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Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Nochmal Hallo,
Den Beitrag habe ich bereits unter "Handwerk am Ende?" bei Richard Häusler reingestellt, Herr Hoffrogge meinte die Frage geht dort unter und ich soll es als Neues Thema anregen.

Hallo selbstständige Handwerker,

ich glaube in diesem Forum sind sehr kluge Köpfe vertreten, was ich an den bisherigen Beiträgen erkennen kann.

Ich besuche zur Zeit die Meisterschule und werde 2003 im Herbst fertig.
Nun sellt sich die Frage.
Arbeit suchen und selbstständig machen?
Wo liegen die Vor und Nachteile?
Ich meine jetzt nicht die Planung und
Finanzen, sondern was ist der Grund warum man sich selbstständig machen soll?
Ich meine das Gefühl/Antrieb/ Beweggrund und nicht das Geld.
Warum?
Vorteile?
Nachteile?
Ist dann alles viel schwerer?
Leichter?
Man hat keinen Chef mehr vor sich, das sehe ich als großen Vorteil.
Würde mich über eine Antwort sehr freuen.
Mit Grüßen
Holger Krüning

Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Grüß Dich Holger,

habe Deinen Beitrag schon entdeckt.
Dann antworte ich lieber mal hier.

Vorteile:
Wenn alles gut läuft, mehr Geld.

Man kann sich mal zwischendurch ein paar Stunden - Tage freinehmen, sofern es die Zeit zuläßt.

Man kann seine Ideen umsetzen. Einen Betrieb hochziehen, sofern man das will und schafft.
Man schafft sich die Arbeit selber an.

Wer Wert darauf legt und es braucht...
...bekommt mehr Macht und vielleicht auch mehr Ansehen.
Zumindest die Vertreter schmieren Dir Honig um den Bart.
Auf einmal bist Du wichtig.
Wie gesagt, wer das braucht, der bekommt es.
Weitere Vorteile?
Wenn du es richt anpackst, dann kannst Du mit 50 Jahren in die Rente gehen, sofern Herrn Eichel nicht noch mehr Schweinerien einfallen.
Du kannst Dein Wissen an Lehrlinge, Angestellte weitergeben.
Du kannst Dir zufriedene Kunden schaffen.
Du musst nicht auf jeden Euro achten.
Du kannst zumindest theoretisch so groß werden wie Du es willst.

Nachteile gibt es natürlich auch.

Du meinst Du hast dann keinen Chef mehr?
Stimmt, danach hast Du 10-20 Chefs und die Nennen sich Kunden.
Und glaubs mir die können dich auch ganz schön rumlassen und nerven.

Weitere Nachteile:
Du musst Dich um Deine Arbeit kümmern und finden.
Wenn Du Mitarbeiter hast, dann hast Du Verantwortung dass Sie genug Arbeit haben.
Vorbildfunktion für den Lehrling..
Sicher keine 38 Stundenwoche..
Viel Ärger von allen Seiten.
Ein paar Stichworte?
Diebstahl auf Baustellen.
Falschlieferungen
Banken wollen alles wissen.
Werbung aus allen Ecken ohne Ende.
Vertreter ohne Ende.
Steuern.
Unzufriedene Kunden wenn was schief läuft und das wird es, das darfst Du mir glauben.
Um Deine absicherungen musst Du Dich selber kümmern.
Krankheit, Rente usw.

Unterm Strich würde ich sagen, man muss es einfach mögen, leichter wird es sicher nicht, aber es kann auch sehr viel Spaß machen.
Jeder ist nicht der Typ dazu und das ist auch gut so.
Wenn du es machst, dann nicht mit 100% sondern mit 150% und das mit voller Kraft und Begeisterung. Ansonsten geht es in die Hose.
Der Anfang ist schwer, aber wenn es mal läuft, dann macht es auch Freude.

Hoffe die paar Zeilen haben Dir geholfen.
Die Entscheidung kann Dir aber niemand abnehmen.
Persöhnlich würde ich für ein Jahr zu einer Leihfirma gehen, da bekommst Du den vollen Einblick in viele Firmen und kannst sehr viel lernen -wer Fehler macht und wer es wirklich drauf hat.
Spionage hat noch nie geschadet:-)

Gruß aus München
von Richard Häusler
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Holgar Krüne.

Richard war wieder mal schneller wie ich, macht aber nichts. Alles was von Richard gesagt wurde könnte ich zu 100% unterschreiben.

Trotzdem will ich dir mal so ein paar meiner Gedankengänge mitteilen, die mich vor 4 Jahren dazu bewegt haben mich selbstständig zu machen, und was sich danach für mich geändert hat.

Ich war in einer sehr sicheren und angesehenen Position bei Buderus im Werkskundendienst mit guten Zukunftsperspektiven, im laufe der Zeit habe ich Zwei Meistertitel gemacht und irgendwann beschlossen mich selbständig zu machen. So jetzt stell dir die Situation vor Meine Frau mit dem dritten Kind schwanger und ich sage „Weißt du was Schatz, mir lang es immer nach Anweisung zu handeln, und offiziell Sprachregelungen einzuhalten, ich kündige und mach mein eigenes Ding.“

Alles gute zureden half nichts ich wollte da durch. Meine Frau war natürlich zunächst wenig begeistert, stand dann aber doch letztlich als es losging voll hinter mir.

Was ging in mir vor. Ich hatte die Fähigkeit und das Wissen, und wollte es bestmöglich verkaufen. Servicetechniker werden gut bezahlt, aber nicht so gut wie ich es mir gewünscht hatte. Aber die finanzielle Seite war weiß Gott nicht der Hauptgrund. Was war los, ich wollte mich verändern, etwas wagen, ein Risiko eingehen, den berühmten Sprung ins kalte Wasser probieren.

Also Auto gekauft Werkzeug, Messgeräte Material ... Dafür Kredite aufgenommen Dispokredit eingerichtet und ab geht´s. Mann mir lief oft der kalte Schweiß wenn ich an die Zeit denke, und an die Briefe von der Bank. Daran, dass ich oft tagelang keine Arbeit hatte.

Meine Stärke war der Kundendienst, und so fing ich an überall mich als Wartungfirma anzubieten. Anfangs einige Wartungen fürn Knopp und nen Klicker gemacht nur um bekannt zu werden. Mittlerweile sind wie vier Mann und betreuen ca. 350 Wartungskunden.

Was ich in der Zeit gemerkt habe, Ich muss immer dazu sagen, ich befinde mich eigentlich immer noch in der Gründungsphase, mein Einkommen hat sich sicherlich verbessert, nicht aber mein Stundenlohn. Ich bin morgens der erste und abends der letzte in der Firma (jeden Tag) und sitze abends und am Wochenende oft noch lange im Büro.

Was braucht man.

Meistertitel ist klar, hast du bald.
- Eiskalte Nerven, Du musst auch in Stresssituationen einen klaren Kopf haben.
- Einen Eisernen Willen, Du musst die Triebfeder sein für alles was geht.
- Kontaktfreudigkeit, Du musst immer wieder neue Kontakte knüpfen und alte pflegen.
- Starkapital, gibt es bei der Bank, nur sei vorsichtig nimm nicht mehr auf als sein muss.
- Eine Frau, die voll und ganz hinter einem steht. Für Telefondienst, wenn man außer haus ist, um einem familiäre Dinge ab zu nehmen in Stressigen Phasen, um einem den Rücken freihalten.
- Mut, Du gehst Risiken ein, von denen du vorher nicht geträumt hast.
- Spass an der Arbeit, Spass daran für Probleme Lösungen zu schaffen.
- Kondition, Ausdauer und Beharrlichkeit, du musst immer am Ball bleiben.

So, nun tun mir bald die Finger weh, Über die Vorteile und Nachteile hat dir Richard schon einiges erklärt, dies war mal mehr der menschliche Aspekt. Deine Entscheidung musst du selber treffen, ich wünsche auf jeden Fall eine Glückliche Hand, für eine Entscheidung zu der du in 20 Jahre auch noch zu 100% stehen kannst.

Vielleicht zum Schluss noch mein Leitspruch den ich immer wieder benutzte wenn mich jemand nach dem Warum fragt.

<B>Lieber ein kleiner Herr, als ein Großer Knecht</B>

Gruß me. Alfons Hoffrogge
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Vielen Dank für die interessanten Anregungen.
Ich glaube ich habe mich entschieden und werde dem Ratschlag von herrn Häusler folgen und erst mal für ein paar Monate zwecks Spionage zu einer Leihfirma gehen.
Die Idee ist gut und selber wäre ich nicht darauf gekommen.
Danke auch an Herrn Hoffrogge für die Tipps und Meinungen.
Mit freundlichen Grüßen
Holger
Gast

Beitragvon Gast » 31.08.2005 16:32 Uhr

Hallo Herr Krüning,
wenn Sie den Unterschied zwischen einer Angestellten-Tätifkeit und einer "Selbständigen" Tätigkeit nicht kennen, dann bleiben Sie besser im Angestelltenverhältnis.
Das Wort sagt es schon: "Selbst" und "Ständig"!
Nicht andere denken und sagen mir was zu tun ist, sondern ICH entscheide über meine Arbeit. Logisch, eine 38,5 Std.-Woche gibt es dann nicht mehr. 60 Std. und mehr sind dann wahrscheinlicher.
Nur wenn Sie sich darüber im Klaren sind, dann gibt es nur eine Entscheidung .....

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