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Beba
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Beitragvon Beba » 11.02.2008 08:32 Uhr

Die WPL18 dient zur Beheizung der Räume und zur Warmwasserbereitung. Bei dem Wohnobjekt handelt es sich um einen Bungalow Baujahr 1986 mit 'gefühlter' guter Wärmedämmung. Die Wohnfläche beträgt 93 m2 im Erdgeschoss und 93 m2 im Untergeschoss. Das Untergeschoss ist voll als Wohnraum ausgebaut. Erdgeschoß und Untergeschoss sind komplett mit Fußbodenheizung ausgestattet.

Das Haus wurde 2007 gekauft und umfassend renoviert. Im Zuge der Renovierungsmassnahmen wurde eine Wärmepumpe WPL18 von Stiebel-Eltron eingebaut. Die WP steht in der Garage, Pufferspeicher (500 Liter) und Brauchwasserspeicher (SBB 400 WP SOL) stehen im Untergschoss im früheren Heizungskeller. Dieser ist mittig im Wohnobjekt angeordnet. Gesteuert wird die Anlage durch den Wärmepumpenmanager WPM II mit Aussenfühler und einem Raumthermostat im Wohnzimmer. Im Heizungsvorlauf, im Wärmepumpenvorlauf und im Brauchwasserkreis sind jeweils eine Umwälzpumpe Grundfoss UPS 25-80-180 eingebaut. Die Regelung der Raumtemperatur erfolgt entweder automatisch über den Aussenfühler, automatisch oder manuell über den Raumthermostat und/oder manuell über die Reglerventile an den beiden Heizkreisverteilerleisten. Eine Heizlastberechnung liegt nicht vor. Der Installateur hatte sich an dem Verbrauch der Voreigentümer mit 22.000 kWh/a angelehnt und danach die Auslegung gemacht.

Wärmepumpe einschliesslich Umwälzpumpen laufen über einen eigenen Stromkreis mit eigenem Zähler, so dass der Verbrauch des Gesamtsystems erfasst werden kann. Die Zirkulationspumpe für Brauchwasser ist mit dem Lichtschalter im Bad gekoppelt, kann also vernachlässigt werden. Für den Wärmepumpenstrom habe ich einen Sondertarif einschl. Bereitstellung umgerechnet von 13,87 Ct/kWh ohne Sperrzeiten. Das erste Jahr kann aus verschiedenen Gründen nicht als repäsentativ angesehen werden. Der Gesamtverbrauch betrug 8.359 kWh bei Kosten von rd. 1.176 Euro und einer Laufzeit von 1.468 Stunden. In Leistung und Kosten sind rd. 196 Betriebsstunden für den Heizstab enthalten, weil der Brauchwasserspeicher anfangs mit 1,8 m2 Tauscherfläche zu klein ausgelegt wurde, bis er nach 3 Monaten gegen den SBB 400 WP SOL mit 5,2 m2 gewechselt wurde. Seitdem hat die Zusatzheizung nicht mehr zugeschaltet. (Die Brauchwassertemperatur ist auf 48 °C eingestellt.) Rechne ich diesen Mehrverbrauch mit 8,8 kW raus, reduzieren sich der Gesamtverbrauch um 1.725 kWh auf 6.634 kWh und damit die Kosten um 239 Euro auf 920 Euro. Gefühlsmässig meine ich, dass es noch günstiger geht.

Frage:
Wie kann ich aus diesen Daten überschlägig die Effektivität des Gesamtsystems oder gar die Leistungszahl der WP ermitteln? Oder geht das nur mit Wärmemengenzähler?

Bisher ist die Anlage noch nicht optimiert sondern nur vom Heizungsbauer voreingstellt und dann Tschüss. Nach vielem Lesen in Foren bin ich nun angefangen, die Anlage abzugleichen und einzustellen und dabei sind einige Fragen aufgetreten.

Als 'Führungsraum' ist das Wohnzimmer zu sehen mit raumhohem Fenster mit Schiebetür zur Terrasse über die gesamte Breite. Wenn das Wohnzimmer ausreichende Temperatur aufweist, sind alle anderen Räume ebenfalls warm genug.

Im Wohnzimmer ist der Raumthermostat installiert und hier befindet sich zur Kontrolle auch ein handelsübliches Thermometer. Als erstes habe ich am WPMII die dort angezeigte Raumtemperatur über die Fehlerkorrektur mit dem Thermostat abgeglichen und um 4,2 °C gesenkt. So zeigen nun Raumthermostat am WPMII und im Wohnzimmer lokal die gleiche Temperatur an (Soll 21,5 °C).

Im 2. Schritt habe ich alle Pumpen auf Stellung 2 geschaltet. (Warum der Installateur mir keine elektronisch geregelte Pumpe angeboten hat, weiß ich nicht. - Im Nachhinein ärgerlich!. Aber Nachrüsten rechnet sich wohl nicht, weil ich dann auf bisherigen Pumpen sitzen bleibe.)

Weitere Einstellungen sind: Reglerdynamik auf 20 hochgestellt, weil gelesen habe, hierdurch würde die Schalthäufigkeit des Verdichters reduziert und dieser damit geschont. Die Stillstandszeit beträgt 30 Minuten. Der Raumeinfluss steht auf 5, ECO-Schaltung ist EIN, Sommerbetrieb ist an. Warmwasserheizung steht auf Vorrang. Heizzeit Heizung von 4:30 - 20:30 Uhr, Warmwasser von 3:00 - 9:00 Uhr. Das reicht, um auch noch abends zu duschen (2 Personen). Grenzen und Bivalenzen stehen auf - 19, WW-Hysterese auf 3. Ich denke, das sind erst einmal die wichstigsten Daten.

Als nächstes habe die Heizkurve auf 0,30 abgesenkt und alle Ventile aufgedreht. Der WPMII zeigt bei +20, 0 und -20 °C Temperaturen 22, 27 und 31 °C an. Wie zu erwarten, werden die anderen Räume überheizt, das Wohnzimmer erreicht 20,5-21 °C, also für mein persönliches Empfinden zu wenig. Habe nun die Soll-Raumtemperatur auf 22 °C hochgedreht (Verschiebung der Heizkurve nach oben) und in den anderen Räumen (Untergschoss und Küche) an den Verteilerleisten die Ventile so weit geschlossen, dass noch eine angenehme Temperatur erreicht wird. Die betroffenen Ventile (einfache Ausführung) sind nun fast gänzlich geschlossen. Ergebnis bleibt anzuwarten.

Frage:
Ist im weiteren Vorgehen die Parallel-Verschiebung der Heizkurve durch Erhöhung der Raumtemperatur richtig, oder ist es besser die Steigung der Heizkurve höher zu setzen? Das ist mir bisher nicht ganz klar geworden.

Grundsätzliche Frage zur Pumpenenstellung:
Brauchen Fussbodenheizung und WP große Wassermengen und damit eine hohe Pumpeneinstellung? Die Pumpe im WP-Vorlauf muss das Wasser vom Untergeschoss eine Etage höher bis in die Garage befördern. Das ist der entfernteste Punkt, geschätzt mit Krümmern vielleicht 15 m plus 2,7 m Etagenhöhe. Im Erdgeschoss ist der weiteste Weg zum Wohnzimmer ähnlich 15 m plus Etagenhöhe, im Untergeschoss ist der Heizkreis bodengleich. Wären Erdgeschoss und Untergeschoss hydraulisch getrennt, würde unten wohl eine kleine Pumpe reichen. Sind sie aber nicht. Niedrige Pumpenstufen machen weniger Geräusche, aber reichen die aus? Wie kann man das rausfinden?

Frage:
Was ist der Raumeinfluss und was bewikt er? Welche Einstellung ist richtig? Gute Dämmung - Ist dann der Raumeinfluss hoch oder niedrig?

Frage zu Raumthermostaten:
Mein Installeur sagt mir, er baue in letzter Zeit bei Fussbodenheizung zunehmend funkgesteuerte Raumthermostate z.b. von Unipor ein. Anfangs hielt ich das für logisch und HighTech, ist aber schweinisch teuer. Würde für mich rd. 2.500 Euro kosten. Inzwischen bin ich der Meinung, dass ich erst den richtigen Abgleich machen muß, sonst nutzen auch die besten Thermostate nichts, wenn man sie überhaupt benötigt. Habe gelesen, dass die Meinungen hier auseinander gehen, weil die Fußbodenheizung zu träge ist, um kurzfristig auf Ausseneinflüsse zu reagieren, welche bei richtiger Einstellung nicht auch vom Außenfühler geregelt werden könnten. Ich könnte mir vorstellen, dass eine hydraulische Trennung der Heizkreise unten und oben billiger und sinnvoller ist.


Welche Tipps zur Optimierung der Einstellung und weiteren Vorgehensweise könnt ihr mir noch geben?

Danke für die Infos.


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