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Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
robert_b
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Beitragvon robert_b » 06.03.2008 21:23 Uhr

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich brauche euren Rat.

ich bin momentan am Planen eines KFW60-Einfamilienhauses für mich. Es wird ca. 150 m² Wohnfläche haben und auf einem 632 m² großen Grundstück stehen.

Der Standort ist im Landkreis Altötting, also Südost-Bayern - Voralpenland(ca. 8 °C Jahresdurchschnittstemperatur, über 500m ü. NN).

Einen vorab gefragte Baufirma (und deren Heizungsbauer) hat mir zu einer Luftwärmepumpe geraten.
Von einer Erdwärmepumpe haben sie aus folgenden Gründen abgeraten.

1. Es wächst auf dem Boden fast nichts mehr. Wenn, dann nur noch Gras. Boden kalt. Bäume usw. kann man vergessen.

2. Es besteht das Risiko, dass der Boden, wo die Rohre verlegt sind, absitzen könnte. d. h. unebenheiten entstehen mit den jahren.

3. Höhere Kosten bei der Erdwärmepumpe: Bohrung kostet ca. 14000 €.
Flächenkollektoren erfordern umfangreiche Erdarbeiten.


Ich persönlich bin mittlerweile auf Erdwärmepumpen mit Direktverdampfertechnik aufmerksam geworden.

Was würdet ihr mir raten!?

Auch von den Kosten her....wie hoch sind die Mehrkosten einer Erdwärmepumpe mit DV-technik gegenüber einer Luft-Wärmepumpe...unterm Strich natürlich, also inkl. Erdarbeiten. (Eigenleistung kann aber auch geleistet werden)
klar, muss nicht auf heller und pfennig sein, aber ungefähr.

Dankeschön schon mal für die Antworten.

Grüße
R. B.

denkedran
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Beitragvon denkedran » 06.03.2008 21:34 Uhr

Schau mal unter www.sofath.com und www.geothermie.net nach.

Wir bauen Direktverdampfungs Anlagen und es gibt bundesweit eine Reihe von Kollegen.
Bringt auch einen höheren Zuschuß
Gruß Denkedran
bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 06.03.2008 22:50 Uhr

zu 1: Nur bei zu kleiner Kollektorfläche besteht diese Gefahr. Bäume sind möglich, solange es keine Tiefwurzler sind welche die Leitungen beschätigen können.

zu 2: Passiert nur wenn zu schlecht verdichtet wurde bzw. die kollektorfläche zu klein dimensioniert wurde und damit vereissunge auftreten.

zu 3: Welche Heizleistung wird der benötigt? Hört sich ca. nach 16 und mehr kW an und ist m.E. vermutlich viel zu hoch. Ich würde eh in 2008 mindestens KfW40 oder Passivhaus planen. Damit kann auch die Heizlast geringer ausfallen und damit auch die Bohrtiefe.
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Beitragvon robert_b » 07.03.2008 07:52 Uhr

die Heizleistung weiß ich noch nicht, da wir momentan erst am plan zeichnen sind.

die 14000 € wurden uns von einer Baufirma genannt, allerdings nicht auf unser Haus bezogen, sondern als Richtwert.
machtnix
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Beitragvon machtnix » 07.03.2008 08:05 Uhr

Hallo Robert,

du bist ja gar nicht weit weg von mir.Kannst dir also mal eine Anlage mit DV von mir anschauen,kein Problem.
Dann sprichst du mit dem Kunden und bildest dir dein eigenes Urteil.
Die Baufirma scheint mir hier wenig kompetent zu sein,und den Kollegen mit seinen Aussagen kannst gleich mal knicken.

Wie heißt das schöne Sprichwort in Bayern:
Was der Bauer nicht kennt,frißt er nicht.

Schick mir ne pn mit deinen daten und du kannst am Wochenende mal bei meinen Kunden vorbeifahren,wenn du Lust hast.
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 07.03.2008 08:07 Uhr

Bei einer durchschnittlichen Jahresmitteltemperatur von 8° Celsius und einem geplanten Energiesparhaus KfW 60 (150 m²) würde ich die Luft-/Wasser-Wärmepumpe nicht empfehlen.

Die "Datenbank - Vergleich der Verbrauchsdaten zu verschiedenen Wärmepumpensysteme" gibt Aufschluss darüber.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/links_-_thematisch.html#VergleichsdatenWaermepumpe nGoogleSpread

Grundsätzlich gilt, dass eine Wärmepumpe Ihren Wirkungsgrad am besten entfalten kann, wenn das Gebäude sehr gut gedämmt ist und die Vorlauftemperatur im untersten Bereich liegt.
Deshalb ist die Überlegung von "Bernhard Geyer" auf einen besseren Standard zu wechseln richtig, zumal man damit auch den Energiebedarf zusätzlich absenken kann.

Energiesparhäuser und Passivhäuser? Auf den Punkt gebracht!
http://ecotec-energiesparhaus.de/Energiesparhauser_und_Passivhauser_-_Auf_den_Punkt_gebr acht..pdf

@ R. B. - Wie sind deine Gebäudeparameter (U-Werte der Außenbauteile)?


Gruß

Thomas Heufers


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05231-569596 + 0177-1648721
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Beitragvon fdl1409 » 07.03.2008 08:10 Uhr

Hallo Robert,

die Angaben über Bohrkosten sind völlig unsinnig. Ein KfW60 mit 150m2 braucht mit Warmwasser etwa 11.000 kWh Wärme pro Jahr. Bei durchschnittlichen Bedingungen kommst du da sehr locker mit einer einzigen 100m-Bohrung aus zum Komplettpreis von 7.000 Euro.
Die Bohrung sollte schon vor der Bodenplatte genau am späteren Standort der WP gemacht werden.
Die WP selbst ist eher etwas günstiger als eine Luftpumpe. Ein Kombiaggregat mit 6 kW Leistung ( reicht für dich ) mit integriertem Warmwasserspeicher wie Testsieger Vaillant Geotherm Exclusiv kostet im www gut 6.000 Euro. Da sämtliche Nebenaggregate schon drin sind ist die Montage sehr preiswert. Sonde, Strom, Wasser und Heizung anschließen, fertig. Platzbedarf wie ein Kühlschrank, kannst du im Hauswirtschaftsraum aufstellen neben der Waschmaschine. Bei Luftpumpen gibt es übrigens öfters Zoff mit dem Nachbar wegen Lärm.

Die Gesamtkosten sind dann vielleicht 5.000 € höher als bei einer Luftpumpe. Davon mußt du noch die höhere Förderung abziehen.

Beim Stromverbrauch liegt die Sole-WP weitaus günstiger als eine Luftpumpe. Bei deiner Lage in 500m Höhe gibt es häufig Temperaturen im Minusbereich, bei denen die WP einen schlechten Wirkungsgrad hat. Du mußt mit Heizstabbetrieb rechnen. Schätze daß bei solchen Bedingungen die Stromkosten mindestens 50% höher liegen als bei einer Sole-WP.
Die hat den Zusatzvorteil daß du im Sommer kühlen kannst wenn du möchtest.

Zwischen Luftpumpe und Bohrung besteht qualitativ ein sehr beträchtlicher Unterschied. Die Einmalkosten einer Bohrung mußt du auf viele Jahrzehnte umlegen, dann rechnet sich der Mehraufwand sogar recht gut. Wenn du langfristig denkst fällt es nicht schwer eine Entscheidung zu treffen.

Bei genügend Platz können auch Flächenkollektoren ähnlich gut sein wie eine Bohrung, also entweder DV oder Sole-WP mit Flachkollektor.
Auch hier mußt du das örtliche Klima bedenken. Der Boden friert in kalten Wintern tief, es kann lange Zeit eine Schneedecke liegen. Du brauchst hier mehr Fläche, der Kollektor sollte auch tiefer liegen. Günstig wäre ein steinfreier Boden, man spart den Aufwand fürs Einsanden.
Wenn der Kollektor groß genug ist und tief genug verlegt merkst du an der Oberfläche nichts mehr davon. Es gibt aber sicher besser geeignete Standorte für einen Flachkollektor, wenn man das Klima bedenkt.
Gut wäre eine Talaue mit hohem Grundwasserstand.

Grüße
Frank
robert_b
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Beitragvon robert_b » 07.03.2008 09:38 Uhr

@ Hr. Heufers. Die weiß ich leider nicht. im bin noch ziemlich am Anfang. Baubeginn soll mai 2009 sein.
Ziegel wahrscheinlich porotont9. Aber wie gesagt. das ist alles noch nicht fix.


Soweit ich weiß ist der Boden bei uns annähernd steinfrei. hauptsächlich lehmboden.

danke fdl für die detaillierten infos über die ungefähren preise. jetzt verliert die Erdwärme und die Bohrung langsam ihren schrecken.

und das mit der lärmbelästigung zum nachbarn hab ich schon mehrmals gelesen.
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Beitragvon fdl1409 » 07.03.2008 10:34 Uhr

Hallo Robert,

wohne in sehr ähnlichen klimatischen Bedingungen, Jahresdurchschnittstemperatur eher noch geringer. Beheize einen sanierten Altbau mit 8 Wohnungen mit einer Sole-Wasser-WP. Dämmung ist eher schlechter als in einem Neubau wegen unvermeidlicher Wärmebrücken. Außerdem sehr hohe Verschattung in Kerbtal.
Den Wärmebedarf von 90.000 kWh pro Jahr decke ich mit 3 Bohrungen a 150m ab, also sehr hohe spezifische Belastung. Sonden sitzen im Festgestein.

Hatten zum Beispiel im Februar 13 Nächte kälter als -6°, davon 4 zwischen -10 und -12,5°, und das war ein milder Winter. Mit einer Luftpumpe kriegt man da keine gute Leistungszahl.
Meine Soletemperatur hatte einen Tiefstwert von +2°.

Der Leistungsbedarf wird oft viel zu hoch eingeschätzt. Hatte an den kältesten Tagen mit -12° und Mitteltemperatur etwa -7° einen Wärmebedarf von 480 kWh für Heizung und Warmwasser. Bei 720m2 Nettowohnfläche ( ohne Treppenhäuser und Nebenräume ) waren das nur knapp 28 Watt je m2 über 24 Stunden gemittelt. Meine WP hat 28 kW, das sind knapp 39 Watt je m2. So komme ich zu der Einschätzung daß 6 kW bei dir ausreichend sind. Die meisten werden dir was anderes erzählen.
Habe keinen Wärmepumpentarif, sondern heize 24 Stunden durch. Bei mir hat das u.a. Komfortgründe, habe Radiatorheizung. Bei dir wird sich ein WP-Tarif gar nicht lohnen wegen der Grundgebühr, würde das über den Haushaltsstrom mitlaufen lassen.

Grüße
Frank
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Beitragvon bernhard geyer » 07.03.2008 11:59 Uhr

robert_b hat geschrieben:Ziegel wahrscheinlich porotont9. Aber wie gesagt. das ist alles noch nicht fix.

Bei Ziegeldämmsteinen solltest du dann sehr auf einen dickeren und gute angebrachte Außenputz achten. Hier in der Nachbarschaft kann man bei einigen in den letzten Jahren gebauten Häußern schon von außen erkennen das sie mit Ziegel gebaut wurden da sich die Steine von außen im Putz abzeichnen.

Nimm lieber eine 17er/24er tragenden "billigen" Ziegelstein und pack 20 cm Vollwärmeschutz drauf.

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