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klausamsee
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Beitragvon klausamsee » 03.03.2007 21:09 Uhr

Ein Hilferuf ins Forum,

zwar habe ich hier im Forum durch Mitlesen schon viele gute Tipps erhalten, jedoch bin ich nun an dem Punkt, an ich allein nicht weiterkomme, daher dieser neue Thread.
Unser Haus steht gerade im Rohbau. Es ist ein Ytong-Bausatzhaus und soll ein KfW40-Haus werden. Ich habe einen Energieeinsparnachweis, den ich jedoch nicht nachvollziehen kann. Das Problem ist nun, daß bald Bohrung/Sonde und die Wärmepumpe ausgesucht werden müssen, und da traue ich meinem "Bausatzbetreuer" nicht so, ich vermute, das die Anlage falsch (über-) dimensioniert sein wird.
Zum Energiesparnachweis: dieser ist interessanterweise vom Statiker des Hauses erstellt worden. Nach einer Tabelle der verwendeten Bauteile wird das Gebäudevolumen (1177,9m³) und das Luftvolumen (895,2m³) berechnet (es ist ein EFH mit großem Bürobereich im Keller [der teilweise vorsteht und so eine Dachterrasse ergibt]). Gebäudegrundfläche 146m², Gebäudenutzfläche 376m². Danach werden nutzbare interne Gewinne von 10644kWh/a pauschal errechnet. Wärmebrücken werden mit 3330kWh/a berechnet.
Jetzt zum Luftwechsel: Bei "Art der Lüftung" ist "freie Lüftung" angegeben. Ich habe jedoch ein KWL im Haus. Gehe ich richtig davon aus, daß das KWL nicht berücksichtigt ist? Der Lüftungsverlust wird mit 16019kWh/a angegeben.
Warmwasser 4712kWh/a (pauschal berechnet; es sind 4 Personen im Wohnbereich, und 4 Personen im Büro).
Bevor ich nun weiter ins Detail gehe: sind die Angaben bisher korrekt bzw. scheinen plausibel, oder sind hier schon so große Fehler drin, daß ich mir weitere Tipperei sparen kann?
Bei der Anlagenbewertung sind 4711kWh/a für Warmwasser und 15523kWh/a Heizbedarf aufgeführt. Hört sich das "normal" an?
Was ich in dem gesamten Werk vermisse ist eine Angabe, wieviel kW nun eigentlich meine Wärmepumpe bringen muß. Habe ich da einen Denkfehler? Ich kann doch den Jahresbedarf nicht einfach durch 8760h teilen, dann wirds im Sommer zu warm und im Winter zu kalt.
Ich suche jemanden, der Kenntnisse und Erfahrung hat und mir (gegen Entgeld) mein Heizungssystem dimensioniert. Kann mir da jemand helfen?

Vielen Dank
Grüße vom Bodensee

Klaus

machtnix
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Beitragvon machtnix » 04.03.2007 08:38 Uhr

Hallo Klaus,
wie schon so oft geschrieben hier nochmal für dich:
Dein EnEV Nachweis interssiert niemanden.Hier stehen nur die Werte drin die für eine Heizlastberechnung nach EN 12831 zu machen sind.
Wenn dein Bautrüger,wie immer,das nicht machen will oder kann weil zu dämlich oder weil er wieder mal die Kohle aus dem Kreuz leiern will dann kannst du das auch hier in Auftrag geben:www.waermebedarfservice.de
klausamsee
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Beitragvon klausamsee » 05.03.2007 19:46 Uhr

Hallo machtnix,

so etwas in der Richtung hatte ich mir schon gedacht. Vielen Dank für den Link zum Wärmebedarfservice, die werden wohl morgen einen Auftrag von mir erhalten.

Gruß und Danke ersteinmal (die konkreten Fragen kommen dann später...)

Klaus
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Beitragvon klausamsee » 25.03.2007 21:33 Uhr

Sooo,

der Wärmebedarfservice hat seine Arbeit getan: Norm-Gebäudeheizlast nach DIN EN 12831 ist 11,8kW, 33,1W/m² und 12,9W/m³.

Jetzt habe ich Angebote von meinem Archi für:
Wärmepumpe:
Viessmann (bzw. schweizer Ableger) Vitocal 300 BW113
kompl. Zubehör
Pufferspeicher 950/320 mit Isoliermantel und Solar-WT (Solarmodul geplant)
Anschlüsse Puffer-WP-FBH-Verteiler
11500€ + 19%
Inbetriebnahme 408€ + 19%

Erdwärmebohrung:
164m Bohrung 152/132mm
Duplex-Sonde 32x2,9 PE100
Verteiler und Leitung bis 10m
Füllen der Sonde (Wasser/Frostschutz)
Verfüllen/Abdichten mit Zement-Betonit-Gemisch
An/Abfahrt
10500€ + 19%

Meine Fragen:
Ist das System richtig dimensioniert?
Taugen die angebotenen Sachen was?
Ist der Preis OK?

Ich würde mich riesig über Rückmeldungen freuen. Ich habe einfach Angst, für viele Jahre ein fehldimensioniertes System im Haus zu haben, welches unter dem Strich nur unnötiges Geld kostet. Vielen Dank schon einmal für jede Antwort.

Klaus
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Beitragvon fdl1409 » 25.03.2007 22:25 Uhr

Hallo Klaus,

möchte dir ganz dringend raten, statt der Viessmann bzw Satag BW 113 mit 14 kW die BW 212 mit 12,8 kW zu nehmen!!!!!!! Nicht wegen der etwas kleineren Leistung sondern weil die 212 ZWEISTUFIG ist. Die hat 2 Verdichter.
90% des Jahres läuft nur die erste Stufe mit 6,4 kW. Vorteil: die WP hat extrem günstige Taktzeiten. Du mußt dir vor Augen halten daß jede WP 99,9 % der Zeit überdimensioniert ist. Die Auslegungstemperatur hast du nur an 2 Tagen in 10 Jahren. Die Anpassung an den augenblicklichen Heizenergiebedarf gelingt damit noch besser als mit Pufferspeicher.

Die Viessmann-Anlagen haben einen weiteren ganz gravierenden Vorteil: die Heizungs- und Solepumpe sind nicht fest eingebaut. Für einen Aufpreis von 300 Euro kannst du beste verfügbare Pumpen nehmen ( rechne dir gerne aus welche ) und gegenüber Standardpumpen 10-20% Strom einsparen ( vom Gesamtverbrauch ).

Die zweistufige Pumpe kostet gegenüber der einstufigen kaum mehr. Habe die Preise nicht im Kopf, denke Größenordnung 1000 Euro.

Auf keinen Fall nimm einen Kombispeicher, der gleichzeitig als Heizungpuffer und WW-Speicher dient. Das ist bekanntermaßen die größte Todsünde die man überhaupt nur machen kann. Heizungspuffer brauchst du bei Fußbodenheizung nicht, und bei einer zweistufigen Anlage schon gar nicht - damit kannst du sogar Radiatorheizung ohne Puffer füttern.

Also reinen WW-Speicher, für 4 Personen max 300 Liter. Wenn du im Durchlaufprinzip WW legionellenfrei machen willst auch etwas größer.
Es gibt einen solchen ( Huch KSW 1-451 ) mit 450 Liter Volumen, 10cm Dämmung incl Solartauscher für ca 1400 Euro. Solar ist aber eher witzlos,
bei 4 Personen hast du incl Speicherverluste 2500 kWh WW-Bedarf. Davon 60% Solaranteil spart dir im Jahr keine 500 kWh Strom. Davon mußt du noch 50 kWh abziehen, die die Solaranlage braucht. Je nach System kann Solar sogar einen Mehrverbrauch verursachen, weil du den Speicher wegen Legionellen im Winter elektrisch durchheizen mußt. Würde ich mir überlegen.

MFG
Frank

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Beitragvon gergenerdwaerme » 26.03.2007 16:21 Uhr

Wenn dein Grundstück entsprechend groß ist (bei 12 KW Wärmebedarf also ca. 250 m² Garten) kannst Du für die Kosten der Bohrung schon die komplette Direktverdampfer-Wärmepumpenanlage bekommen! Einfach mal Angebote einholen. Adressen von Fachfirmen benötigt? Einfach mailen an gergen_kurt@gmx.de

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Beitragvon klausamsee » 26.03.2007 19:05 Uhr

Ersteinmal Danke für die beiden Antworten.
Ich habe mich gegen einen Direktverdampfer entschieden, da ich einfach Zweifel bezüglich der Langlebigkeit der Pumpen habe. Ein Flächenkollektor kommt bei uns nicht in Frage, weil im Garten schon die Soleleitungen für das KWL liegen und vor dem Haus zu viel Versiegelung ist. Daher wird es eine Bohrung geben müssen (zumal ich wegen Hanglage vermute auf fließendes Grundwasser zu treffen).
Zu Pumpe und Puffer: eigentlich wollte ich eine zweistufige Pumpe haben, aber das hat mein Archi wohl ignoriert... Auch finde ich das Infomaterial von Satag und Viessmann nicht gerade sehr informativ. Gut das du mich nochmal wachgerüttelt hast!
Das mit dem Speicher hatte ich nicht ganz kapiert. Angeblich sollte der vom Archi vorgeschlagene Speicher Vorteile bringen, insbesondere eine Heizungsunterstützung durch die Solarkollektoren. Aber logisch ist ja, das die Wärmepumpe den Heizungsvorlauf dauerhaft auf 50°C halten muß, damit ich einen warmen Heizungspuffer und damit Warmwasser habe. Das macht antürlich den Wirkungsgrad kaputt.
Ich dachte eigentlich es wäre so wie bei den Ölanlagen, da gibts die Umwälzpumpe und die Ladepumpe. Die Ladepumpe läuft nur, wenn WW erwärmt werden muß, und nur dann geht die Kesseltemperatur hoch (die Umwälzpumpe steht natürlich dann still).
Ich werde mir jetzt mal Angebote über die andere Pumpe und den Speicher einholen, und dann bin ich so frei mich noch einmal zu melden. Vielen dank ersteinmal, das einem hier so gut geholfen wird (in diesem Forum bin ich der Laie...).

Klaus
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Beitragvon machtnix » 27.03.2007 08:24 Uhr

Hallo Klaus,
dann würde ich mir doch einmal als Alternative mal die Wärmepumpen von IDM mit der Heißgasladetechnik anschauen.
www.idm-energie.at
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Beitragvon klausamsee » 27.03.2007 11:39 Uhr

So nun weiß ich gar nicht mehr...
Zweistufige WP mit dem Huch-Speicher, oder die IDM-Heißgaspumpe mit dem Speicher?
Brauche ich überhaupt einen Speicher für die Heizung??? Das Haus besteht aus einem recht großen (vorstehenden) Büro im Keller und einem daraufgesetzen Wohnhaus. Alles soll mit FBH beheizt werden. Ich wollte im Wohnzimmer (EG) und im Bad (DG) jeweils die Hälfte der Kreise ungeregelt machen, um eine Grunddurchströmung zu haben. Sollte ich dies auch im Büro machen? Mein Verständnisproblem: Wo hänge ich den Fühler hin? Ists im Wohnzimmer zu warm regelt die WP runter und ich friere im Büro. So solls natürlich nicht sein.
Andere Frage: funktioniert das mit der zweistufigen Pumpe und dem Huch-Speicher so wie ich es mir vorstelle (wechselseitig entweder WW hochtemp oder Heizung niedertemp), oder liege ich da falsch?
Und gibt es noch andere Meinungen zur Heißgasladetechnik? Da muß die WP ja quasi immer die hohe Temp fürs WW bereithalten. Bin ich da auf dem Holzweg?

Klaus
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Beitragvon fdl1409 » 27.03.2007 19:52 Uhr

Hallo Klaus,

da liegst du völlig falsch. Der Huch-Speicher ist ausschließlich ein WW-Speicher, hat mit der Heizung gar nichts zu tun.
Einen Speicher für die Heizung brauchst du nämlich nicht. Der Estrich speichert so große Wärmemengen daß ein Puffer definitiv überflüssig ist. Die zweistufuge Pumpe macht eine noch bessere Anpasung der Leistung an den Wärmebedarf möglich.

Mit den teilweise ungeregelten Kreisen machst du das genau richtig. Ein großes Problem hast du nämlich sonst immer dann, wenn es zu warm wird im Haus und fast alle Heizkreise zumachen. Die WP hat dann Probleme die Wärme loszuwerden, wenn doch noch irgendwo eine Wärmeanforderung kommt.

Das mit den Pumpen hast du richtig verstanden. Im Normalfall läuft nur die Heizungspumpe, die Ladepumpe für den Speicher läuft nur zur WW-Bereitung an, die Heizungspumpe bleibt so lange stehen.

Kombispeicher wie von deinem Archi vorgeschlagen sind super für Kombianlagen Solar mit Öl, Gas oder Pellets. Sie sind aber Murks für Wärmepumpen. So ein Kombispeicher ist ein großer Puffer mit einem eingeschweißten kleineren Edelstahlbehälter für das Warmwasser.
Der obere Bereich wird immer so hoch gehalten daß die Temperatur für WW reicht. Der mittlere Bereich ist die Pufferzone für die Hauptheizung.
Das Heizungswasser strömt durch diesen Bereich, der obere wird nur zum Nachladen für WW mit höheren Temperaturen beschickt. Die untere Zone wird nicht mit Heizungswasser beschickt, sondern soll so weit wie möglich abkühlen um "Platz" für möglichst viel Solarwärme zu lassen. Der innere Edelstahlbehälter reicht bis nach unten, sodaß das WW dort schon vorgewärmt wird. Problem: die drei Zonen lassen sich nie scharf trennen, es kommt durch Wärmeleitung und Verwirbelung immer zu Durchmischungen. Das ist für WP tödlich, weil der obere Bereich immer wieder abkühlt und die WP dann in den energetisch ungünstigen WW-Modus mit hohen Vorlauftemperaturen gehen muß. Deshalb sind solche Kombispeicher völlig unüblich für WP-Betrieb, aber es gibt immer ein paar Komiker die das noch nicht mitbekommen haben und ihre Erfahrungen mit anderen Energieträgern einfach auf WP übertragen.

Die Regelung für dein Büro muß man sich noch einmal im Detail anschauen. Auch das ist ein Grund warum ich dir zu einer zweistufigen WP raten würde. Am Wochenende oder Betriebsferien möchest du das Büro sicher nicht voll durchheizen. Wenn du von Freitag abend bis Sonntag abend dort nicht heizt und bei milden Temperaturen nur die Wohnung als Wärmesenke da ist ist eine einstufige 14 kW-WP ganz schön überdimensioniert. Mit einer 6,4 kW Stufe bist du da viel näher am Bedarf.

MFG
Frank

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