jahr? KW laut Gutachter derzeit knapp unter 8 mit der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ca. 6,8-7,2KW.

Ich weiß viele Fragen, aber der Posten Technik ist halt neben dem Rohbau der Dickste.
Grüsse
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Beitragvon machtnix » 14.05.2008 13:03 Uhr

südl.Bayern?Wo?In welchem PLZ-Gebiet?Vielleicht bist du ja in meiner Nähe und kannst dir eine Kundenanlage von mir ansehen.

Vorsicht!
Pelletofen oder Kaminofen im Auftstellraum in Verbindung mit kontrollierter Wohnraumlüftung erfordert immer einen Kontaktschalter zur Abschaltung.
Es ist nicht zulässig das der Ofen und die Lüftung gleichzeitig laufen.

Unbedingt den Kaminkehrer dazu befragen.

Und ich sage dir das Grundstück paßt doch!Probleme sind zum lösen da.

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Beitragvon trebor » 15.05.2008 08:50 Uhr

LKR Bad-Tölz Wolfratshausen
Pelletofen würde ich auch nur mit Kamin mit Aussenzuluft in Auftrag geben. Wurde vom Kaminkehrer auch so vorgeschlagen.
Das Problem mit dem Pelletofen ist die Arbeit.

Direktverdampferwärmepumpe:
DHH auf ca. 400qm Grund
Grundfläche DHH 98qm
Gesamtwohnfläche 172qm
zzgl. Keller ca. 70qm
Wie sieht es mit der Vegetation aus. Wie tief kann ich einen Teich bauen?
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Beitragvon machtnix » 15.05.2008 09:54 Uhr

Hallo trebor,

habe dir gerade eine pn geschickt.Bist ja nicht soo weit weg von mir.
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Beitragvon gastherme » 10.01.2009 13:47 Uhr

GMil hat geschrieben:Fazit: je sparsamer das Haus, desto geringer die Heizkosten und damit auch die Kostenunterschiede der div. Heizungsvarianten. Umso schwieriger ist damit auch die Wahl einer effizienten Heizung! Ob sich da überhaupt eine WP rechnet, wäre genau zu überprüfen. Bei schlecht gedämmten Häusern werden die Vorteile der Wärmepumpe dagegen viel deutlicher.

Nach diese Regel ist die Gastherme mit Brennwerttechnik die günstigste Alternative und damit zu bevorzugen.


Bei Wärmepumpen sollte man beachten: Zum einen ist Stromerzeugung in Deutschland immer mit hoher Umweltverschmutzung verbunden. Zum anderen muss für 1kWh Strom aus der Steckdose 3kWh Primärenergie aufgewendet werden. Nur hoch effiziente Sole-Wasser-Wärmepumpen erreichen eine Ausbeute von 4:3, d.h. es werden 4kWh Wärme aus 3kWh Primärenergie erzeugt. In diesem Fall ist der Anteil regenerativ gewonnener Energie 25%. Wird das Verhältnis schlechter, z.B. bei Luft-Wasser-WP, hoher Vorlauftemperatur im Heizkreis, schlecht gedämmten Haus oder schlechter Dimensionierung, ist der Anteil an umweltfreundlich gewonnener Energie verschwunden oder kehrt sich ins Gegenteil. Da kann man dann besser gleich Erdgas oder Erdöl verfeuern.

Ich denke daher, dass die z.Zt. hohen Verkäufe an Wärmepumpen eine eher politisch gesteuerte Sache sind. Die Stromwirtschaft hat bekanntermaßen eine starke Lobby! Man muss nur den Primärenergiefaktor für WP günstig festlegen, schon hat die WP gegenüber einer Gastherme einen rechnerischen Vorteil und jeder, der einen KfW-Kredit bekommen will, bekommt eine WP angedient.
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Beitragvon Thomas Heufers » 10.01.2009 14:26 Uhr

Richtig gestellt, müsste es im angeführten Zitat heißen:
Bei schlecht gedämmten Häusern werden die NACHTEILE der Wärmepumpe dagegen viel deutlicher.

Klar, man kann sich in ein super gedämmtes Haus eine Gastherme einbauen.
Nur, ob damit die richtige Entscheidung gefällt hat. ???
Die Kostengesichtspunkte sprechen für eine Wärmepumpe. Keinen Hausanschluss für Gas, keine zusätzlich monatliche Bereistellunggebühr des Versorgers, kürzere Lebensdauer der Gastherme, höhere Wartungskosten, Kaminkehrerkosten, etc..

Ökologisch ist die Wärmepumpe in einem Energiesparhaus KfW 40 Plus auch besser. Die Jahresarbeitszahl steigt u.a. mit fallender Vorlauftemperatur.

Gruß

Thomas Heufers


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