Ich möchte auch einen Kommentar zu diesem neuartigen Verfahren abgeben und versuchen, es neutral, eher wissenschaftlich und nicht polemisch zu beleuchten.
Dazu habe ich mir insbesondere einmal den Testbericht von Prof. Kunesch vom 29.1.2007 genauer angesehen:
http://www.no2t.at/files/Beric.../Bericht%20Prof.%20Kunesch.pdf Dabei handelt es sich um einen "staatlich befugten und beeidigten Ziviltechniker". Was in Österreich darunter zu verstehen ist, weiß ich nicht, der Gutachter ist aber ein Wissenschaftler. Dies hat bei mir zunächst den Eindruck erweckt, dass es sich um eine wissenschaftliche Untersuchung handelt, auch wenn es wohl nichts mit der TU Wien zu tun hat. Leider kann ich es nicht als wissenschaftliche Arbeit einstufen. Bei einer wissenschaftlichen Arbeit gehört es dazu, sich Gedanken zur Messgenauigkeit und (systematischen und statistischen) Messfehlern zu machen. Die Aussage im Dokument "Wirkungsgradverbesserung 18,3 % (ohne Berücksichtigung der Gerätegenauigkeit und Messtoleranz)" zeigt leider das Gegenteil. Dieser Wert von 18,3 % resultiert aus Unterschieden in der Wärmeleistung und der Feuerungswärmeleistung ohne und mit NO2T.
Wenn ich es richtig verstanden habe, wird die Feuerungswärmeleistung über den gemessenen Öldurchsatz berechnet. Dieser Öldurchsatz schwankt allein bei 2 Messreihen unter identischen Bedingungen um 0,02 kg/h bei einem Mittelwert von ca. 1,36 kg/h. Das macht allein schon mal einen Fehler von 2 mal 1,5 % aus. Statistisch signifikant ist es bei 2 Messwerten ohnehin nicht. Weiter beträgt bei einer Messzeit von jeweils 30 min der Öldurchsatz ca. 700 g. Der beobachtete Messfehler zwischen 2 identischen Messreihen von 10 g / 30 min könnte auf eine Ungenauigkeit der Wägung der Ölmasse, der Zeitmessung und dynamische Einschwingvorgänge zurückgehen. Über die Messgeräte wird leider nichts ausgesagt, an der Waage möchte ich jedoch nicht zweifeln; das kann man auf Milligramm genau machen. Dagegen muss die Zeit schon auf 1 Minute genau bestimmt werden, sonst hat man auch schon 10 g Messfehler. Auch das sollte man eigentlich hinkriegen. Bedenken habe ich jedoch, ob der Brenner von seinem dynamischen Verhalten innerhalb einer Minute im Gleichgewichtszustand ist und/oder dies über 30 min bleibt. Tendenziell könnte es jedoch sein, dass der Öldurchsatz mit NO2T mit 1,34 kg/h kleiner ist als ohne NO2T mit 1,38 kg/h, nochzumal eine kleinere Düse mit NO2T eingesetzt wird.
Interessant sind jedoch auch noch andere Spalten in dem Testbericht. Die experimentell gemessene Wärmeleistung wird mit 15,0 kW ohne NO2T und 17,4 kW mit NO2T angegeben. Das ist der dominierende Anteil an den 18,3 %. Leider kommt auch gleich an dieser Stelle die Einschränkung "ohne Berücksichtigung der Gerätegenauigkeit und Messtoleranz". Diese deutliche Erhöhung dürfte aber nicht auf eine Messungenauigkeit zurückzuführen sein (das wären 16 %). Unplausibel erscheint mir aber, dass trotz der 2,4 kW Unterschied die Vor- und Rücklauftemperaturen bei allen Messungen nahezu gleich sind. Wenn ich mir als Beispiel die Differenz zweier identischer Messreihen mit NO2T ansehe, so betragen die gemessene Temperaturdifferenzen (Vorlauf/Rücklauf) 11 ° C und 13 °C. Einen Temperaturmessfehler von +/- 1 °C scheint mir auch durchaus plausibel. Allerdings bedeutet dies einen mittleren Fehler von (13-11)/12 = 17 %, was voll in die Wärmeleistung eingeht! Ob sich der Heizwasserdurchsatz geändert hat, weiß ich nicht, aber selbst bei dessen Konstanz ist dieser Temperaturmessfehler deutlich vorhanden. Das würde auch erklärten, warum die Anzeige des Wärmeleistungsmessers schwankt. Tendenziell könnte es aber stimmen. Die gemittelten Temperaturdifferenzen (Vorlauf/Rücklauf) von 10,5 °C (ohne NO2T) und 12 ° C (mit NO2T) ergeben bei konstant angenommenem Heizwasserdurchfluss eine prozentuale Erhöhung von 1,5/10,5 = 14 %, sodass man statt 15,0 kW ohne NO2T immerhin 17,1 kW mit NO2T erwarten könnte.
Auf der anderen Seite verstehe ich nicht, warum die Abgastemperatur mit NO2T signifikant höher ist als ohne. Wenn man annimmt , dass sich der Teststand zwischen den Messreihen nicht ändert, z. B. Rußbildung mit schlechterem Wärmeübergang, so könnte man die höhere Abgastemperatur mit NO2T mit einer tatsächlich höheren Leistung erklären. Aber vielleicht hat zu diesem Punkt einer der Spezialisten im Forum Erfahrung.
Fazit:
Dieses Gutachten steht und fällt mit der Genauigkeit der Messungen, die leider nicht angegeben werden. Man kann zwar Tendenzen für eine Verbesserung erkennen, wissenschaftlich haltbar sind sie jedoch aufgrund dieses Gutachtens nicht. Eine richtige wissenschaftliche Untersuchung wird empfohlen.