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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

-benötige dringend Hilfe durch Fachleute zu folgendem Problem:
Unsere zentrale Warmwasserversorgung (Ölhzg.) versorgt zusätzlich zum Wohnhaus auch den Wohnhausanbau mit einer WILO Zirkulationspumpe, STAR Z 20/1, 38 W, 0,18 A.. Nachdem meine Heizungsbau-Fachfirma die Meinung vertritt, dass auf Dauer diese starke Pumpe die Kupferleitungen schädigen würden, wurde diese Zirkulationspumpe gegen eine schwächere, WILO Z 15A, 31 W, 0,34 A, 2600/Min., ausgetauscht. Mit dem Ergebis, dass ca. 10 Liter kaltes Wasser erst durchfließen müssen bis warmes Wasser im Wohnhausanbau zur Verfügung steht. Rechnet man dies auf ein Jahr hoch,-was für eine Verschwendung!

Sind die Befürchtungen berechtigt, dass durch die stärkere Zirkulationspumpe eine Beschädigung der Kupferleitungen in Zukunft zu erwarten ist?

Würde der zusätzliche Einbau einer 2. schwächeren Pumpe im Wohnhausanbau die Warmwasserversorgung verbessern?

Bitte um eine seriöse Stellungnahme.

Besten Dank für die Unterstützung.

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Fitzner,
eine Zirkulationsleitung wird genauso wie eine Zirkulationspumpe berechnet. Dabei kommt es auch auf die Länge der Rohrleitung an. Ich nehme in Ihrem Fall an, dass eine Wilo Z15 ausreichend ist. Wenn die Zirkulation vorher ging, wird sie auch mit der kleineren Pumpe funktionieren. Der Grund wird höchstwarscheinlich Luft in der Zirkulationsleitung sein. Die Warmwasserleitung am Speicher absperren und dann über die Zirkulationsleitung an der Zapfstelle Wasser zapfen. Durch das (hoffentlich) vorrhandene Rückschlagventil lässt der Druck nach und es kommt kein Wasser mehr nach. Das Warmwasserabsperrventil kurz öffnen, bis der Druck wieder da ist und dann wieder schliessen. Wieder Wasser zapfen bis die Luft raus ist. So bekommen Sie die Luft aus der Zirkulationsleitung heraus.
Zur Schädigung der Kupferleitung durch eine zu grosse Pumpe möchte ich Folgendes sagen.
Absoluter Quatsch !!!
Wie der Name schon sagt, soll eine Zirkulationspumpe das Wasser nur "zirkulieren", also in Bewegung halten und dabei das Rückschlagventil als Bremse überwinden. Da reicht eine WILO 15ZA allemal aus.
MfG
Hartmut Lilge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Lilge

Also zu 1 stimme ich voll zu.

Zu 2 Nicht ! Der Fehler liegt zwar nicht bei der Pumpe , sonder bei der zu kleinen Leitung.
Es ist bekannt das Kupferleitung bei Fliesgeschwindigkeiten von über 2m/s zu Errosion neigen! Hab ich bereits in der Praxis gesehen. (Zwar meist in groß Anlagen, ist in einer klein Anlage bei zu großer Pumpe auch denkbar.)

Wichtig die Fließgeschwindigkeit muß unter 2m/s bleiben damit die Kupferleitung auf Dauer hält.

Mfg Ralf Sparwel
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Sparwel,
wir reden hier nicht von Grossanlagen sondern vom Eigenheim. Die rechnerische Fliessgeschwindigkeit sollte in Trinkwasseranlegen um die 2 m/s liegen. dabei kommt es allerdings schon mal vor, dass diese bei 2,4 - 2,6 m/s liegt. Ist auch nicht verkehrt. Aber viel höher sollte sie auch nicht liegen, da es sonst zu Fliessgeräuschen kommen kann. Heute wird in der Trinkwasserinstallation fast nur noch Sanco-Kupferrohr eingesetzt. Und das ist ja bekanntermassen korossionsgeschützt. Die 15er Kupferleitung ist auf keinen Fall zu klein. Das ist Quatsch. In Eigenheimen reicht sogar eine Leitung von 12 x 1 aus. Aber wenn Sie mal Zeit zur Berechnung haben sollten werden Sie dass auch schnell feststellen ;o).
MfG
Hartmut Lilge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Lilge,

ich möchte Ihnen mal ein Kompliment für Ihre Fachkompetenten Antworten aussprechen.
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo
Sie haben recht ich habe einen Fehler gemacht, und zwar die 2 m/s sind Quatsch.(Sollte die Begrenzung zur Vermeidung von Fließgeräuschen sein) Sorry . Es muß heißen die Zirkulationsltg. sollte mit einer Fließgeschwindigkeit von 0,2-0,4 m/s betrieben(ausgelegt) werden. Bei Kupferrohren dürfen Geschwindigkeiten von 0,3 m/s nicht überschritten werden zur Vermeidung von Erosionkorrosion (Längere Betriebszeit). Kommentar zur DIN 1986 Seite 126

Das dies DIN im Bezug auf das Berechnungsverfahren nicht mehr unbedingt die aktuellste Lösung ist , schon klar. Ändert aber nichts an der Beschränkung für die Kupferrohrleitung.

Wie lang nun die Leitung in der Anfrage ist, weiß ich nicht, und ich glaube auch das ein Wilo Z15 locker reichen müßte, dafür fehlen aber Angaben über die Länge der Leitung.

Mfg Ralf Sparwel

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo alle zusammen,
erst einmal herzlichen Dank an Herrn Boehm über das geschriebene Lob. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich wollte abschliessend noch etwas in Bezug auf Zirkulationsleitungen schreiben. Sie funktionieren ja wie eine Heizungsanlage. Die Pumpe drückt das Wasser in den Speicher und wird über die Warmwasserleitung wieder Richtung Zapfstellen gedrückt. Man kann die Zirkulationsleitung auch ohne Pumpe installieren - Voraussetzung dabei ist jedoch: 1. Das es dabei keinen Luftsack gibt (darf also nicht nach unten springen) und 2. das ein Drosselventil in die Leitung eingesetzt wird, so dass die Zirkulation nur ein wenig "schleicht". So etwas habe ich schon mehrfach gebaut und funktioniert auch einwandfrei. Zu beachten ist bei "normalen" Zirkulationen - also mit Pumpe - dass diese wie bei einer Heizungsanlage auch, an der höchsten Stelle entlüftet werden müssen, da es sonst zu Luftsäcken kommt und eine Zirkulation nicht mehr gegeben ist.
Ich hoffe es so halberwegs verständlich rübergebracht zu haben.
MfG
Hartmut Lilge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Noch schnell eine Berichtigung: Im 5. Beitrag muss es heissen - Kommentar zur DIN 1988 ! Seite 126. Habe schnell nachgelesen und dort steht auch geschrieben, dass der Querschnitt der Z-Leitungen mind. 15% und höchstens 30% des Querschnittes der Warmwasserleitungen betragen sollte !
MfG
Hartmut Lilge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

-zunächst möchte ich mich bei den Teilnehmern an dieser Diskussionsrunde bedanken. Mein besonderer Dank gilt Herrn Hartmut Lilge für seine kompetenten Stellungnahmen u. die E-Mails. Angetan bin durch das hohe Niveau u. die faire Diskussion in diesem Forum.

Zur Sache selbst ist als Betroffener abschließend noch folgendes anzumerken:

1.Laut Hersteller der Kupferleitungen soll die Strömungsgeschwindigkeit in K.-leitungen, wegen stärkerem Abrieb, nicht über 0,5 m/s liegen.
2.Nach Aussage des Pumpenherstellers, Firma WILO, kann in Gebäudeinstallationen bis Rp 1 1/4 bzw. DN 32 die Strömungsgeschwindigkeit bis 1,2 m/s betragen.
3. Die Parameter für die WILO-Z-15 u. WILO-Z-20/1 liegen beide bei 0,5 m/s ; somit werde ich die Z-20/1 wieder zurücktauschen lassen.Darüber hinaus liegt die Fördermenge bei der stärkeren Pumpe bei 0,25 bis 1,5 m3.

Wenn dann noch die Entlüftung der Zirkulationsleitung, wie durch H. Lilge vorgeschlagen, durchgeführt wurde, sollte das Problem mit der sofortigen Ww.-versorgung gelöst sein.

Abschließend, allen Diskussionsteilnehmern herzlichen Dank u. eine schöne Adventszeit u. im Neuen Jahr auf zu "neuen Taten."

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