Moin moin,
bin Besitzer eines 1981 erbauten größeren Einfamilienhauses (ca. 205 m2 plus Vollkeller 190 m2) sowie eines gewerblich genutzten Nebengebäudes jüngeren Datums (ca. 120 m2); beide werden derzeit über eine (leider!) kürzlich sanierte Ölheizung (im Wohngebäude) versorgt.
Unser Energieberater hat gutachterlich folgenden Vorschlag gemacht:
13.700 kw Heizwärmebedarf (nach Fenster-Glasaustausch sowie Dachisolierung) für das Wohngebäude, zu realisieren über 2 Luft/Wasser-WP, eine für die Heizwärme in Außenaufstellung (zzgl. E-Patrone unterhalb des Bivalenzpunktes) und eine für die WW-Bereitung als Innenabluftgerät.
Nur das Nebengebäude soll zunächst über die Ölheizung weiterversorgt, nach kapitalem Defekt durch eine Gastherme im Nebengebäude ersetzt werden. Da dieses gewerblich genutzte Objekt auch schon mal länger leer stehenkann, ist eine WP nicht wirklich sinnvoll, da der Jahreswärmebedarf hierdurch sehr unterschiedlich sein kann.
Ich denke, dass dies ein recht guter Vorschlag ist.
Ich bin jedoch wg. Dimensionierung der LW-WP für den Heizbedarf unsicher: Ich kann noch nachvollziehen, dass für einen Neubau eine solche Berechnung recht gut funktionieren kann. In meiner Situation sehe ich jedoch eine Reihe Unsicherheitsfaktoren:
- Luftdichtigkeit der Dachhülle nur bedingt komplett herzustellen
- Qualität des Wandaufbaus nicht beurteilbar (Wärmebrücken)
- grosse Wärmebrücke durch innenliegende Garage in Kombination mit offenem Zugang zum Keller
- keine Wärmemengenzähler, sodass der Anteil des Nebengebäude-Wärmebedarfs nur geschätzt werden kann.
Hier meine Fragen:
1) Wie hoch ist grundsätzlich die Varianzbreite von LW-WP´s, bei noch vertretbarer Leistungszahl? Sprich: Wenn die Anlage letztlich zu klein oder zu groß dimensioniert wurde, wird - so schätze ich - irgendwann die Leistungszahl sehr schlecht werden. Wo ist dieser Punkt? Gibts hierzu Faustregeln?
2) Wäre es nicht evtl. sinnvoller, noch mind. 1,2 Jahre zu warten, und nach zwischenzeitlich durchgeführter energetischer Sanierung die Luftfeuchtigkeit und Temperatur an 3, 4 Stellen im Wohngebäude zu messen, um damit einen genaueren Heizbedarf zu ermitteln? Oder gibt es andere Methoden, um hier verlässliche Werte in kürzerer Zeit zu erhalten?
3) Gegenüber der oben dargestellten Variante gibts noch eine interessante Alternative: Eine LW-Wärmepumpe wird nur in den bestehenden Heizkreislauf integriert, die Ölheizung springt nur unterhalb des an der Vorlauftemperatur orientierten Bivalenzpunktes dazu, also möglichst erst bei Minusgraden. Eine weitere WP sorgt für die WW-Erwärmung wie in der oben dargestellten Alternative. Wenn die Ölheizung die Grätsche macht, kommt eine E-Patrone mit Pufferspeicher hinzu. Gibt es Erfahrungen mit dieser Alternative? Was haltet ihr davon? Ist bei dieser Variante der evtl. Leerstand des Nebengebäudes zu vernachlässigen?
4) Wie kommt man in den Besitz von verlässlichen Angaben, wiewiel Strom denn nun die eine oder andere WP fressen wird? Dies hängt ja u.a. maßgeblich von der Leistungszahl ab. Der Stromverbrauch beeinflusst ja maßgeblich die Amortisationszeit, die neben den absoluten Kosten udn dem Umweltgedanken bei mir auch eine Rolle für die Entscheidung spielt.
Ich hoffe, Ihr verzeiht mir die epische Breite meines Anliegens