Hallo Maik,
kein Problem, Grobschätzng der Kosten läßt sich machen.
Sole-Wasser-Wärmepumpe kostet mit Bohrung, Anbindung, Solefüllung,
Wärmepumpe, Warmwasserspeicher, Montage usw etwa 50.000 Euro.
Das gilt wenn das Haus vorher komplett wärmegedämmt wird, sonst könnten 15-20.000 Euro mehr fällig werden. Das stimmt bei durchschnittlichen geologischen Bedingungen ( Entzugsleistung 80 kWh je Meter ), 44.000 kWh Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser, was man locker schaffen kann. Das schlüsselt sich auf in 24.000 Euro für 400m Bohrung ( bei Felsuntergrund 300m ) a 60 Euro zuzüglich Solefüllung etc, 12000 Euro für 24kW Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Solepumpe sowie diverse Kosten für Montage, Warmwasserspeicher etc.
Da ist etwas Luft drin, mit der Summe sollte man in jedem Fall auskommen. Der Strombedarf bei guter Planung wird inclusive aller Hilfsaggregate bei 10-11000 kWh liegen, Heizkosten incl Zählergebühren max 1500 Euro pro Jahr.
Bei unsaniertem Gebäude mit 70000 kWh sind 650m Bohrung fällig, also dafür schon Aufpreis mindestens 12000 Euro, dazu Mehraufwand für Hochtemperatur-Wärmepumpe usw. Der Energieverbrauch dieser Anlage wäre deutlich höher, da die Hochtemperatur-WP per se schon mal 10% schlechteren Wirkungsgrad hat und mindestens 10 Grad höhere Vorlauftemperatur. Ich rechne hier mit Jahresarbeitszahl von 3,2 statt 4,0-4,4, der Stromverbrauch ist dann 22.000 kWh pro Jahr, also doppelt so hoch.
Deshalb bin ich der Meinung daß man bei Entscheidung für WP gleich Nägel mit Köpfen macht und das Haus komplett dämmt.
Dafür kann ich auch Kostenschätzung abgeben.
Dämmung der Gebäudehülle kalkulier mit 40-50.000 Euro je nach Geometrie incl neuer Fensterbämke, Änderungen an Fallrohren usw.
Kellerdecke kostet nicht viel, 2000 Euro Material, kann man in Eigenleistung machen. Wenn der Dachboden nicht ausgebaut ist dämmt man direkt auf die Dielen, bei mir 20cm Styropor auf Dampfbremsfolie, darauf eine Lage Verlegeplatten. Kostet 15 Euro Material je m2 + Arbeit und ist vieeel besser als Zwischensparrendämmung. Wenn das Dachgeschoß ausgebaut ist müssen wir nochmal schauen.
Bei den Fenstern ist das Baujahr wichtig. Ab etwa 1995 verwendet man Wärmeschutzverglasung, dann ist schon alles erledigt. Bei älteren Kunststoffenstern tauscht man die Verglasung aus, das ist eine der preiswertesten Energiesparmaßnahmen überhaupt. Habe das bei 90 Scheiben gemacht. Glas pro m2 24,85 ( heute etwas teurer geworden ) + Steuer, den Einbau hat ein privater Helfer für 8 Euro pro Stück gemacht, er hat pro Stunde 3-4 Scheiben getauscht und wir waren beide sehr zufrieden. Nebenbei habe ich noch alle Scheiben mit Sprossen versehen, bei der Menge habe ich nur 4 Euro pro Sprossenfeld bezahlt. Das gibt dem Haus eine viel bessere Optik.
In der Summe rechne mal mit 120.000 Euro, man wird das noch detailliert ausarbeiten und Festpreisangebote einholen.
Finanzieren läßt sich das ganze über KfW-Darlehen aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm zu derzeit 2,5% und 5% Schulderlaß.
Kreditsumme bis 50.000 Euro pro Wohneinheit, reicht also locker.
Der Kredit läuft typischerweise über 20 Jahre mit 1-3 tilgungsfreien Jahren. Abtragung und Zins ca 8.000 Euro pro Jahr. Das finanziert sich derzeit nicht ganz aus den eingesparten Energiekosten, aber der Aufpreis ist überschaubar und ist durch den erheblichen Wertzuwachs auf jeden Fall zu empfehlen. Schließlich müßte man sonst ja sowieso immer wieder in die Gebäudeunterhaltung investieren, nach der Totalsanierung hat man erst mal Ruhe.
Derzeit dürften die Energiekosten in dem Haus bei über 6000 Euro liegen für Gasbezug, Heizungsstrom ( schätze 1000-2000 kWh ), Schornsteinfeger etc.
Wenn die Summe abschreckt kann man natürlich auch preiswertere Maßnahmen zur Energieeinsparung machen wie den Einbau einer modulierenden Gasbrennwertheizung mit Schornsteinsanierung.
Irgendwann steht man aber wieder vor der Frage wie es langfristig weitergeht. Der Energiepass kommt ja nun doch und wird erheblichen Druck auf die Vermieter ausüben, ihre Häuser auf modernen Stand zu bringen.
Die Investition kannst du folgendermaßen auf die Miete anrechnen:
Normalerweise 11% der Summe pro Jahr. Abzuziehen vorab Zuschüsse und 20% allgemeiner Erhaltungsaufwand, außerdem ist die Zinssubvention abzurechnen in Höhe von derzeit 2%. Das ergibt dann 120.000 -5% Zuschuß -20 % allg. Unterhaltung = 90.000. Davon 11-2=9%
macht 8.100 Euro pro Jahr. Und damit ist es komplett kostendeckend. Ob man das in voller Höhe durchsetzt ist eine andere Frage. Habe selbst die Miete nur so weit erhöht daß die Warmmiete etwa gleich bleibt. Wenn zukünftig jemand auszieht werde ich aber teurer neu vermieten können. Meine Warmmieten liegen derzeit im Schnitt bei 4 Euro/m2.
Du bekommst also quasi deine Hütte zum Nulltarif aufgemotzt und tust noch was wirklich gutes für die Umwelt. Primärenergiebedarf derzeit 170x550 kWh Gas x Umrechnungdfaktor 1,1 + ca 1500 kWh Strom x Faktor 2,7 macht Gesamt-Primärenergiebedarf 106.900 kWh. Nach Sanierung nur noch 11.000 x 2,7 = 29.700 kWh. Die Kraftwerke werden zukünftig höhere Wirkungsgrade haben und auch die nächste Generation Wärmepumpen wird noch erheblich besser. Damit bessert sich auch die Umweltbilanz der WP langfristig immer weiter.
So, hoffe das reicht als grobe Orientierung. Wie gesagt ist viel Detailarbeit notwendig. Helfe gerne, Energieeffizienz ist mein Steckenpferd und ich mache nur so viel ich Lust habe. Tu dir also keinen Zwang an. Können gerne telefonieren, meld dich mal per mail an
frank.leyener@freenet.de
wenn du die Sache ernsthaft angehen magst.
Herzliche Grüße
Frank