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Stabilo
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Beitragvon Stabilo » 07.01.2008 09:25 Uhr

Hallo,
nachdem wir mittlerweile im Jahr 2008 angekommen sind, stellt sich für viele interessierte die Frage, lohnt es sich denn überhaupt noch?
Aus diesem Grunde sind hier mal die wichtigsten Punkte zur Betrachtung der Wirtschaftlichkeit in 2008 aufgeführt.

Alle Einnahmen und Ausgaben sind für einen Zeitraum von 20 Jahren hochgerechnet und angegeben in €/kWp.


Kosten bei Vollfinanzierung (Tilgung + Zinsen) incl. Wartungsrücklagen und Versicherung beim angegebenen Kaufpreis (kpl. Schlüsselfertig incl. Montage, Zählerplatz, Eigentumszähler und Gerüst) je kWp:

3800€/kWp - 7546,60€
3900€/kWp - 7705,00€
4000€/kWp - 7865,80€
4100€/kWp - 8026,60€


Einnahmen (incl. 10% Degradation auf die Gesamtlaufzeit) beim angegeben regionalem Durchschnittsertrag:

800kWh/kWp - 7106,60€
850kWh/kWp - 7550,10€
900kWh/kWp - 7994,30€
950kWh/kWp - 8438,40€
1000kWh/kWp - 8882,50€


Regionale Durchschnitsserträge von PV-Anlagen der letzten 10 Jahre nach PLZ-Gebieten:

0xxxx - 836kWh/kWp 5xxxx – 818kWh/kWp
1xxxx - 809kWh/kWp 6xxxx – 876kWh/kWp
2xxxx - 786kWh/kWp 7xxxx – 925kWh/kWp
3xxxx - 812kWh/kWp 7xxxx – 921kWh/kWp
4xxxx - 797kWh/kWp 9xxxx – 904kWh/kWp


Erläuterung der einzelnen Werte:

Vollfinanzierung
Der aktuelle effektive Zinssatz der kfw liegt bei 5,26%. (Ausgezahlt werden bei kfw jedoch nur 96% der Kreditsumme. Stehen also nicht 4% der Summe als Eigenkapital zur Verfügung, muss die Kreditsumme erhöht werden. Diese Kosten sind hier nicht berücksichtigt.) Zinsbindung beträgt 10Jahre, Risiko steigender Zinsen ist ebenfalls nicht berücksichtigt. Kreditlaufzeit 20 Jahre. Die angegebenen Werte können also auch höher ausfallen.
Andere Banken bieten in der Regel Kredite zu kfw-Konditionen an

Umsatzsteuerrückerstattung
Für die Finanzierung wird ausschließlich von der Netto-Summe ausgegangen. Die UST wird vom Finanzamt für gewöhnlich zurückerstatte, da die PV-Anlage als gewerblich eingestuft wird. Die Rückerstattung dauert normalerweise 2-3 Monate. Für diesen Zeitraum muss die UST jedoch zwischenfinanziert werden. Diese Kosten (oder verlorene Zinseinnahmen) sind jedoch nicht berücksichtigt)

Inflation
Für die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit ist es von großer Bedeutung die Inflation zu berücksichtigen. Während die laufenden Kosten in den nächsten 20 Jahren stetig steigen werden, die Einspeisevergütung jedoch auf einen Zeitraum von 20 Jahren festgeschrieben ist, Arbeitet die Inflation hier gegen die PV-Anlage. Zur Berechnung wurde ein Wert von 2%/a angenommen.

Versicherung
Die Anlage sollte eine Allgefahren- Elektronikversicherung haben und es ist eine Haftpflichtversicherung ratsam. Die Kosten wurden hier gesamt mit 20€/kWp angenommen. Für kleinere Anlagen ist es evtl. jedoch teurer, da viele Versicherer einen Mindestbeitrag von 50€ verlangen.

Wartungsrücklagen
Eine PV-Anlage ist keinesfalls eine Wartungsfreie Gelddruckmaschine wie von vielen Vertretern oftmals Behauptet. Es kann der Wechselrichter ausfallen, Trennschalter, Überspannungsableiter, Sicherungen, Datenlogger, und und und………
Wer elektrische Anlagen besitzt, weiß sehr wohl, dass auch hier jederzeit etwas ausfallen kann.
Die Wartungsrücklage wurde mit 40€/kW angesetzt. Dieses ist ein relativ geringer Wert. Es wird davon ausgegangen, dass z.B. Wechselrichter für relativ geringe Summen im Austausch gewechselt werden können. Ob das die Hersteller auch in z.B. 15 Jahren noch machen, weiß noch keiner. Muss der Wechselrichter z.B. normal erneuert werden, sind zur Zeit etwa 500-750€/kWp fällig. Unter Berücksichtigung der Inflation wären das in 20 Jahren ca. 750-1000€/kWp.

Regionale Durchschnittserträge
Diese Daten stammen von der Datensammlung des sfv.de. Der Solarförderverein bietet zur Zeit die Größte online-Datenbank mit Ertragsdaten von PV-Anlagen und ist somit gegenüber den anderen am Aussagekräftigsten.
Es wurde jeweils der 10-Jahresdurchschnitt der installierten Anlagen berechnet. Im Einzelfall sollte aber jeder die Daten für seinen Standort nochmals genauer bestimmen. Der SFV bietet auch die Möglichkeit der Sortierung nach den ersten beiden PLZ-Nummern. Die Erträge können auch im gleichen PLZ-Bereich noch stark schwanken.

Moduldegradation
Die Module verlieren mit der Zeit an Leistung. Angenommen wurde hier ein Wert von 10% auf 20 Jahren linear gerechnet. Das ist zwar weitaus besser, als die von den Herstellern garantierte Performance, aber die werden sich auch etwas an Sicherheit gelassen haben. Birgt für den Investor natürlich ein gewisses Risiko diese Annahme so zu treffen.

Arbeitsaufwand
Das Betreiben einer PV-Anlage ist natürlich auch mit zeitlichem Aufwand versehen. Wie der einzelne diesen bewertet muss jeder für sich entscheiden.
Zu nennen wäre hier: wöchentliche (oder tägliche) dokumentieren des Zählerstandes, monatliche Umsatzsteuervoranmeldung, jährliche Bilanz.
In Summe kommen da ca. 15-20 Stunden pro Jahr zusammen.

Fazit
Es wurden soweit als möglich Realistische Zahlen aus Datenbanken und öffentlich zugänglichen Informationen entnommen. Wo die Zahlen nicht so genau ermittelbar sind, wie z.B. Wartungsrücklage, wurden sehr optimistische Werte angenommen.
Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie hoch das Risiko ist, was der einzelne bereit ist einzugehen und die Zahlen entsprechend anpassen.

Warnung
Es ist nicht ratsam die Angebote in einem bekanntem (man bezeichnet sich dort selbst als die Nr.1) großen Forum zu Thema Photovoltaik bewerten lassen.
Überwiegend werden die Angebote dann von Solarteuren bewertet, welche noch der Hochpreispolitik der vergangenen Jahre verfallen sind. Ebenso besteht die Gefahr, dass der anbietende seines eigenes Angebot bewertet, das Ergebniss ist dann schon klar.
Auch laufen die Empfehlungen überwiegend auf die im Forum eingebetteten Hersteller hinaus, von Unabhängigkeit ist keine Spur mehr.

Steve
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Beitragvon Steve » 09.01.2008 14:43 Uhr

Hallo Stabilo,

danke für die ausführliche Darstellung.

Erläutere mir doch mal, warum Du die Inflation berücksichtigst.

I.d.R. werden die Anlage doch zu 100% finanziert und nach 20 Jahren ist die Anlage doch praktisch wertlos (mit oder ohne Inflation).

Wird die Anlage aus Eigenkapital finanziert, könnte man Zinsverluste einrechnen, bzw. meinetwegen auch Inflation.

Ausser einen Zuschlag bei der Gebäudeversicherung (ich glaub 45 € / p.a. bei meiner 3,1 kW-Anlage) gibt es doch keine laufenden Kosten.

Zugegeben, wenn der Wechselrichter sich verabschiedet, dann wird’s teuer.

Ich teile nicht die Meinung, dass ein Zeitaufwand von 15-20 jährlich Stunden anfällt.

Die USt.-Anmeldung mach ich einmal jährlich (mit der Bilanz) und die Bilanz dauert max. 1 Stunde.

Eine wöchentliche (oder tägliche) Dokumentation des Zählerstandes sind ja selbst gemachte Leiden.

Auch Betriebswirte können mir das gerne mal mit der berücksichtigten Inflation erklären.
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Beitragvon Stabilo » 09.01.2008 17:00 Uhr

Hallo Steve,

die Inflation habe ich nur bei den laufenden Kosten wie Versicherung und so berücksichtigt. Größere Anlagen laufen nicht über Gebäudeversicherung und schon garnicht bei Fremddächern.

Die Ertragsdokumentation ist schon wichtig, Du hast ja sonst keine andere Chance um festzustellen ob alles i.O. ist.

Umsatzsteuer muss ich monatlich machen, Vorgabe FA.
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Beitragvon Steve » 09.01.2008 17:56 Uhr

Fremddächer?
Das kann sich doch gar nicht mehr lohnen, wenn noch "Dachmiete" gezahlt werden muss.
Hast Du da Erfahrungen?
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Beitragvon Stabilo » 10.01.2008 15:20 Uhr

Nein,
mit Dachmiete geht zur Zeit schon grad garnichts mehr..
Aber auch ohne, muß man sich nichts vormachen oder sich selbst belügen.
PV-Anlagen sind bei der derzeitigen Marksituation nicht wirtschaftlich zu betreiben.
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Beitragvon Steve » 10.01.2008 20:11 Uhr

Bei der aktuellen Marksituation mag das woll sein.
Die KFW-Konditionen sind ja auch nicht attraktiv.

Ich hab seit 2004 eine 3,1 kW-Anlage auf dem Dach.
100% finanziert, noch 100.000-Dächerprogramm mit 1,9% (das ist attraktiv).
Bin insgesamt sehr zufrieden.

Was mir bei Deiner Darstellung fehlt, sind die steuerlichen Aspekte.
Meine Anlage macht jedes Jahr steuerliche Verluste (als Einkommensteuermindernd).
Im zweiten Jahr habe ich diese Existentgründer-Sonderabschreibung geltend gemacht (ich glaub so hieß die, glaub 20% war das – müsste nachschauen).
Gab richtig Kohle zurück vom FA.
Habe also selber kein Geld investiert (weil zu 100% finanziert), ersten 10 Jahre Steuervorteile, nach 10 Jahren abbezahlt und dann wird in die eigene Tasche gewirtschaftet (ist dann natürlich EKSt.-pflichtig).

Is doch toll, oder?

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Beitragvon Stabilo » 10.01.2008 20:39 Uhr

Ja,

das mit der Steuer ist so ne Sache.
Grundsätzlich kannst Du die Anlage kpl. abschreiben.
Schreibst Du jedoch im ersten Jahren mehr ab (die erwähnten 20%), werden die Dir im 9+10 (vieleicht auch 7+8+9+10) Jahr fehlen. Sprich die Anlage macht einen steuerlichen Gewinn aber in der Realität Verlust :cry: :cry: :cry:

But however,
die Umwelt wirds Dir danken.
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Beitragvon Steve » 10.01.2008 21:02 Uhr

Na ja, mehr wie 100% kann man natürlich nicht abschreiben.

Zusammenfassung: kein Eigenkapitaleinsatz, jedes Jahre erhöhte Steuererstattung wegen AfA, sobald Anlage abgezahlt = Kohle in eigene Tasche.

Stabilo hat geschrieben:Ja,

Sprich die Anlage macht einen steuerlichen Gewinn aber in der Realität Verlust :cry: :cry: :cry:


Hab ich nicht verstanden (...für mich Quatsch die Aussage).

Du machst hier was mies, was eigentlich nicht schlecht ist.
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Beitragvon Stabilo » 11.01.2008 07:05 Uhr

Hallo Steve,

das ist eigentlich recht simpel.
Ale Einnahmen sind erstmal Einkommenssteuerpflichtig.
Den Kaufpreis der Anlage und die Finanzierungszinsen kannst steuerlich angeben (abschreiben.

So,
wenn Du jetzt linear über 10 Jahre abschreibst und über 10 Jahre finanzierst sind die Höhe der Abschreibung und der Rückzahlung an die Bank 10 Jahre identisch.
Allein der eventuelle Überschuss sind als Gewinn vorhanden und Est-pflichtig.

On the other side,

wenn Du über 10 Jahre finanzierst
aber im ersten Jahr schon 30% abschreibst und die nächsten Jahre degressiv, hast Du die Anlage nach ca. 5 Jahren fast kpl. abgeschrieben. Natürlich sind dann die Abschreibungen höher als die tatsächlichen Rückzahlungen an die Bank incl. Zinsen. Du machst also Buchverlust.
Aber z.B im 6. Jahr, wenn Du fast nichts mehr abschreiben kannst, kannst Du in den Büchern Deinen Einnahmen keine Ausgaben mehr entgegensetzen. Die Raten an die Bank kannst Du hier nicht angeben.
Du machst also einen Buchgewinn und der ist Est-pflichtig.

Du kannst die Anlage nur einmal abschreiben!

Unterm Strich auf die Gesamtlaufzeit gesehen bleibt die ganze Sache also steuerlich neutral. Man kann halt schneller abschreiben als die Finanzierung läuft und dadurch am Anfang einen steuerlichen _Verlust erzielen.
Das macht aber eigentlich nur Sinn, wenn man z.B. in 5 Jahren wieder andere Projekte startet und hier ebenfalls versucht steuerlich Verlust zu machen. Für den Privatrmann aber eigentlich unrealistisch.
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Beitragvon Steve » 11.01.2008 08:19 Uhr

Antwort folgt!

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