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highBeta
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Beitragvon highBeta » 28.03.2008 16:26 Uhr

Hallo Experten,

wir denken über eine WP zum Ersatz einer ca. 16 Jahre alten Ölheizung mit Fußboden- und Radiatoren (teil nur Radiatore) nach. Da uns die Sondenlösung zu teuer und aufwendig scheint, soll es eine Luft/Wasser WP werden, die nicht im Haus Platz finden kann.

Die Split-Anlage von Bartel fordert eine maximale Rohrlänge von 15m zwischen WP und Wärmetauscher. Bei Außenanlagen habe ich eine solche Einschränkung noch nicht gelesen, denke aber, dass bei den höheren Temperaturen des Mediums bei dieser Lösung mit einem höheren Leitungsverlust zu rechnen ist. Diese Rohre sind sicher auch recht aufwendig zu isolieren, da ja hier Temperaturen bis zu 55° bzw 60° gefahren werden.

Liegen wir da mit userem Eindruck richtig oder ist da ein Denkfehler drin?

Welche Hersteller haben denn leise, leistungsfähige und zuverlässige Split-Anlagen im Angebot? Gibt es da schon längere Erfahrungen?

Vielen Dank und liebe Grüße
highBeta

Argo
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Beitragvon Argo » 28.03.2008 19:24 Uhr

Die Fa. Ochsner hat als Außenteil den Splitverdamper mit angegebenem Schalldruckpegel von 27 dbA bei 4000 m³/h, das wäre eigentlich fast nicht hörbar.
Die eigentliche WP steht im Keller. Zwischen Verdampfer und WP fließt nur das Kältemittel, kein Heizungswasser.
Ich habe ein Angebot mit vielen Nebenkosten, kein Paketpreis. Teuer.
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Beitragvon GMil » 29.03.2008 00:53 Uhr

Die Golden Energy Splitanlagen (Mitsubishi) haben grundsätzlich 30 m KM-Doppelrohr inkl. Isolation im Lieferumfang, die natürlich beliebig kürzbar sind. Der Gesamtdurchmesser inkl. Leistungskabel und Steuerleitung ist < 70mm. Der KM-Vorrat in der Anlage reicht auch für diese 30 m aus. Das Außengerät umfaßt die komplette WP inkl. Verdichter bis auf den Wärmetauscher; der steht innen. Dazwischen fließt das Kältemittel. Obwohl es bis 110°C heiß werden kann, ist die serienmäßige Isolation der Rohre außen gerade handwarm. Da meine Anlage zudem am Haus hängt, habe ich keine weiteren Iso-Maßnahmen vorgenommen. Bei längerer Außenverlegung könnte man die Rohre evtl. samt ihrer Isolation nochmals weiter einpacken und z. B. in DN 100 - Abwasserrohren verlegen, um die Erdfeuchte von der Isolation abzuhalten.

Die Anlage in meiner Größe (max. 14 kW Heizleistung) erzeugt lt. Hersteller 52 dB in 1 m Abstand (nachts auf 50 dB reduzierbar, was ich nicht getan habe). Die Anlage hängt an der Außenwand des Wohnzimmers und ist innen nur zu hören, wenn es sonst grabesstill ist. Von außen ist normalerweise hauptsächlich das Abluftgeräusch (Rauschen) zu hören, beim Abtauen auch ein Brummen (ca 5 Minuten).
Die Anlage wurde mir materialseits von GE zum Festpreis angeboten (15 k€; keine sonstigen NK für die WP) ; die Montage und vor allem die Heizungsanbindung samt dazu benötigtem Material sind i.d.R. mit dem Heizungsbauer auszuhandeln; die Elektroarbeiten mit einem Elektriker.

Hier kann auch Eigenleistung eingebracht werden, denn das System ist hydraulisch und elektrisch leicht zu "durchblicken". Da die Abnahme durch den Hersteller erfolgt, bestehen auch in diesem Fall keine Gewährleistungsprobleme am Gerät (evtl. eigenen Pfusch muß man allerdings selbst beheben........ :D )
Gruß

Gerhard
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Beitragvon machtnix » 29.03.2008 20:17 Uhr

Hier würde ich mal den kleinen aber feinen Wärmepumpenhersteller aus Bayern empfehlen: http://www.voss-furth.de/
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Beitragvon highBeta » 30.03.2008 10:37 Uhr

@ Argo
Danke, Ochsner wird von uns auch angedacht, aber die Hompageangaben sind nicht so übersichtlich und aussagefähig bisher.

@GMil
Danke für Deine detaillierten Angaben, klasse wie tief Du in der Materie steckst.

@machtnix
Danke für den Link, schau ich mal an

@all

schönen sonnigen Sonntag

highBeta
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Beitragvon Thomas Heufers » 30.03.2008 10:59 Uhr

„Hauptsache weg von Öl und Gas“
..... „In aller Regel fehlt beim Einbau einer Wärmepumpe im Altbaubestand ein Modernisierungskonzept. Die Eigentümer werden mit den geringeren Betriebskosten geködert, die aber nur selten die wirtschaftlichste Lösung absichern.“ .................

Ein System mit Wärmepumpentechnik macht aber nur in sehr gut gedämmten Häusern Sinn, andernfalls sinkt die Jahresarbeitszahl zu stark ab und die primärenergetischen Faktoren verschlechtern sich zu sehr.

Ich empfehle auf jeden Fall einen unabhängigen Energieberater um Rat zu bitten.
Die Verbraucherzentralen bieten diesen Service gegen geringe Gebühr an.
http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/

Bezüglich der Erfahrungen mit verschiedenen Wärmepumpensystemen verweise ich auf folgenden Link.
Datenbank - Vergleich der Verbrauchsdaten zu verschiedenen Wärmepumpensysteme
http://spreadsheets.google.com/pub?key=p8yraGKBPkUU0zcB9bSLYcQ


Gruß

Thomas Heufers


KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
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Beitragvon highBeta » 30.03.2008 17:10 Uhr

@ Thomas Heufers

Danke für die Links und schönes Restwochenende

highBeta
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Beitragvon GMil » 30.03.2008 22:58 Uhr

Meine Beratung durch einen unabhängigen Energieberater kostete rund 400 €. Das sehe ich nicht mehr unbedingt als gering an. Dennoch ist sie zu empfehlen, auch im Hinblick auf die zu erwartenden Gesamtkosten. Dieser hauptberufliche Energieberater, der auch BAFA-Kredite bewilligen bzw. "begutachten" darf, hat übrigens meine L/W-WP in einem 20 Jahre alten Haus ohne FBH und ohne sonstige Dämmung als "Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet und damit gutgeheißen. Allerdings sollte ich sie jetzt nach seiner Meinung durch Dämmungen ergänzen bzw. optimieren. Als modulierende Anlage wird sie dann langsamer laufen und damit weniger Leistung aufnehmen, ohne an Wirkungsgrad zu verlieren. Eine Constant-Speed-Anlage würde sich im Wirkungsgrad dagegen deutlich verschlechtern.

Damit wird meine Meinung zum Thema Wärmepumpen in Bestandshäusern quasi offiziell bestätigt: JEDES Haus ist mit einer WP zu betreiben; das eine effizienter, das andere weniger effizient. UND: in Häusern, in denen eine WP weniger effizient arbeitet, würde auch eine aktuelle Fossilheizung weniger effizient arbeiten. Das spricht also nicht für oder gegen eine Wärmepumpe, sondern nur für eine bessere Dämmung dieser Problemhäuser, wenn man den höheren Verbrauchpreis nicht zahlen möchte.

Im Bekanntenkreis hat man mir übrigens bei "nebenberuflichen" Beratern der Gemeinden tlw. von geradezu haarsträubenden Erfahrungen berichtet. Natürlich darf man das nicht verallgemeinern, aber es bewog mich doch, es lieber gleich mit einem Profi zu versuchen.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon highBeta » 31.03.2008 08:16 Uhr

Im Bekanntenkreis hat man mir übrigens bei "nebenberuflichen" Beratern der Gemeinden tlw. von geradezu haarsträubenden Erfahrungen berichtet. Natürlich darf man das nicht verallgemeinern, aber es bewog mich doch, es lieber gleich mit einem Profi zu versuchen.[/quote]

@ GMil

mit Beratern oder Fachpersonal macht man ja oft so seine Erfahrungen. Mein Göttergatte arbeitet sich ja immer gern fundiert in technische Materien ein und ist dann bei Computer und Kamerakauf deutlich besser informiert und kenntnisreicher als das sogenannte Fachpersonal, aber bei Wärmepumpen ist es gerade erst die Einarbeitungsphase.

Danke euch allen, daß ihr euch die Zeit fürs Lesen und Antworten nehmt und uns damit weiterhelft

highBeta
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Beitragvon GMil » 01.04.2008 00:47 Uhr

@highBeta: Hihi, das kenn' ich; ich bin auch so ein Typ wie Dein Gatte... :D . Es macht mir einfach ein diebisches Vergnügen, von der gerade aktuellen Materie möglichst mehr zu verstehen als der jeweilige Fachmann, mit dem ich gerade rede. Das ist verblüffenderweise für ein bestimmtes Gebiet oder Gerät i.allg. heute gar nicht mehr so schwer, denn auch die Fachleute bekommen ja nur noch die notwendigsten Hinweise über die Geräte, die sie dann vor Ort installieren und warten "dürfen". Daß der erfahrene Fachmann insgesamt ein viel breiteres Basiswissen hat als ich, ist natürlich klar, aber es hilft ihm nicht :wink: , denn mich interessiert naturgemäß nur das gerade aktuelle Problem oder Gerät; das aber möglichst zu 120%.

So haben mir z.B. bei der Installation meiner WP die Heizungsbauer freimütig erklärt, dies sei ihre 2. WP dieser Art, und gefragt, ob ich vllt. wüßte, "wie rum" dieser oder jeder Anschluß denn am besten zu nutzen sei. Es gibt beim Puffer tatsächlich mehr als eine sinnvolle Anschlußvariante; die Fragen waren also durchaus nicht abwegig.

Der Elektriker war da und erbat die technischen Anschlußwerte der Anlage für die Bemessung der Kabelquerschnitte und Sicherungsgrößen. Da die gerade anwesenden Vertreter des Herstellers diese Fragen auswendig nicht beantworten konnten, half ich aus, weil ich mir die Daten zwischenzeitlich von der Mitsubishi-Homepage heruntergeladen hatte usw. usw.

Das elektrische Innenleben der Steuerung meiner WP ist erfreulich über- und durchschaubar, so daß ich mit relativ wenig Schaltungsdiagnose-Aufwand die Elektronik in den Punkten modifizieren bzw. erweitern konnte, die mir am Herzen lagen (Speichertemperaturwahl, Hysteresewahl, Transfertemperaturwahl, einfache Handumschaltung der UWP, Erweiterung der Anzeigen usw.). Die Anlage ist bei Auslieferung in einem nicht ohne Lötkolben umstellbaren "Rundum-sorglos-Zustand", der sicher für die überwiegende Mehrheit der Kundschaft richtig ist. Es ist damit die einzige mir bekannte Anlage, an der der Kunde, bezogen auf die Wärmepumpe selbst, nichts, aber auch gar nichts einstellen kann. Es gibt lediglich eine Art Hauptschalter, der die WP notfalls totlegt.

Wählbar sind natürlich die üblichen "Wasser"-Kenngrößen für Vorlauftemperatur, Steilheit, Parallelverschiebung etc., die man auch an einer Ölheizung hätte, und natürlich die Schaltzeiten für die UWP, aber das alles liegt ja schon "hinter" der WP und beeinflußt die WP nur sehr indirekt .

Genau das mag ich aber nicht; ich möchte an möglichst vielen Rädchen drehen können, s.o. In diesem Zusammenhang konnte ich dem Hersteller auch schon den einen oder anderen Tipp geben.

Gruß

Gerhard
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