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Forum Geothermie & Wärmepumpen

Thema: Luft-Wasser Pumpe, HvH, Vorlauftemperatur?

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ComerII

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Hallo,

ich möchte mit HvH bauen. Das Haus wird um 117qm (WFlVO) haben und soll mit einer Luft-Wasser-Pumpe (ohne Lüftung, innerhalb vom Haus) beheizt (auch WW) werden.

Nun hab ich hier schon in mehreren Beiträgen was von Vorlauftemperatur gelesen und dass diese so gering wie möglich gehalten werden sollte (30-35°C).
Nach Rücksprache mit der einbauenden Firma sagte man mir, dass diese Pumpe (Standart bei HvH ist die von Siemens, 1 Verdichter, Heizstab) eine Vorlauftemperatur von bis zu 55°C hat und bei -5°C noch 100% Leistung bringen soll.

Wie kann ich das jetzt aber verstehen, dass die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich gehalten werden soll? Heißt dass, das bei der Verlegung der FB-Heizung was besonderes beachtet werden muß? Ich bin, was das betrifft, totaler Laie.

Wie kann ich jetzt die ungefähren lfd. Kosten abschätzen (pro Jahr)? Gibt es schon irgendwelche Erfahrungen mit solch einer Anlage und bei diesem Haus-Anbieter (hier im Netz ist leider nix wirklich brauchbares zu finden)?

Über zahlreiche (wirklich nützliche) Antworten würde ich mich freuen.

mfg

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roro

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Zitat:
Nach Rücksprache mit der einbauenden Firma sagte man mir, dass diese Pumpe (Standart bei HvH ist die von Siemens, 1 Verdichter, Heizstab) eine Vorlauftemperatur von bis zu 55°C hat und bei -5°C noch 100% Leistung bringen soll.


100% Leistung von 35 Grad schafft meine LWP (ebenfalls Siemens) auch bei 55 Grad. Nur wird dann statt 2 kW 3 kW Stromleistung benötigt. D.h. ich würde bei dieser Erhöhung der VL-Temperatur um zumindest 50% mehr Strom benötigen (Warscheinlich mehr, da die Verluste auch noch zunehmen werden).

Bei einem Neubau ist eine max. VL-Temperatur von 35 Grad Standard, und falls es möglich ist, sollte die VL-Temperatur auf unter 30 Grad gebracht werden.
Außerdem, die beste Heizung ist die, die Du nicht benötigst. Daher solltest Du zuerst darauf schauen, dass die Heizleistung möglichst gering wird.
Welche WP wurde Dir angeboten?
Bei 110 qm sollte an sich nicht mehr als 3,5 bis 4 kW Heizleistung nötig sein.
Mit WW sollte eine 5 kW-LWP ausreichend und eigentlich eher zu groß sein.

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Thomas Heufers

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@ ComerII - Der Einsatz einer Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist nur sehr gut gedämmten Gebäuden und bei niedrigem Wärmebedarf zu empfehlen.

Unter folgenden Links kannst du dich über die Einsatzbedingungen für Wärmepumpen informieren:
- Vergleichstabelle - Verbrauchsdaten verschiedener Wärmepumpen
http://ecotec-energiesparhaus....sdatenWaermepumpenGoogleSpread
- Wärmepumpe - Für und Wider! Feldtest zu Elektro-Wärmepumpen
http://ecotec-energiesparhaus....ml#WaermepumpeFeldtestAgenda21

Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist ab dem Standard "Energiesparhaus KfW 40" oder besser zu empfehlen und muss i.d.R. für KfW 40 mit einer Solar- und Wohnungslüftungsanlage kombiniert werden.
Die scheinbar einfache Lösung wird vom Vertrieb gerne für eine "Energiesparhaus KfW 60" als probat dargestellt, in der Praxis ärgert man sich dann über die unerwartet hohen Energiekosten.


Gruß

Thomas Heufers

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roro

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Zitat:
Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist ab dem Standard "Energiesparhaus KfW 40" oder besser zu empfehlen und muss i.d.R. für KfW 40 mit einer Solar- und Wohnungslüftungsanlage kombiniert werden.


Hier muss ich widersprechen. Eine LWP ist auch bei KfW60 oder höher sinnvoll einsetzbar (ohne KWB und Solar) es hängt aber von den Rahmenbedingungen ab.

Ich selbst habe eine 185 qm Haus (guter KFW 60-Standard) und habe im letzten Jahr für Heizung und WW für 4 Personen 2700 kWh verbraucht.

Da ist der Verbrauch von 1835 kWh für 135 qm (+Solar) schon recht hoch.
Frage: Sind bei diesem Verbrauch die UWP (Heizung und Solar) und der Verbrauch KWB schon berücksichtigt oder nicht?

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Thomas Heufers

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Bei dem angegebenen Verbrauch sind die Umwälzpumpen und die kontrollierte Wohnungslüftung auch enthalten.
Der Verbrauch ist auch vom Nutzerverhalten und der Personenzahl abhängig.
In der Heizperiode liegt unsere Raumtemperatur kontinuirlich bei 22° Celius in Wohn-/Esszimmer, Küche, Büro. 4-Personen-Haushalt.


Gruß

Thomas Heufers

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roro

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Zitat:
In der Heizperiode liegt unsere Raumtemperatur kontinuirlich bei 22° Celius in Wohn-/Esszimmer, Küche, Büro. 4-Personen-Haushalt.


Damit kann ich auch dienen, aber es ist richtig, dass es sehr vom Nutzerverhalten abhängig ist.

Zitat:
Bei dem angegebenen Verbrauch sind die Umwälzpumpen und die kontrollierte Wohnungslüftung auch enthalten.


Wieso gibt es dann Tage im Sommer mit Verbrauch gleich 0.

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Thomas Heufers

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@ roro - Wieso gibt es dann Tage im Sommer mit Verbrauch gleich 0?
Selbstverständlich wird im reinen Solarbetrieb auch Strom benötigt.
Es werden nur volle kWh-Einheiten am Stromzähler erfasst. Nachkommastellen werden nicht berücksichtigt.
0 kWh kann also ein Wert zwischen 0,1 bis 0,9 kWh bedeuten, der mit dem nächsten Wert > 0 erfasst wird.

Übrigens. Die Lüftungsanlage wird nur in der Heizperiode aktiviert. Im Sommer und bei milderen Wetterlagen ist die automatische Wohnraumlüftung ausgeschaltet, das Haus wird dann ganz normal über Fenster belüftet.

Energiesparhäuser und Passivhäuser? Auf den Punkt gebracht!
http://ecotec-energiesparhaus...._-_Auf_den_Punkt_gebracht..pdf


Gruß

Thomas Heufers

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GMil

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Thomas Heufers hat Folgendes geschrieben:
........Eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe ist ab dem Standard "Energiesparhaus KfW 40" oder besser zu empfehlen........Die scheinbar einfache Lösung wird vom Vertrieb gerne für eine "Energiesparhaus KfW 60" als probat dargestellt, in der Praxis ärgert man sich dann über die unerwartet hohen Energiekosten.

Gruß

Thomas Heufers[/color]


Das sehe ich überhaupt nicht so. Bei den aktuellen Kosten fürs Heizöl rentiert sich die L/W-WP sozusagen auch für ein Zelt ohne Boden und Dämmung! Natürlich sind die Heizkosten, absolut gesehen, für einen schlecht gedämmten Bau sehr viel höher als bei einem KfW 60- oder -40-Haus, aber das sind sie mit Öl oder Gas schließlich auch!

Die Wärmepumpen sind m.E. glücklicherweise längst aus dem Stadium herausgewachsen, in dem man sich in bestens gedämmten Häusern mit immer niedrigeren Jahresverbräuchen gegenseitig unterboten hat. Man muß auch nicht mehr "grün angehaucht" sein, um eine Wärmepumpe attraktiv zu finden. Heute gibt es leistungsfähige L/W-WPn mit 25 kW Heizleistung und mehr, die auch in Althäusern mit z. B. 5000 L Jahresölverbrauch die Ölheizung so ersetzen können, daß sich der Austausch rechnet.

Ob man die 5000 l Öl pro Jahr oder die vergleichbare WP-Leistung für ein "KfW 40 - Hotel" mit 1200 qm oder für ein schlecht gedämmtes 250 qm-Althaus ausgibt, liegt nur beim Besitzer. Der Wärmepumpe ist es egal; sie ist im Verbrauch immer günstiger als die vergleichbare Ölheizung.

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Gruß

Gerhard

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roro

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Zitat:
Ob man die 5000 l Öl pro Jahr oder die vergleichbare WP-Leistung für ein "KfW 40 - Hotel" mit 1200 qm oder für ein schlecht gedämmtes 250 qm-Althaus ausgibt, liegt nur beim Besitzer. Der Wärmepumpe ist es egal; sie ist im Verbrauch immer günstiger als die vergleichbare Ölheizung.


Hier muss ich auch widersprechen. Eine Wärmepumpe ist an sich eine gute Heizung, wer aber meint, dass der Austausch Öl->WP immer eine Ersparnis bringt, liegt aber falsch und wird oft böse Überraschungen erleben.

Bei den jetzigen Energiepreisen muss zumindest eine JAZ von größer 2
erreicht werden, damit die WP günstiger arbeitet und das ist nicht bei allen System möglich.

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Thomas Heufers

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Ich gehe vielmehr davon aus, dass die subventionierten Wärmepumpentarife über kurz oder lang wegfallen werden.
Abgaben auf CO2 und andere Emmissionen werden den Strom als Energieträger belasten. Wir kennen das bereits beim Kraftverkehr.
Wir selber beziehen keinen speziellen Wärmepumpentarif, da unser WP-System einen sehr niedrigen Verbrauch hat und eine 2-Tarif-Abrechnung sich nicht lohnen würde.

Es gibt viele Wärmepumpenbetreiber mit großem Energievolumen ohne energetische Sanierung, die ihre Entscheidung zur Wärmepumpe bedauern, da die zugesagten Einsparungen nicht eingetreten sind.
Ersetzt man ein fossiles Heizsystems (Öl/Gas) durch eine Elektrowärmepumpe und führt die Wärmeübergabe über die bestehenden Heizkörper (Radiatoren/Konvektoren) durch, dann ergeben sich zwangsläufig schlechte Arbeitszahlen/Leistungszahlen (JAZ).


Übrigens. Die Wärmepumpe kann das Energieproblem nicht lösen.
Die Wärmepumpe ist aber bei richtiger Anwendung ein sehr energieeffizientes und extrem sparsames Heizsystem.


Gruß

Thomas Heufers

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