Im letzten Jahr habe ich mich mit dem Thema recht ausführlich beschäftigt, weil ich eine L/W-WP für mein 20 Jahre altes EFH gesucht habe.
Meine Erfahrung: die HB meiner Umgebung sind i.w. mit je einem WP-Hersteller verbandelt. Andere Fabrikate würden sie auch installieren, aber nicht gerne. Einige HB rieten mir überhaupt von der WP ab (sie sei nur was für "Grüne" etc.) und stattdessen zu einer Ölheizung! Das Ganze, ohne mein Haus zu kennen, wohlgemerkt! Hätten sie es gekannt, hätten sie sicher noch mehr abgeraten

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Mein Wunsch nach Kostenvoranschlägen / Angeboten wurde von keinem der angesprochenen HB erfüllt, obwohl wenigstens zwei davon sogar mein Haus unter die Lupe genommen hatten!! Meine Nachfrage ergab, daß sie meine Anfrage einfach an ihren jeweiligen WP-Lieferanten weitergegeben hatten! Diese hatten mir natürlich kein spezifisches Angebot geschickt (wie sollten sie auch?), sondern bestenfalls Prospektmaterial.
Meine 1. Erkenntnis: so wird das nix!
Also habe ich einen "Wärmepumpentag" in Nürnberg besucht; eine Ausstellung verschiedener Fabrikate. Dort habe ich mich mit technischer Literatur, Planungs- und Installationshandbüchern ausgestattet (auf Nachfrage bekommt die auch der Endkunde, und sogar kostenlos!). Andere Hersteller-Daten habe ich mir aus dem Internet gezogen.
Meine 2. Erkenntnis nach dem Durcharbeiten der z. T. 200-Seiten-Werke: mein Haus ist nahezu ungeeignet für eine WP. (20 Jahre alt, keine FBH, Dämmung nicht verbessert, Radiatoren mit Einrohr-System). Wenn es überhaupt mit einer WP geht, darf ich mir keine Wunder erwarten. Aber schließlich ist mein Ölverbrauch heute auch nicht gerade niedrig.
In Frage kam auf Grund der technischen Unterlagen nur noch eine Außen-Mittel- bzw. -Hochtemperatur-L/W-WP (Platzproblem bei Innengeräten, keine Lust auf teure Erdbohrungen mit zweifelhaftem Ausgang). Mit diesem Wissen habe ich die Daten gesiebt.
Meine 3. Erkenntnis: es gibt 2 Gruppen von WP-Antrieben; ungeregelte und geregelte. Geregelte Antriebe haben mannigfache Vorteile gegenüber Start-Stop-Anlagen (Anlaufstrom, Verschleiß, Wirkungsgrad (JAZ), Geräuscherzeugung; automatische Leistungsanpassung usw.); also soll es eine "modulierende" WP werden.
Meine 4. Erkenntnis: fast alle WPn verlangen nach einer zusätzlichen Wärmequelle für Tieftemperaturen (Bivalenz). Der Umschaltpunkt / Zuheizpunkt liegt je nach Typ zwischen +2 und -7 °C, also bei Temperaturen, die bei uns durchaus öfter erreicht werden. In den meisten Fällen wird dazu ein Heizstab benutzt. Ein Heizstab ist für mich aber nix anderes als eine "Wärmepumpe" mit dem (schlechten) Wirkungsgrad 1,0, also nicht erstrebenswert.
Meine 5. Erkenntnis: von allen WPn, die ich mir angesehen habe, arbeiten nur die Modelle von Golden Energy (GE) völlig ohne 2. Heizquelle, und das lt. Hersteller bis unter -20°C (oder waren es sogar -25 °C?).
Damit war die Typen-Entscheidung gefallen und es kam die Phase der Installationsüberlegungen sowie der Kontakt zum GE-Vertrieb (damals ENSOLUWA, heute SOLUWA), um meine Erkenntnisse verifizieren zu lassen. Der Kundenberater legte mir bereits kurz nach seinem Besuch ein konkretes Angebot für mein Haus vor. Nachdem ich beim Hersteller vor Ort noch ein Gerät in Aktion angesehen hatte, schlug ich zu.
Beschaffung und Installation klappten problemlos. Nachdem inzwischen noch ein offenbar seltener Fehler gefunden und behoben wurde (tlw. Verstopfung eines Rohres; möglicherweise bei der Montage passiert), der die Heizleistung negativ beeinflußt hatte, bin ich mit dem Gerät durchaus zufrieden (der Hersteller-Service arbeitet übrigens europaweit). Ich denke, damit eine maßgeschneiderte Anlage für mein Haus gefunden zu haben.