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4art
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Beitragvon 4art » 02.03.2008 21:47 Uhr

Wir werden in unserem Haus die bestehenden Fenster ersetzen. Der Energieberater mein:

Dreifachverglasung - U-Wert 0.7, U-Wert Rahmen 1.4

Wir meinen:

Zweifachverglasung reicht - U-Wert 1.0, U-Wert Rahmen 1.4

Anscheinend fällt der Aufheizeffekt im Winter durch die Sonneneinstrahlung bei Dreifachverglasung weg. Weiss jemand davon?

U-Wert Aufbau EG 0.65
U-Wert OG 0.35

Aussenisolation ist im Moment nicht (mehr) geplant. Wir haben keine Lust auf Leibungsgehämmer...

nando
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Beitragvon nando » 02.03.2008 22:16 Uhr

Ich würde generell abraten von einer 3-fach-Verglasung bei einer
Renovierung. Das Glas ist nur ein Teil vom Ganzen. Wenn die übrigen
Komponenten nicht passen, bringt die beste Verglasung nichts !

3-fach ja, aber nur Neubau oder Passivhaus ect.
Ausserdem sind 3-fach Verglasungen gut um 50 % schwerer als
herkömmliche Wärmeschutzgläser (2-fach) was sich auch auf die
Beschläge auswirken kann, wegen dem Gewicht. Da ist eine Reparatur
oft nicht ganz billig.

Und wenn sowieso keine Aussenisolation dran kommt bringt das ganze
nichts. Wichtig ist die Montage bzw. das Dämmen mittels PU-Schaum.
Die heiklen Punkte sind meist rund um die Fensterbank, aussen wie innen, da sollte man ganz genau schauen dass alles Top isoliert wird.

Es gibt allerdings auch schon Solarfenster die sich Jahreszeitenbedingt wenden
lassen.... hier der Link http://www.ksd-berlin.de/start.html



nando
4art
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Beitragvon 4art » 02.03.2008 22:50 Uhr

Danke, Nando! Die Aussage hilft mir weiter! Allerdings - obwohl ich die Idee mit den Drehfenstern genial finde: Ich wohne in der Schweiz und bis die Dinger von Berlin in der Schweiz sind und dann noch gewartet werden... Ich weiss nicht :roll: Vielleicht wäre der Import selbiger eine Business-Idee!
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Beitragvon GMil » 03.03.2008 01:51 Uhr

Man darf sich vom Ersatz der Fenster keine Wunder erwarten. Ich habe es gerade mal rechnen lassen: der Ersatz von rund 11 qm Fenster mit U-3,0 durch Komplettfenster mit U-1,1 (das Glas hat dann 0,7) bringt pro Jahr etwa 165 €, gerechnet auf den aktuellen Ölpreis, kostet aber rund 8.000 €. So gesehen amortisiert sich die Sache (selbst ohne Zinsen!) erst in knapp 50 Jahren! Das Ganze wird also erst interessant, wenn "wenigstens" die Fensterdichtungen defekt sind oder sonst ein Fehler vorliegt.

Genau so sieht die Rechnung übrigens aus, wenn man eine Fassadendämmung nur aus Energiespargründen ausführen möchte. Auch hier rechnet sich die Sache bei rein kaufmännischer Betrachtung erst, wenn weitere Fehler / Anlässe zur Renovierung vorliegen. Ansonsten müßte man schon eine gehörige Portion Idealismus mitbringen.
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Beitragvon Michael R. » 03.03.2008 18:32 Uhr

@GMil:

Über die Amortisationszeit kann man sich wohl trefflich streiten. Betrachte doch mal die Preissteigerung von Öl/Gas in den letzten Jahren. Eine lineare Preisrechnung ist wohl eher Augenwischerei.

@4art: Der Aufheizeffekt fällt bei 3fach-Verglasung nicht weg. Sicherlich ist der Energiegewinn bei 3 Scheiben geringer, dafür aber auch der Energieverlust gegenüber 2 Scheiben.
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Beitragvon GMil » 04.03.2008 00:31 Uhr

@Michael: Du hast insoweit sicher recht, als die Rechnung nicht linear sein sollte. Jedoch sind "lineare" 50 Jahre immer noch eine harte Vorgabe für eine reale Amortisation, auch wenn die in der Praxis vllt. auf die Hälfte sinken mag.

Was zu einer ganz neuen Bewertung solcher Maßnahmen zwingen wird, ist die in Aussicht gestellte Energiesteuer, so sie denn kommt.


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Beitragvon bernhard geyer » 04.03.2008 07:43 Uhr

Wenns schon Dreifachverglasung mit 0,7 dann sollte auch (der neue Rahmen) einen besseren Wert als 1,4 besitzten. Es gibt auch günstige Fenster (richtige Passivhausgeeignete Fenster mit Profiltiefen > 10 cm kosten einiges mehr) gibt es auch mit 1,1 er Rahmen.
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Beitragvon Thomas Heufers » 04.03.2008 20:28 Uhr

In der folgenden Broschüre sind die Einspareffekte verschiedener Sanierungmaßnahmen nachzulesen. Durchaus lesenswert für jeden Sanierungswilligen.

Altbauten effizient sanieren
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/enev-neubau-niveau.html#Altbauteneffizientsanieren


Gruß

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Beitragvon oakgast » 04.04.2010 08:18 Uhr

Kommentar von "Ralf Blechschmidt" erstellt am 04.04.2010,09:09
Thema: Sonstiges(Sonstiger Kommentar/ Tipp)

Wir mussten 2fachverglaste Fenster ersetzen, die ersten haben wir noch mit 2fachverglasung ersetzt, die restlichen mit 3fachverglasung. Die Mehrkosten pro Fenster betrugen ca. 80 Euro. Das Ergebnis ist große Zufriedenheit, weil durch die Fenster spürbar viel weniger Energie raus bzw. Kälte reinkommt. (Einfach mit dem Handrücken an die Scheibe annähern => bei 3fach spürt man keine Kälte). Weitere Vorteile der dreifachen:
- Besserer Schallschutz (Wir hören Autos auf der 10 Meter entfernten Straße nicht mehr)
- Besserer Einbruchschutz
- Badfenster ist von beiden "Putz"seiten glatt, da die Mittelscheibe die gemusterte ist.
Rentabilität:
Ohne Gaspreiserhöhungen: nach ca 10 Jahre (bei ca. 30 Jahre Halbarkeit)
Bei weiter starksteigenden Preisen (letzten 15 Jahre plus 300% bei Gas) früher.
<a href='http://www.energieportal24.de/b2b/rating/mail_extern_2.php?id=759' target='_blank'>Mail an Ralf Blechschmidt</a>
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Beitragvon Thomas Heufers » 04.04.2010 09:25 Uhr

Bei einer Baustellenbegehung konnte ich vor einigen Tagen die Vorteile des Profils Eco 8000 OEM der brand Fenstertechnik im Einbauzustand feststellen.
http://energie-effizientes-haus.de/Date ... passiv.pdf
Das Profil wird ohne Stahlprofile hergestellt und die Scheiben werden wie in der Automobilindustrie mit dem Flügel verklebt, geringerer Wärmebrückeneffekt. Durch die Verklebung wird eine optimale Aussteifung des Rahmens gewährleistet, gängigerweise werden Flügelrahmen durch innenliegende Stahlprofile ausgesteift.
Der besondere Vorteil dieses Profils ist der geringere Rahmenanteil, man hat effektiv mehr Lichteinfall. Durch den geringeren Rahmenanteil wird die Fensterfläche mit mehr Glasanteil überdeckt, das führt zu besseren U-Werten der gesamten Fensterkonstruktion.

Die Zukunft im Fensterbau ist die stahlfreie Bauart. Es gibt auch schon Kleinserien mit vollausgeschäumten Profilen (Polyurethan-Schäumung), hierbei ist der Dämmwert des Profils i.d.R. besser als der der Verglasung. Die Fenster als energetische Schwachstelle werden in Zukunft wohl eher eine positive Jahresenergiebilanz (Verhältnis von Verlusten durch Auskühlungseffekte und Gewinnen durch passive solare Einstrahlung) vorweisen können. Diese Fenster zeichnen sich durch eine wärmebrückenarme Konstruktion aus.

Gruß

Thomas Heufers


Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 11.04.2010 19:55, insgesamt 2-mal geändert.
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