Erneuerbare Energie, Bauen, Haustechnik
energieportal24 Startseite Aktuelle News Tools, Onlinerechner und Newsletter Diskussionsforum forum
Erdwärme, Wärmepumpe, Erdkollektoren, Wasserwärmepumpen, Bohrungen, Sonden
matze
Aktivität: neu
Beiträge: 13
Registriert: 23.12.2006 14:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon matze » 23.12.2006 14:37 Uhr

Hallo,

gestern Nachmittag ist meine neue Sole/Wasserwärmepumpe in Betrieb gegangen. Nach langem Überlegen haben wir uns für die Erdwärmeheizung entschieden... Zuvor hatten wir eine Ölheizung, welche wir wegen den laufenden Kosten abgeschafft haben.

Meine Frage richtet sich bezüglich der Wärmepumpe. Wir haben eine Dimplex SI 14 BS installiert, also eine 14 KW Wärmepumpe. Mich würde interessieren, was vergleichbare Anlagen anfangs an Strom schlucken, da unser Prachtexemplar in den letzten 20h rund 110 KW geschluckt hat...

Über eine Antwort würde ich mich freunen...

Grüße,
Matthias

fdl1409
Aktivität: hoch
Beiträge: 286
Registriert: 02.12.2006 07:58
Wohnort: Bad Laasphe
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon fdl1409 » 23.12.2006 15:35 Uhr

Hallo Matthias,

110 kW in 20 Stunden ist nicht normal. Deine Bohrung ist ja ganz frisch, du fängst also mit Soletemperatur um 10° an. Selbst bei maximaler
Heizleistung sollte der Verbrauch weitaus geringer liegen.
Erzähl mal mehr. Wieviel Wohnfläche, wie alt, wieviel Öl hast du vorher gebraucht? Wie tief ist die Bohrung?
Vermute hier einen grundsätzlichen Fehler. Läuft der Nachheizstab?
Wie sind die Soletemperaturen jetzt ( Vorlauf/ Rücklauf)? Welche Heizungstemperaturen? Wir sollten das hier klären können, meld mich wieder.

MFG
Frank
matze
Aktivität: neu
Beiträge: 13
Registriert: 23.12.2006 14:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon matze » 23.12.2006 17:59 Uhr

Hallo,

habe vorhin mal mit dem Techniker telefoniert, er hat gemeint, dass solche Werte für die ersten Tage recht normal sein dürften, bis das Haus dann eine gewisse Wärme erreicht hat.

Unsere Wohnfläche liegt bei etwa 211m². Das Haus ist etwa 30 Jahre alt, die Dämmung würde ich als ausreichend bezeichnen. Es wurde noch da isoliert wo man kann, vor allem, da wir vor 10 Jahren noch eine Etage aufgesetzt haben, bei welcher man schon etwas darauf geachtet hat. Der vorherige Ölverbrauch lag bei etwa 3700 Liter, wobei wir im Sommer das warme Wasser mit Strom gemacht haben und im Winter auch oft mit Holz geheizt wurden (hatten einen Öl/Holz-Kombi). Daher ist die Literanzahl an Öl meiner Meinung nach wahrscheinlich nicht sonderlich repräsentativ.

Wir haben insgesammt 230 Meter tief gebohrt. Dies ist auf 3 Löcher verteilt. Da es bei einem Loch jedoch ein Problem gegeben hat, ist die Bohrtiefe 90m / 60m / 80m.

Einen Heizstab existiert bis jetzt für den Warmwasserspeicher nicht, da wir erst noch einen seperaten Zählerplatz bei unserem Stromversorger beantragen müssen. Der Platz wird dann auch für die ganzen Sicherungen benötigt. Daher wurde bis jetzt nur die Wärmepumpe angeschlossen, die die volle Heizlast trägt. Der Pufferspeicher hat keinen Heizstab.

Die Soletemperaturen kann ich dir leider nicht sagen, da die Wärmepumpe nur ein "Frierschutzfühler" hat. Dieser liegt bei 5,x°, wobei ich nicht weiß, wo dieser angebracht wurde. Die Rücklauftemperaturen habe ich eben von der Wärmepumpe abgelesen:
- 1. Heizkreis: 41° (Heizkörper) - haben wir wegen dem Stromverbrauch ein bisschen zurück gedreht -
- 2. Heizkreis: 32,9° (Fußbodenheizung, aber nicht im ganzen Haus)
- Warmwasser: 45,8°

Die aktuelle Außentemperatur beträgt 0°. Die Soletemperatur lag gestern etwa 30 Minuten nach Innbetriebnahme (da hatte der Elektriker ein Meßgerät dabei) bei 10° Vorlauf und etwa 5° Rücklauf.

Bedanke mich schonmal für deine Hilfe!!!

Grüße,
Matthias
Wero
Aktivität: hoch
Beiträge: 204
Registriert: 18.05.2006 07:42
Wohnort: 53925
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon Wero » 23.12.2006 19:26 Uhr

Hallo matze
Ein Fehler ist aber noch drin den eine 14kw SoleWp hat ca 3-3,5 kw Anschlußwert bei dir wären es aber 5,5kw da ist sicher dein Haushaltsstrom mit dabei? (110kwh durch 20 Std )

Gruß
wero
matze
Aktivität: neu
Beiträge: 13
Registriert: 23.12.2006 14:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon matze » 23.12.2006 20:06 Uhr

Hallo,

jetzt habe ich die konkreten Daten... Die Wärmepumpe hat in 24h Laufzeit 112kW verbraucht. Hiervon ist der Haushaltsstrom (natürlich mit Durchschnittswerten gemessen) bereits abgezogen.

Grüße,
Matthias
fdl1409
Aktivität: hoch
Beiträge: 286
Registriert: 02.12.2006 07:58
Wohnort: Bad Laasphe
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon fdl1409 » 24.12.2006 07:36 Uhr

Hallo Matthias,

da ist einiges oberfaul bei dir. Ein so hoher Verbrauch kann nur sein wenn das Haus völlig kalt war und erst aufgeheizt werden muß. Die Leistung von 14 kW sollte bei der Fläche völlig ausreichen. Habe gerade mal geschaut; eine 14 kW Dimplex zieht 3,32 kW bei B0/W35. Mit Nebenaggregaten sollte der Verbrauch nicht über 4 kW sein. Nach Adam Riese macht das bei non-stop-Betrieb noch nicht so viel wie du verbraucht hast.
Die Anlage verbraucht in den ersten Tagen nicht mehr Strom, sondern sollte im Gegenteil weniger verbrauchen . Deine Soletemperatur hat ja anfangs bei 10° gelegen, so warm und so effizient wird es deshalb nie mehr wieder.
Völlig unerklärlich ist mir daß du keine präzisen Temperaturen ablesen kannst. An der Pumpe mußt du eigentlich Vor- und Rücklauftemperatur sowohl für den Solekreis als auch den Heizkreis ablesen können. Schau noch mal in die Betriebsanleitung.
Eine Spreizung von 10/5 Grad für sie Sole ist eigentlich recht hoch. Was hast du für Sondendurchmesser? Nehme an 32x3mm. Gib mal die Typbezeichnung deiner Solepumpe und sag auf welcher Stufe die läuft.

Hast du wirklich eine RÜCKLAUFtemperatur von über 40°?? Dann wäre der Vorlauf um die 50, das sollte bei Null Grad Außentemperatur nicht sein. Die Anlage läuft ja über Pufferspeicher, was zumindest energetisch sehr ungünstig ist. Manche Heizungstechniker machen da enorme Fehler. Es könnte z.B. sein daß der Kerl die Anlage so geregelt hat daß der Puffer immer über 50° hat damit es auf jeden Fall überall ausreicht. Für den Verbrauch einer WP ist das tödlich, jedes Grad mehr kostet 2% Strom.

Was hast du denn für die Warmwasserbereitung geplant? Wieso willst du noch einen separaten Zählerplatz dafür beantragen?

MFG
Frank

matze
Aktivität: neu
Beiträge: 13
Registriert: 23.12.2006 14:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon matze » 24.12.2006 23:41 Uhr

Hallo Frank,

danke für deine Antwort. Ich weiß das wirklich sehr zu schätzen, dass ich hier kompetente Hilfe für mein Problem erhalte... Erst einmal noch frohe Weihnachten :)

Ich bin leider kein Fachmann in der Materie Heizung, habe mir aber versucht unseren neuen Heizraum möglichst genau erklären zu lassen... Daher hoffe ich, dass meine Antworten für dich ein bisschen aufschlussreich sind...

Nunja... Das Haus war ja schon ein bisschen ausgekühlt. Wir hatten ja bei nächtlichen Temperaturen von bis zu -4°C über einen Zeitraum von etwa 48 Stunden keine Heizung. Warmwasser wurde in der Zeit über Heizstäbe gemacht, die wichtigsten Räume wurden mit einem Kachelofen beheizt. Aber ob das immer noch den hohen Energieverbauch rechtfertigt weiß ich jedoch nicht...

Ich habe noch einmal in der Bedienungsanleitung nachgesehen. In der Tat sind keine Vorlauftemperaturen zu entnehmen, da die Pumpe nur über Rücklauffühler arbeitet. Der Gefrierschutzfühler könnte eventl. der Rücklauffühler der Sole sein. Da die Wärmepumpe aber gerade nicht arbeitet kann ich das nicht ablesen.

Zum Sondendurchmesser kann ich leider nichts sagen, da ich mich da nicht auskenne. Natürlich habe ich Bilder der Sonden, die kann ich hier natürlich mal reinstellen, wenn das was zum Sachverhalt beiträgt?! Is kein Problem...

Naja, das mit dem Pufferspeicher kann ich nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass es sich bei der Heizungsfirma um ein regional größeres Unternehmen handelt, also nicht der ländliche 2-Mann-Heizungsbaubetrieb. Daher denke ich schon, dass ich Anlage (so hoffe ich doch) recht gut konzipiert sein dürfte, da das Unternehmen auch viel auf dem Geothermie-sektor macht.

Die Warmwasserbereitung läuft weiterhin über die Wärmepumpe. Selbstverständlich wird der Heizstab noch mit der Wärmepumpe gekoppelt, wodurch auch eine elektrische Erwärmung möglich ist. Das ganze läuft dann in Zukunft über einen extra Zähler mit Nachtstrom, da dieser wesentlich günstiger im Vergleich zu unserem sonstigen Stromtarif ist.

Ich war eben nochmal im Heizraum und habe die aktuellen Daten abgelsen. Die Rücklauftemperaturen sind der Pumpensoftware entnommen, die Vorlauftemperaturen über die Anzeigen bei den Umwälzpumpen abgelsen (wahrscheinlich wohl nicht so genau, aber mehr habe ich leider nicht):
- Außentemperatur: -1°C
- 1. HK -- RL 39,3°C / VL 48°C
- 2. HK -- RL 28,9°C / VL 30°C
- Warmwasser -- Sensor: 44,1°C (Umwälzpumpenanzeigen: RL 36°C / VL 38°C)

Noch etwas zum Stromverbrauch der letzten 24 Stunden:
Energiedifferenz von 23.12. (20:00) zu 24.12. (23:00): 113 KW
Herunterrechnung auf 24h: (113 KW / 27h)*24h = 100,4 KW
Abzüglich Haushaltsstromverbrauch (20 KW)= 80,4 KW für Wärmepumpe in 24h

Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

Grüße,
Matthias
fdl1409
Aktivität: hoch
Beiträge: 286
Registriert: 02.12.2006 07:58
Wohnort: Bad Laasphe
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon fdl1409 » 25.12.2006 10:45 Uhr

Hallo Matthias,

dir auch schöne Weihnachten!

Hoffe zu deinen Gunsten daß das Haus doch recht ausgekühlt war. Das würde den hohen Verbrauch erklären. Um dir mal einen Vergleich zu geben: ein Bekannter hat im September eine WP in Betrieb genommen,
das Haus war vorher saniert worden. Heizleistung 7 kW, 120m2 Fläche.
Von 7. September bis 17. November hat die Anlage für Heizung und WW 400 kWh verbraucht...

Leider ist es nicht so, daß man von einer Fachfirma eine gut konzipierte Anlage bekommt, ganz im Gegenteil. Die arbeiten oft nach dem Motto: Hauptsache es ist warm, dann hören wir keine Klagen. Deshalb werden, wie es bei Ölheizungen immer war, zu große Kessel und Pumpen eingebaut und die Regelung auf so hohe Temperaturen eingestellt daß es auch im ungünstigsten Fall immer reicht. Bei alten Heizsystemen war das schon schlecht, bei WP ist es tödlich.
Habe mal mit einem guten Handrechenverfahren berechnet, welche Leistungszahlen deine Anlage bei den augenblicklichen Vorlauftemperaturen erreichen könnte. Habe dabei eine Soletemperatur von 5° angenommen und 20% Hilfsenergieverbrauch. Bei 30° Vorlauf für die Fußbodenheizung kommt man auf eine Leistungszahl von 5,16, bei
48° für die Radiatorheizung 3,18. Das heißt die WP könnte die Wärme für die FB-Heizung mit 40% weniger Strom herstellen als die gleiche Wärmemenge für Radiatorheizung. KÖNNTE! Tut sie aber nicht, da die ganze Anlage über Pufferspeicher läuft. Das ganze Heizungswasser wird auf 48° erhitzt oder sogar noch mehr ( der Speicher kann ja nur wärmer sein als die Heizkreise ) und dann mit dem Mischer heruntergeregelt. Hier wird massiv Energie vernichtet.
Die Vorlauftemperatur ist bei der jetzigen Außentemperatur viel zu hoch. Das mußt du so weit wie möglich runterregeln. Und zwar an der Einstellung der Heizkurve, NICHT mit dem Heizkörperthermostat. Jedes Grad weniger spart gut 2% Strom. Denke daß es für deine Haus keine Heizlastberechnung gibt, schon gar nicht einzelraumweise, und auch die Heizkörper wird niemand berechnet haben. Das läßt sich nachholen.
Ich gehe mal davon aus, daß die Heizleistung je m2 für die beiden Geschosse näherungsweise gleich ist. Gib mal eine Aufschlüsselung wieviel Fläche mit FB-Heizung beheizt wird und wieviel mit Heizkörpern.
Man kann die Heizleistung der Heizkörper berechnen. Dafür brauche ich den Typ ( 1,2 oder 3 Platten ) sowie Länge und Bauhöhe ( meist 50 oder 60cm ). Ich gehe mal davon aus daß man die Vorlauftemperatur um 10° senken kann, das bringt dann schon eine Menge. Notfalls könnte man den einen oder anderen Heizkörper gegen ein größeres Modell austauschen, das lohnt sich oft.

Laß das bleiben mit dem Nachheizstab für die Trinkwasserbereitung!
Kostet dich nur viel Geld und vernichtet unnötig Energie. Deine WP macht doch aus 1 kWh Strom 3 kWh Warmwasser mit 50°. Warum solltest du also nachheizen mit einem Heizstab der aus 1 kWh nur 1 kWh macht. Selbst wenn der Nachtstrom billiger ist kostet das viel mehr. Die Einrichtung eines Zählerplatzes kostet nicht ganz wenig, dazu kommt die Zählergebühr. Ach ja, und wenn du Nachtstrom hast verteuert sich der Tagstromtarif! Macht überhaupt keinen Sinn. Laß das Teil wo es ist, aber sorg dafür daß es sicher abgeschaltet ist. Man braucht das Gerät höchstens als Notheizung, wenn die WP kaputt wäre. Das kommt eigentlich nie vor, deshalb spielt es keine Rolle wenn du dann mal auf Tagstrom zugreifen müßtest.

MFG
Frank
matze
Aktivität: neu
Beiträge: 13
Registriert: 23.12.2006 14:32
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon matze » 25.12.2006 15:43 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Aber wenn ich doch jetzt hingeh und die Rücklauftemperatur drossle brauch ich doch natürlichweise weniger Strom, aber ich komm ja auch nie auf die Temperatur, oder seh ich das falsch *g?

Zu deiner Frage mit der Fußbodenheizung. Diese ist nur im 1. Stockwerk im Hausgang, der Küche, dem Esszimmer und dem Bad verlegt. Auf die Gesamtfläche des Hauses berechnet, dürften das eventuell 30% der Fläche sein. Heizkörper haben wir verschiedene. Die Heizkörper im oberen Stockwerk sind alledurch neuer. Wir der Heizungsbauer jedoch gemeint hat, dürften wohl die wenigsten unterdimensioniert sein. Gerne kann ich aber die Heizkörper abmessen oder dir Bilder zuschicken. Solltest mir dann nur sagen, was du genau brauchst. Wie man die Heizungskurve bearbeiten kann bin ich noch nicht durchgestiegen. Die Innentemperatur passt sich immer an die Innentemperatur an. Die WW-Temp. kann ich absolut bestimmen, der Rest geht variabel nach Außentemperatur. Den 2. HK kann ich ebenfalls variabel noch extra regeln.

Ich habe mal das Angebot rausgesucht, weil man unsere Heizlast damals auch anhand des Gebäudeplanes berechnet hat. Aufgrund meiner PLZ wurde von einer Normalaußentemperatur von -16°C ausgegangen. Die beheizte Wohnfläche beträgt 211m² mit 55°C Radiatoren. Der errechnete Wärmebedarf liegt bei 12.7 kW. Der Energiebedarf für die Heizung wurde mit 24.841 kWh veranschlagt.

Momentan haben wir noch ein anderes Problem mit der Heizung, ob damit der Energiebedarf der WP abhängt vermag ich aber nicht zu sagen. Bis jetzt hängt eine Umwälzpumpe für beide Etagen im Heizraum. Im oberen Stockwerk werden nur 2 Heizkörper warm, der Rest wird nicht einmal lauwarm. Entlüftet wurde schon - vergeblich. Selbst wenn die anderen Heizkörper geschlossen sind kommt nicht mehr Wärme bei den Anderen an. Nächste Woche kommt ein Techniker mit einer Umwälzpumpe mit mehr Leistung.

Danke schonmal im Voraus!!!!!

Frohe Weihnachten!

Grüße,
Matthias
fdl1409
Aktivität: hoch
Beiträge: 286
Registriert: 02.12.2006 07:58
Wohnort: Bad Laasphe
Lob gegeben: 0 Mal
Lob erhalten: 0 Mal

Beitragvon fdl1409 » 25.12.2006 20:24 Uhr

Hallo Matthias,

damit kann ich schon etwas anfangen. Eine Auslegung auf 55°C bei -16°C klingt plausibel und realistisch. Daraus kann man leicht die Heizkennlinie berechnen. Schau mal in der Bedienungsanleitung, wie man die einstellt.
Du brauchst eine Kurve - eigentlich ist es eine fast gerade Linie -, die
bei 10°C einen Fußpunkt von 26°C hat, bei 0° durch 34° geht und bei
-10°C 41.° Das ist dann jeweils die Rücklauftemperatur. Bei der erwähnten Außentemperatur von -1° hätte der Rücklauf bei etwa 34,5° liegen sollen, der Vorlauf entsprechend bei 44,5. Bei diesen Temperaturen verbraucht die WP 10% weniger Strom - bei gleicher Heizleistung. Man sollte das aber mal genau nachrechnen, da ist vielleicht noch mehr drin. Die durchschnittliche Vorlauftemperatur übers Jahr gemittelt liegt dann bei etwa 43° incl WW. Bei einer gemittelten Soletemperatur von 4°, einem COP von 4,5 bei B0W35 und 20% Hilfsenergiebedarf ergibt sich eine Jahresarbeitszahl von 3,45.

Der Jahresverbrauch der Heizung ist mit 24.800 kWh berechnet, inclusive Warmwasser und Speicherverlusten rechne mit 29.000 kWh. Der Stromverbrauch liegt dann bei 8400 kWh pro Jahr incl Hilfsaggregate. Die Belastung der Erdsonde beträgt 89 kWh pro Meter und Jahr. Das ist etwas überdurchschnittlich, bei Festgestein aber locker ausreichend und führt zu Soletemperaturen von im Jahresmittel 4-5°.
Bei einer Außentemperatur von z.Z etwa 0°C liegt der normale Verbrauch bei 47 kWh pro Tag, also deutlich weniger als derzeit ermittelt.

Bedingung ist natürlich eine korrekte Einstellung z.B. der Heizkennlinie.
Bei o.g. Rücklauftemperaturen solllte es überall schön warm sein. Voraussetzung dafür ist eine gut abgestimmte Hydraulik. Wie ich dem Problem mit den kalten Heizkörpern entnehme ist das derzeit nicht der Fall.
Eine stärkere Umwälzpumpe ist die übliche Lösung, aber eine ganz schlechte. Das Problem ist nicht etwa die zu schwache Pumpe, sondern der fehlende hydraulische Abgleich. Die am nächsten zum Heizungskeller gelegenen Heizkörper schlucken das ganze Heizungswasser weg, weil sie den geringsten Druckverlust im Rohrnetz haben. Das muß man über den hydraulischen Abgleich einregeln. Fast alle Heizkörperventile sind voreinstellbar. Mir einer Rohrzange kann man die Köpfe abschrauben. Darunter findet man einen Drehkranz mit den Ziffern 1 2 3 4 5 6 7 N. Den am weitesten entfernten Heizkörper stellt man auf N für geringsten Durchlußwiderstand, die näheren drosselt man auf 6..5...4 usw. Bei richtiger Einstellung werden alle Heizkörper gleich warm. Und damit auch die Räume. Ist doch völlig klar daß du mit höheren Vorlauftemperaturen arbeiten mußt wenn nur ein Teil der Heizkörper überhaupt warm ist. Man kann voreinstellbare Ventile übrigens nachrüsten, falls nicht schon vorhanden. Dazu würde ich gegebenenfalls dringend raten.

Wenn du schon eine neue Umwälzpumpe anschaffst kauf doch eine Hocheffizienzpumpe wie Wilo Stratos Eco oder Grundfos Alpha Pro. Kostet 100 Euro mehr, spart aber massig Strom. Der Leistungsbedarf ist eigentlich recht gering. Annahme: 70% der Heizleistung laufen über diesen Heizkreis, also 10,5 kW. Bei 10° Spreizung sind das 900 Liter je Stunde. Der Druckverlust im System liegt äußerstenfalls bei 2m. Dann brauchen die genannten Hocheffizienzpumpen nur 15 Watt Strom!
Laß dir bloß keine Billigpumpe mit 150W abdrehen, die kostet dich im Jahr für 100 Euro mehr Strom.
Hydraulischer Abgleich ist den Heizungsbauern eigentlich vorgeschrieben, aber keine Sau macht das.

Ein Teil deines Mehrverbrauchs liegt sicher noch an der vorausgegangenen Auskühlung des Gebäudes. 10% kannst du sparen durch hydraulischen Abgleich und korrekte Heizkennlinie. Noch mal 12-15% könnte man sparen durch Hocheffizienzpumpen ( Primärpumpe, Sekundärpumpe und 2 Heizkreispumpen ). Das hätte für alle 4 Aggregate 600 Euro mehr gekostet und 200 Euro im Jahr gespart. Komischerweise bietet das aber kein Heizungsbauer an, für das Geld verkauft man dir völlig sinnlose Nachheizstäbe. Auch bei einer Auslegung auf 55°C kann man eine Jahresarbeitszahl von 4 schaffen, wenn man alles richtig macht.

Kannst mich auch mal anrufen, auf diesem Weg ist das alles etwas zäh.
meine mail ist frank.leyener@freenet.de

MFG
Frank

Nächste

Zurück zu Geothermie & Wärmepumpen



Seit 2001 online, über 35.000 Beiträge
a n z e i g e n
 

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag



Sie lesen gerade die Forendiskussion: Stromverbrauch Wärmepumpe