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Heinz
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Beitragvon Heinz » 26.01.2007 20:02 Uhr

Hallo,

Beim googlen fand ich Auf der Internetseite von

http://www.energiesparaktion.de/

folgende Aussage zu Wärmedämmverbundsystemen (WDVS):

Zitat:

„...Die Heizenergieeinsparung beträgt beim Einfamilienhaus 15 bis 25 Prozent; die Gesamtkosten für das System liegen bei 90 bis 120 Euro pro qm. Davon entfallen 30 bis 40 Euro pro qm auf die Ausführung der Dämmung,...

...Dämmung rentiert sich. Die Heizkostenentlastung macht sich über die gesamte Lebensdauer der Dämmung zwei bis dreimal bezahlt....“


Klingt prima. Kann die Zahlen jemand bestätigen?

Mfg
Heinz

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Beitragvon Heinz » 26.01.2007 20:04 Uhr

Uups im falschen Bereich.

Eine Bitte an die Redaktion: in "Sonstiges" verschieben, wenn möglich.

Danke

Heinz
Rohrschacht
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Beitragvon Rohrschacht » 31.01.2007 14:09 Uhr

Hallo, ich kann leider keine genauen Zahlen liefern, ich hab nur momentan eine direkte Erfahrung dahingehend.

Mein Vater hat den alten Dachboden von uns, komplett mit Styropor verkleidet. Vorher hatte es dort immer Außentemperatur und jetzt liegt die Temperatur immer ca. 10°C über der Außentemperatur. Es handlete sich lediglich um 3cm. Starkes Styropor.

Ich habe eben schnell nachgefragt, es Waren um die 250 qm und das Styropor hat ungefähr 600 Euro gekostet. Leider kann ich keine Angaben zur heiskostenersparnis machen. Wir heizen den Dachboden ja auch nicht.

Natürlich ist hierbei der Arbeitsaufwand nicht dabei. Ich hoffe ich konnte irgendwie helfen.


www.Polarkappe.de weil und das Klima nicht egal sein sollte
Heinz
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Beitragvon Heinz » 31.01.2007 20:34 Uhr

Hallo Rohrschacht,

Zitat:
Leider kann ich keine Angaben zur heiskostenersparnis machen.

Darum geht’s. Werden die Kosten durch die Heizkostenersparnis wieder hereingeholt? Die Aussage der „Energiesparaktion“ ist 15-25% Einsparung bei Kosten von 30-40 €/m² Wanddämmung. 2-3 mal soll die Investition in der Lebensdauer des WDVS wieder hereinkommen. Diese Aussagen wollte ich hinterfragt wissen.

Prüfen wir die Aussagen:

Ein nicht gerade kleines EFH mit 10 x 10 m Grundfläche, 2 Vollgeschosse, 200 m² Wohnfläche, 220 m² Wandfläche.
Rechnen wir einen hohen Heizölverbrauch mit 20 l/m². Das Mittel der genannten möglichen Einsparung 20%. Die mittleren genanten 35 €/m² Kosten des WDVS (ist stark untertrieben, aber egal). Heizölkosten z. Zt. 50 ct/l mit Preissteigerung 5% p.a.

Heizölverbrauch im Bestand = 200 m² * 20 l/m² = 4.000 Liter p.a.
Einsparung = 20% von 4.000 Liter = 800 Liter = 400 € p.a.
Kosten des WDVS = 35 €/m² * 220 m² = 7.700 €

Finanzierung mit einem billigen weil subventionierten KfW-Kredit mit 3,5% Nominalzins, Annuitätsdarlehen mit 10 Jahren Laufzeit.

Ergebnis:

Rückzahlung des Kredites in 10 Jahren kostet = 9.259,-- €
Einsparung durch das WDVS in 20 Jahren unter Berücksichtigung der
Jährlichen Preissteigerung von 5% = 13.874 €.

In 20 Jahren 13.874,-- € - 9.259,-- € = 4.615,-- € Einsparung.

Also kommen in der Lebensdauer des WDVS die Kosten bei weitem nicht 2-3 mal wieder herein, sondern gar nicht. Die Aussage 2-3 mal ist also falsch! Absicht?
Das WDVS amortisiert sich erst im 23. Jahr! Würde ein Unternehmer so rechnen, wäre er bankrott.
Dies ist nur eine einfache Rechnung, die weder Wartungskosten und Verschlechterung des WDVS durch äußere Einflüsse (und damit Minderung der Einsparung) unberücksichtigt lässt, sonst sähe das Ergebnis noch schlechter aus, zumal auch in den genanten Kosten wohl kaum tiefere Fensterbänke, geänderte Dachüberstände etc. berücksichtigt sind.

Das ist das, was mich ärgert: mit Prozentangaben jonglieren ohne den Basisbezug anzugeben. Behauptungen aufstellen, die dann sogar durch die eigenen Zahlen widerlegt werden. Bauernfänger und Taschenspieler, kann ich da nur sagen. So werden Magnetdecken und Scheckkarten für Waschmaschinen verkauft.

Gruß
Heinz
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Beitragvon LSKill » 01.02.2007 14:06 Uhr

Hallo Heinz

Ich habe mal für ein 9-Familienhaus berechnet, ab wann sich ca. eine Wärmedämmung bezahlt machen würde.
Hier die Daten aus der Berechnung:
Berechneter Ölverbrauch: ca. 10200
gemessener Ölverbrauch (Mittel aus 6 Jahren): 10050 Liter
Berechnung stimmt also ausreichend gut (d.h. Parameter stimmen).
Durch den Vollwäremschutz würde sich der U-Wert von 0,4 auf 0,2 verbessern; Öleinsparung bei ca. 2000L pro Jahr

Die Berechnung mit einer jährlichen Ölteuerungsrate von 7,5% kam auf eine Amortisationszeit von ca. 14-15 Jahre. Lebensdauer der Fassade ca. 30 Jahre. Macht sich also bei diesem System ca. 2 mal bezahlt.
Gut die Teuerungsrate ist vielleicht etwas hoch gegriffen, ist aber niedriger als das Mittel der vergangenen Jahre (ca. 15%).

Jetzt ist es allerdings so, dasss die Außenwände bei diesem Gebäude flächenmäßig den größten Anteil hatten (Haus ist 2,5 Stockwerke hoch); bei einem Einfamilienhaus sieht das anders aus; hier haben EG-Boden und Dach zusammen meist mehr Fläche; durch die Außenwände geht hier nicht so viel energie durch. ein WDV system würde demnach also nicht so viel einsparen und die Kosten-Nutzenrechnung würde sich auf ein unentschieden hinauslaufen.
Man hätte halt die Umwelt geschont.
Aber: muss man eh die Fassade renovieren weil der Putz abbröckelt ist die Anbringung eines WDV systems durchaus sinnvoll, da eh Kosten auftreten würden und diese vom Preis fürs WDV abgezogen werden könnten.
Muss man halt durchrechnen;
Von den pauschal veranschlagten "2-3 mal hereingeholt" würde ich aber eher Abstand nehmen; halte ich für zu hoch (es sei denn man müsste eh die Fassade renovieren und der Außenwandflächenanteil wäre sehr hoch)
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Beitragvon LSKill » 01.02.2007 16:58 Uhr

Ach ja noch was
der m² WDV System (12cm) kostet inkl. Verputzarbeiten mind. 80€ (inkl Gerüst und sonstigem Klimsbims wie Eckwinkel, Dübelanker und das Zeugs).
Für 30-40€/m² kann man vielleicht das Stoyropor angebracht bekommen, sonst aber auch nix.

Heinz
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Beitragvon Heinz » 01.02.2007 18:33 Uhr

Hallo LSKill,

wieviel m² war die Wandfläche?


Gruß
Heinz
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Beitragvon bernhard geyer » 01.02.2007 19:54 Uhr

LSKill hat geschrieben:Für 30-40€/m² kann man vielleicht das Stoyropor angebracht bekommen, sonst aber auch nix.

Steht ja auch im ersten Post so:

... Davon entfallen 30 bis 40 Euro pro qm auf die Ausführung der Dämmung,...
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Beitragvon LSKill » 01.02.2007 23:21 Uhr

@ heinz
Die assadenfläche der Nord- ost und Westseite beträgt 330m²; auf eine Dämmung der Südseite wurde aufgrund der zahlreichen Balkone und Fenster einmal verzichtet; es wäre sehr kompliziert auszuführen, da auch die Balkone abgeändert hätten werden müssen. Außerdem ist der tatsächliche Wandanteil aufgrund der vielen Fenstertüren eher gering und der Aufwand wäre einfach zu groß gewesen.


@ bernhard geyer:
ja richtig hab ich gesehen; ich finde allerdings dass für die Anbringung eines WDV-systems auch ein Gerüst sowie eine Gewebepachtelung samt Oberputz notwendig ist.
Dies solte auch bei der Berechnung berücksichtigt werden.
Gehört ja schliesslich dazu.

Ich möhte im übrigen noch hinzufügen dass wir fast alle unsere Neubauten mit einem WDV system bauen. Man hat hierbei den Vorteil einfach alle Wärmebrücken zu überdämmen und so Probleme mit Tauwasserausfall aus dem Weg zu gehen.
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Beitragvon bernhard geyer » 02.02.2007 07:10 Uhr

@LSKill: Deshalb sollte man ja auch bei einer evtl. anstehenden Fassadenrenovierung sowas ins Auge fassen. Denn wenn schon eh die "Restarbeiten" wie Gerüstbau, ... anstehen dann gleich überlegen ob nicht auch gleich WDVs.

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