@Frank:
Eine Wärmepumpe ist für mich heute zuvorderst eine Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas, deren Ende nun wirklich absehbar ist. Warum in aller Welt soll diese Möglichkeit nur energetisch aktuellen Neubauten vorbehalten sein, während die große Mehrheit der Bestandshäuser das Öl oder Gas weiter verbrennen müssen, und das wegen der veralteten Dämmung auch noch in besonders großer Menge?!
Von einer vorherigen Generalsanierung eines älteren Hauses (Kellerdämmung, Dachdämmung, Fassadendämmung, neue Fenster, Nachrüstung FBH, Heizwände usw.), wie sie da gerne ins Feld geführt wird, darf man nämlich nach meinen Recherchen getrost Abstand nehmen; der Aufwand käme fast einem Abriß und Neuaufbau gleich!
Es hat daher für mich auch aus Umweltgesichtspunkten durchaus einen Sinn, daß der Gesetzgeber L/W-WPn auch in Bestandshäusern fördert, OHNE zuvor auf Dämmungsverbesserungen zu bestehen.
Natürlich kommt für mich der Strom nicht nur aus der Steckdose, aber er läßt sich immerhin halbwegs effizient und umweltgerecht mit verschiedenen Alternativen erzeugen, von denen einige durchaus ohne fossile Energieträger und ohne CO2-Erzeugung auskommen. Obendrein wäre selbst eine deutliche Aufstockung der heute erzeugten Energiemengen relativ problemarm möglich; speziell dann, wenn man z. B. die geradezu psychotische Angst vor der Kernenergie aufgeben würde. Daher wäre für mich auch eine E-Heizungs-Energiebilanz <1 (inkl. Kraftwerk) bei z. B. -20°C durchaus noch akzeptabel; Öl und Gas sind prinzipbedingt noch viel schlechter! Länder wie die Schweiz mit ihrem billigen Strom machen das heute schon vor; WPn haben dort m.W. einen Anteil von 50% aller Heizsysteme.
Überspitzt formuliert, wäre für mich daher sogar ein Umbau aller Bestandshäuser in D auf reine E-Heizung
aus Umweltsicht auch schon ein deutlicher Vorteil! Ökonomisch wäre das so natürlich reiner Unsinn. Wenn jetzt aber eine (fast) überall ohne größere Probleme einsetzbare WP-Type auf dem Markt ist, die das deutlich besser kann als der Heizstab, ist das ein Zusatznutzen des Prinzips E-Heizung, der diese sogar ökonomisch mit der fossilen Heizung mindestens gleichziehen läßt. Was bitte will man im Bestandshaus mehr?
Gut, wer neu und besonders umweltschonend bauen will, soll und darf von mir aus gerne noch effizientere Systeme benutzen (Sole-WP, Erd-WP usw.); keine Frage. Ich würde das in dieser Situation vermutlich auch tun. Alle anderen aber tun -selbst außerhalb reiner Umweltüberlegungen- gut daran, die kritischen fossilen Energieträger wie z. B. Rohöl denjenigen Anwendungen zu überlassen, die darauf weit schwerer verzichten können als simple Heizungen. Ich persönlich benutze das verbleibende Öl jedenfalls lieber im KFZ, im Flugzeug oder in der Petrochemie, als es simpel zu verbrennen und für alle Ölprodukte deshalb immer höhere Preise zu bezahlen.
Ach ja: wenn in einem strengen Winter "Millionen von Luftpumpen" anlaufen und deshalb das Netz zusammenbricht (woran ich nicht glaube), wird wenigstens meine Hütte (inkl. WP!!) noch von einem simplen einphasigen Baumarkt-Notstromaggregat versorgt.....