Hallo Kuno73
bei den angegebenen Voraussetzungen ist es schon möglich einen groben Rahmen abzustecken. Pauschal aussagen, WP ist nicht möglich oder es muss überall FBH vorhanden sein sind einfach falsch. Es gibt heute durch die zweistufigen WP durchaus Möglichkeiten (fast) jedes Gebäude mit einer monovalenten WP zu heizen, auch bei unzureichendem „Dämmzustand“, den ich aber hier gar nicht als unzureichend ansehe.
Das was ich gerade geschrieben habe bezieht sich nur auf die technische Machbarkeit von Wärmepumpen. An meinem eigenen Haus habe ich bewiesen, dass allein durch Austausch des Gasbrenners gegen eine LWP (andere ging leider nicht) finanzielle Einsparungen möglich sind. (fast 40%)
Keine funktionierende Regelung bedeutet, die VL Temperatur lässt sich nicht mehr manuell regeln, oder ? Oft wundert man sich mit welchen niedrigen VL auch alte Gebäude warm zu bekommen sind wenn alle Thermostaten voll geöffnet werden. Wenn die FBH in dem oberen Stockwerk mit VL 65° gefahren wurde muss auch ihre Installation (Rohrabstand) geprüft werden. Es sollte eine Möglichkeit gefunden werden die WP mit VL max. 50 zu betreiben.
Interessant sind hier auch bei Altbauten fertige Wandheizelemente (auch zur Kühlung). --
Im Bad immer NT-AluminiumHK einsetzen, da diese die Wärme sehr schnell abgeben und dadurch auch bei nächtlichen Absenkungen, morgens zu einer schnellen Erwärmung beitragen. Damit ist auch schnell eine „Wohlfühltemperatur“ gegeben , da das Bad oft ein neuralgischer Punkt ist der gerne mit E-Heizungen überbrückt wird.
Aber wie gesagt, wenn irgendwie möglich die alte Heizung mal mit 50 Grad probieren und an das geänderte Heizverhalten der WP denken, d.h. alle Heizkörper offen.
Technisch ist mit einer WP auch eine VL von 60 Grad machbar.
Der nächste Faktor ist die Wirtschaftlichkeit.
Hier zählt jedes Grad weniger. Möglichkeiten der Dämmung wurden ja schon beschrieben. Sehe nur die Dämmung der Kellerdecken nicht als so wichtig wenn dieser zum größten Teil beheizt wird. Fenster sind schon – Dach soll noch – und 1.1 für Außenwand ist im Rahmen.
Bohrungen für eine AI SWC 330 K (wird das Haus monovalent heizen) liegen bei VDI Auslegung bei ca. 25.000 €. (500 Bohrmeter) Die WP ungefähr bei 14.000 €.
500 l Brauchwasserspeicher ca. 2000 €.
Sollte der Einsatz einer Grundwasserpumpe möglich sein, würde ich mich sogar trauen zum monovalen Einsatz „nur“ eine AI WWC 220 HX einzusetzen die bei 10/35 einen COP von 6,1 ausweist, also selbst bei 10/55 noch Förderungsfähig ist, wobei m.W. die direkte Förderung auf 3000 € begrenzt ist. (Also nicht 500 x 20 €)
Die Grundwasser WP ist über 4000 € preiswerter, ebenso sollten bei den Bohrungen gut 10.000 € eingespart werden. Da eine Aussendämmung auf gar keinen Fall (was ich verstehe, habe meine Bruchsteine auch nicht „verschandelt“) in Frage kommt sind auch die Dämmkosten für das Dach überschaubar.
Interessant wäre zu wissen, wie viel Heizkosten z.Zt anfallen und wie stark über die Öfen mit geheizt wurde. Ebenso die Personenanzahl und die Bäder.
Auf Luftwärmepumpen würde ich nur im äußersten Notfall zurückgreifen.
Wo steht das Haus denn ?
Also, nicht Schreibtischplatte zerkratzen sondern Planen, Dämmen, Installieren ...
... und mal versuchen ob die jetzige Heizungsanlage nicht doch herab geregelt werden kann.
Ich habe so im letzten Winter „ausprobiert“ in welchen Räumen bei mir „Nachrüstbedarf“ bestand. (Nur im ausgebauten Dachstudio).
Gruß Jürgen