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Heinz
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Beitragvon Heinz » 26.01.2007 19:42 Uhr

Hallo,

Das Thema energetische Amortisation von Photovoltaikanlagen ist ja nicht neu. Hat schon mal jemand nachgerechnet, wie viel Primärenergie für die Herstellung und Nutzung von PV-Zellen verbraucht wird? Und wann dieser Aufwand wieder durch Stromproduktion hereinkommt? Z. B. an den üblichen monokristallinen Siliziumzellen?

Mfg
Heinz

eifel-solar
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Beitragvon eifel-solar » 26.01.2007 20:01 Uhr

Hallo Heinz,
natürlich hat schon jemand nachgerechnet, hast du bestimmt auch schon gesehen und gelesen. Was soll diese provokante Frage, hast du ein Problem mit der PV? Gegenfrage: Interessiert es dich, wann sich dein Auto energetisch amortisiert? MfG Frank
Thomas Heufers
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Beitragvon Thomas Heufers » 27.01.2007 09:06 Uhr

Für die Herstellung, den Transport, die Wartung etc. wird Energie benötigt - unter anderem in Form von elektrischem Strom und Wärme. Diese kann man berechnen - zum Beispiel anhand der Stromrechnung der involvierten Fabriken, des Kraftstoffverbrauchs der LKW et cetera. Wenn die Anlage fertig gebaut ist, produziert sie Strom. Der Erntefaktor gibt nun an, wieviel mehr (elektrische) Energie die Anlage im Laufe ihres Lebens produziert, als insgesamt Energie für Ihre Herstellung, Aufbau und Abbau am Lebensende benötigt wird.
Für eine moderne Anlage liegt der Faktor etwa bei 7 (Amortisationszeit drei Jahre, Lebensdauer mindestens 20 Jahre).
Faktor 7 heißt, die PV-Anlage produziert 7-mal soviel Energie wie zur Herstellung der PV-Anlage verbraucht wurde. Lebensdauer 20 Jahre geteilt durch die Amortisationzeit, ergibt einen Faktor um 7.


Gruß

Thomas Heufers
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wer_ner
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Beitragvon wer_ner » 27.01.2007 14:20 Uhr

Hi,
an der Frage würde ich mich gerne einklinken (ganz sicher, ohne jemanden ärgern zu wollen :-) ).
Ich frage mich schon immer (und auch andere), wie sich so eine Anlage eigentlich überhaupt rechnet (ohne das man ökologisch denkt).

Mir wurde gesagt, dass 1 kwh-Anlage etwa 6.000 Euro kostet und ca. 20 Jahre betrieben werden kann.

Das ergäbe 300 Euro AfA pro Jahr.

Eine 4-%ige Verzinsung würde 240,- Euro kosten.

Maximal könnte die Anlage 1100 kwh erzeugen (also 1100 x 54 cent) =
~ 600,- Euro.

Damit verbleiben 60 Euro Gewinn (steuerpflichtig), wenn alles super läuft (die Garantieleistung begrenzt aber auf 80% und eine Superausrichtung haben nicht alle), sonst ev. erheblich weniger.
Nachdem die Anlage auch kaputt gehen kann, Auswirkungen siehe "Stiftung Warentest Finanzheft, braucht man auch noch eine Versicherung.

Was ist an dieser Überlegung falsch, das praktisch immer ein Verlust herauskommt?

Nochmal: das ist keines wegs provokant gemeint, denn ich betreibe zumindest eine WP, deren Nutzen sich aber noch zeigen muß :-).

Werner
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Beitragvon Heinz » 27.01.2007 15:34 Uhr

Hallo eifel-solar,

Zitat:
„natürlich hat schon jemand nachgerechnet, hast du bestimmt auch schon gesehen und gelesen.“

Beim googlen habe ich eine Angabe von ca. 12.000 KWh Primärenergie je 1 KWp für monokristalline Siliziumzellen gefunden. Könnte das zutreffen?


Gruß

Heinz
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Beitragvon eifel-solar » 28.01.2007 15:47 Uhr

Hallo Heinz,
vielleicht solltest du dir die Antworten, die du bekommst auch mal durchlesen: ca. 6 Stunden vor deiner Google-These ( ca. 12.000 KWh Primärenergie je 1 KWp monokristalline PV ) hat Thomas Heufers dir diese Frage sehr kompetent beantwortet. Entschuldige bitte, man kann alles kritisch hinterfragen, aber ich vermisse bei dir eine gewisse Objektivität ( siehe auch dein Beitrag zur WDFS - dort im Beitragstitel davon auszugehen, das du "belogen" wirst...na ich weis nicht :( )!

Hallo Werner,
du solltest deine Eckdaten mal prüfen:
    6T€/kWp ist zu teuer, die Anlagen halten wesentlich länger als 20 Jahre, max. 20 Jahre und den Rest des Erstellungsjahres bekamst du für eine Aufdachanlage ab 2006 0,518 €/kW und ab 2007 0,4921 €/kW,
der Ertrag hängt von der Ausrichtung und dem Standort ab und du hast gewisse Risikofaktoren, die besser versichert werden sollten- im einzelnen kann dir der Fachmann ( z.B. der Solarteur deines Vertrauens) vor Ort genau ausrechnen ob es sich auch finanziell für dich lohnt. Man kann doch nicht pauschal behaupten, das dies nicht möglich ist.
MfG Frank

Heinz
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Beitragvon Heinz » 28.01.2007 21:01 Uhr

Hallo eifel-solar,

Zitat von Thomas Heufers:
Für eine moderne Anlage liegt der Faktor etwa bei 7 (Amortisationszeit drei Jahre, Lebensdauer mindestens 20 Jahre).
Faktor 7 heißt, die PV-Anlage produziert 7-mal soviel Energie wie zur Herstellung der PV-Anlage verbraucht wurde. Lebensdauer 20 Jahre geteilt durch die Amortisationzeit, ergibt einen Faktor um 7.



D. h., dass in den 20 Jahren 7 mal so viel Energie erzeugt wird, als die Produktion, Betrieb usw. der Anlage verbraucht.

In konkreten Zahlen: 1 KWp mit einem mittleren Jahresertrag von 850 KWh produziert in 20 Jahre (20 x 850) = 17.000 KWh.

Wenn aber die 12.000 KWh Primärenergieeinsatz für monokristalline Siliziumzellen stimmen sollten, was ja meine Frage war, hiesse dies doch folgendes:

850 KWh im Jahr sind im Tagesmittel 2,33 KWh (850/365). Teile ich die 12.000 KWh durch den mittleren Tagesertrag von 2,33 KWh, dann erhalte ich die energetische Amortisationszeit von 5150 Tagen und das sind 14 Jahre!

Das wäre ein Erntefaktor von nur 1,4 (20/14).

Wäre der Faktor 7, so wäre der Primärenergieeinsatz weitaus weniger als 12.000 KWh, etwa 2.400 KWh Primärenergie. Kann das stimmen?

Zita eifel-solar:
„aber ich vermisse bei dir eine gewisse Objektivität ( siehe auch dein Beitrag zur WDFS - dort im Beitragstitel davon auszugehen, das du "belogen" wirst...na ich weis nicht )!“

Was die Objektivität angeht, können wir das gerne nachrechnen. Dreisatz genügt, um die Falschangabe (oder gar Lüge?) im Text zu entlarven. Ich überprüfe nur die Aussagen, ob sie stimmig sind. Ist mein täglich Brot.

Gruß
Heinz
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Beitragvon Uwe Hallenga » 28.01.2007 21:50 Uhr

Moin Heinz!

Manchmal bin ich mir auch nicht sicher, ob Du es wirklich wissen willst, oder einfach nur Langeweile und Spaß an der Konfrontation hast.

Ich habe die Worte "Amortisation Photovoltaik" bei Google eingegeben und bekam direkt als vierten oder fünften Artikel folgenden angeboten:
http://www.energiesparhaus.at/energie/pv_energamort.htm

Wenn man natürlich lange genug sucht, finde ich bestimmt auch was negatives. . . . . aber selbst wenn es so wäre, das der Faktor nur (!) bei 1,4 liegen würde, wäre es immer noch ein Gewinn für die Umwelt kombiniert mit vielen tausend Arbeitsplätzen.
Wie sieht es eigentlich mit der Armortisation bei Atomkraftwerken aus Restmüll Behandlung? Hat da jemand schon einen passenden Link?

Gruß Uwe
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Beitragvon wer_ner » 29.01.2007 08:51 Uhr

Hallo,
@eifel-solar

mir wurde der Preis von 6TEuro genannt.

Ich habe nicht gesagt, dass es pauschal nicht wirtschaftlich sein kann, sondern nach meinem Denkfehler gefragt.

Aber mir scheint weiterhin, dass zumindest mit einer Finanzierung
ein wirtschaftlicher Betrieb sehr schwer wird.

Offen gesagt, habe ich mich schon oft gefragt, warum man so riesige
Flächen sieht, wenn der Ertrag nicht so richtig sicher scheint. Und bisher
konnte mir es noch nie jemand genau erklären.

Gruß,
Werner
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Beitragvon Heinz » 29.01.2007 19:21 Uhr

Hallo Werner,

Zitat:
„Offen gesagt, habe ich mich schon oft gefragt, warum man so riesige Flächen sieht, wenn der Ertrag nicht so richtig sicher scheint. Und bisher
konnte mir es noch nie jemand genau erklären.“


Das liegt an der Subventionspolitik. Die Anlagen werden i.d.R über einen subventionierten KfW-Kredit finanziert. Im laufenden Betrieb werden Subventionen von ~50 ct/KWh als Einspeisevergütung gezahlt. Ein Gewerbetreibender kann vielleicht noch dazu mit der Steuer etwas herumtricksen (Stichwort Verlustabschreibungen – geht dem Fiskus übrigens auch was verloren).

Also zu Beginn Null Eigenkapital, nach Ende der Einspeisevergütung nach 20 Jahren ein Plus, das man sonst nicht gehabt hätte, lautet die einfache Rechnung. Ich behaupte mal eine schwarze Null unterm Strich.
Betriebswirtschaftlich in Form von Refinanzierung wird hierbei nicht gerechnet, denn nach 20 Jahren ist die Vergütung zu Ende und die Anlagen gehen außer Betrieb. Diejenigen, die ihr eigenes Kapital reinstecken, vergessen die entgangenen Guthabenzinsen zu rechnen, sonst stünden unterm Strich rote Zahlen.

War meine Erklärung hilfreich?

Gruß
Heinz

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