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Öko-Heizer
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Beitragvon Öko-Heizer » 19.08.2007 09:28 Uhr

Hallo.

Wir wollen uns ein Eigenheim bauen und dabei sowohl Umwelt als auch Kosteneffizient heizen. Überall wird mit Erdwärme geworben. Nun ist uns gesagt worden das dabei versteckte Folgekosten zu erwarten sind da zum Beispiel die Erdsonden nach 8-12 Jahren ausgetauscht werden müssen.
Stimmt das?
Auch die Ökobilanz soll (ausser bei Solarstrom) nicht so toll sein, da durch die Verluste bei der Stromumwandlung bei 30 € "Heizstrom" monatlich die Schadstoffbilanz schmälern.

Wer weiß da was genaues.

fdl1409
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Beitragvon fdl1409 » 19.08.2007 09:46 Uhr

Hallo,

Erdsonden aus PE haben eine von Materialforschungseinrichtungen prognostizerte Lebensdauer von 100 Jahren. Dies gilt bei einer Temperatur von 20° und einer Druckbelastung von 20 Bar. Bei geringerem Druck und Temperatur steigt die Lebensdauer weiter.
Die tatsächliche Temperatur liegt bei 0-10°, der tatsächliche Druck bei einer 100m tiefen Sonde bei 12 Bar.

Es ist richtig daß bei der Produktion von Strom hohe Verluste entstehen. Für eine kWh Strom muß man deshalb 3 kWh an Primärenergie rechnen für Brennstoff, Leitungsverluste und sonstigen Aufwand im Zusammenhang mit der Stromherstellung.

Bei Erdgas und Erdöl beträgt dieser Faktor 1,1, z.B. wegen Raffinerieverlusten, Transport usw.

Eine gut ausgelegte Wärmepumpe in einem Neubau mit Fußbodenheizung erreicht eine Jahresarbeitszahl von über 4, d.h. für jede kWh Strom werden mehr als 4 kWh Wärme produziert. Unter Berücksichtigung des Faktors 3 hast du damit eine Primärenergieausnutzung von mehr als 130%. Das wird nachträglich noch steigen, weil die Kraftwerkswirkungsgrade ständig besser werden, Allein in den nächsten 10 Jahren soll ein erheblicher Teil der Kraftwerke erneuert werden.
Dabei werden u.a. Gaskraftwerke gebaut, die einen Wirkungsgrad von 58% haben. Davon bleiben nach Abzug aller Aufwände vielleicht 50% übrig, aus denen die Wärmepumpe über 200% Wärme macht.

Wenn man stattdessen eine Gasheizung betreibt dann schafft die als Brennwertheizung einen Jahresnutzungsgrad von 100%. Davon muß man aber wiederum den Transportaufwand etc abziehen und den Strom für Umwälzpumpe und Brenner usw addieren.
Es kann keinen Zweifel geben daß eine Wärmepumpe damit zu einer mindestens doppelt so guten Bilanz führt wie eine Brennwertheizung.

Das I-Tüpfelchen kann man dann tatsächlich noch obenauf setzen wenn man den Strom mit einer PV-Anlage selbst erzeugt. Damit kann man notfalls ein paar Jahre warten bis die PV-Preise weiter gefallen sind und der Geldbeutel sich etwas von der Baumaßnahme erholt hat.

MFG
Frank
denkedran
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Beitragvon denkedran » 19.08.2007 12:31 Uhr

Nun die Erdsonden aus PE Material werden höchstwahrscheinlich die nächsten 150 Jahre nicht defekt.

Eher wird die Solefüllung und die Pumpen sowie andere Agregate mit der Zeit den Geist aufgeben.

Was aber viele nicht beachten sind kliene geologische Verschiebungen, die scheren die Erdsonden einfach ab.
Besonders in Schiefer - Sandstein - Platten Gegenden ist die Gefahr sehr groß. Also bitte fragen Sie den Geologen auch nach diesen Kriterium.

Gruß Denkedran
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 25.08.2007 10:07 Uhr

Öko-Heizer hat geschrieben:Wir wollen uns ein Eigenheim bauen und dabei sowohl Umwelt als auch Kosteneffizient heizen.

Ziel sollte es sein, den Energiebedarf durch bauliche Maßnahmen möglichst abzusenken. Eine 3-fach Verglasung (U-Wert bis 0,5 W/m²K) ist heute durchaus erschwinglich. Der Mehrpreis für eine stärkeren Dämmungsaufbau oder eine bessere Wärmeleitgruppe ist in der Regel nicht so gravierend. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht ist mindestens KfW 40 zu empfehlen. Je niedriger der Energiebedarf, umso geringer ist die Investition für die Wärmetechnik. Im Passivhausbereich kommt dann bedarfsweise eine Kleinstwärmepumpe oder ein simples Nachheizregister zum Einsatz. Unter günstigen Gebäudeparametern ist dann auch eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe eine optimale Lösung.
Eine Verbrauchsstatistik für eine Wärmepumpe in einem KfW 40 Energiesparhaus kann unter folgendem Link eingesehen werden.
http://www.energie-effizientes-haus.de/html/energieverbrauch.html

Öko-Heizer hat geschrieben:Auch die Ökobilanz soll (ausser bei Solarstrom) nicht so toll sein, da durch die Verluste bei der Stromumwandlung bei 30 € "Heizstrom" monatlich die Schadstoffbilanz schmälern.

Die Wärmepumpe macht dieses Defizit bei der Stromerzeugung und -verteilung mittels einer Jahresarbeitszahl von > 3,5 wieder wett. Für 10 - 15 % Mehrpreis bekommt man Strom der zu 100 % aus erneuerbaren Energien hergestellt wird.
Wenn man seine Ökobilanz verbessern möchte, dann empfiehlt sich ein Haus mit einem möglichst niedrigen Energiebedarf.

Gruß

Thomas Heufers
Zuletzt geändert von Thomas Heufers am 25.08.2007 12:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon denkedran » 25.08.2007 10:24 Uhr

Die letzte Antwort, steht wohl nicht im Einklang mit der gestellten Frage.

Gruß Denkedran
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Beitragvon Energiesparer » 25.08.2007 19:09 Uhr

ich denke mal, jedes PE-Rohr welches nicht sicher im Erdreich verlegt wird, wird eines tages defekt! Ich hatte schon einige Wasserrohrbrüche weil das PE -Rohr nicht in einer schützenden Sand-Einbettung verlegt worden war. Bin echt gespannt wie die Soleleitungen so verlegt worden sind! Ich würde jedem Bauherren empfehlen, Fotos bei der Verlegung zu machen, um später verdeckte Mängel nachweisen zu können.

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Beitragvon klimahansel » 26.08.2007 10:13 Uhr

Die Frage war doch bezüglich Erdsonden Lebensdauer. Erdsonden sind senkrecht in den Untergrung eingebracht und in Betonit Vergossen.

Gruß Klimahansel

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