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anlage71
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Beitragvon anlage71 » 06.08.2007 22:11 Uhr

Hallo Leute,
ich werde mir wahrscheinlich ein Reihenhaus mit Wärmepumpentechnik zulegen, habe von der Technik aber leider nicht viel Ahnung.

Der ausführende Architekt sagte mir, daß nicht nur die Heizung darüber laufen soll, sondern auch die Leitungswassererwärmung.
Nun stelle ich mir die Frage, ob sich das für uns lohnt.

Der Mann sprach von einem 300 l Kessel, der ja das ganze Jahr über auf Temperatur gehalten werden muß.
Wir sind aber nur ein 2 Personen Haushalt und beide berufstätig, wobei ich auch noch, wenn ich arbeiten bin, auf der Arbeit dusche.

Wäre es nicht viel sinnvoller im Badezimmer einen guten Durchlauferhitzer zu installieren und in der Küche ein Untertischgerät?
Die Pumpe könnte ich doch so in den wärmeren Monaten komplett ausschalten.

Der Architekt sprach von einem Stiebel Eltron System (genauen Typ weiß ich jetzt nicht), gibt es von dem Hersteller überhaupt ein System, womit sich nur die Heizung betreiben läßt?

Taugen die Sachen von Stiebel was?

Wie hoch wäre in etwa die Ersparnis, wenn auf die Warmwasseraufbereitung mittels Wärmepumpe verzichtet würde(Anschaffungspreis).

Könnt Ihr mir einen guten elektronischen Durchlauferhitzer (möglichst mit Temp-Fernbedienung) empfehlen und was kostet so ein Teil in etwa.

Ihr würdet mir wirklich sehr helfen, wenn Ihr mir die eine oder andere Frage beantworten würdet.

Vielen Dank für Eure Mühe!

roro
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Beitragvon roro » 07.08.2007 07:22 Uhr

Man müsste Euren Bedarf und Eure Zeiten genau ansehen. Es gibt sehr viele Fälle wo ein DLE besser und günstiger ist als eine WP, und bei Eurem geringen Verbrauch wäre dass wahrscheinlich sinnvoll.
Ein 300l Speicher ist sicher zu groß, wenn ein Speicher verwendet wird, dann kann er bei Euch sicher unter 200l sein.
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Beitragvon fdl1409 » 07.08.2007 09:34 Uhr

Kommt wirklich auf den Verbrauch an.
Eine Wärmepumpe erreicht bei der Warmwasserbereitung etwa eine Arbeitszahl von 3, d.h. aus 1 kWh Strom pruduziert sie 3 kWh Warmwasser. Allerdings sind mit der Bereitung auch Verluste verbunden, v.a. Speicherverluste. Gehe hier mal von einem Verlust von 500 kWh pro Jahr aus. Wenn der Speicher in der beheizten Zone steht kommen diese aber wieder überwiegend der Raumheizung zugute.

Für den Warmwasserbedarf rechnet man im Mittel 500 kWh pro Person.
Da gibt es aber eine große Bandbreite, wer viel und lange duscht oder gar badet verbraucht mehr.
Im Mittelbraucht man also mit dem DLE 1.000 kWh Strom, mit der WP 500 bei 2 Personen. Dabei kann man mit der WP günstigen WP-Strom verwenden. Oft lohnt sich ein separater Zähler nicht, dann nimmt man einen Zweitarifzähler und legt die WW-Bereitung dann auf die Nacht.

Die finanziellen Einsparungen durch die WP liegen also für die WW-Bereitung für 2 Personen in einem Bereich 100 Euro. Das kann aber wie gesagt deutlich mehr sein. Man sollte auch im Kopf behalten daß das Haus möglicherweise nicht für die nächsten 100 Jahre immer nur von 2 Personen bewohnt wird.

Der DLE hat den Vorteil eines sehr hohen Komforts. Wenn man ihn in unmittelbare Nähe der Zapfstelle ( optimal: neben/unter dem Waschbecken im Bad ) platziert hat man den Komfort wie bei einer Zirkulation ohne deren Verluste. Außerdem kann man die Temperatur gradgenau einstellen. Dies setzt natürlich einen guten vollelektronischen DLE voraus. Kostet typischerweise 200-300 Euro mehr als ein billiger hydraulischer. Es gibt auch welche mit Fernbedienung, mit denen man z.B. von der Küche aus eine höhere Temperatur einstellen kann. Dann zieht man eine dünne 12mm Stichleitung vom Bad zur Küche.

Eine Kombination die den Komfort eines DLE mit der Energieeinsparung eines WP kombiniert ist Folgende:
Man nimmt einen vollelektronischen SOLARTAUGLICHEN DLE, der auch mit vorgewärmtem Wasser zurechtkommt. Diesen schließt man nicht an die Kaltwasserleitung an, sondern an eine separate Stichleitung zum Heizungskeller. ( Das ermöglicht auch spätere Nutzung anderer Quellen wie Solar oder auch WP, wenn sich das doch mal ändert ). Das Warmwasser bereitet man aber nun nicht in einem separaten Warmwasserspeicher, sondern man montiert lediglich einen Plattenwärmetauscher in den Vorlauf der Heizung. Dieser muß so bemessen sein daß der Druckverlust bei Nennstrom nicht höher ist als 10-20 mBar. Der PWT wird also permanent von Heizungswasser durchströmt, wenn die Heizung läuft. An die andere Seite des PWT schließt man Kaltwasser an, das nach dem PWT eben in die Stichleitung zum DLE geht.
Auf diese Weise wird in der gesamten Heizperiode das Kaltwasser vorgewärmt bis fast auf Heizwassertemperatur, und zwar mit sehr hohem Wirkungsgrad.
Die Stromeinsparung ist abhängig von der Dauer der Heizperiode und Höhe der Heizwassertemperatur. Denke man kann von 30-50% ausgehen. Wenn die Umwälzpumpe nur eingeschränkt in Betrieb ist legt man die Heizzeiten gezielt auf die Zeiten, in denen das Bad benutzt wird.
Vorteil dieser Lösung ist daß keinerlei Verluste auftreten. Da die Vorwärmung nur zu den Heizzeiten stattfindet kommen alle Leitungsverluste der Raumheizung zugute. Man spart die Speicherverluste komplett ein.
In der Gesamtbilanz denke ich daß diese Lösung einer Vollversorgung über WP nahe kommt, bei höherem Komfort und günstigeren Investitionskosten.

MFG
Frank

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