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machtnix
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Beitragvon machtnix » 07.03.2008 17:53 Uhr

Vaillant Geotherm Exclusiv kostet im www gut 6.000 Euro. Da sämtliche Nebenaggregate schon drin sind ist die Montage sehr preiswert.

Ja dann würde ich den schrägen Deppen von fdl1409 doch mal zur Montage einfliegen lassen.Mal sehen ob er dann immer noch so eine große Klappe hat.

GMil
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Beitragvon GMil » 08.03.2008 00:19 Uhr

@ Thomas Heufers:

"Wärmepumpen sind nur für gut gedämmt Energiesparhäuser sinnvoll. Luft- / Wasser - Wärmepumpen sind zu vermeiden....."

Das sind 2 Sätze, die ich immer wieder lese, die m. E. aber so pauschal einfach nicht stimmen.

Natürlich ist es richtig, daß ein gut gedämmtes Haus mehr Energie spart als ein weniger gedämmtes. Mit dem Heizungstyp hat das aber schlicht gar nix zu tun; auch bei Öl würde man hier sparen können oder draufzahlen müssen. Auch stimmt es, daß eine WP umso günstiger arbeitet, je niedriger die Vorlauftemperatur sein darf. Aber auch das hat mit dem Haustyp nicht sehr viel zu tun, sodern mehr mit der Art bzw. dem Vorhandensein einer Fußbodenheizung.

Außerdem gibt es WPn, die speziell auf hohe Temperaturen optimiert sind. Zwar ist deren maximaler Wirkungsgrad schlechter als der einer optimalen Niedertemperatur-WP in einem dazu passenden Haus, aber günstiger als eine Ölheizung sind sie auch bei Hochtemperatur allemal, denn auch eine Ölheizung würde dort stärker gefordert werden.

Die Luft-Wasser-WP hat m.E. überall dort ihre Berechtigung, wo ein anderer Typ nicht oder nur mit (zu) hohem Aufwand einsetzbar wäre. Wer will denn z. B. ein begrüntes Grundstück mit Heizschlangen verwüsten? Wer riskiert schon eine teure Tiefbohrung bei ggf. zweifelhafter Bodenbeschaffenheit?

Will man das schon pauschalieren, kann man es z. B. vom Haustyp dergestalt abhängig machen, daß ein Altbau (Sanierung) bevorzugt mit L/W-WP, ein Neubau bevorzugt mit einer anderen Variante geplant werden sollte. Aber eine Alternative zu Öl und Gas sind WPn, auch L/W-WPn, in jedem Haus, neu oder alt, gedämmt oder ungedämmt. Meines ist das beste Beispiel dafür.

Ein bedenkenswertes Hindernis für den Einsatz einer L/W-WP könnte aber das Laufgeräusch sein. Das sollte bei der Standortwahl auf jeden Fall berücksichtigt werden.
Gruß

Gerhard
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Beitragvon fdl1409 » 08.03.2008 07:21 Uhr

@GMil,

so falsch sind die pauschalen Aussagen nicht.
Luftpumpen bereiten mir schon im Neubau mit Fußbodenheizung Bauchschmerzen. Da arbeiten sie aber immerhin bei der üblichen FBH auf der Heizungsseite in einem günstigen Bereich. Außerdem ist der Wärmeverbrauch ingesamt niedrig, zumindest bei einem KfW40.

Wenn man sich die Ergebnisse diverser Feldtests ansieht dann haben Luftpumpen im Mittel eine Arbeitszahl von 2,6. Unter Berücksichtigung des Kraftwerkswirkungsgrades sind sie dann gerade noch im Vorteil gegenüber einer Gasbrennwertheizung. Grund zum Jubel gibt es aber nicht.

Ganz grausam wird es aber, wenn man eine Luftpumpe in einem höheren Temperaturbereich betreiben muß, vielleicht sogar noch als Hochtemperatur-WP bis 65°. Die Werbung suggeriert immer daß mit diesen Geräten hohe Temperaturen kein Problem mehr seien, schließlich sind sie speziell dafür ausgelegt.
Ja, aber du bekommst dann eine Jahresarbeitszahl von etwa 2. Die Wärmepumpe wird dann von einem Umweltengel zu einer Umweltsau.

Du hast Recht daß nicht überall eine Bohrung oder Flächenkollektor möglich sind. Luftpumpen sind aber m.E. überhaupt nur akzeptabel, wenn sie in einem Haus mit niedrigem Energieverbrauch und niedrigen Heizwassertemperaturen betrieben werden. Dann noch möglichst als drehzahlvariable WP, so können sogar recht gute Arbeitszahlen erzielt werden. Wobei ich das momentan nur dem Hersteller Heliotherm zugestehe.
Den Einsatz einer Luftpumpe in einem unsanierten Altbau lehne ich kategorisch ab, so etwas sollte verboten werden. Auch den Standort sollte man genau betrachten, im kalten Bergklima sieht die Luftpumpe auch alt aus, selbst in einem Neubau. Man darf die Auswirkungen auf den Kraftwerkspark nicht vergessen. Bei -15° läuft eine Luftpumpe auf Heizstab oder in einem Wirkungsgradbereich der dem nahe kommt.
Man stelle sich einmal vor was in einem richtig strengen Winter passiert wenn Millionen Luftpumpen installiert werden....

Wärmepumpen werden von manchen verteufelt, von anderen gelobt. Beide Seiten haben Recht. Eine Wärmepumpe kann die Umwelt sehr entlasten - aber nur dann wenn sie mit hohem Wirkungsgrad arbeitet. Es muß oberste Priorität sein, die Arbeitszahl zu optimieren. Luftpumpen haben da einen fast uneinholbaren Nachteil.

Grüße
Frank
GMil
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Beitragvon GMil » 09.03.2008 00:06 Uhr

@Frank:

Eine Wärmepumpe ist für mich heute zuvorderst eine Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas, deren Ende nun wirklich absehbar ist. Warum in aller Welt soll diese Möglichkeit nur energetisch aktuellen Neubauten vorbehalten sein, während die große Mehrheit der Bestandshäuser das Öl oder Gas weiter verbrennen müssen, und das wegen der veralteten Dämmung auch noch in besonders großer Menge?!

Von einer vorherigen Generalsanierung eines älteren Hauses (Kellerdämmung, Dachdämmung, Fassadendämmung, neue Fenster, Nachrüstung FBH, Heizwände usw.), wie sie da gerne ins Feld geführt wird, darf man nämlich nach meinen Recherchen getrost Abstand nehmen; der Aufwand käme fast einem Abriß und Neuaufbau gleich!

Es hat daher für mich auch aus Umweltgesichtspunkten durchaus einen Sinn, daß der Gesetzgeber L/W-WPn auch in Bestandshäusern fördert, OHNE zuvor auf Dämmungsverbesserungen zu bestehen.

Natürlich kommt für mich der Strom nicht nur aus der Steckdose, aber er läßt sich immerhin halbwegs effizient und umweltgerecht mit verschiedenen Alternativen erzeugen, von denen einige durchaus ohne fossile Energieträger und ohne CO2-Erzeugung auskommen. Obendrein wäre selbst eine deutliche Aufstockung der heute erzeugten Energiemengen relativ problemarm möglich; speziell dann, wenn man z. B. die geradezu psychotische Angst vor der Kernenergie aufgeben würde. Daher wäre für mich auch eine E-Heizungs-Energiebilanz <1 (inkl. Kraftwerk) bei z. B. -20°C durchaus noch akzeptabel; Öl und Gas sind prinzipbedingt noch viel schlechter! Länder wie die Schweiz mit ihrem billigen Strom machen das heute schon vor; WPn haben dort m.W. einen Anteil von 50% aller Heizsysteme.

Überspitzt formuliert, wäre für mich daher sogar ein Umbau aller Bestandshäuser in D auf reine E-Heizung aus Umweltsicht auch schon ein deutlicher Vorteil! Ökonomisch wäre das so natürlich reiner Unsinn. Wenn jetzt aber eine (fast) überall ohne größere Probleme einsetzbare WP-Type auf dem Markt ist, die das deutlich besser kann als der Heizstab, ist das ein Zusatznutzen des Prinzips E-Heizung, der diese sogar ökonomisch mit der fossilen Heizung mindestens gleichziehen läßt. Was bitte will man im Bestandshaus mehr?

Gut, wer neu und besonders umweltschonend bauen will, soll und darf von mir aus gerne noch effizientere Systeme benutzen (Sole-WP, Erd-WP usw.); keine Frage. Ich würde das in dieser Situation vermutlich auch tun. Alle anderen aber tun -selbst außerhalb reiner Umweltüberlegungen- gut daran, die kritischen fossilen Energieträger wie z. B. Rohöl denjenigen Anwendungen zu überlassen, die darauf weit schwerer verzichten können als simple Heizungen. Ich persönlich benutze das verbleibende Öl jedenfalls lieber im KFZ, im Flugzeug oder in der Petrochemie, als es simpel zu verbrennen und für alle Ölprodukte deshalb immer höhere Preise zu bezahlen.

Ach ja: wenn in einem strengen Winter "Millionen von Luftpumpen" anlaufen und deshalb das Netz zusammenbricht (woran ich nicht glaube), wird wenigstens meine Hütte (inkl. WP!!) noch von einem simplen einphasigen Baumarkt-Notstromaggregat versorgt..... :D
Gruß

Gerhard
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Beitragvon denkedran » 09.03.2008 21:22 Uhr

@fdl1409
Sind deine Patinten nun alle gliechzeitig Krank ? Hast Du zu viel Arbeit ?
Man vermisst deine weisen Beiträge schon im andern Forum. Hilf doch mal deinem Kollegen Ritt.... aus der Patsche.

Gruß Denkedran

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