Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
NE-Häuser, Passivhäuser, Energiesparhäuser, Wärmedämmung, Lehmbau,...
Heiko Menzel
Beiträge: 3
Registriert: 03.02.2008 12:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heiko Menzel » 04.02.2008 11:05 Uhr

Hallo miteinander,

wir sind eine kleine Familie (in Zukunft irgendwann 4 Personen), die im Mai diesen Jahres mit dem Neubau eines KfW40-Hauses beginnen möchte.

Ich weiß, dass hier im Forum etliche ähnliche Beiträge gebracht werden bzw. wurden. Mittlerweile habe ich auch schon Stunden in den einschlägigen Foren verbracht und bin nun immer noch nicht schlauer wir vorher.

Daher bitte ich euch um Mithilfe bei der Planung bzw. um eure ehrlichen Meinungen bezüglich unserer Gedanken.

Hier nun die Fakten:
Geplant ist ein KfW40-Haus ohne Keller, Wohnfläche ca. 190-210 m2 (abhängig von den benötigten Abstellräumen).
Vordergründig steht die Dämmung an. Hierfür möchten wir einen 24er HLZ mit einer 200mm Mineralwolledämmung nehmen. Eventuell auch nur 160mm, kommt ganz darauf an, ob die 4cm zusätzlich wirklich so viel Unterschied ausmachen.
Im ganzen Haus ist Fußbodenheizung geplant, zusätzlich soll eine Belüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden (evtl. von pluggit).
Die Gegend ist Unterfranken am oberen Ende Bayerns, das Haus wird zu ca. 70% in der Sonne stehen, die anderen 30% sind verdeckt durch ein anderes Haus.
Geplant sind zwei Vollgeschosse mit einer maximalen Traufhöhe von 5,50m bei einer Dachneigung von 20°.

Folgende Fragen stellen sich uns nun:

1. Rechnen sich die Mehrkosten für eine 200mm-Dämmung gegenüber einer 160mm-Dämmung überhaupt? Wenn ja, wie hoch sind denn dann die Unterschiede zwischen Mineralwolle (Steinwolle) und Polystyrol pro m2.
2. Heizung: Zuerst war ich auf eine Wärmepumpe aus (Luft-Wasser), mittlerweile denke ich zwecks der Anschaffungskosten schon wieder über eine Gasbrennwerttherme nach. Würde hier denn wahrscheinlich eine elco Thision 9 ausreichen (mit 300l Speicher)? Für die KfW40-Förderung müssten wir diese dann wahrscheinlich mit einer Solaranlage kombinieren, die dann mit ca. 3000-4000€ zusätzlich zu Buche schlagen dürfte. Damit wäre ich ja beinahe bei den Anschaffungskosten für eine anständige Luft-Wasserwärmepumpe. Habt ihr hier Vorschläge für eine vernünftige Luft-Wasserwärmepumpe? (Stiebel Eltron, Ochsner mit Splitausführung, Dimplex…).
Gibt es bekannte Probleme bei einer Fußbodenheizung unter Teppichboden in Kinderzimmern?
3. Belüftungsanlage: Wärmerückgewinnung ist klar, Erdwärmetauscher auch möglich. Kann mir jemand einen ordentlichen Hersteller nennen bzw eine konkrete Anlage empfehlen? Mit ist bewusst, dass es hierbei vor allem auf die richtige Auslegung und Einstellung der Anlage ankommt. Wie viel Luftaustausch ist denn für das geplante Haus notwendig? Würden Wärmepumpe und Belüftungsanlage getrennt laufen, oder gibt es Möglichkeiten diese beiden zu kombinieren? Die Anlagen von Pluggit sollen ja in die Stiebel Eltron integriert werde können. Ist das bei anderen Luft-Wasserwärmepumpen auch der Fall?
4. Ein Freund von mir hat mir gesagt, dass ich die Bodenplatte mit Schaumglasschotter dämmen sollte, so müsste nicht so viel Erde ausgehoben werden um frostsicher zu gründen. Ist dies sinnvoll oder gibt es auch noch günstigere Alternativen um die Platte gut zu dämmen?
5. Habe ich nun wichtige Überlegungen vergessen?

Es wäre nett, wenn einige von euch mir helfen könnten. Das muss auch nicht auf jede Frage sein.
In der nächsten Woche haben wir ein Gespräch mit einem Architekten, den wir bis zur Genehmigungsplanung mit einbeziehen möchten.

Geplant ist viel Eigenleistung, da das Geld leider nicht im Überfluss vorhanden ist. Sonst würde ich auch bohren lassen und eine Sole-Wasser-Wärmepumpe installieren.

Viele Dank schon einmal für eure Bemühungen

Heiko Menzel

Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 04.02.2008 17:52 Uhr

Bezüglich der Dämmung der Wand ist ein U-Wert aussagekräftiger. Es sollte auf jeden Fall ein Wert von unter 0,16 W/m²K sein. Ein niedriger U-Wert ist eine der entscheidenden Kennzahlen für einen zukünftig niedrigen Energiebedarf.
Die zusätzliche Wärmedämmung von 16 auf 20 cm ist eher eine geringe kalkulatorische Größe, stärker fallen die Montagekosten ins Gewicht. Wenn nichts dagegen spricht, sollte man die zusätzliche Dämmung ausführen.

Bei der Größe des Gebäudes wird wohl eher eine Sole/Wasser-Wärmepumpe geeignet sein. Zur endgültigen Bestimmung benötigt man die Angaben aus der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Schaumglasschotter hat meines Wissens keine baufaufsichtliche Zulassung. Die Dämmung oberhalb der Bodenplatte ist wesentlich effektiver. Die Einflüsse der Witterung und der Verrottung der lastabtragenden Dämmung unterhalb der Bodenplatte sind damit ausgeklammert.
Besser oberhalb vollflächig und wärmebrückenfrei gegen Erdreich dämmen. Wichtig ist hierbei der Einsatz eines Wärmebrückensteins für sämtliche lastabtragenden Erdgeschosswände.
http://ecotec-energiesparhaus.de/html/unsere_leistungen.html#Waermebrueckenstein

Zum Punkt " Eigenleistung". Beim Holzrahmenbau kann der komplette Innenausbau als Eigenleistung ausgeführt werden. Vorausgesetzt man bringt die handwerklichen Fähigkeiten und die Manpower mit.


Gruß

Thomas Heufers

KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/
Heiko Menzel
Beiträge: 3
Registriert: 03.02.2008 12:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Heiko Menzel » 04.02.2008 20:15 Uhr

Sehr geehrter Herr Heufers,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Habe beinahe auch mit einer Antwort von Ihnen gerechnet, da Sie ja sehr aktiv im Forum sind und sehr schnell ud freundlich antworten.

Ein niedriger U-Wert wird angestrebt, werde die von Ihnen genannte Zahl (unter 0,16 W/m²K) beim Gespräch mit dem Architekten einbringen. Dieser ist sowieso der Meinung, dass zuerst die Dämmung kommt und dann erst die Frage nach der entsprechenden Heizung.

Werde die Zusatzkosten und den Zusattnutzen von einer 4cm dickeren Dämmung einmal mit einem Fachmann besprechen und entsprechend preislich vergleichen.
Können Sie (oder andere) denn einen Rat geben, ob sich die Dämmung aus Minaralwolle (Steinwolle) denn wirklich rentiert (ökologisch und ökonomisch). Oder kann man auch beruhigt eine Dämmung aus Polystyrol nehmen?

Die Heizlastberechnung wird entsprechend nach der endgültigen Planungsphase erstellt, im Moment sind wir noch bei Entwürfen und müssen (leider) etwas auf den Geldbeutel schauen.
Daher kommt eine Sole/Wasser-Wärmepumpe leider (noch nicht) in Frage, da die Anschaffungskosten im Moment zu hoch sind. Zudem wohnenn wir in einem Heilquellschutzgebiet, in dem nur bis zu 40m tief gebohrt werden dürfte (Erdflächenkollektoren scheiden grundsätzlich aus), wobei hierfür zusätzliche Ausnahmegenehmigungen erst erstellt werden müssten (zusätzliche Kosten). Ich denke einmal, dass dann ca. 4 Bohrungen a 40m vorgenommen werden müssten und die Kosten hierfür sich um die 10.000 € belaufen würden. Zudem bin ich mir nicht sicher, ob denn die Strompreise bei einem (noch beschlossenen) Atomaustieg in Deutschland nicht in der nächsten Zeit konstant bleiben. Aber das ist wahrscheinlich bei allen Heizungsarten so. Daher ist nun die Überlegung, zuerst auf eine ordentlich Dämmung und eine "günstige" Heizung (Brennwerttherme und wahrscheinlich Solar für Warmwasserzubereitung) zu setzen und eventuell später (ca. 10 Jahre) sich eine andere Energieform zu überlegen. An der Uni Dresden sollen ja Forschungen bezüglich eines Gels laufen, dass Wasser als Wärmespeicher deutlich übertreffen soll.

Schaumglasschotter hat im Moment eine bauliche Zulassung (http://www.sgag.de/mill/prod/zula.htm), aber mit der Dämmung der Bodenplatte habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht wirklich beschäftigt.
Aber trotzdem vielen Dank für Ihren Hinweis.

Ja, Holzrahmenbau oder massiv, die Frage hat uns schon viele Nerven gekostet und ist wie viele andere Themen eine Art Glaubensfrage. Wir haben uns nun für eine massive Bauweise entschieden, bei der wir (ähnlich wie bei einer Holzständerbauweise) sehr viel Eigenleistung einbringen können. Manpower und Fähigkeiten stehen ausreichend zur Verfügung.

Falls Sie (oder andere) mir noch weitere Hilfen geben könnten (v.a. bezüglich der noch nicht kommentierten Punkte), dann wäre ich Ihnen/Euch sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Heiko Menzel
Thomas Heufers
EXPERTE
Aktivität:sehr hoch
Benutzeravatar
Beiträge: 2226
Registriert: 21.07.2006 14:22
Wohnort: Detmold/Nordrhein-Westfalen
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 25 Mal
Kontotyp: Dienstleister
Erfahrung: 8-12 Jahre
Interessensgebiet: Energiesparendes Bauen
Land: Deutschland

Beitragvon Thomas Heufers » 04.02.2008 21:05 Uhr

@ Heiko Menzel ...... ob sich die Dämmung aus Minaralwolle (Steinwolle) denn wirklich rentiert (ökologisch und ökonomisch)?
Die Herstellung der Steinwolle ist ökologisch eher bedenklich, da sie unter hohem Energieeinsatz hergestellt wird.
Die Steinwolle hat ein hohes thermisches und akkustisches Isoliervermögen und ist auch teurer als Polystyrol.

@ Heiko Menzel .....Oder kann man auch beruhigt eine Dämmung aus Polystyrol nehmen?
Schlechteres akkustisches Isoliervermögen, thermisches Isloiervermögen ähnlich der Steinwolle und günstiger als Steinwolle.
Beide Materialien rechnen sich ökonomisch und sind somit ökologisch vertretbar!
Beide sind Materialien jedoch nach dem Produktlebenszyklus entsorgungsproblematisch.


Viel Erfolg bei dem geplanten Vorhaben!


Gruß

Thomas Heufers


KfW Effizienzhaus | Passiv- & Plusenergiehaus
Bauausführung | Projektierung | Energieberatung
05231-569596 + 0177-1648721
http://ecotec-energiesparhaus.de/
http://ecotec-energiespartechnik.de/
http://energiesparprojekte.info/

Zurück zu Bauen, energiesparendes Bauen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Neubau -KfW40, Heizung, Dämmung, Wärmepumpe, Solar