Kommt wirklich auf den Verbrauch an.
Eine Wärmepumpe erreicht bei der Warmwasserbereitung etwa eine Arbeitszahl von 3, d.h. aus 1 kWh Strom pruduziert sie 3 kWh Warmwasser. Allerdings sind mit der Bereitung auch Verluste verbunden, v.a. Speicherverluste. Gehe hier mal von einem Verlust von 500 kWh pro Jahr aus. Wenn der Speicher in der beheizten Zone steht kommen diese aber wieder überwiegend der Raumheizung zugute.
Für den Warmwasserbedarf rechnet man im Mittel 500 kWh pro Person.
Da gibt es aber eine große Bandbreite, wer viel und lange duscht oder gar badet verbraucht mehr.
Im Mittelbraucht man also mit dem DLE 1.000 kWh Strom, mit der WP 500 bei 2 Personen. Dabei kann man mit der WP günstigen WP-Strom verwenden. Oft lohnt sich ein separater Zähler nicht, dann nimmt man einen Zweitarifzähler und legt die WW-Bereitung dann auf die Nacht.
Die finanziellen Einsparungen durch die WP liegen also für die WW-Bereitung für 2 Personen in einem Bereich 100 Euro. Das kann aber wie gesagt deutlich mehr sein. Man sollte auch im Kopf behalten daß das Haus möglicherweise nicht für die nächsten 100 Jahre immer nur von 2 Personen bewohnt wird.
Der DLE hat den Vorteil eines sehr hohen Komforts. Wenn man ihn in unmittelbare Nähe der Zapfstelle ( optimal: neben/unter dem Waschbecken im Bad ) platziert hat man den Komfort wie bei einer Zirkulation ohne deren Verluste. Außerdem kann man die Temperatur gradgenau einstellen. Dies setzt natürlich einen guten vollelektronischen DLE voraus. Kostet typischerweise 200-300 Euro mehr als ein billiger hydraulischer. Es gibt auch welche mit Fernbedienung, mit denen man z.B. von der Küche aus eine höhere Temperatur einstellen kann. Dann zieht man eine dünne 12mm Stichleitung vom Bad zur Küche.
Eine Kombination die den Komfort eines DLE mit der Energieeinsparung eines WP kombiniert ist Folgende:
Man nimmt einen vollelektronischen SOLARTAUGLICHEN DLE, der auch mit vorgewärmtem Wasser zurechtkommt. Diesen schließt man nicht an die Kaltwasserleitung an, sondern an eine separate Stichleitung zum Heizungskeller. ( Das ermöglicht auch spätere Nutzung anderer Quellen wie Solar oder auch WP, wenn sich das doch mal ändert ). Das Warmwasser bereitet man aber nun nicht in einem separaten Warmwasserspeicher, sondern man montiert lediglich einen Plattenwärmetauscher in den Vorlauf der Heizung. Dieser muß so bemessen sein daß der Druckverlust bei Nennstrom nicht höher ist als 10-20 mBar. Der PWT wird also permanent von Heizungswasser durchströmt, wenn die Heizung läuft. An die andere Seite des PWT schließt man Kaltwasser an, das nach dem PWT eben in die Stichleitung zum DLE geht.
Auf diese Weise wird in der gesamten Heizperiode das Kaltwasser vorgewärmt bis fast auf Heizwassertemperatur, und zwar mit sehr hohem Wirkungsgrad.
Die Stromeinsparung ist abhängig von der Dauer der Heizperiode und Höhe der Heizwassertemperatur. Denke man kann von 30-50% ausgehen. Wenn die Umwälzpumpe nur eingeschränkt in Betrieb ist legt man die Heizzeiten gezielt auf die Zeiten, in denen das Bad benutzt wird.
Vorteil dieser Lösung ist daß keinerlei Verluste auftreten. Da die Vorwärmung nur zu den Heizzeiten stattfindet kommen alle Leitungsverluste der Raumheizung zugute. Man spart die Speicherverluste komplett ein.
In der Gesamtbilanz denke ich daß diese Lösung einer Vollversorgung über WP nahe kommt, bei höherem Komfort und günstigeren Investitionskosten.
MFG
Frank