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schreibdoch123
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Beitragvon schreibdoch123 » 05.01.2007 19:44 Uhr

fdl1409 hat geschrieben:Hallo Mario,

solche Soletemperaturen sind eigentlich nur denkbar wenn die Bohrfirma die Löcher mit Styroporflocken verfüllt hat.
Kalkstein ist prima, die Bohrtiefe ausreichend. Soletemperatur sollte nach dem Anfahren bei 10-11° liegen. Ein Bekannter hat am 7. September gestartet und hatte am 17. November noch 7,8°. Und das in kaltem Höhenklima auf 500m NN. 1 Sonde 110 m für eine 6,4 kW Wärmepumpe.
Kann mir hier eigentlich nur einen Messfehler vorstellen. Wenn der Temperaturfühler 8-10 Grad zu wenig anzeigt dann sind die Werte plausibel. Hoffe nicht daß deine Werte real sind, sonst könntest du schon mal einen sehr warmen Pullover kaufen...
Drück dir die Daumen daß das Thermometer der Grund ist.

MFG
Frank


Hallo Frank,

Ich liege auch auf ca. 500m NN.
Warm ist es im Haus. Das macht keine Probleme.

Nur kommt mir die Soletemperatur etwas komisch vor.

Wenn der Kompressor eine Weile nicht gelaufen ist, steigt die Temperatur auf ca. +1°C (Umwälzpume läuft in einem Programm, wo sie nach der Inbetriebnahme 10 Tage wegen der Entlüftung durch läuft).
Nach kurzer Zeit (Ca. 10-20min sinkt die Temperatur bis auf -3,0°C Vorlauf und -6,0°C Rücklauf).

Gruß
Mario

bernhard geyer
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Beitragvon bernhard geyer » 05.01.2007 21:18 Uhr

schreibdoch123 hat geschrieben:Wenn der Kompressor eine Weile nicht gelaufen ist, steigt die Temperatur auf ca. +1°C (Umwälzpume läuft in einem Programm, wo sie nach der Inbetriebnahme 10 Tage wegen der Entlüftung durch läuft).

Wäre also auch noch eine theoretische Möglichkeit das Luft vorhanden wäre. Aber so viel kann das nicht sein.

schreibdoch123 hat geschrieben:Nach kurzer Zeit (Ca. 10-20min sinkt die Temperatur bis auf -3,0°C Vorlauf und -6,0°C Rücklauf).

Hast Du eine Möglichkeit direkt an ungedämmte Soleleitung zu kommen um mit einem externen Thermometer die Temperatur grob zu messen.
fdl1409
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Beitragvon fdl1409 » 05.01.2007 22:14 Uhr

Hallo Mario,

habe das schon verstanden.
Bei einer Erdsondenanlage von 3 x 55 m kannst du davon ausgehen, daß
die Soletemperatur anfangs etwa 10°C beträgt. Erst nach monatelangem Betrieb sollten Temperaturen unter 0°C auftreten. Bei normaler DIN-Auslegung erst am Ende der Heizperiode, nicht schon am ersten Tag, und
-8°C kommt eigentlich nie vor. Die über das Jahr gewichtete Soletemperatur sollte bei etwa +4° liegen. Kontrollier doch mal die Temperatur mit einem anderen Thermometer.
Die Werte die deine WP anzeigt sind einfach unmöglich tief. Die Anlage schaltet dann irgendwann ab weil die Regelung darauf programmiert ist, die Anlage vor zu tiefen Eingangstemperaturen zu schützen.
Glaube nicht daß es ein hydraulisches Problem ist, denn die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf ist OK.
Wenn meine Vermutung richtig ist daß das Thermometer falsche Werte angibt bist du aus dem Schneider, denn das ist ein leicht zu behebender Fehler.

MFG
Frank
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Beitragvon bernhard geyer » 06.01.2007 10:06 Uhr

Die Aussage des Technikers:

"Das passt schon so"

Spricht aber nicht dafür das hier alles so paßt. Wenn es so einfach wäre hätte der Techniker das Problem gleich angegangen.
schreibdoch123
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Beitragvon schreibdoch123 » 06.01.2007 10:30 Uhr

So, ich habe jetzt einmal ein Thermometer zwischen Isolierung und Vorlauf geschoben. Es hat +1,0°C angezeigt.

Also kommt es schon hin, was die WP anzeigt.

Kann es sein, dass der Boden bei mir so kalt ist?
Als die Anlage am Mittwoch in Betrieb genommen wurde, hat das Gerät auch schon so tiefe Temperaturen angezeigt.
Auch wenn der Kompressor eine Weile nicht gelaufen ist (Tarifbedingte Abschaltung vom Stromanbieter) steigt die Soletemperatur auf max +2°C an.

Aber woher der Abfall der Soletemperatur bei Betrieb? Wie ist das bei euch?

Wie werden die Sonden normalerweise angeschlossen? Die Bohrfirma hat es mir so erklärt, dass sie die Sonden parallel geschaltet haben. Wäre in Reihe nicht besser? Gibt es hier Vorschriften oder Empfehlungen?

Gruß Mario
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Beitragvon schreibdoch123 » 06.01.2007 11:47 Uhr

fdl1409 hat geschrieben:Die Werte die deine WP anzeigt sind einfach unmöglich tief. Die Anlage schaltet dann irgendwann ab weil die Regelung darauf programmiert ist, die Anlage vor zu tiefen Eingangstemperaturen zu schützen.


Hallo Frank,

die Anlage ist so eingestellt, dass sie bei -8,0°C abschaltet.

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Beitragvon fdl1409 » 06.01.2007 19:40 Uhr

Hallo Mario,

parallel schalten, was anderes kommt gar nicht in Frage, der Druckverlust wäre bei einer Schaltung in Serie viel zu hoch. Man könnte vielleicht noch 2 Stück in Serie schalten, das gäbe dann 3 Solekreise von 110m. Der Druckverlust wäre dann 8x so hoch bei gleicher Förderleistung. In der Praxis würde sich eine geringere Fördermenge ergeben. Die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf stiege von 3 auf etwa 4°. Habe überschlägig berechnet daß du derzeit im Grenzbereich zwischen laminarer und turbulenter Strömung bist, wenn du Sonden DN 32x3 hast. Beim Wärmeübergang tut sich dann nicht mehr so viel. Insgesamt eher zwecklos was zu ändern.


Noch einmal: deine Soletemperaturen sind völlig unnormal. Die Erde bei dir ist auch nicht kälter als anderswo. Die Starttemperatur sollte nicht unter 10°C sein, bis jetzt sollte die Temperatur noch weit über 0° sein.
Eine Erklärung könnte noch sein daß die Bohrlöcher nicht richtig verfüllt sind. Bei dir war kein Wasser aufgetreten beim Bohren. Wenn man lockeres Material eingefüllt hat das nicht mit Wasser voll gelaufen ist dann verschlechtert sich die Wärmeleitung im Verfüllmaterial. Trockenes Material leitet viel schlechter als wassergesättigtes.

MFG
Frank
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Beitragvon schreibdoch123 » 07.01.2007 15:33 Uhr

Hallo Frank,

welche Sonden ich habe, kann ich nicht sagen. Was heißt DN 32x3?
Was ist laminare und turbulente Strömung?

Die Löcher sind ausgegossen worden.

Könnte es sein, dass nur eine Bohrung zierkuliert?
Ich vermute im Moment, dass in der 2. und 3. Bohrung noch Luft ist, da das Gelände von der 1. Bohrung zur 3. Bohrung ansteigt und die Luft beim Spülen vielleicht nicht heraus gegangen ist.

Werde morgen Früh die ganze Sache mal bei meinem Haushersteller bemängeln, so dass die sich darum kümmern. Schließlich wollen die auch Geld von mir haben und solange die WP nicht ordentlich läuft gibt es keines mehr.

Danke

Gruß
Mario
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Beitragvon fdl1409 » 07.01.2007 20:35 Uhr

Hallo Mario,

da könntest du auf einer heißen Spur sein. Das würde die Soletemperaturen erklären, wenn nur eine Bohrung durchströmt wird.
Mangelnde Entlüftung kann eine Ursache sein. Eigentlich muß eine Entlüftung am höchsten Punkt sein. Eigentlich...

Wo ist denn dein Solesammler? Kommst du da dran? Wenn ja dann versuch die Kreise einzeln durchzupusten. Sperr abwechselnd fast alle Kreise ab. Würde nur einen Kreis von der guten, tiefliegenden Bohrung und abwechselnd einen der fraglichen Bohrungen offen lassen.
Das geht aber nur wenn die WP steht, nur die Solepumpe darf laufen. Hörst dann schnell am Entlüfter was passiert. Der Druck würde dann schnell abfallen und du müßtest nachfüllen.

Hab übrigens was Falsches geschrieben, hast laminare Strömung. Hatte mit 3 Solekreisen gerechnet, du hast aber 3x2=6. Bei einer Spreizung von 3° und etwa 7,5 kW Kälteleistung hast du eine Fördermenge von etwa 2100 l/h. Pro Solekreis sind das 350 l/h bei einer Sonde 32x3. 32 ist der Außendurchmesser, 3 die Wandstärke. Stimmt das bei dir? Alternativ ist noch 25x2,3 denkbar. Bei dieser Durchflußmenge ergibt sich laminare Strömung. Laminar heißt die Sole stömt so langsam ( hier 0,19 m/sec ),
daß sich an der Rohrwand eine fast stehende Schicht bildet, die den Wärmeübergang behindert. Der Wärmeübergang bekommt einen Wert von 80 Watt je m2 und Kelvin. Deine Bohrungen mit 3x4x55m haben eine Gesamtoberfläche von etwa 54m2. Daraus ergibt sich ein Temperatursprung von 1,76°C zwischen Innenwand der Rohrleitung und Soleflüssigkeit. Bei einer etwa mehr als doppelt so hohen Durchflussgeschwindigkeit von 0,41 m/sec springt die Strömung in den turbulenten Bereich. Es gibt dann starke Verwirbelungen, die den Wärmeübergang deutlich erhöhen. Im Beispiel auf 530 Watt/ m2K. Damit ist der Sprung zwischen Rohrwand und Sole auf 0,26° vermindert. Die Sole wird also um 1,5° wärmer bei gleicher Erdtemperatur.
Das spart etwa 4% Strom in der Wärmepumpe. Der Preis ist allerdings ein höherer Aufwand an Pumpenergie. Welche Variante besser ist müßte ich berechnen. Dazu brauchte ich Daten über deine Solepumpe. Welches Fabrikat und Typ, auf welcher Stuf läuft die derzeit?Prinzipiell kannst du auf turbulenten Betrieb umsteigen, mußt dazu jeweils zwei Kreise in Serie schalten, hättest dann statt 6 Kreisen zu 55m nur noch 3 zu 110m.

Es gibt übrigens noch einen denkbaren Fehler. Jede Bohrung hat 2 Solekreise. Wenn irgendein Trottel Vor- und Rücklauf des einen Solekreises an den Vorlaufsammler, Vor- und Rücklauf des anderen an den Rücklaufsammler angescjlossen hat dann ist die ganze Bohrung wirkungslos. Fast undenkbar, aber es gibt keinen Fehler der so dämlich wäre daß ihn nicht irgendjemand macht.

MFG
Frank
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Beitragvon schreibdoch123 » 08.01.2007 19:40 Uhr

Hallo Frank,

ich habe das Theme heute meinem Heuslebauer übergeben.

Einen Soleverteiler habe ich nicht.

Ich bin jetzt mal gespannt was da raus kommt.

Ich werde auf alle Fälle berichten.

Danke

Gruß
Mario

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