Aufgrund der überwiegend negativen Meldungen zur Wärmepumpe LWA303 SOL von Stiebel Eltron möchte ich auch meine Geschichte zu diesem Thema beitragen. November 2006: Inbetriebnahme durch unseren Heizungsinstallateur in unserem EFH-Neubau mit 155 m² Wfl.. Nach Aktivierung der WP im Dez. 06 und dem Beginn der Heizperiode war von Anfang an wöchentlich ein Entriegeln des Begrenzers zu verzeichnen. Nach mehreren Telefonaten unseres ratlosen Installateurs mit Stiebel wurde Mitte Jan. ein Termin mit einem Servicetechniker des Herstellers zur Fehlersuche vereinbart. Ergebnis war ein Reparaturprotokoll mit dem Ergebnis: Kunde hat Außenlüftungen geschlossen daher Ausfall der WP. Auf die Idee, dass man bei ausgefallener Heizung sich nicht auch noch kalte Luft ins Haus saugen möchte, kam der Techniker nicht. Eine weitergehende Fehlersuche fand nicht statt. Kosten 196 €. Begrenzerentriegelungen gab es auch weiterhin, was sich aber bis März 07 kaum auswirkte da der Winter sehr mild war. In diesen ersten 4 Monaten hatten wir einen Stromverbrauch von ca. 6000 KW (1350 €). Eigentlich für einen so milden Winter eine Katastrophe, aber das Aufheizprogramm für den Neubau ohne WP-Betrieb ließen wir zunächst als Erklärung gelten.
Zu Beginn der Heizperiode 07 ging das Elend weiter. 1 Woche Laufzeit und Ausfall. Termin mit Techniker von Stiebel, kurze Durchsicht, nichts gefunden, Heizung lief nur weitere 4 Tage. Dritter Termin mit Stiebel. Nun hat man sich scheinbar etwas mehr der Fehlersuche gewidmet, da man nun Fehler wie zugedrehte Solarzuläufe gefunden und auch die Durchflussmengen der FBH justiert hat. Nach diesem Termin war zunächst für ein paar Monate kein Ausfall mehr zu beklagen und ich konnte mich erstmals dem Verbrauch widmen. Dieser hatte mit aktiver WP über 4 Wochen bei recht milden Außentemperaturen ca. 2000 KW (300 €) betragen. Ein ernüchternder Wert, zumal der Techniker beim letzten Termin noch einige Verbrauchsoptimierungen eingestellt hatte. Den Rat der Servicetechniker bei unserem Haustyp die Heizung auf niedrigem Niveau ohne Nachtabsenkung in 2 Räumen laufen zu lassen wurde von uns befolgt. Wir hatten nie mehr als 21 Grad in je einem Raum pro Geschoss. Die anderen Räume wurden in der Regel nicht beheizt.
Eine Inbetriebnahmeeinstellung zur Verbrauchsoptimierung hatte Stiebel vorsichtshalber abgelehnt, da einige angeblich benötigte Werte nicht in Erfahrung zu bringen waren. Ein Interesse des Herstellers an einen verbrauchsarmen Betrieb war von uns keineswegs festzustellen. Hauptsache die Kiste läuft.
Im nachhinein bin ich auch ganz froh darüber, da ich nicht glaube, dass man bei einem 3-stündigen Termin die optimalsten Werte für ein EFH finden kann.
So ging ich also daran selbst einige Einstellungen zu ändern. Bivalenz von 12 auf 6 Grad. Freigegebene Heizstufen von 6,6 KW auf 1,2 KW. Mit diesen Änderungen ließ sich der Monatsverbrauch im Winter auf 1320 KW (180 €) senken. Weitere Änderungen (Begrenzung der Vorlauftemperatur) muss ich erst noch über einen gewissen Zeitraum erproben bzw. messen. Dass im Februar noch einige Teile auf Garantie aufgrund des Fehlers "Abgastemperatur Minimum" getauscht wurden sei hier nur am Rande bemerkt.
Abschließend betrachtet muss ich nun annehmen, dass die verbrauchsoptimierte Heizung bei einem sehr milden Winter über das Jahr ca. 1000 € Heizkosten verursacht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine moderne Gasheizung wesentlich günstigere Verbrauchskosten verursachen würde, was einem aufgrund der getätigten Investitionskosten inkl. Solar schon Frust und Enttäuschung aufkommen lässt. Die Aussagen von Stiebel auf deren Webseite, dass eine WP bis weit unter Null Grad ohne Zuheizen der E-Stufen auskommt, halte ich für maßlos übertrieben. Unsere WP schafft es gerade mal bei Außentemperaturen von 7 Grad eine Vorlauftemperatur von 22 Grad zu erzeugen. Für eine Raumtemperatur von 21 Grad schon nicht mehr ausreichend. Unterm Strich kann ich nur sagen, dass man mit unfähigen Leuten wie bei unserem Bauprojekt, angefangen beim Architekten (hat auch eine eigene Stiebel WP) über den Heizungsbauer, überheblichen Technikern und einem Hersteller dem es nur um den Verkauf geht am Ende recht alt aussehen kann. Sicherlich hätten wir uns noch mehr Meinungen zu gängigen Heizsystemen einholen müssen. Ein Blick in Internetforen zu unserer Heizung hätte sicherlich genügt um uns anders zu entscheiden. Aber oftmals erkennt man erst sehr viel später ob man es mit wirklichen Fachleuten zu tun hat. Sollte jemand noch Hinweise zu weiteren Einstellmöglichkeiten zwecks Verbrauchsoptimierung haben, wären wir sehr dankbar.