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cosimo
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Beitragvon cosimo » 12.07.2007 16:35 Uhr

Hallo,

ich habe ein altes Haus modernisiert und bei dieser Gelegenheit eine WP installiert. Energieberater und Installateur haben einen Heizbedarf inkl. WW von 9500 kW/Jahr errechnet und eine WP Vaillant 10,2 kW ausgewählt; Leistungsfaktor 4,6 bei 35°Heizungstemperatur;Stromverbrauch 2,2 kW. Die Bohrfirma hat dann eine notwendige Bohrtiefe von 2x66m/58W/m festgelegt. Die Bodensituation wich beim Bohren deutlich von den angenommenen Gegebenheiten aus den geologischen Karten ab (z.B. Grundwasser soll bei ca. 10m - ist bei 44m; viele Karststellen; lockeres Gestein)

Nach Inbetriebnahme der WP Ende Januar ist die Temperatur der Sole innerhalb weniger Tage auf -5/-9° Vorlauf/Rücklauf abgefallen. Das Haus wurde nur mit elektrischer Zusatzheizung ausreichend warm - trotz milden Winters.

Die Bohrfirma berechnete nun eine weitere Bohrung von 66 m - auf unsere Kosten. Eine Garantie für die Leistung bzw. die Richtigkeit der Rechnung will sie nicht übernehmen.

Hat jemand mit einem solchen Fall schon Erfahrungen? Wie kann ich die noch notwendigen Bohrmeter errechnen? Wie sieht es rechtlich bei solchen Bohrungen aus - wer haftet bei nicht ausreichender Leistung?

Gruß
cosimo

machtnix
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Beitragvon machtnix » 12.07.2007 17:33 Uhr

Normlaerweise rechnet man Heizleistung 10,2kW abzüglich elektrische Aufnahmeleistung 2,2kW ist gleich Kälteentzugsleistung der Wärmepumpe 8,0kW.
Bei einer Tiefenbohrung gehen die meisten von 50Watt/m aus.
8000 Watt : 50W = 160m.
Dies ist allerdings nur ein Beispiel damit man ungefähr weiß wo die Reise hingeht.
Ein seriöses Bohrunternehmen übernimmt natürlich auch die Garantien für seine Leistungen,außerdem sollten die ja wohl ein Geologisches Gutachten machen bevor sie bohren.
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Beitragvon roro » 12.07.2007 17:42 Uhr

Was mich noch mehr beunruhigen würde, Du hast in diesem heurigen Winter nie die volle Heizleistung benötigen dürfen, denn sonst wäre Deine Heizung nicht korrekt ausgelegt. Wenn Du in einem normalen Winter von noch ca. 40% mehr benötigter Leistung ausgehst, und das auch noch über einem längerem Zeitraum, dann befürchte ich, dass nicht nur die Bohrung nicht in Ordnung ist.
denkedran
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Beitragvon denkedran » 12.07.2007 20:12 Uhr

Wie hoch ist der Soledurchsatz durch den Kollektor ?

Wie hoch ist die Differenz zwischen Soleeingang und Soleausgang ?
Diese Differenz sollte nicht mehr als 4k betragen.
Ansonsten ist die WP nicht Schuld daran.

Hier werden die meisten Fehler gemacht.

Gruß Denkedran
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Beitragvon bernhard geyer » 12.07.2007 20:24 Uhr

machtnix hat geschrieben:Ein seriöses Bohrunternehmen übernimmt natürlich auch die Garantien für seine Leistungen,

D.h. aber nur das die durchführung (Bohrtiefer, verpressung Ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Nicht das eine entzugsleistung pro m vorliegt.
machtnix hat geschrieben:außerdem sollten die ja wohl ein Geologisches Gutachten machen bevor sie bohren.

Haben sie doch, jedoch nur Aufgrund von Verhältnissen der nächsten verfügbaren Bohrungen. Evtl. wäre es sinnvoll gewesen das das Bohrunternehmen schon während der Bohrung auf geänderte verhältnisse hinweist. Aber die Gestattungen der unteren Wasserbehöhrte wird vermutlich aufgrund der erwarteten Grundwasserschicht nur eine Genehmigung zu der berechneten Bohrtiefe genehmigt haben. Jede Meter mehr muss damit neu genehmigt werden
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Beitragvon fdl1409 » 12.07.2007 23:03 Uhr

Hört sich wirklich übel an.
Wenn es wirklich an der Geologie liegt dann wird auch eine dritte und vierte Bohrung keine Abhilfe bringen.
Gib und doch mal mehr Info. Du hast 2 Bohrungen 66m. Welcher Abstand zwischen den Bohrungen? Doppel-U mit 32x3? Welche Solekonzentration?
Wie war die anfängliche Temperatur?
Kannst du uns sagen wieviele Betriebsstunden die WP hat und wieviel der Heizstab?
Wie ist die hydraulische Anbindung? Hast du einen Sammler, an dem du jede Sonde einzeln absperren kannst? Ist die Anlage ordentlich entlüftet worden?
Wie sind die Bohrlöcher verfüllt worden? Bentonit?

Es könnte noch sein daß ein Fehler vorliegt wie falsche Verschaltung der Sonden, falsche Entlüftung u.a. Eine derart tiefe Soletemperatur nach nur wenigen Tagen ist eigentlich undenkbar.

Was steht denn in deinem Vertrag mit der Bohrfirma? Gibt es irgendwelche schriftlichen Übereinkünfte über Entzugsleistungen o.ä.?

Frank

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Beitragvon Energiesparer » 13.07.2007 21:07 Uhr

ich vermute auch Fehler im Solekreislauf bzw, keine oder fehlerhafte Entlüfter.
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Beitragvon frank0815 » 23.10.2007 15:47 Uhr

hallo,

ganz aktuell hatte ich ein ähnliches Problem.

2 Bohrungen a 65m, dies vorausgeschickt.


Schon nach 10 Minuten Laufzeit der WP ging der Sole Vorlauf runter auf 2 Grad und der Rücklauf war bei -3

Nach weiteren 20 Min erreichte der Sole Vorlauf nur noch - 1 Grad und der Rücklauf ging auf -4 oder -5 zurück.

Ergebnis: die WP schaltete ab.

Zuerst dachte ich die Borhleute hätten da was nicht richtig zusammen gefügt. (Aus acht Rohren mach 2)

Eine weitere Entlüftung Spülung brachte nichts und ich wurde in meiner These bestätigt....

Dann machte man eine weitere Entlüftung mit einer separaten sehr leistungsfähigen Pumpe. Und siehe da, es kam viel Luft mit raus.

Naja, aktuell haben wir im Betrieb 6 Grad Sole Vorlauf und 2 Grad Rücklauf.


Entlüften ist das Schlagwort.

cu
frank
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Beitragvon jojo40 » 24.10.2007 08:53 Uhr

Hallo,

tja entlüften der Leitungen ist immer wieder ein Thema ...
sowohl bei Kollektoren als auch bei Erdsonden. Wobei Sonden oft beim Einbringen schon teilweise mit Wasser gefüllt werden, damit sie besser ins Loch "fallen". Wird dann hinterher die Sonde nicht mit dem nötigen Druck nacbefüllt, wird oft eine Luftblase mit durch die Leitungen geschoben.
Habe das gleiche Problem jetzt auch gehabt. Neue Entlüftungsventile an der höchsten Stelle angebracht, Pumpe über einen längeren Zeitraum im Kreis laufen lassen, und siehe da: es gingen noch über 30 Liter in die Sonden ...

Normalerweise muss die befüllende Firma ja ein Protokoll schreiben wieviel Liter sie eingefüllt haben.... aber (?) das ist genauso wie mit der Bohrlochverfüllung ... wie oben gelesen ... es werden einfach mehrere Paletten !! Bentonit mehr eingefüllt, aber keiner weis wo sie hingehen ...

Wie schon öfter von mir gesagt ... Bohrung und Verfüllung von einem unabhängigem Geologen begleiten lassen.
Wirkt Wunder --- auch beim Verhalten der Bohrfirmen !

Ein geologisches Gutachten vorher ist reine Geldverschwendung ! ... eine Prognose aus Werten vorheriger Bohrungen vielleicht ...

Und die von der Bohrfirma auszustellenden Protokolle genau überprüfen !

Aber z.Zt. sind die Hausbesitzer ja froh wenn sie überhaupt gebohrt bekommen ... und verlassen sich voll auf die Aussagen der Bohrfirmen ...

LEIDER !

Jo
http://www.wsgro.de.vu/
Platteaubohrer
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Beitragvon Platteaubohrer » 03.11.2007 03:55 Uhr

jojo40 hat geschrieben:Ein geologisches Gutachten vorher ist reine Geldverschwendung ! ... eine Prognose aus Werten vorheriger Bohrungen vielleicht ...


Dem möchte ich energisch wiedersprechen. Gerade das geologische Gutachten hat uns vor einem teuren Bohrfehler bewahrt. Hätten wir uns auf deren Aussagen verlassen, hätten wir heute zwei Bohrungen statt nur einer und 70m mehr als nötig.

Ich meine Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Was aber das ursprüngliche Thema betrifft. Gibt es denn nicht die Möglichkeit mittels Vakuumpumpe das Rohr sozusagen zu besaugen, dann würde erst gar keine Luft in den Kreislauf kommen.

Salü

Hans

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